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Worte der EZLN Delegierten in Atenco, 30.09.2006

Kommunique vom 30.09.2006
übersetzt von Dana

 
Worte der Delegierten der Sechsten Kommission der EZLN, bei dem Treffen mit der Volksfront zur Verteidigung des Landes, in San Salvador Atenco. 30, Sept. 2006

Worte des Delegieten Null (Delegado Zero)

Vorstellung der Compañeros und Compañeras Delegierten.

Compañeros, Compañeras, guten Abend. Ich werde Ihnen jetzt die Compañeros vorstellen, die ebenfalls zur Sechsten Kommission gehören:

Die Compañera Comandanta Grabiela ist die Delegierte Eins (Delegada Una). Der Compañero Comandante Zebedeo ist der Delegierte Zwei (Delegado Dos). Die Compañera Comandanta Miriam ist die Delegierte Drei (Delegada Tres). Die Compañera Gema ist die Delegierte Vier (Delegada Cuatro). Die Compañera Comandanta Hortensia ist die Delegierte Fünf (Delegada Cinco). Die Compañera Lupita ist die Delegierte Fünf-Ein-Viertel (Delegada Cinco y Cuarto). Der Compañero Comandante David, der Delegierte Sechs (Delegado Seis). Und der Compañero Comandante Tacho, der Delegierte Sieben (Delegado Siete).

Compañeros und Compañeras, dies sind einige meiner Chefs, dort in der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, in den Bergen des mexikanischen Südostens. Einige von ihnen haben uns seit dem Aufstand geführt, andere danach. Während dieser zwölf, fast dreizehn Jahre des Kampfes, haben sie uns geführt und wir sind dem Schritt gefolgt, den sie uns vorgaben. Sie überbringen eine Botschaft von den zapatistischen Gemeinden, unseren Gemeinden, für das Volk von Atenco, und ganz besonders für die Compañeros und Compañeras der Volksfront zur Verteidigung des Landes. Ich übergebe ihnen jetzt das Wort.

Comandanta Hortensia

Ich bin Comandanta Hortensia, Delegierte Nummer Fünf.

Ich möchte im Namen meiner Compañeras Unterstützungsbasen, Insurgentas, Milicianas, und im Namen aller Compañeras, die verschiedene Ämter in der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung innehaben, einige Worte an die Compañeras Gefangene in den Gefängnissen der schlechten Regierung richten.

Wir als Zapatisten, wissen, dass Sie gekämpft haben. Wir wissen, wie Sie gekämpft haben. Und wir wissen auch, dass sie Widerstand geleistet haben. Die schlechte Regierung hatte vor, Ihnen Ihr Land wegzunehmen, aber Sie haben gegen die Pläne der schlechten Regierung Widerstand geleistet.

Deswegen ist Ihr Kampf sehr wichtig. Sie, Männer und Frauen haben Ihren Widerstand gegen die Pläne der schlechten Regierung bewiesen. Aber wir kommen auch um den Compañeras der Anderen Kampagne zu sagen, dass weiterhin Gefangene in den Gefängnissen eingesperrt sind, Arbeiterinnen, Studentinnen und Indigenas − so wie unsere Compañera Magdalena, die eine Indigena ist -.

Wir zapatistische Frauen fühlen den Schmerz, den Sie fühlen, den Mut und die Verzweiflung die Sie Tag für Tag im Gefängnis der schlimmen Regierung erleiden. Aber wir kommen auch um den Compañeras im Gefängnis zu sagen, dass ihr Widerstand und ihre Rebellion ein Beispiel für viele Frauen ist. Es ist ein Beispiel, wie sie ihre Würde verteidigt haben, und sich vor den Plänen der schlechten Regierung nicht ergeben und nicht erniedrigen lassen.

Dieses Beispiel, das sie den Frauen geben, ist für uns und viele andere Frauen sehr wichtig.

Denn auf diese Weise haben sie der schlechten Regierung und der politischen Klasse gezeigt, dass sie die Frauen und die Dörfer niemals unterwerfen oder erniedrigen können, wenn sie organisiert sind. Das haben die Frauen gezeigt, die sich im Gefängnis befinden.

Aber wir möchten den Compañeras auch sagen, nicht die Hoffnung zu verlieren, dass Sie früher oder später freikommen werden, denn Sie haben kein Verbrechen verübt. Sie sind unschuldig. Ihr einziges Delikt besteht darin, Ihr Land und Ihre Rechte verteidigt zu haben. Nur deswegen sind Sie im Gefängnis. Aber das ist nicht gerecht.

Für die Regierung gelten wir Frauen nichts. Deswegen betrachten sie uns oftmals nur als Objekte. Und sie halten uns für Kriegsbeute, die sich die Unterdrücker untereinander teilen. Das, was die schlechte Regierung tut, ist die Ungerechtigkeit, die sie den Bevölkerungen immer zuteil werden lässt. Die Ungerechtigkeit, die sie der indigenen und Campesino-Bevölkerung zuteil werden lässt.

Hingegen jene aus der politischen Klasse, die am 3. und 4. Mai den Angriffsbefehl gegeben, und die Bevölkerung von Atenco unterdrückt haben, bleiben weiterhin frei. Im Gefängnis sind nicht die wahren Schuldigen. Das ist so nicht richtig. Sie sollten im Gefängnis sein, nicht die Frauen, nicht die Männer. Denn die Frauen und Männer haben keine Delikte verübt. Sie haben nur ihr Land, ihr Gebiet verteidigt. Alleine aus diesem Grund wurden sie eingesperrt.

Wer Verbrechen verübt hat, sind die Regierenden, jene, die das Volk angegriffen haben. Sie sollten im Gefängnis sein, anstatt weiter regieren zu dürfen, wie sie es jetzt tun. Denn sie sind die Mörder, die Verbrecher gegen die Menschenrechte und die Vergewaltiger von Frauen. Aber für sie, für die schlechte Regierung, ist das was sie getan haben kein Delikt. So sind sie es gewöhnt. Das gleiche haben sie Jahrzehnte lang getan. Sie sind daran gewöhnt, und denken sich überhaupt nichts mehr dabei.

