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Analyse des Kapitel México: Sued-Suedostregion

CIEPAC vom 23.05.2001
Chiapas al Día No. 244
übersetzt von Selma

  Im offiziellen Dokument zum Plan Puebla Panamá (PPP) im Kapitel México, das sich mit der Sued-Suedostregion befasst, wird auf 250 Seiten mit etwa 140 Karten und Grafiken eine Diagnose aufgestellt ueber die demographischen und oekonomischen Aspekte sowie Gesundheit, Bildung, Marginalisierung und natuerliche Ressourcen neben weiteren Themen, die wir spaeter zusammenfassen, bereichern und analysieren werden.

Die soziale Realitaet, die sich in den Statistiken wiederspiegelt, hat nicht nur in Mexico den bewaffneten Aufstand der EZLN und anderer bewaffneter Gruppen mit hervorgerufen, sondern in ganz Mittelamerika zu bewaffneten Konflikten gefuehrt. Dennoch, die Vorschlaege des PPP fuer diese Region sind weit davon entfernt, das Problem zu loesen. Im Gegenteil verschaerft er die an sich schon schweren Probleme, indem er in die Region im Rahmen der Freihandelszone der Amerikas (Area de Libre Comercio de las Américas; ALCA) die internationale Marktstrategie einfuegt. Die Investitionen des Grosskapitals verlangen von den Regierungen Sicherheit hinsichtlich Landbesitz sowie juristische und militaerische Absicherung. Nach Auskunft von Admiral Marco Antonio González und dem Subsekretaer der Marine, Admiral Alberto Casro Rosas schlossen am 11. Mai diesen Jahres 36 Marinesoldaten der ersten Gruppe die Schule der Sondereinheiten (Escuela de Fuerzas Especiales) ab, um sich in die Schnelle Eingreiftruppe (Grupos de Reacción Inmediata) zur Guerillabekaempfung einzugliedern, die in der Militaersbasis von Puerto Madero (Chiapas) trainiert wird.

Flaeche: Der Sued-Suedosten umfasst neun Staaten: Campeche, Yucatán und Quintana Roo auf der Halbinsel; Chiapas, Guerrero und Oaxaca auf der pazifischen Seite und Veracruz auf der Seite des Golfes von Mexiko. Zusammen haben sie eine Flaeche von 502.738 Quadratkilometern, was 25,7% des gesamten nationales Territoriums entspricht. Die groessten Staaten sind in ebendieser Reihenfolge Oaxaca, Chiapas und Veracruz, die zusammen 47,8% dieser Region bilden.

Zentralamerika hingegen besteht aus sieben Laendern: Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panamá. Zusammen bilden sie eine Flaeche von 523.379 Quadratkilometern, etwas mehr als die Sued-Suedostregion, die ausserdem 54,56% aller Municipios (Verwaltungseinheiten; vergleichbar mit den Landkreisen) des Staates umfasst (1.333 von 2443). Die Extreme bilden Oaxaca (570 Municipios) und Quitana Roo (8). Die Region hat ein Grenzgebiet von 1.149 Kilometern mit Zentroamerika (956 mit Guatemala und 193 mit Belize).

Bevoelkerung:

In der gesamten Region des Plan Puebla Panamá leben 63.85 Millionen Menschen: In Mittelamerika 36,3 Millionen (57%) und in Mexico 27,5 Millionen. Letztere stellen 28,3% der Gesamtbevoelkerung Mexicos, welche sich auf 97,361711 BewohnerInnen belaeuft. Im Jahr 2000 wohnten hiervon 43,5% in Puebla und dem Bundesstaat Veracruz, der mit 7 Millioenn Menschen der bevoelkerungsreichste ist. Campeche ist der bevoelkerungsaermste (0,7 Millionen). Mit Ausnahme von Guatemala hat Veracruz mehr EinwohnerInnen als jedes andere Zentralamerikanische Land. Chiapas beherberbt die doppelte Personenanzahl wie Panamá, etwas mehr als Costa Rica und genauso viel wie Nicaragua.

