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Neue militärische Überwachungsflüge über La Realidad

La Jornada vom 15.06.2002
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

  Autonomer Bezirk San Pedro de Michoacán, Chiapas. 14. Juni. − Militärflugzeuge haben wieder einmal "wie zu Zedillos Zeiten" tägliche Überwachungsflüge über La Realidad aufgenommen, sagte ein Sprecher des autonomen Rates. Nachts. In mittlerer Höhe. Samstags, Sonntags und an Feiertagen.

Die Einwohner von Amparo Aguatinta, aus dem autonomen Bezirk Tierra y Libertad an der Grenze zu Guatemala haben ähnliches berichtet: "Wenn wir es am wenigsten erwarten, taucht das Flugzeug dort hinter dem Hügel auf und überfliegt die gesamte Gemeinde."

Darüberhinaus befindet sich ein Kontrollposten der mexikanischen Armee weiterhin einige Kilometer von dem Dorf entfernt. Es hat niemals aufgehört zu funktionieren, nicht einmal als Präsident Vicente Fox bei seiner Amtseinsetzung die Einstellung der Patrouillen und der Kontrollposten in der Konfliktzone angekündigt hat.

Die militärischen Patrouillen durch mehrere Gemeinden in Tierra y Libertad sind konstant, sowohl entlang der Hauptstrasse als auch auf den Abzweigungen, die zu den Militärstellungen weiter von der Grenze entfernt führen.

Dieser autonome Bezirk gehört zu jenen, die von der Regierung während der Amtszeit von Ernesto Zedillo und Roberto Albores "aufgelöst" worden sind (am 1. Mai 1998: wer auch immer das Datum für den Angriff auf die autonomen Bezirke festgelegt hat, hat zweifellos eine historische Dekonstruktion betrieben die eines besseren Zieles würdig gewesen wäre).

Heute berichtete die Tageszeitung "Expreso Chiapas", dass Campesinos aus den Gemeinden von Chajul und Pico de Oro in der gleichen Region, gemeldet hätten, dass "die Anzahl der Bundestruppen in den letzten Tagen zugenommen hat, was eine Atmosphäre der Unsicherheit und Angst unter den Indigenas erzeugte, und [die Truppen] durchsuchen ihre Habseligkeiten wenn sie auf den Strassen durch die Selva reisen."

Zu diesen Denuncias von Luftpatrouillen gesellen sich jene des autonomen Bezirkes Ricardo Flores Magón, im Norden der Selva Lacandona, in den letzten Wochen. Und auch jene der Ejidos Lázaro Cárdenas (Huituipán) und Francisco Villa (Palenque) in der nördlichen Region.

Andere Einschüchterungsaktionen

Das Netzwerk der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte der Salto de Agua-Palenque Region meldete diese Woche schwere militärische Zusetzungen im Francisco Villa Ejido. Ende Mai fiel die Armee bei zwei Gelegenheiten buchstäblich in das Dorf ein.

Am 20. Mai hielt eine Konvoy von 50 Soldaten, einem Fahrzeug der Öffentlichen Sicherheitspolizei und ein anderer der Gerichtspolizei aus Antioquia, vor dem Haus von Se~or Miguel Gutiérrez Guzmán. "Die Soldaten stiegen aus und forderten Tortillas, Öl und Salz sowie das Haus um Essen zuzubereiten. Sie besetzten das Haus fünf Stunden lang," berichtete das Netzwerk.

Die Operation wiederholte sich am 25. Mai. Um 7:30 Uhr morgens "marschierten die Soldaten durch die ganze Gemeinde und fragten die Bevölkerung nach Wasser, Tortillas, Hühner, Loros und ein Haus um Essen zuzubereiten. Die verschreckten Menschen weigerten sich ihnen das geforderte zu geben," erklärte das Netzwerk. Dann ging die Patrouille zu den Milpas. Sie überquerten den Fluss in dem die Menschen badeten, und marschierten zu der Farm weiter die Don Lalo gehört, und blieben dort 13 Stunden lang."

Die Fahrzeuge der Öffentlichen Sicherheit und der Gerichtspolizei fuhren noch einmal um ca 23:00 Uhr durch Francisco Villa, in Richtung der Gemeinde von Antioquia, von wo sie am Morgen des nächsten Tages zurückkamen.