Denn das haben sie immer getan: mexikanische Bürger zu ermorden und zu vergewaltigen. Deswegen nehmen sie das nicht mehr als Verbrechen wahr, wenn sie es tun. Denn das ist es, Compañeras, was die schlechte Regierung getan hat und tut. Deshalb müssen wir unsere Stimme, unsere Kraft vereinen, um die Bestrafung der Schuldigen zu fordern, der wahren geistigen Urheber, die direkt für die Taten in Atenco verantwortlich sind. Denn das ist nicht gerecht. Die wahren Mörder laufen frei herum. Sie müssen für ihre Verbrechen zahlen.

Aber wir müssen auch als Frauen unseren Kampf fortsetzen, koste es was es wolle. Denn oftmals gibt es viele Gründe, die uns als Frauen daran hindern zu kämpfen, teilzunehmen. Es gibt viele Gründe, weil wir Frauen sind, weil wir Indigenas sind, weil wir Campesinas sind. Deswegen werden wir mit vielen Problemen und Hindernissen konfrontiert. Aber wir dürfen uns von diesen Hindernissen nicht aufhalten lassen, sondern müssen eine Form suchen zu kämpfen und weiterzukommen.

Aber, was uns klar bleiben muss, ist, dass wir niemanden um Erlaubnis dafür bitten müssen. Schon gar nicht werden wir die schlechte Regierung um Erlaubnis bitten. Denn wenn wir sie fragen, werden uns die schlechten Regierenden niemals irgendetwas erlauben. Und außerdem bringen sie uns nur viele Dinge, die nicht für das Wohl der Bevölkerung sind. Sie versprechen uns nur Sachen, täuschen uns, manipulieren uns, sie geben uns also alles, was nicht gut ist. Das haben sie viele Jahre lang so gemacht.

Die schlechten Regierenden haben sich nie darum gekümmert, die Probleme der Dörfer zu lösen, sondern haben versucht, die indigenen und Campesino Dörfer zu vernichten. Deshalb dürfen wir von den schlechten Regierenden nichts mehr erwarten. Sondern wir, die Männer, die Frauen, die Kinder, die Jugendlichen, die alten Menschen, müssen uns organisieren um das zu erreichen, was wir wollen.

Aber wir möchten Ihnen auch sagen, dass die indigenen zapatistischen Frauen und die Frauen der Anderen Kampagne eine Form suchen müssen zu kämpfen, und dass sie für die Freiheit der Gefangenen von Atenco kämpfen müssen. Aber nicht nur dafür, sondern auch für die Freiheit aller politischen Gefangenen, die sich in den verschiedenen mexikanischen Gefängnisse befinden.

Zuletzt möchte ich den Frauen von Atenco, der Compañera Magdalena, die eine Indigena ist, und den Compañeras der Anderen Kampagne sagen, dass sie nicht aufgeben, und nicht den Mut verlieren sollen.

Wir, die zapatistischen Frauen, stehen Ihnen zur Seite. Und wir werden weiterhin für die Freiheit von Ihnen allen kämpfen. Deshalb sind wir, alle zapatistischen Frauen von Chiapas, mit Ihnen und begleiten Sie immer. Das ist mein ganzes Wort, vielen Dank.

Comandante David

Guten Abend Compañeros und Compañeras des kämpferischen Dorfes von San Salvador Atenco. Im Namen meiner Compañeras und Compañeros, Männer, Frauen, Kinder, Jugendliche und Alte, Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, und auch im Namen der Compañeros und Compañeras der Autonomen Räte der Autonomen Bezirke, sowie der Juntas der Guten Regierung in den zapatistischen Gebiete.

Compañeros und Compañeras, ich möchte einige Wort an Sie richten, im Namen all unserer bereits erwähnten Compañeros. Wir wissen von Ihnen, wir kennen Ihr Volk, wir wissen von Ihren Kämpfen, aber vor allem wissen wir von dem Schmerz und dem Leid, das Sie erfahren.

Sie haben als Campesino-Dorf, als arme Bevölkerung, als Arbeiter und Arbeiterinnen, auf jede Art die Verachtung, die Verfolgungen, die Gefängnisse, die Folter, und sogar den Tod einiger ihrer Liebsten erlitten. Das Verbrechen, das Sie als Volk verübt haben, war es, Ihre Rechte, Ihr Land und Ihr Erbe zu verteidigen. Dies ist das Verbrechen, das Sie als Volk, als die ganze Bevölkerung verübt haben. Nur das.

Wenn das Volk beginnt seine Rechte zu verteidigen, werfen die schlechten Regierenden sie deshalb ins Gefängnis und unterdrücken sie, um für sie für immer zum Schweigen zu bringen. Das ist es, was die schlechten Regierenden tun. Aber dieser Schmerz, Compañeros und Compañeras, den Sie erleiden, ist genau der gleiche, den wir indigenen Völker im ganzen Land erleiden. Den alle Campesinos, alle Arbeiter und Arbeiterinnen, den die ganze Arbeiterklasse in unserem Land erleiden. Wir erleiden das gleiche. Wir erleiden Gefängnisse, Verfolgungen, Morde oder Verschwinden.

All das erleidet das Volk, Compañeros und Compañeras. Jedes Dorf, jeder Mann oder jede Frau, die ihre Stimme erheben, müssen ins Gefängnis gehen oder mit dem Tod bezahlen. So lebt die Bevölkerung heute. Und dieses Leiden, dieser Schmerz, ist nichts Neues. Ihn haben schon unsere Eltern und Großeltern erlitten. Und bis heute erleiden wir ihn weiter. Viele von uns fragen sich, wann werden dieser Schmerz und dieses Leiden enden? Wann? Die ganze Welt fragt sich. Und die Antwort darauf, kann uns niemand geben.

Compañeros und Compañeras, der Schmerz und das Leiden, die wir alle haben, wollte keine Regierung irgendeiner Partei lösen. Denn jene, die an die Regierung kommen, regieren nicht für das Volk. Sie sind nicht Regierungen des Volkes. Sie sind nur Stellvertreter oder treue Marionetten der großen nationalen und ausländischen Kapitalisten. Wann werden sie für das Volk und durch das Volk regieren? Wenn sie nur auf Macht und Geld aus sind, ohne auf das Leben des Volkes, das Leben des Landes zu achten. Obwohl sie Tag für Tag die Klappe aufreißen, um zu sagen, dass die Regierungen mit dem Volk sind und für den Wohlstand des Volkes kämpfen, stimmt das nicht. Das ist eine Lüge, Compañeros.