Demografische Dichte:

Zwischen 1980 bis zur Jahrtausendwende wuchs die Bevoelkerung in der Region um 52% (mit einer durchschnittlichen jaehrlichen Zuwachssrate von 1,34% zwischen 1995 und 2000 entgegen 1,33% landesweit). Die Staaten Veracruz, Guerrero, Oaxaca und Yucatán haben heute jaehrliche Steigerungsraten unterhalb des nationalen Durchschnitts, teilweise aufgrund der Migrationsbewegungen. In den Bundesstaaten Quintana Roo, Campeche, Tabasco, Chiapas und Oaxaca liegen sie wegen der Armut, der Arbeitsmigration, Einwanderung, dem Tourismus und der Erdoelindustrie oberhalb des nationalen Durchschnitts. Die durchschnittliche Besiedlungsdichte in der Region lag im Jahr 2000 bei 59 EinwohnerInnen pro Quadratkilometer (fuenfmal so hoch wie im nationalen Durchschnitt). Puebla ist mit 150 BewohnerInnen pro Quadratkilometer am dichtesten besiedelt und Campeche mit weniger als 12 das bevoelkerungsaermste pro Quadratkilometer.Die demografische Bevoelkerungsdichte fuer Zentroamerika liegt bei 69 Personen pro Quadratkilometer.

Neun von zehn Ortschaften des Landes sind hochgradig marginalisiert, und der Anteil der Bevoelkerungstreuung in kleinen Ortschaften ist viel groesser im Sued-Suedosten als im Rest des Landes. 1995 gab es mehr als 52 Ortschaften mit weniger als 100 EinwohnerInnen (34,6 der landesweiten Gesamtanzahl solcher Ortschfaten) in denen zusammen 1,01 Millionen leben (38,1% der Gesamtbevoelkerung in besagten Regionen). Weiterhin gab es 15 Tausend Siedlungen mit zwischen 100 und 499 EinwohnerInnen (46,2% der landesweiten Gesamtzahl solcher Ortschaften). Von diesen kleinen Siedlungen gibt es in der Sued-Suedostregion mehr als 23 Tausend unter isolierten Bedingungen (ohne Strassenanbindung und ausserhalb der Einflussphaere irgendeiner Stadt), deren Bevoelkerung unter aeusserst prekaeren Bedingungen lebt. Innerhalb der Region sind die Bundesstaaten mit dem hoechsten Grad an Urbanisierung Yucatán, Ouintana Roo, Campeche und Puebla, waehrend die laendlichsten Chiapas und Oaxaco sind (gleichermassen auf nationalen Nivel). In der Sued-Suedostregion werden von der Gesamtzahl der Ortschaften mit weniger als 2.500 EinwohnerInnen 31,1% als isoliert betrachtet, und in diesen konzentriert sich 9,9% der Bevoelkerung in der Region. Die extremste Isolierung betrifft Chiapas, wo sich jede zweite Siedlungen weit entfernt vom Stassennetz befindet und abgeschnitten ist vom Zugang zu den staedtischen Grundversorgung.

Die wichtigsten Staedte jedes Staates der Region waren 1995: Puebla mit 1,52 Millionen EinwohnerInnen (32,78% der gesamten Bevoelkerung in dem Bundesstaat), zugleich das bevoelkerungsreichste Gebiet des Landes, in Puebla; Mérida mit 677,3 Tausend EinwohnerInnen (43% des Bundesstaatsbevoelkerung) in Yucatán; Acapulco mit 592,5 Tausend (20,31%) in Guerrero; Veracruz mit 505 Tausend (7,5%) in Veracruz; Tuxla Gutiérrez mit 378,1 Tausend (10,55%) in Chiapas; Villahermosa mit 301,2 Tausend (17.22%) in Tabasco; Cancún mit 297 Tausend (42,21%) und den hoechsten Wachstumsraten landesweit in Quinatana Roo; Oaxaca mit 276,5 Tausend (8,56%) in Oaxaca und Campeche mit 178,2 Tausend (17,71%) in Campeche. Zusammen repraesentiert die Bevoelkerung dieser neun Staedte 18,34% der Gesamtbevoelkerung in der Region. Darueber hinaus gibt es in Veracruz weitere bedeutende Stadte: Coatzacoalcos (387,5 Tausend EinwohnerInnen), Jalapa (266,5 Tausend), Orizaba (229,5 Tausend), Poza Rica (175 Tausend) und Córdoba (151 Tausend EinwohnerInnen).