"In Antwort auf die Missmut und Furcht der Einwohner des Ejido Francisco Villa," erklärte das Netzwerk, dass "die Militär- und Polizeipräsenz das tägliche Leben der Gemeinde unterbricht" wenn sie unter dem Vorwand um Nahrung ersuchen zu wollen in die Häuser der Campesinos eindringen. "Diese Handlungen der Bundesarmee und der Polizeikräfte sind gegen das Gesetz, laut der sie sie beschützen sollten, während sie nichts anderes tun als die indigene Bevölkerung aufzureiben."

Vertreibungsgefahr in Tojolabal Gemeinde

Die Meldungen der autonomen Autoritäten aus San Pedro de Michoacán gleichen dem was die neue Gemeinde Emiliano Zapata berichtet hat, betreffs der möglichen Vertreibung von zapatistischen Unterstützungsbasen.

Auf der Strasse zum Ejido Tabasco befragt, sagte ein Sprecher der aufständischen Gemeinde, dass der Räumungsantrag von einer Witwe des ehemligen Eigentümer der Fincas gestellt wurde, die von Zapatisten und Angehörigen der Unabhängigen Union Landwirtschaftlicher Arbeiter und Campesinos (CIOAC) befreit worden waren. Der Eigentümer, aus den Vereinigten Staaten, verstarb vor zwei Jahren, hatte die Farmen aber in 1994 verlassen und wurde von der Regierung entschädigt.

Wie in anderen Gebieten, in denen Landkonflikte mit andere "unabhängige" Organisationen "ausgebrochen" sind, scheint dieser Fall fabriziert zu sein. "Die Se~ora hatte sich für die Farmen nicht mehr interessiert, erinnerte sich aber plötzlich an sie," sagte der autonome Sprecher. "Was seltsam ist, ist dass die Leute von der CIOAC nichts gesagt haben, und sich nicht bedroht fühlen."

Der autonome Bezirk autorisierte sowohl die Zapatisten als auch die CIOAC Angehörige das Land zu besetzen. "Aber jetzt wollen sie alles," sagte der Sprecher weiter. "Es sieht so aus, als ob ’El Camarón’ ihnen helfen würde" (wie der PRD-Führer Antonio Hernández Cruz bekannt ist; er ist der Bruder des gegenwärtigen Abgeordneten Luis Hernández Cruz und hat eine lange Geschichte der Auseinandersetzungen mit Zapatisten in der Gegend, aufgrund seiner wiederholten Rolle als "Verwalter" von Regierungskredite, und die Konflikte haben die akzeptable harmonische Koexistenz der Dörfer in dem Tojolabal Gebiet belastet).

Der zapatistische Sprecher äusserte den Verdacht, dass Se~ora Reynás "Antrag" etwas mit einer Vereinbarung mit der Union zu tun hat (die einst "zapatistisch" oder unabhängig genannt wurde, um sie von der "offiziellen" zu unterscheiden, aber nach dem Regierungswechsel zu einer Regierungskohorte wurde und die Vereinbarungen mit dem autonomen Bezirk auflöste). "Die CIOAC Leute sagen nein, aber ja. Sie wollen die Compas hinauswerfen, damit nur sie übrigbleiben."

Nur Emiliano Zapata wird von Zapatisten besetzt. In den anderen Predios haben Leute der Campesino Union das Sagen. Die Indigenas aus der neuen Gemeinde, die dort geboren wurden, sind die Kinder und Enkel der landlosen Peons auf den alten Fincas. Ihre Nabelschnüre und die ihrer Vorfahren sind in diesem Boden begraben.

In einem Kommunique erklärte der autonome Rat: "Wir denunzieren Pablo Salazar Mendiguchía für das Vorhaben Räumungen der Predios von Medellín del Carmen, La Colmena, La Floresta und La Florecita auszuführen, auf Grundlage des Antrages, den Se~ora María del Socorro Reyna Camacho beim Amt für Bürgerangelegenheiten in Tuxtla Gutiérrez am 30. März eingereicht hat. Wir erklären, dass die Predios von EZLN Unterstützungsbasen besetzt und bearbeitet werden, und das dieses Land dem aufständischen Bezirk San Pedro de Michoacán gehört. Se~ora Maráa del Socorro Reyna Camacho hat daher kein Recht sich an Sie (die Regierung) zu wenden um die Vertreibung zu erwirken, oder um für die besagten Predios entschädigt zu werden. Die Campesino Compa~eros die derzeit dieses Land bebauen sind im Besitz aller Rechte, weil ihre Grosseltern und Eltern auf dieses Land gearbeitet und darin begraben sind. Daher spricht ihnen der autonome Bezirk ihnen jetzt und weiterhin den Nutzen und Gebrauch dieses Landes zu."

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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