Dafür haben wir viele Beispiele, überall. In jedem Bundesstaat, in jedem Dorf, in das wir gelangten, konnten wir nur die Klagen unseres Volkes hören. Von Männern, Frauen, von Kindern und Jugendlichen. Wo man hinsieht, gibt es Schmerz und Leiden. Compañeros, Compañeras, dieser Schmerz, dieses Leiden, das wir haben, wird ohne Lösung bleiben, wenn das Volk sich nicht selbst organisiert, wenn das Volk selbst sich nicht seiner Lage bewusst wird. Denn von da oben wird die Lösung unserer Probleme und Bedürfnisse nie kommen. Nie.

Seien wir uns also im Klaren darüber, dass diese Lösung in den Händen des Volkes liegt, im Volk selbst. Sie liegt bei den mutigen Männern und Frauen. Sie liegt bei den Kindern, bei den Jugendlichen und Alten, die sich ein Volk, ein Land wünschen, das wahrhaft gerecht und demokratisch ist − so wie die Parteien das sagen. Aber von der anderen Seite wird unsere Freiheit, unsere Demokratie und Gerechtigkeit nicht kommen. Sie liegt in den Händen des Volkes. Bei allen Armen, bei allen ehrlichen Menschen, bei allen Menschen, die unsere Heimat wirklich lieben. Da liegt die Lösung. Aber von den Parteien, den schlechten Regierenden, wird die Freiheit unseres Volkes niemals kommen.

Diese Regierenden, jene, die an der Macht sind, werden unser Land nur in ausländische Hände geben. Sie werden weiterhin den Reichtum unserer Nation plündern, während das Volk den Hunger und das Elend behält. Während sie von allem im Überfluss haben. Genau das werden sie tun. Sie werden unser Land weiterhin den großen nationalen und ausländischen Konzernen übergeben. Das ist es, was sie tun werden, das ist es, was sie jetzt tun.

Wann können wir dann eine Lösung unserer Probleme erwarten? Wann werden sie beantwortet werden, wann werden die gerechte Forderungen unseres Volkes gelöst werden? Nein, Compañeros und Compañeras. Wenn wir als Volk, wenn wir als Volk und als Arbeiter, wenn wir als Indigenas und Campesinos, wenn wir uns nicht organisieren, wenn wir nicht kämpfen, werden wir unser ganzes Leben lang so beschissen leben, wie jetzt.

Deswegen, Compañeros, Compañeras, ist der einzige Weg, den wir haben, uns zu organisieren, uns zu vereinen, um vor den Aggressionen und Drohungen der schlechten Regierenden nicht zu schweigen. So wie Sie es tun, Compañeros und Compañeras aus San Salvador Atenco, Sie haben Ihr Land, Ihr Erbe, Ihre Rechte als Volk verteidigt. Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche, das ist die einzige Art, die einzige Art, um uns verteidigen zu können.

Das dürfen wir niemals vergessen. Wir müssen uns völlig darüber im Klaren sein: die Lösung unserer Probleme liegt in unseren Händen. Sie liegt in der Organisation, in der Einigung aller. Sie liegt in der Bewusstseinsbildung. Da liegt die Lösung, Brüder und Schwestern. Deshalb, wie ich Ihnen von San Salvador Atenco zu Anfang sagte, haben wir Kenntnis von Ihren Kämpfen, ein wenig von Ihrer Geschichte − nicht viel − aber wir haben eine Vorstellung davon, dass Sie immer gekämpft haben, um Ihre Rechte zu verteidigen.

Deshalb möchten wir Ihnen sagen, und dies ist genau die Botschaft, die wir Ihnen von unseren Unterstützungsbasen, von unseren zapatistischen Gemeinden überbringen, dass Sie sich nicht ergeben und sich nicht verkaufen dürfen. Dass Sie, als Arme, als Campesinos, als Arbeiter und Arbeiterinnen, sich an niemanden verkaufen oder ergeben. Wir wissen, dass die Drohungen und Verfolgungen der schlechten Regierenden täglich zunehmen. Aber wir bitten Sie, sich nicht zu ergeben und sich nicht zu erniedrigen.

Sie als Volk und wir alle, haben das Recht, Gerechtigkeit und Freiheit zu fordern. Dass wir eines Tages wirklich zur Kenntnis genommen werden. Weil wir zum Volk gehören, weil wir Teil der Nation sind. Wir können nicht angesichts der Ungerechtigkeiten, der Ausbeutung und der Zerstörung unseres Landes schweigen. Wir haben diese Pflicht und Schuldigkeit, unsere Stimme zu erheben, unsere Kraft zu verbinden, um für die Freiheit unserer Heimat zu kämpfen, für das Wohl unseres Volkes. Wir haben Pflicht und Schuldigkeit.

Was uns traurig macht ist, dass in der Bevölkerung viele gibt, die oftmals noch nicht verstehen − das macht uns wirklich traurig -, dass es Brüder und Schwestern gibt, Compañeros und Compañeras, die noch nicht verstehen, dass wir als Bürger, als Männer und Frauen, diese Pflicht haben zu kämpfen und uns zu organisieren. Und wenn das nicht alle verstehen, kommt es oftmals zu Spaltungen und Widersprüche. Es gibt Brüder und Schwestern überall in der Bevölkerung, die anfangen uns anzugreifen und uns zu widersprechen. Sie fangen an uns zu sagen, dass wir ein paar Unruhestifter sind. Dass wir nur ein paar Verrückte sind, die in unserem Volk Unruhe stiften wollen.

Aber wir wollen allen, dem ganzen Volk sagen: es ist nicht weil wir die Menschen aufwiegeln wollten, oder weil wir ein paar Verrückte wären, die nichts verstehen. Nein Compañeros und Compañeras. Wir und Sie, wir kämpfen weil wir bereits verstanden haben, dass wir als Volk, als menschliche Wesen, ehrlich und würdig leben müssen. Wir können nicht unter den Befehlen derer leben, die dort oben immer befehlen und die Zerstörung unseres Landes anordnen.