Geburtenrate:

Die durchschnittlich Kinderanzahl liegt im Sued-Suedosten bei 3,1 Kindern pro Frau (2,8 im Landesdurchschnitt), wobei sie in Guerrero (3,6), Chiapas (3,5) und Oaxaca (3,5) besonders hoch ist. Die Kinderanzahl in der Region liegt ueber der in den neun am meisten entwickelten Staaten des Landes (im Durchschnitt zwei Kinder pro Frau). Die Staaten an der Pazifikkueste weisen die hoechsten und die in der Halbinsel die geringsten Geburtenraten auf. Die Staaten mit dem hoechsten Bevoelkerungswachstum sind Chiapas (2,6%) und Quintana Roo (2,5%).

1995 lag der Anteil der Bevoelkerung, der juenger als 5 Jahre war, bei 12,54% und der der unter 15jaehrigen bei 38,20%. Die Bevoelkerung im arbeitsfaehigen Alter (zwischen 15 und 64 Jahren) lag bei 57,53%, und die Staaten Quintana Roo, Yucatán, Campeche, Veracruz und Tabasco, die aus wirtschaftlichen Gruenden eine hoehere Zuwanderungsquote verzeichnen, weisen einen hoeheren Anteil an Bevoelkerung im arbeitsfaehigen Alter im Verleich mit Chiapas, Puebla, Guerrero und Oaxaca auf. Gleichzeitig liegt der Bevoelkerungsanteil der ueber 65jaehrigen bei 4,29% waehrend Yucatán, Oaxaca, Varacruz und Puebla eine Prozentzahl oberhalb des regionalen und nationalen Durchschnitts verzeichnen. Dementsprechend muss die arbeitende Bevoelkerung in der Region im Durchschnitt mehr Personen versorgen als im Rest des Landes.

Migration:

Die Sued-Suedostregion charakterisiert sich durch und durch als Auswanderungsregion. Zwischen 1995 und 2000 emigrierten 1,26 Millionen Menschen aus den Staaten der Region, waehrend 0,84 Millionen einwanderten. Die intraregionalen Migrationsstroeme (innerhalb des Sued-Suedostens) sind in diesen Austausch mit einbezogen. In dem besagten Zeitraum emigrierten aus den Staaten der Region 4,6% ihrer Bevoelkerung, wobei die Extreme Veracruz (mit 6,3%) und Guerrero (5,3%) sind. Quintana Roo ist das Gebiet mit der groessten Anziehungskraft in der Region und dem ganzen Land (11,37% seiner Bevoelkerung). Die Staaten, die bis 1990 die groesste akkumulierte Auswanderung nach ausserhalb der Sued-Suedostregion verzeichneten, waren Veracruz (600 Tausend), Puebla (594 Tausend), Oaxaca (498 Tausend) und Guerrero (474 Tausend). Die mit der staerksten akkumulierten Einwanderung aus Staaten ausserhalb der Region verzeichneten Veracruz (252 Tausend), Puebla (198 Tausend) und Guerrero (96 Tausend). Nur drei Staaten in der Region hatten einen positiven Migrationssaldo zu verzeichnen: Quinatana Roo, Campeche und Tabasco (davon der hoechste in Quinatana Roo mit 38 Tausend Personen).

