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Zapatistische Gefangene in Tabasco beginnen Hungerstreik

La Jornada vom 11.07.2006
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

  Nach 10 Jahren im Gefängnis, sind die zwei zapatistischen indigenen Gefangenen von Tacotalpa, Tabasco, in den Hungerstreik getreten, um ihre Freilassung zu fordern. Angel Concepción Pérez Vázquez und Francisco Pérez Gutiérrez fordern ebenfalls die Freilassung der Gefangenen von Atenco, und aller politischen Gefangenen im ganzen Land.

In Unterstützung des Protestes dieser Chol Campesinos, Unterstützungsbasen der EZLN, hält die Andere Kampagne in Tabasco eine Mahnwache vor der Strafanstalt ab, und führt im Dorf Mobilisierungen durch, um die Bewohner über den Geiselzustand der Häftlinge zu informieren und aufzuklären.

"Wer für ein gerechtes, freies und würdiges Mexiko kämpft, fühlt im eigenem Fleisch das Unrecht, das der mexikanische Staat gegen Angel Concepción Pérez Vázquez und Francisco Pérez Gutiérrez verübt hat und weiterhin verübt. Wir wollen unsere Ablehnung gegen ihre Gefangenschaft zum Ausdruck bringen, wegen eines Verbrechens, das sie nicht begangen haben, aber für das sie zweifellos büßen, nur weil sie sich bewusst gemacht und organisiert haben.

"Diese Haltung des Staates gegen die sozialen Kämpfer ist weder neu noch auf Tabasco beschränkt", fügten die Demonstranten hinzu, und informierten weiter, dass drei Tage nach Beginn des Hungerstreiks, der Gesundheitszustand der Fastenden problematisch ist, besonders der von Angel, einem 76-jährigen Diabetiker.

"Jene, die jeder moralischen Autorität entbehren, haben gewöhnlich nur die Autorität des Schlagstockes, des Gefängnisses oder des Verschwindens jener, die sich der Unterdrückung und der Ungerechtigkeit widersetzen, und sich konsequent organisieren um ihr Land, ihr Leben, ihre Kultur oder ihre Familien zu verteidigen. Dieser Kampf für die Verteidigung des Landes und für ihre Rechte als zapatistische Unterstützungsbasen, halten nicht nur Angel Concepción und Francisco im Gefängnis, sondern haben in ihrer Gemeinde auch zahlreiche Tote und eine verschwundene Familie gefordert, sowie verschiedene Gewaltakte gegen sie oder ihr Eigentum.

"Unser Verbrechen ist es für die Gerechtigkeit zu kämpfen"

Wie in Atenco und Texcoco, "unterdrückt die Regierung jene, die ihnen dabei im Weg stehen, ihren Geschäfte nachzugehen, Politik zugunsten einiger Weniger zu betreiben, während sie die Massen betrügen, ausrauben, enteignen und ausbeuten. Deshalb denunzieren wir heute, neben der Repression gegen diese Chol Compañeros, die keine Verbrecher sind, sondern soziale Kämpfer, zugleich auch, dass in den Gefängnissen des Landes Männer und Frauen, Campesinos, Indigenas, Umweltschützer, Studenten und solidarische Ärzte eingesperrt sind, deren einziges Verbrechen darin besteht für die Gerechtigkeit zu kämpfen."

Die Andere Kampagne in Tabasco erklärte, "es kann keine Demokratie geben, solange es Ungerechtigkeit gibt", und dass "die neue Regierung ihr Amt mit schmutzigen Händen antritt", da sie verbündet sei "mit den Geschäftsleuten, die das Land ausrauben und von den Gewinnen leben, die durch den Schweiß aller hervorgebracht werden. Ihren Reichtum haben sie durch die Ausbeutung der Arbeit, der Plünderung der natürlichen Ressourcen, und die Enteignung von Campesinos und Indigenas gewonnen". Und sie fügen hinzu: "Wir erkennen diese Regierung nicht an, wir erkennen diesen Wahlprozess nicht als demokratisch an, da es sich dabei nur um ein Fortdauern der repressiven Regierung handelt".

Die fastenden Indigenas, "im Wissen, dass das menschliche Leben unschätzbar ist, haben beschlossen einen Hungerstreik zu beginnen, als ein letztes Mittel um die Aufmerksamkeit der Bürger zu wecken, und die Gewissen jener aufzurütteln, in deren Händen, die Anwendung der Gerechtigkeit zu einer lächerlichen Karikatur geworden ist". Bei dieser Gelegenheit fordern die zapatistische Gefangenen neben ihrer eigenen Freiheit, auch die Freilassung aller politischen Gefangenen, die Aufhebung der Haftbefehle gegen die sozialen Kämpfer, und das unversehrte Vorzeigen der Verschwundenen.

Die Angehörigen der Anderen Kampagne werden eine ständige Mahnwache vor dem Gefängnis von Tacotalpa aufrechterhalten, "in Unterstützung dieser Forderungen, die auch die unseren sind. Lange Zeit hieß es im Fall von Angel Concepción und Francisco, dass die gesetzlichen Instanzen noch nicht völlig ausgeschöpft seien". Jetzt, da die Behörden "diesen Vorwand nicht mehr haben", werden sie entscheiden müssen, ob sie die Unschuld der Indigenas anerkennen, oder sie weiterhin "als Geisel behalten wollen, als Abschreckung für künftige Kämpfer, die es wagen gegen die Ungerechtigkeit zu protestieren und zu rebellieren.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2006/07/11/016n1pol.php 
 

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