Wir haben als Volk das Recht uns zu organisieren. Dass sich das Volk selbst organisiert und regiert. Wir werden nicht für ewig unter den Befehlen einiger Persönlichkeiten stehen, die immer nur nach Macht und Geld streben, und die auf Kosten der ganzen Bevölkerung ihre Geldbeutel füllen. Und sie wollen für immer an der Macht sein, während das Volk weiterhin mit dem Hunger und dem Elend leben soll.

Brüder, Compañeros und Compañeras, dies ist also die Botschaft, die wir Ihnen von unseren Gemeinden überbringen sollen. Dass Sie sich nicht ergeben, dass Sie sich nicht verkaufen. Dass Sie sich weiter organisieren und verbündet bleiben. Dass Sie standhaft bleiben, trotz der großen Bedrohungen und Verfolgungen, die sie erleiden. Das ist es, was wir Ihnen sagen möchten.

Und wir werden Sie nicht alleine lassen. Weder in San Salvador Atenco, noch in Ihren Kämpfen, noch in Ihrem Widerstand, noch in allem was Sie tun müssen. Wir werden Sie nicht alleine lassen, Brüder und Schwestern. Wir werden Ihnen nahe sein. Wir werden für sie bereitstehen. Und deshalb, Compañeros und Compañeras, werden wir eine kleine Kommission hier lassen, die in Ihrer Nähe sein wird. In der Hauptstadt unseres Landes werden Compañero Comandantes und Comandantas bleiben. Genauer gesagt werden das Comandanta Grabiela, Comandanta Miriam und Comandante Zebedeo sein. Sie werden hier in der Hauptstadt unseres Landes bleiben, um vor allem darauf zu achten, was in Ihrer Bevölkerung geschieht, in San Salvador Atenco.

Also so ist das, Compañeros und Compañeras. Es werden hier einige Compañeros bleiben, die auch für sie bereitstehen werden. Weil wir wissen, dass Sie kämpfen, dass Sie ein gerechtes Anliegen verteidigen. Das ist, genau das, was wir wollen. Dass es viele Compañeros und Compañeras überall gibt. Denn diese Situation, in der wir leben, wird nicht verändert werden können, wenn das Volk sich nicht organisiert. Weil jene, die regieren − wie ich schon früher sagte -, nur ein ungerechtes System verteidigen, nämlich das kapitalistische und neoliberale System. Dies ist es, was unser Land vernichtet und ruiniert. Und diese Regierungen, diese politischen Parteien, sind die Stütze dieses ungerechten Systems.

Dieses ungerechte System lässt sich nur beenden, wenn das Volk sich organisiert und für Veränderung kämpft. Nur so, Compañeros und Compañeras. Denn andernfalls werden wir immer weiter ausgebeutet, erniedrigt und vergessen werden. Während sie, jene, die die Macht haben, immer reicher sein werden. Und wir, die Armen, werden immer ärmer und angeschissen sein. Deshalb ist der einzige Weg, der uns allen bleibt, uns zu organisieren.

Er ist nicht wichtig aus welchem Dorf oder aus welchem Bundesstaat. Was wichtig ist, ist die Einheit von allen. Es ist die Organisation von allen. Alle, in ihrem Volk, in ihrem Bundesstaat, in ihrem eigenen Dorf, in dem sie geboren wurden und aufgewachsen sind, dort haben wir diese Aufgabe. Dort müssen wir kämpfen, Compañeros und Compañeras. Aber alle, koordiniert. Nur so werden wir eines Tages sehen können, dass unsere Heimat frei ist. Dass unsere Dörfer die Rechte haben, die ihnen zustehen. Aber andernfalls nicht. Wir werden immer die Campesinos blieben, die kein Recht auf Land haben, kein Recht auf ärztliche Versorgung und Schulbildung. Die Arbeiter, ohne Recht auf eine würdige Arbeit, auf einen gerechten Lohn und auf alle Sozialleistungen.

Denn wir werden nichts schaffen, wenn wir uns nicht als Dörfer organisieren. Deshalb bitten wir Sie, dass Sie sich auch hier weiter organisieren. Verbünden Sie sich und sprechen Sie weiter mit den anderen Brüdern, die es noch nicht verstanden haben. Wir hoffen, dass sie es eines Tages auch verstehen werden. Und dass sie auf unserer Seite sein werden und mit uns kämpfen. Wenn sie bis jetzt noch nicht verstehen, dann liegt das daran, dass die großen Politiker und die schlechten Regierenden auch immer härter durchsetzen, dass die Wirklichkeit nicht zur Kenntnis genommen wird. Sie versuchen auf Tausende Arten das Volk einzuschläfern, um sie zu verwirren und zu beruhigen. Das ist es, was die schlechten Regierenden überall tun.

Und sie versuchen, die Dörfer zu spalten, damit die Dörfer sich untereinander streiten, und sich gegenseitig umbringen. Das ist es, was die schlechten Regierenden und die politischen Parteien versuchen. Sie wollen uns auseinander bringen, dass wir uns zwischen Brüdern streiten. Und deshalb werden wir kämpfen, um das Bewusstsein unserer Compañeros und Compañeras zu wecken, damit sie sich eines Tages als Brüder verbünden, als Compañeros im Kampf, aber mit einem einzigen Ziel. Das wollten wir Ihnen sagen. Das ist die Botschaft, die wir bringen.

Wir werden also für sie bereitstehen. Wie ich Ihnen bereits sagte, werden die Compañeros in der Hauptstadt bleiben. Und inzwischen, werden wir andere Aktivitäten fortsetzen. Und zusätzlich dazu, um auf nationaler und internationaler Ebene darüber zu informieren, damit die ganze Welt weiß, was Sie in San Salvador Atenco erlebt haben und erleben, was alles passiert ist, werden wir auf der ganzen Welt, auf internationaler Ebene Informationen verbreiten. Wir werden die Caracoles wiedereröffnen, um von dort Informationen zu verbreiten. Wir werden Ihre Kämpfe und Ihren Widerstand bekanntmachen. Aber um das zu tun müssen sie weitermachen, Compañeros und Compañeras.