Was die Diagnose des PPP nicht erwaehnt ist, dass die Migration aus den mittelamerikanischen Laendern weiter steigt — ein Ergebnis der Armut und Arbeitslosigkeit, die die von der Weltbank und dem Internationalen Waehrungsfond (IWF) durchgesetzte neoliberale Politik der Strukturanpassung hervorgerufen hat und deren Effekt durch die Naturkatastrophen verschlimmert werden. Seit dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens mit Nordamerika (NAFTA) im Januar 1994 haben die mexicanischen Auslaenderbehoerden mehr als 750 Tausend Menschen abgeschoben (durchschnittlich 300 taeglich), von denen die Mehrheit aus Guatemala, Honduras und El Salvador kam. Ausserdem kamen von der Gesamtzahl derjenigen MexikanerInnen, die aelter als zwoelf Jahre waren und bis 1997 in den Vereinigten Staaten gearbeitet haben oder Arbeit gesucht haben, 10% allein aus Guerrero, Oaxaca und Puebla.

Indígene Bevoelkerung:

Die indígene Gesamtbevoelkerung im Land wird auf 10 Millionen geschaetzt, wobei diejenigen, die keine indígene Sprache sprechen, aber sich selbst als Indígenas betrachten, nicht in diese Schatzung einbezogen sind. Von 1950 bis 1995 fiel der Anteil der Indígenas an der Gesamtbevoelkerung unter fuenf Jahre von 11,25% auf 6,8% (der extremste Rueckgang war in Chiapas und Veracruz festzustellen). Besonders im Sued-Suedosten fiel der Anteil von 27% auf 18,12%. 1995 lag der indígene Bevoelkerungsanzahl der ueber fuenfjaehrigen bei fast 5,5 Millionen; Schaetzungen zufolge liegt er in 2000 bei Sechsmillionen. Drei Viertel der ueber 5jaehrigen, die eine indígene Sprache sprechen, leben in der Sued-Suedostregion. In Mittelamerika leben 7 Millionen Indígenas (20% seiner Gesamtbevoelkerung), wovon 80% sich in Guatemala konzentrieren.

Von denen, die eine indígene Sprache sprechen und ueber 5 Jahre alt sind, sprechen ungefaehr 808 Tausend (14,81% der Gesamtanzahl in diesem Alter) ausschliesslich eine indígene Sprache (Daten von 1995). Davon leben 87,7% im Sued-Suedosten. Den hoechsten indígenen Bevoelkerungsanteil weisen Yucatán (39,71%) und Veracruz (9,93%) auf; den geringsten Tabasco (3,35%) und Veracruz (9,93%). Die Staaten mit dem hoechsten Anteil derer, die nur eine indígene Sprache sprechen, sind Chiapas (8,09% der Gesamtbevoelkrung) und Oaxaca (5,6%); und jene in denen dieser Anteil am geringsten ist sind Tabasco (0,02% der Gesamtbevoelkrung) udn Campeche (0,83%).

33% der arbeitenden indígenen Bevoelkrung verfuegen ueber wirtschaftliche Einkuenfte

und weitere 32% ueber weniger als das Mindesteinkommen. Fast 67% der indígenen Haushalte ueberleben mit Einkueften unterhalb des Mindestlohnniveaus. Die Indígenas leben unter prekaeren Bedingungen mit einem hohen Rueckstand hinsichtlich des Bildungswesens, der Wohnsituation, Ernaehrung und Gesundheit. Dennoch ist fuer den PPP die geographische Verteilung der indígenen Bevoelkerung Zeichen der Rueckstaendigkeit, weswegen die Beschaeftigung und das Gehalt in den Maquiladoras sie in den ersehnten Fortschritt eingliedern und in aermlichen Behausungen wie im Norden des Landes konzentrieren sollen, wo sie letzten Endes weder bessere gesundheitliche Bedingungen noch Zugung zu Bildungseinrichtungen noch ein gutes Einkommen geniessen werden.

