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Vier Jahre seit dem El Bosque Massaker

La Jornada vom 11.06.2002
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

  Chavajeval, Chiapas, 10. Juni. Vor vier Jahren fiel Tod über den "aufgelösten" Bezirkssitz von El Bosque herab. Die Bundesarmee und die Öffentliche Sicherheitspolizei kamen über den Hügel nach Chavajeval und Unión Progreso um ihre Waffen zu feuern. Der damalige Gouverneur, Roberto Albores Guillén, hatte beschlossen mit dem erfolgreichen autonomen Bezirk San Juan de la Libertad aufzuräumen. Das hat er nicht geschafft, aber er schaffte es das Leben von acht Tzotzil Campesinos und einem Soldaten zu beenden. Er steckte 25 zapatistische Gefangene in Cerro Hueco, und bestätigte die Allianz seiner Regierung mit der paramilitärischen Gruppe Los Plátanos, die damals viele Menschenleben forderten und tief im Drogenhandel verwickelt waren.

Mit Fiestas und religiöse Feierlichkeiten gedenkt Chavajeval heute der tragischen Nacht des 10. Juni 1998. Hunderte zapatistische Untertützungsbasen und Angehörige des autonomen Bezirkes San Juan de la Libertad kamen aus verschiedenen Gemeinden, Rancherías und andere Orte beiderseits des Hügels zusammen. Auf dem Dorfplatz spielte Musik. Viel Aktivität. Feierlichkeit. Aber sie wollten keine Journalisten dabei haben. Die Indigenas wollten miteinander reden.

Die Morde von El Bosque (der offizielle Name dieses Bezirkes) bleiben weiterhin unbestraft, wie andere, vielleicht schlimmere. Nur sechs Monate zuvor hatte sich Acteal zugetragen. Ohne jemals seine Unschuld bezüglich des PRI paramilitärischen "Ausbruch" in Chenalhó zu beweisen − und dessen Zweck − ist der ehemalige Gouverneur, Julio César Ruiz Ferro heute, wieder als − zweifellos erfahrenes − Mitglied des Staatsrates seiner Partei in die chiapanekische Gesellschaft zurückgekehrt. Er kehrte nach einem verlängerten Urlaubsjahr in der mexikanischen Botschaft in Washington zurück, eins der wenigen Orte der Welt, wo das internationale Gesetz nicht gegen völkermörderische Regierungen angewendet wird. Kein zögerlicher Richter Garzón würde auftauchen. Als er zurückkehrte sagte er der Presse, er käme "mit hocherhobenem Haupt."

Auch Roberto Albores ist für El Bosque − unter andere Unternehmen - niemals zur Verantwortung gezogen worden, stattdessen betreibt er Politik in der harmonischen lokalen PRI. Wie immer wenn er es kann, gehört er der Gewinnerseite an: die seines Namensvetters, Madrazo.

Sogar das führende Mitglied der Angelegenheit, General Absalón Castellanos Domínguez, hat ein soziales Leben und verhält sich 22 Jahre nach dem Massaker in Golonchán als ob nichts passiert wäre. Wie Carlos Manuel Sabines Venegas, der Sohn des ehemaligen Gouverneurs Juan Sabines, heute in einem Brief an die Jornada schrieb, war General Castellanos am 15. Juni 1980 der militärische Oberbefehlshaber des Staates, und die Verantwortung für die Morde von Golonchán würde somit er tragen, und nicht Gouverneur Sabines.

In einer Nacht wie dieser, in 1998, beschuldigte der damals neue Gouverneur Albores die Zapatisten "nach einem anderen Acteal zu suchen." Wie auch immer, kamen er und sein "Gesetzesstaat" ihnen bei dem Versuch zuvor. Die "Rückkehr zur Gesetzlichkeit" vor den TV Azteca Bildschirmen feiernd, bezeichnete er seine Mitbürger, die er gerade gewaltsam vor der Ungesetzlichkeit gerettet hatte als "Tzeltal Brüder" während sie in Wirklichkeit Tzotzil waren.

Trotz allem hat der autonome Bezirk San Juan de la Libertad seitdem niemals aufgehört zu funktionieren. Was er jetzt nicht hat ist eine Adresse. Für ungesetzlich erklärt in den "aufgelösten autonomen" Dörfer (El Bosque, Chavajeval und Unión Progreso), bleibt er weiterhin die Bezirksautorität die von der Mehrheit der Gemeinden anerkannt wird. Die tatsächliche Bezirksregierung, die der Interimgouverneur Albores des Interimgouverneurs Ruiz Ferro in El Bosque eingerichtet hat, konnte dank der Mund zu Mund Beatmung der Regierungsprogramme PROGRESAs und PROCAMPOs überleben, aber die Mehrheit der Gemeinden ziehen es vor autonom zu bleiben. Sie haben nicht einmal für die neuen Bundes-, Staats-, und Bezirksregierungen gestimmt. Das bedeutet nicht, dass sie aufgehört hätten zu existieren.

Heute finden in Chavajeval und Unión Progreso Gedenkfeierlichkeiten statt, aber die Indigenas haben nach aussen nichts zu sagen. Was hätten sie angesichts der systematischen Straflosigkeit der Macht in Chiapas noch hinzuzufügen?

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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