Um zu sehen, wann wir Gelegenheit haben werden, um mit Ihnen zu sein, werden wir bei Ihnen bleiben. Aber auch wenn wir nicht körperlich hier sein werden, sollen Sie wissen, dass wir hier sein werden. Auch wenn wir nicht ganz hier sein werden, wird unser Herz und unser Geist mit Ihnen sein. Das also, wollen wir Ihnen, Brüdern und Schwestern, Compañeros und Compañeras, sagen. Schreiten wir weiter voran, Wir sagen: nicht ein Schritt zurück, Compañeros. Dies ist es, was ich Ihnen sagen möchte. Das also waren meine kleinen Worte, und vielen Dank, dass Sie mir zugehört haben. Gracias, Compañeros.

Comandante Tacho

Guten Abend, Compañeros und Compañeras. Ich bin der Compañero Tacho, Delegierter Sieben, und im Namen unserer Compañeros und Compañeras Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung möchten wir einige Worte an Sie richten.

Compañeros und Compañeras, Kinder, Jugendliche, Alte, würdige Männer und Frauen, Kämpfer des Dorfes von Atenco,. Wir, Comandantes und Comandantas, sind von unseren Compañeros Unterstützungsbasen, dazu ernannt worden zur politischen Leitung der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, Generalkommandantur zu gehören. Wir sind gekommen, um mit Ihnen zu sprechen. Das ist der Befehl, den wir von unseren Compañeros und Compañeras Unterstützungsbasen unserer Gemeinden erhalten haben, und den wir erfüllen. Und hier sind wir mit Ihnen.

Wir wissen von dem ständigen Kampf, den Sie seit Jahren zuvor geführt und gewonnen haben, als die schlechte Regierung beabsichtigte hier, auf diesem Boden und unter diesem Himmel, des Dorfes von San Salvador Atenco, einen Flughafen zu bauen. Wir wissen auch, dass Ihnen nur acht Pesos pro Quadratmeter angeboten worden sind, während diese schlechte Regierung sie für mindestens, sagen wir, 200 Pesos verkaufen würden. Denn sie wollten sich auf Ihre Kosten bereichen, der Campesinos und Campesinas dieses würdigen Dorfes von San Salvador Atenco.

Wir haben die schwierige und lange Schlacht, die Sie geführt haben, mitverfolgt, diesen großen Kampf und diese schwierige Entscheidung, die sie getroffen haben, um ihr Land zu verteidigen.

Wir wissen, dass die Regierung gegen Ihren Willen verstoßen hat, gegen den Willen der Bevölkerung von San Salvador Atenco, weshalb Sie beschlossen, Widerstand zu leisten und sich bis zum letzten Augenblick zu verteidigen, mit allen Konsequenzen, die folgen würden.Diese Entscheidung, die Sie getroffen haben, ist ein Beispiel für viele Campesinos und Indigenas, Männer und Frauen gewesen.

Denn das, was in diesem Dorf passiert ist, geschieht auch anderswo, überall in unserem Land. Zwar in anderen Formen, aber mit den gleichen Tricks. Das heißt, dass sie uns, Campesinos und Indigenas, auf diesem Boden ausrauben wollen, in der Absicht − wieder einmal − einer neuen Conquista, wie in den Zeiten des Porfirismus. Aber diesmal mit ihren berüchtigten Programmen und Projekten, allen voran das PROCEDE. Das heißt, als ein Programm, und danach geht der PROCECOM weiter.

Dies sind die Anweisungen ihres Herren, des Gebieters dieser schlechten Regierungen. Wir sind ihnen bereits auf die Schliche gekommen, wir wissen was sie mit den Gemeinden, den Campesinos und Campesinas, den Arbeitern, den Ejidatarios, den Gemeindenbewohnern vorhaben. Das, was sie zu tun beabsichtigen. Alles was Ihnen passiert ist. Diese Aufseher der Regierungen erfüllen die Befehle ihres Herren und Gebieters. Aber sie wollen uns nicht nur das Land wegnehmen, sie wollen auch, dass wir auf unserem Boden ihre Sklaven sind. Denn sie wollen uns nicht nur das Land, das Wasser, die Quellen, die Flüsse, die Seen und alles, was sich darin befindet, wegnehmen. Sie wollen uns auch unsere Kultur wegnehmen.

Sie wollen uns dazu bringen zu glauben, dass wir alle gleichgestellt wären, aber das stimmt nicht. Wir wissen, dass das nicht stimmt. Es gibt eine Ungleichheit, weil ein paar, die Kapitalisten, die dieses kapitalistische System bilden, reich sind. Und die meisten von uns Mexikanern sind arm. Wir können nicht akzeptieren, dass wir gleich sind. Er ist nicht wahr, Compañeros und Compañeras. Es gibt eine sehr große Ungleichheit. Wir haben gar nichts. Und deswegen kämpfen wir. Weil wir würdig sind, sie zu besitzen.

Nur dass sie jetzt versuchen es uns zu entreißen, und wir, Sie, die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung, kämpfen deswegen. Um wieder durchzusetzen − wie unser General Don Emiliano Zapata sagte − dass die Erde denen gehört, die sie bearbeiten. Dass dies wirklich so ist, ohne dass dieses System, die Herren des Geldes, der Kapitalismus, es uns entreißen.

Diese Pläne der schlechten Regierungen sind, um uns zu vernichten, um uns fertigzumachen, damit ihre Pläne umgesetzt werden können, zusammen mit den anderen Regierungen der Länder, die nicht mehr nur kapitalistisch sind. Sie sind die neue Gruppe der Reichen, die wir als den Neoliberalismus identifizieren. Was sie wollen ist, auf den besten Böden, den besten und schönsten Orte an denen wir leben, ihre Vergnügungszentren und Tourismuszentren stellen zu können. Ihre großen Einkaufszentren, ihre großen Geschäfte, ihren großen Handel. Das ist es, was sie zu tun beabsichtigen.

Wir werden ihnen das nicht gestatten. Wir werden bis zur letzten Konsequenz kämpfen, so wie Sie bis zur letzten Konsequenz gekämpft haben. Wir wissen, dass Sie, die Compañeros und Compañeras aus San Salvador Atenco, um andere Campesinos zu verteidigen, andere Compañeros Blumenverkäufer, den Zorn des Feindes auf sich gezogen haben, so wie schon früher, als sie ihr Flughafenvorhaben verhindert haben. Die schlechte Regierung nahm Rache, und deswegen wurden Compañeros und Compañeras zu Unrecht ins Gefängnis gesperrt. Ihr Verbrechen war es zu kämpfen und zu verteidigen.