Unter den Aspekten, die die offizielle Diagnose nicht auffuehrt, ist die Tatsache, dass es insbesondere die indígenen Territorien von Panamá bis Puebla sind, in denen die Praesenz des nationalen und US-Militaers, paramilitaerischer Gruppen, Polizeieinheiten und vertriebener Bevoelkerung extrem stark ist. Es gibt auch bewaffnete Zivilbevoelkerung und Reste von Guerrillatruppen in Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Honduras sowie eine Guerillapraesenz in praktisch dem gesamten Sued-Suedosten Méxicos. Die Region zeichnet sich ausserdem durch schwere Krisen in ihrem demokratischen System, einen fehlenden Konsens innerhalb der Regierungen und eine alarmierende, unmoralische und unzahlbare Auslandsverschuldung aus. All diese Aspekte sollten ebenfalls Teil der Indikatoren fuer Armut, Marginalisierung, und Lebensqualitaet sein, da sie sich bereits auf die koerperliche und geistige Gesundheit, die Bildung, den politischen und demokratischen Alltag, die Produktion und Vermarktung sowie die kulturelle Entfaltung der laendlichen Bevoelkerung auswirken

Bildung:

47% aller AnalfabetInnen des Landes leben in der Sued-Suedostregion. Die Analfabetenrate innerhab der Bevoelkerung von 15 Jahren aufwaerts erreichte in 1995 fast 20% in dieser Region (im restlichen Land liegt der Durchschnitt bei 7,3%). Im Mittelamerika erreicht die Analfabetenrate 26%, wobei Guatemala und Nicaragua mit 80% besonders stark betroffen sind. Die Region hat mit Ausnahme von Quintana Roo einen hohen Prozentsatz der Bevoelkerung, die nicht lesen und schreiben kann, mit Werten von 26,2% in Chiapas bis 9,7% in Quinatana Roo. Auf jedeN AnalfabetIn im Distrito Federal kommen fast acht AnalfabetInnen in Chiapas. Der Index der duchschnittlichen Schulbesuchsdauer der Sued-Suedostbevoelkerung lag 1995 bei 6,7 Jahren (im nationalen Durchschnitt 7,7 Jahre).

Die Pazifikstaaten haben den geringsten Index fuer die durchschnittliche Schuldauer: Chiapas liegt mit 5,6 Jahren ganz hinten, gefolgt von Oaxaca (6 Jahre) und Guerrero (6,2 Jahre). Quintana Roo ist der einzige Staat in der Region mit einer durchschnittlichen Schuldauer, die den nationalen Durchschnitt uebertrift (8,2 Jahre fuer 1995). In allen anderen Staaten in der Region liegt sie wenigstens 1,5 Jahre unterhalb der in dieser Hinsicht am meisen entwickelten Staaten, und im Extremfall Chiapas bleibt sie um vier Jahre unterhalb dem Nivel des Distrito Federal. Von allen Kindern zwischen sechs und 14 Jahren, die zur Schule gehen, sind 28% aus der Sued-Suedostregion.

In der educacion primaria (Grundschule; sechs Jahre) liegt dei Abbruchrate in der Region bei fast 2,7% (der nationale Durchschnitt liegt bei 2,1%). Chiapas ist der Staat mit der hoechsten Abbruchquote (5,0%) und nur Quintana Roo (0,7%) und Puebla (2,1%) weisen eine Schulabbruchsquote unterhalb oder gleich dem nationalen Durchschnitts auf. In der educacion secundaria (weiterfuehrende Schule, drei Jahre) liegt die Abbruchquote in vier Staaten unterhalb des nationalen Durchschnitts (8,5%). Im Durchschnitt schliessen im Sued-Suedosten 76,3% der SchuelerInnen die educacion secundaria erfolgreich ab (landesweit sind es 76,6%). Andererseits liegt der Prozentsatz der Erwachsenen in der Region, die nicht einmal die educacion primaria abgeschlossen haben, bei 70%.

In der educacion media superior (weitere drei Jahre im Anschluss an die Secundaria; Studienvorbereitung) liegt die Abbruchquote in der Region bei 14,8% (landesweit 17,2%). Guerrero und Oaxaca haben die geringste Abbruchquote in der Zone, waehrend Campeche und Yucatán die hoechste ausweisen. Campeche hat mit 20,1% eine sehr hohe Abbruchquote und eine niedrige Abschlussquote (50,8%). Die Grundbildung ist in Chiapas, Veracruz und Puebla am geringsten abgedeckt, wohingegen Tabasco, Guerrero und Oaxaca sich unter den am besten abgedeckten befinden. Die Abdeckungsrate ist im Sued-Suedosten weiterhin vier Prozentpunkte unterhalb des Durchschnitts. In Chiapas (27,6%), Puebla (32,3%) und Oaxaca (33,3%) ist die Abdeckungsate der educacion media (mittlere Bildung) unter den an meisten deprimierenden in der Region.

