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Im Süden herrscht Faustrecht

 

Mexikos Regierung läßt verarmte Region im Stich. 26 Bauern bei Massaker getötet

junge welt vom 06.06.2002
Diego Cevallos, Mexiko-Stadt (IPS)

  Die bitterarme Landbevölkerung der mexikanischen Südstaaten hat nach Einschätzung von Menschenrechtsgruppen die Hoffnung auf bessere Zeiten durch das Faustrecht ersetzt. Konflikte, bei denen es meist um Landansprüche oder Waldnutzung geht, werden in untereinander verfeindeten Dörfern häufig mit Waffengewalt ausgetragen und enden nicht selten in einem Blutbad. Erst am 31. Mai waren in dem 800-Seelen-Städtchen Santiago Xochiltepec im Bundesstaat Oaxaca 26 Bauern niedergemetzelt worden. Nach Ansicht von Eduardo Brito vom »Menschenrechtszentrum Bartolomé Carrasco«, das die Hintergründe ähnlicher Massaker in Oaxaca untersucht, ging es auch bei diesem Konflikt zwischen Kleinbauern und Holzfällern um nicht geklärte Landforderungen.

Am vergangenen Freitag hatten bewaffnete Gangster auf einer Nebenstraße einen Lkw mit einer Gruppe von Indianern überfallen, die nach der Arbeit in einem Sägewerk auf dem Heimweg waren. Sie feuerten auf die Arbeiter und töteten 26 Menschen. Nur zwei überlebten. Die Generalstaatsanwaltschaft von Oaxaca, die das Massaker untersuchte, ließ 16 Kleinbauern aus dem Nachbardorf Santiago Xochiltepec verhaften und beschlagnahmte 23 Feuerwaffen, rund 600 Stück Munition und drei Funksprechgeräte.

Die Menschen im Verwaltungsbezirk Santiago Textilán, zu dem das Dorf Santiago Xochiltepec gehört, sind nach Angaben der staatlichen Statistikbehörde bitterarm. Bei den Schießereien und Überfällen in den Bergwäldern von Textilán haben auch Drogenschmuggler, Waffenhändler und Guerillakämpfer der kleinen Revolutionären Volksarmee ihre Hand im Spiel.

»Doch die eigentlichen Problem in der Region«, so der Oberstaatsanwalt von Oaxaca, Sergio Santibáñez, »sind Armut und Ausgrenzung.« Der Gouverneur von Oaxaca, José Murat, stimmt ihm zu. So wird vermutet, daß es bei dem Massaker vom vergangenen Freitag um einen seit langem schwelenden Streit um 4000 Hektar Land ging. Im gesamten Verwaltungsdistrikt von Santiago Textilán wird über Ansprüche auf mehr als 15000 Hektar Land gestritten. 1996 waren hier bei Zusammenstößen zwischen Kleinbauern und Anwohnern aus der städtischen Umgebung 20 Menschen ums Leben gekommen, und schon ein Jahr zuvor hatte es Berichte über die Ermordung von 29 Menschen gegeben.

Massaker gab es in den letzten Jahren auch in anderen Bundesstaaten im armen mexikanischen Süden. Im Dezember 1997 ermordeten Milizen im Bundesstaat Chiapas 44 Indianer. Im Bundesstaat Guerrero überfielen Polizisten im Juni 1995 auf einer Landstraße eine Gruppe von Bauern, die zur damaligen politischen Opposition gehörten, und tötete 17 Menschen.

Ebenfalls in Guerrero griffen im Juni 1998 Soldaten der mexikanischen Armee eine Schule an und töteten nach offiziellen Angaben elf Bauern. Doch Augenzeugen sprachen von einer kaltblütigen Hinrichtung.

Beim Menschenrechtszentrum Bartolomé Carrasco macht man vor allem staatliche Versäumnisse für die Massaker verantwortlich. Den Behörden sei es nicht gelungen, in Teilen der verarmten südlichen Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas und Guerrero für Recht, Ordnung und Gerechtigkeit zu sorgen.

 Quelle:  
  https://www.jungewelt.de/2002/06-06/007.php 
 

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