Wir wissen, dass die Situation, die Sie − durch die Schuld der schlechten Regierung- erlitten haben, schwierig ist, Compañeros und Compañeras: Vergewaltigungen, Folterungen, Schläge, Morde, Verfolgung. All das haben Sie erlitten. Wir wissen das von Ihren leitenden Compañeros, wie dem Compañero Ignacio del Valle, wie dem Compañero Felipe und dem Compañero Galindo. Sie sind in den Hochsicherheitsgefängnissen eingesperrt, als ob sie ein paar Verbrecher wären. Und die wirklichen Verbrecher laufen frei herum und reisen in andere Länder.

Wir, die wir für unsere Rechte kämpfen, um zu verteidigen was uns zusteht, für uns gibt es nur Gefängnis, für uns gibt es Tod, für uns gibt es Verfolgung.

Sie, Compañeros und Compañeras aus San Salvador Atenco sind ein Beispiel für uns und für viele Compañeros und Compañeras gewesen, und das haben Sie bewiesen. Und heute kommen wir, um Ihnen, Compañeros und Compañeras dieses würdigen und heldenhaften Dorfes von Atenco zu sagen, dass wir Ihnen im Namen unserer Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, Männern, Frauen, Jugendlichen, Alten und Kindern, sagen, dass wir Sie nicht allein lassen werden. Dass wir Sie nicht verlassen werden. Dass wir weiter für die Compañeros und Compañeras Gefangenen kämpfen werden, bis sie aus den Gefängnissen freikommen werden.

Wir möchten Ihnen auch sagen, dass Sie den Politikern der politischen Parteien nicht trauen sollten, weil sie die Kinder und Produkte dieses kapitalistischen Systems sind. Sie werden nichts zu unseren Gunsten tun. Und hier, in San Salvador Atenco, haben sie es uns bewiesen. Es ist nicht wichtig, wer an der Macht ist, es reicht nur, dass sie es sind, weil sie die gleichen Anweisungen ausführen, die sie von ihrem Herrn und Gebieter erhalten. Deswegen sagen wir Ihnen, dass Sie diesen Politikern der politischen Parteien nicht vertrauen dürfen. Das sagen wir, weil sie nur Befehle erfüllen und bereit sind, Ungerechtigkeiten gegen unser Volk zu verüben, wie sie es hier in San Salvador Atenco gemacht haben.

Wir, die Zapatistische Armee, möchten Ihnen sagen, dass sie weiter kämpfen sollen, dass sie sich nicht ergeben sollen, weil wir weiter mit Ihnen gemeinsam kämpfen werden, und für unsere Compañeros und Compañeras Gefangenen, die man heute ihrer Freiheit beraubt. Diese Politiker wechseln nur die Namen und haben das gleiche Gesicht. Sie sind das Produkt eines Systems, das vor mehr als 70 Jahren geschaffen worden ist. Sie wechseln nur die Namen, aber sie sind die gleichen. Von ihnen haben wir gar nichts zu erwarten, weil sie für uns nichts tun werden.

Wir müssen kämpfen, wir müssen nach dem streben, was wir wirklich verdienen, und uns rechtmäßig zusteht. Lassen wir es nicht zu, Compañeros, die sie uns mitreißen. Lassen wir uns nicht täuschen. Kämpfen wir weiter. Wir rufen alle dazu, sich nicht zu ergeben und weiter zu kämpfen. Und Sie bitten wir, keinen Schritt zurückzuweichen. Vielen Dank.

Comandanta Gema

Compañeros, einen sehr guten Abend an alle zusammen. Compañeras und Compañeros.

Heute an diesem Tag, an den wir hier in San Salvador Atenco sind, kommen wir um unsere Compañeras der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung vorzustellen.

Heute bin ich hier, weil ich die Delegierte Nummer Vier bin. Ich werde Ihnen erzählen, wie wir Compañeras dort in Chiapas, das heißt, die Compañeras der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, wie wir Frauen angefangen haben uns zu organisieren.

Wir Frauen, fingen an, uns zu organisieren, um respektiert zu werden, weil uns die schlechte Regierung schon seit vielen, vielen Jahren, als indigene Frauen nicht anerkennt. Wir als Frauen, als Indigenas, werden vergessen, werden nicht anerkannt, werden nicht wahrgenommen, nicht wir, wir haben nicht das Recht andere Ämter zu besetzen, um auch führen, denken, eine Meinung haben zu können. Deswegen haben wir Frauen also angefangen, uns zu organisieren.

So wie wir heute im Bundesstaat Chiapas mehr oder weniger täglich ein paar Schritte weiterkommen, haben uns die Compañeras von der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung das Beispiel anderer Compañeras Kämpferinnen von viel früher gegeben, die sich auch organisiert haben, und wir haben uns dies als Beispiel genommen um weiterzukommen. Und nach uns werden andere Compañeras kommen, so wie auch Sie dieses Beispiel gegeben haben, sich zu organisieren, zu kämpfen, der schlechten Regierung zu zeigen, dass überall in unserem Land, das Mexiko ist, dass die indigenen Compañeras, ob nun Indigenas oder nicht, aber das auch wir zählen und eine Meinung haben, und denken und teilnehmen können, nicht nur die Compañeros Männer. Dass zwar auch sie diese Freiheit haben, aber dass auch wir, die Frauen, denken und eine Meinung haben und führen können, je nach der Aufgabe, die uns unsere Dörfer übertragen haben. Wir werden keine anderen Ämter suchen, außer jenen, die das Dorf uns gegeben hat, also diese Freiheit teilzunehmen.