Im Sued-Suedosten nehmen weniger als 10% der jungen Leute, die in dem entsprechenden Alter sind, ein Studium auf. Nur Campeche, Puebla und Guerrero haben eine hoehere Bildungsrate von mehr als 10%, waehrend Chiapas und Quintana Roo sehr weit zurueckliegen. Die Einschreibungsungsrate zur educación media superior (Studienvorbereitung) landesweit liegt bei 10,5% und regional bei 9,9%. Die Einschreibung fuer die educacion superior (hoehere bzw. universitaere Bildung) liegt auf nationaler Ebene bei 7,2% und bei nur 5,4% auf regionalem Nivel, wobei in Chiapas, Quintana Roo, Oaxaca und Veracruz die Einschreibungsquote bei weniger als 5% liegt.

Betrachtet man den durchschnittlichen Bildungsetat (unter Ausserachtlassung von Tabasco und Veracruz), so liegt dieser bei 11,4% der oeffentlichen Ausgaben (17,3% des nationalen Durchschnitts) und ist damit weit entfernt von den Bildungsausgaben des Estado de Mexico (34,1), Baja California (33,5), Jalisco (31,4), Nuevo Leon (30,5) und Guanajuato (28,5). Die Gebiete mit den geringsten Staatsausgaben pro SchuelerIn sind folglich genau die mit dem hoechsten Bevoelkerungswachstum innerhalb der Sued-Suedostregion.

Gesundheit:

Waehrend der PPP den Rueckstand im Bildungs- wie im Gesundheitswesen aufgrund von Defiziten in der Infrastruktur im Sued-Suedosten des Landes anerkennt, behauptet er widerspruechlicherweise, dass die Lebenserwartung bei der Geburt aufgrund der Fortschritte im Gesundheitswesen und der generellen Lebensbedingungen gestiegen sei. Er stellt fest, dass die Lebenserwartung der MexicanerInnen bei der Geburt (72,6 Jahre in 1995) weiterhin unterhalb derer liegt, die in den weiterentwickelten Laendern vorherrscht (um die 80 Jahre), und dass die Lebenerwartung in der Region geringer als im nationalen Durchschnitt war (70,9 Jahre). Nur Quintana Roo hatte eine hoehere Lebenserwartung bei der Geburt aufzuweisen. Die Staaten des Sued-Suedostens mit der geringsten Lebenserwartung waren Chiapas und Oaxaca (mit 69,4 Jahren), fuenf Jahre weniger als im Distrito Federal. 1995 waren Chiapas und Oaxaca die Staaten mit der geringsten Lebenserwartung bei der Geburt fuer die Maenner (66,7 und respektiv 66,9 Jahre) und die Frauen (in beiden 72 Jahre); und zwar nicht nur innerhalb der Region, sondern auf nationalen Ebene.

Die generelle Sterberate liegt bei 4,6 auf 1.000 EinwohnerInnen im Sued-Suedosten (1997). Puebla, Oaxaca und Yucatán liegen oberhalb des nationalen Durchschnitts, waehrend Quintana Roo, Guerrero, Campeche und Tabasco die Gebiete in der Region mit geringeren Sterberaten sind. Unter den Todesursachen stechen die sogenannten Unterentwicklungs-krankheiten wie Infektionen und Parasiten (5,45%) und solche, die mit Mangelernaehrung zusammenhaengen, hervor. (...) Die Unterernaehrung hat als Todesursache in Oaxaca, Puebla, Veracruz und Yuacatán eine groesseres Gewicht als auf nationalen Ebene; dies koennte auch erklaeren warum die beiden letztgenannten auch dei hoechsten Sterblichkeitsraten aufgrund chronischer Krankeiten aufweisen (insbesondere Diabetis). In Chiapas uebersteigt die Sterblichkeit aufgrund von Darminfektionen den nationalen Durchschnitt um mehr als das dreifache.

Der offizielle Bericht gibt an, dass alle Staaten der Region in 1995 geringere Saeuglingssterblichkeitsraten als im nationalen Durchschnitt hatten, ausser Puebla (43,6 von tausend Kindern unter einem Jahr) und Oaxaca, welches im Bereich des nationalen Durchschnitts von 24,1 von Tausend Kinder unter einem Jahr liegt; das ist doppelt so viel wie in dem Staat der Republik mit der geringsten Sterblichkeitsrate. Die Saeuglingssterblichkeitsrate fuer Chiapas ist um 68% hoeher als im Distrito Federal. Die Kindersterblichkeitsrate von Kindern unter fuenf Jahren bewegt sich in Oaxaca, Puebla und Chiapas (2,28; 1,77 und 1,75 Todesfaelle pro Tausend EinwohnerInnen) weit oberhalb des nationalen Durchschnitts (1,06).

Chiapas, Guerrero, Oaxaca, Puebla und Veracruz weisen das niedrigste Nivel der Lebenserwartung und die hoechsten Sterblichkeits- und Kindersterblichkeitsraten auf; vergleichbar mit denen, die in Mexico insgesamt vor mehr als zehn Jahren herrschten. Diese Staaten zeichnen sich (mit Tabasco) durch einen hohen Anteil an Landbevoelkerung und hohe Bevoelkerungsverteilung in kleinen Ortschaften, wenig Gesundheitsinfrastruktur, geringe Einkommen und Bildungsnivel aus. Im Sued-Suedosten kommt durchschnittlich einE AErtzIn auf jeweils Tausend EinwohnerInnen (20% weniger als auf nationaler Ebene). Puebla, Oaxaca, Chiapas und Guerrero haben weniger als den regionalen und nationalen Durchschnitt. Darueber hinaus gibt es fuer je Tausend EinwohnerInnen in der Region 1,43 Krankenschwestern (im nationalen Durchschnitt 1,85); wobei die am schlechtesten ausgestattetsten Staaten wiederum Chiapas (1,15) und Puebla (1,18) sind.

Marginalisierung:

Von den zehn am staerksten marginalisierten Staaten des Landes gehoeren acht zur Sued-Suedostregion. Die am meisten marginaliserten sind in folgender Reihenfolge: Chiapas, Guerrero, Oaxaca, Veracruz, Puebla und Yucatán. Campeche und Tabasco nehmen die Plaetze 8 und 10 ein. Nur Quintana Roo liegt auf Platz 18 des Landes. In Chiapas, Guerrero und Oaxaca liegt der Armutsindex bei ueber 40%, mehr als das doppelte des Landesdurchschnitts. Nur Quintana Roo liegt leicht darunter. Der Grossteil der EinwohnerInnen des Sued-Suedostens gehoert zu den ueber 50 Millionen Armen des Landes. Von den 851 Municipios (Verwaltungseinheiten) mit 10,6 Millionen EinwohnerInnen, die als marginalisiert oder stark marginalisiert gelten, konzentrieren sich 83,9% (714) im Sued-Suedosten (8 Millionen EinwohnerInnen). Insgesamt ist in der Region mehr als die Haelfte der Municipios von starker oder sehr starker Marginalisierung betroffen (landesweit ist das Verhaeltnis eins von dreien). Und die 250 alleraermsten Municipios in México befinden sich in dieser Region. Der Anteil der Bevoelkerung, der in marginalisierten Ortschaften lebt, liegt in Chiapas und Oaxaca bei 50% und in Guerrero bei 44% (auf nationaler Ebene sind es etwas mehr als jeder zehnte). Hingegen ueberschreitet der Anteil der EinwohnerInnen, die in den marginalisierten Ortschaften in den neun am weitesten entwickelten Staaten des Landes leben, in keinem Fall fuenf Prozent der Gesamtbevoelkerung. Laut Entwicklungsindex der Vereinten Nationen haben alle Staaten der Region mit Ausnahme von Quintana Roo und Campeche einen Entwickungsindex unterhalb des Landesdurchschnitts. Chiapas und Oaxaca sind dabei die Staaten mit dem niedrigsten Entwicklungsindex innerhalb der Region.