Und darüber hinaus wollten die Compañeras Ihnen auch erzählen, dass wir dort drüben auch schon einige Schritte weitergekommen sind, weil jetzt auch die Compañeras Frauen beginnen in den Juntas der Guten Regierung Ämter zu belegen, und sich bei allen Arbeiten organisieren, um vorwärts zu kommen. Zum Beispiel als Promotorinnen für Schulbildung und Gesundheit. Aber wir arbeiten auch in anderen organisatorischen Arbeiten mit den Compañeras, z.B. im Kunsthandwerk, oder als Geburtshelferinnen, in der Pflanzenheilkunde oder als Huesero. Das heißt, wir organisieren uns, weil die schlechte Regierung uns nicht berücksichtigt, also uns nicht anerkennt. Deshalb haben wir uns am 1. Januar 1994 in Waffen erhoben, weil wir Frauen eine gesundheitliche Versorgung brauchen, denn ohne Gesundheit können wir gar nichts machen. Und diese Compañeras, die täglich mit ihren Kindern leiden, hauptsächlich die Frauen, weil wir bei den Geburten und wegen anderer Krankheit leiden, haben sich dann organisiert um die einfachsten Krankheiten behandeln zu können, für die man nicht unbedingt ein Arzt braucht. Aber bei gefährlichen Krankheiten, für die man einen Arzt braucht, gehen die Compañeras schon zu einem Arzt, in ein Krankenhaus, aber sie organisieren sich auch in andere Arbeiten.

Und wir möchten Ihnen, Compañeras aus San Salvador Atenco, auch sagen, nicht den Mut zu verlieren. Wir werden Sie weiter unterstützen, wir werden hier mit Ihnen sein, und wir hoffen, dass Sie nicht aufgeben, und weiterhin organisiert arbeiten und vorankommen. Sie werden sehen, dass diese Arbeiten viel dazu beitragen können, um vorwärts zu kommen und Widerstand zu leisten.

Und wir hoffen, dass Sie sich nicht ergeben, obwohl die Compañeras gelitten haben. Auch wir haben diesen Schmerz vom 3. und 4. Mai gehört, gesehen und gefühlt. Es hat uns auch als Frauen sehr geschmerzt, und es hat uns sehr zornig gemacht, dass die von der Regierung mit ihren Familien ungestört auf der Strasse herumlaufen können, während andere Compañeras im Gefängnis sitzen, weil sie ein gerechtes Anliegen verteidigt haben, weil sie gekämpft haben oder ihr Land verteidigt haben. Und das hat uns als Frauen sehr wütend gemacht.

Und nein, wir werden nicht zulassen, dass sie uns manipulieren und uns als ein Objekt betrachten, oder als ihr Eigentum, oder uns als Tiere ansehen. Nein, Compañeras, wir haben ebenfalls das Recht zu kämpfen, und das haben wir heute schon begonnen, oder schon vor sehr vielen Jahren, und wir werden nicht zulassen, dass die Regierung und die Polizei uns weiter einschüchtern und manipulieren.

Wir werden es diesen schlechten Regierenden nicht mehr erlauben, mit uns zu machen, was sie wollen. Das müssen wir zeigen, so wie Sie es getan haben. Es gibt viele Compañeras, die sich im Gefängnis befinden, und wir hoffen, dass diese Botschaft auch sie erreicht, dass wir sie alle in unseren Herzen tragen, Männer und Frauen.

Wir hoffen auch, Compañeras, dass sie weitermachen, obwohl die Regierung sagt, dass wir als Frauen nicht das Recht haben zu sprechen und teilzunehmen. Das ist nicht wahr, Compañeras. Wir werden kämpfen, ob mit dem oder gegen das Gesetz. Wir haben schon damit begonnen. Wir müssen das, was wir wollen, selbst errichten. Wer wird das tun? Wir als Frauen und Männer, die Jungen und Mädchen. Denn auch die Compañeras, die gerade erst erwachsen geworden sind, sind beispielhaft, und sie werden dieses Beispiel an ihre Töchter weitergeben und an jene, die nachkommen werden, die heute noch nicht anwesend sind, aber denen sie ein Beispiel sein werden.

Deswegen bitten wir Sie, die Compañeras von San Salvador Atenco, standhaft zu bleiben, ganz gleich was passiert. Auch von dort, wo wir sind, mit den Compañeras der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, stehen wir auch Ihnen zur Seite und werden Sie nicht alleine lassen.

Und wir möchten den Compañeras, die im Gefängnis sind, auch sagen, dass auch ihre Herzen, ihr Bewusstsein, ihre Moral fest bleiben sollen, denn sie haben der mexikanischen Bevölkerung und der ganzen Welt gezeigt, dass sie sich zwar im Gefängnis befinden, aber trotzdem kämpfen, und dass sie für eine gerechte Sache kämpfen, um ihr Land zu verteidigen.

Und wir bitten auch die Compañeras, die Familienangehörigen, der Compañeras und Compañeros, die im Gefängnis sind, nicht den Mut zu verlieren. Wir sind mit Ihnen, Compañeras und mit den Compañeros, die am 3. und 4. Mai, gelitten haben, und wir danken ihnen dafür, dass sie standhaft bleiben und weitermachen.

Wir bitten auch die Compañeras von San Salvador Atenco und im allgemeinen, dass sie als Compañeras voranschreiten, die kämpfen und nicht den Mut verlieren. Die schlechten Regierenden antworten mit Schüssen, wenn wir für ein gerechtes und würdiges Anliegen kämpfen. Aber das wird uns nicht abschrecken. Das sollen diese Bundespolizisten und die Regierung gut hören, dass wir uns vor den Kugeln nicht fürchten! Nein, Compañeros, was auch passiert, wenn sie uns töten wollen, gibt es viele von uns in allen Ländern, in allen Teilen von Mexiko. Es gibt schon viele Compañeros, die sich bereits organisiert haben und sich beteiligen. Nein Compañeras, wir werden uns vor diesen Regierungen nicht fürchten, und wir werden es als Frauen auch nicht mehr zulassen, dass sie mit uns machen, was sie wollen.

Und wir werden sie nicht fürchten, weil wir Frauen, wie schon gesagt, sehr vergessen sind. Aber wir werden der Regierung zeigen, dass wir das Gefängnis nicht fürchten. So wie diese Compañeras, die gelitten haben zeigen, dass sie standhaft sind und weitermachen, auch uns Zapatisten, daher sind wir jetzt hier.

Und das ist mein ganzes Wort, Compañeros. Ich hoffe, dass sie ein wenig von dem verstanden haben, was wir von dort, aus dem Bundestaat von Chiapas, überbringen. Das ist alles, Compañeros. Ich danke Ihnen vielmals, und es freut mich sehr, hier persönlich bei Ihnen zu sein, auch wenn es nicht alle Compañeras Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung sind, aber wir hier sind.

Also das war die Botschaft, die wir Ihnen überbringen sollen, Compañeros, und es freut mich sehr bei Ihnen zu sein, und dass Sie weitermachen und sich nicht entmutigen lassen, Compañeros.

Comandante Zebedeo

Zuletzt der Comandante Zebedeo.

Guten Abend, Compañeras und Compañeros, Kinder, Jugendliche und Alte

Im Namen der Gemeinden im Kampf und im Widerstand, Unterstützungsbasen unserer Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, wurde mir zugewiesen, wurde ich dazu ernannt, bei Ihnen zu bleiben, damit wir uns gegenseitig kennen lernen. Und wenn Sie uns zu einem Gespräch einladen, werde ich, oder werden wir, die zwei Compañeras und Ihr Diener, mit Ihnen unsere Erfahrungen teilen, darüber, wie wir dort drüben voranschreiten, die Hoffnung und die Zukunft errichtend, und sie unseren Kindern zeigen, damit auch sie lernen zu kämpfen. Denn das Kämpfen wird in der Schule nicht gelernt. In der Schule lernen sie manchmal nur den Individualismus − ich beziehe mich auf die offizielle Schule, denn wir haben auch in der Autonomie Schulbildung. Also, ich werde hier für Sie zur Verfügung stehen, während der Compañero Subcomandante Insurgente Marcos seinen Auftrag ausführt, den die Welt schon kennt.

Also, wie bereits gesagt, werden wir weiter für die Freilassung des Compañeros Ignacio del Valle kämpfen, den wir, glaube ich, aus Zuneigung Nacho del Valle nennen, und auch der anderen Compañeras und Compañeros Gefangenen. Bleiben wir weiterhin kampfbereit, auf dass wir unseren Kampf nicht niederlegen, dass diese Macheten, die ich in unseren linken Händen sehe, dass wir diese Schwielen auf den Handflächen unserer Händen behalten, um das Land zu verteidigen, um das Land zu bearbeiten, um die Grundnahrungsmittel für das Volk zu produzieren, denn ohne diese Grundnahrungsmittel, verliert auch der Widerstand des Volkes, wird die Zukunft zunichte gemacht.

Compañeros und Compañeras, es ist eine Freude mit Ihnen zu sein, es freut mich sehr, Sie kennen zu lernen. Wie ich schon zu Beginn sagte, wenn Sie uns an den Sonntagen einladen, vielleicht nicht Montags oder Samstags, weil Sie dann vielleicht mit anderen Arbeiten beschäftigt sind als wir, um die Familie zu erhalten, aber wenn Sie uns an den Sonntagen einladen, werde ich hier bei Ihnen sein, wie ich schon sagte, um mich mit Ihnen auszutauschen.

Ich glaube dass es der einzige Weg ist, den wir haben, um vorwärts zu kommen, wie schon alle Compañeros Comandantes und Comandantas sagten, die vor Ihnen stehen, haben wir keine andere Hoffnung mehr, wenn nicht das Licht in den Herzen eines jedes einzelnen von Ihnen geboren wird, von uns allen.

Wir können an die Zeit denken, als uns Carlos Salinas Modernität anbot, es gab gar nichts. Dann kam Zédillo und bot Familienwohlstand an, da gab es auch nichts. Danach kam ein Schwein, das in seiner Kampagne behauptete: heute, heute, heute; und es gab nichts. Danach erwarten wir wieder einmal einen anderen Lügner als eine Regierung der Arbeit, unter der es keine Arbeit geben wird. Wenn nicht wir selbst diese Arbeit, diesen Wohlstand in unseren Dörfern, in unseren Gemeinden, in unseren Bundesstaaten, in unseren Bezirken, in unserem Land erschaffen, wird es diese Hoffnung niemals geben.

Das ist alles, Compañeros, es ist eine Freude mit Ihnen zu sein. Vielen Dank.

Abschlussworte von Delegado Zero

Compañeros und Compañeras von Atenco und von der Volksfront zur Verteidigung des Landes, wie Comandante David bereits ankündigte, beginnen wir Morgen eine nationale und internationale Kampagne für die Freiheit und Gerechtigkeit für die Gefangenen von Atenco.

Morgen werden die Caracoles geöffnet werden, und damit beginnen, den Kampf von Atenco und die Ungerechtigkeiten, die von der schlechten Regierung verübt worden sind zu verbreiten.

Am 30. und 31. Dezember und am 1. und 2. Januar, wird im Rahmen des
13. Jahrestags des zapatistischen Aufstandes ein Internationales Encuentro der Zapatistischen Völker mit den Völkern der Welt stattfinden, wo wir diesen Kampf ebenfalls verbreiten werden. Und am
9. Oktober beginnen wir die Reise im Norden der Republik, an der auch einige Compañeros von hier, von der Volksfront zur Verteidigung des Landes teilnehmen werden, um diesen Kampf und die Forderung nach Freiheit und Gerechtigkeit für die Gefangenen von Atenco zu verbreiten.

Compañero Comandante David, Compañero Comandante Tacho, Compañera Gema, Compañera Comandanta Hortensia und Compañera Lupita, werden nach Chiapas zurückkehren, um Ihr Wort zu überbringen, und Comandante Zebedeo, Comandanta Grabiela und Comandanta Miriam werden hier zu Ihrer Verfügung bleiben. Das haben sie zugesagt, weil ich mich mit ihnen schon bei unserem ersten Besuch hier darüber unterhalten haben, dass sie gerne mehr über die Erfahrungen bei der Organisation der Frauen, der Gesundheitsversorgung und der Schulbildung erfahren würden. Wenn Sie sie in den kommenden Wochen, in denen sie sich hier aufhalten werden einladen, werden sie kommen um sich mit Ihnen zu unterhalten und ebenfalls um mehr über Ihren Kampf erfahren zu können.

Ganz gleich wie lange es dauert, Compañeros und Compañeras, wir werden Nacho, Felipe, Galindo und alle Gefangenen freibekommen, und ganz gleich wie lange es dauert, werden wir mit Ihnen sein.

Ich danke Ihnen Compañeros und Compañeras.

 Quelle:  
  http://enlacezapatista.ezln.org.mx/la-otra-campana/471/ 
 

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