Wohnsituation:

Die durchschnittliche Belegungsdichte von Wohnungen/ Haeusern ist im Sued-Suedosten aehnlich wie auf Landesniveau (4,4 BewohnerInnen pro Wohneinheit). Die Anzahl der BewohnerInnen pro Wohneinheit ist in Quintana Roo, Veracruz und Campeche leicht unterhalb dem nationalen Durchschnitt; in Yucatán ist sie gleich und in den restlichen Staaten ein wenig hoeher. Chiapas und Puebla sind die Staaten, in denen die Menschen am gedraengtesten wohnen. Im Sued-Suedosten lag 1990 der Anteil der Wohneinheiten mit einem einzigen Raum fast doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt, und die Anzahl derer mit zwei Raeumen um etwas mehr als 30% hoeher. Im Landesdurchschnitt hatten ein Drittel der Wohneinheiten nur ein oder zwei Zimmer, und im Sued-Suedosten waren es 50%. Auf der anderen Seite hatten nur etwas mehr als 12% der Wohneinheiten fuenf oder mehr Raeume, waehrend es im Landesdurchschnitt fast 24% waren. Die prekaereste Situation findet man in Guerrero vor, wo 22,7% nur mit einem und 38,4 % mit zwei Raeumen ausgestattet sind, in Chiapas (entsprechend mit 19,7% und 39,1%) und Oaxaca (mit 17,9% und 40,3%). Folglich liegt landesweit die durchschnittliche der Wohnunggroesse bei 3,5 Raeumen, waehrend es in den rueckstaendigsten Staaten des Sued-Suedostens kaum 1,9 Raeume sind.

43,5% der Wohneinheiten des Sued-Suedostens (1990) hatten Lehmfussboden (der nationale Durchschnitt lag bei 20%), was einen Rueckstand um 20 Jahre gegenueber dem Landesdurchschnitt darstellt. Der Anteil der Haeuser mit Lehmfussboden ist fast viermal so hoch als in den Staaten ausserhalb der Region (bzw. doppelt so hoch wie im nationalen Durchschnitt). In Chiapas und Oaxaca hatten 1990 noch mehr als 60% der Wohnungen Lehmfussboden (30 Jahre Rueckstand bezogen auf den nationalen Durchschnitt). Darueber hinaus sind 1995 in der Region 42% der Haeuser nicht an die Kanalisation angeschlossen (der Landesdurchschnitt liegt bei 25%); 32% verfuegen nicht ueber fliessendes Wasser (im Landesdurchschnitt 15%); 15,2% sind nicht ans elektrische Netz angeschlossen; 35,4% kochen mit Feuerholz (1990) (nationaler Durchschnitt 25%), wobei insbesondere in Oaxaca 51,2%; in Chiapas 45,9% und in Guerrero 45,9% der Haushalte Feuerholz nutzen.

Angesichts der Privatisierungstendenz der staatlichen Diensleistungen im Rahmen des ALCA (Freihandelszone der Amerikas) stellt sich die Frage, wie diese Situation verbessert werden soll: Werden es die transnationalen Unternehmen sein, die den Zugang zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, gerechtem Gehalt und Dienstleistungen fuer die Alleraemsten garantieren werden?

Quellen: offizielles Dokument des PPP; Statistische Erhebung 2000 des INEGI; Dávila, Kessel und Levy: "El Sur También Existe: un Esayo sobre el Desarollo Regional de Mexico" ; Erklaerungen von Florencio Salazar Adame, Koordinator des PPP; Consejo nacional de Población (CONAPO)

Gustavo Castro Soto

CIEPAC, A.C.

Uebersetzung: Selma


Center for Economic and Political Investigations of Community Action, A.C. CIEPAC, member of the "Convergence of Civil Organizations for Democracy" National Network (CONVERGENCIA)



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