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Indigenas fordern EU zur Einstellung von PRODESIS auf

La Jornada vom 20.02.2007
Jose Antonio Roman
übersetzt von Dana

 
Indigene Gemeinden fordern EU zur Einstellung des PRODESIS Programms
in der Selva Lacandona auf
EU und Regierung werden mangelhafte Informationsarbeit vorgeworfen

Die Delegierten von mehr als 830 Gemeinden des Lakandonischen Urwalds von Chiapas, fordern die Staats- und Bundesregierungen, sowie die Europäische Union auf, das Projekt zur Nachhaltigen und Integralen Entwicklung (PRODESIS) in der Selva Lacandona einzustellen, aufgrund mangelnder Informationen über dieses ökologische Programm, an dem verschiedene biotechnologische Großmächte interessiert sind.

In einem Brief an die mexikanische Kanzlei, prangerten die indigenen Delegierten an, dass ihnen die Herkunft, der Inhalt, die Finanzierung, sowie die allgemeinen und spezifischen Ziele von PRODESIS gänzlich unbekannt seien.

Ebenso wiesen sie darauf hin, dass sie nicht einmal in der Lage wären zu urteilen, ob die Vorschläge des PRODESIS gut oder schlecht sind, da sie diese schlichtweg nicht kennen. Sie könnten jedoch bestätigen, dass sie "unzulässig" sind, da die chiapanekischen Gemeinden der Selva Lacandona an ihre Ausarbeitung weder beteiligt noch darüber konsultiert worden sind, was die Indigenas zu bloßen Wohlfahrtsempfängern degradiert.

Das Schriftstück wurde auch der diplomatischen Vertretung der Europäischen Union überreicht, zu welcher ihnen der Zutritt mit dem Argument verweigert wurde, dass nur zwei Personen gleichzeitig empfangen werden könnten, wie die Delegierten selbst bei der Überreichung des Schriftstücks an eine Dienststelle der mexikanischen Kanzlei berichteten, zu der ihnen der Einlass ebenfalls verwehrt blieb.

Mehrere Nichtregierungsorganisationen hatten hervorgehoben, dass es sich bei dem, von der Staatsregierung von Chiapas mitfinanzierte PRODESIS um ein Projekt handle, mit dem die Europäische Union versuche, durch Programme für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung, mit den Vereinigten Staaten um die Naturschätze der Selva Lacandona zu konkurrieren.

So wies zum Beispiel der Rat der Traditionellen Indigenen Ärzte und Hebammen von Chiapas darauf hin, dass mehr als 830 Gemeinden der Selva Lacandona von dem Programm betroffen sind, das unter dem Vorsatz der Armutsbekämpfung, den Abbau der regionalen Naturressourcen für den Weltmarkt verfolgt, durch Programme für die Produktion handwerklicher Erzeugnisse, die Vermarktung von Heilpflanzen und Projekte für Ökotourismus.

Dieses Vorhaben wäre an und für sich nicht unbedingt als negativ zu beurteilen, wenn es den Bewohnern der Selva nicht die Nutzung ihres Landes als "Garantie" für die Projekte aufzwingen würde. "Man ist auf dem vollen Weg dabei, den Urwald zu privatisieren", beklagten sie nachdrücklich.

In dieser Hinsicht konkurriert das PRODESIS der Europäischen Union, mit der U.S. Organisation Conservation International, dessen mexikanische Befürworter von der Ex-Umweltministerin Julia Carabias angeführt werden, die verkündete, "niemand hat die Finanzierungsfonds der EU jemals gesehen, und es hat eher den Anschein, als ob sie dazu dienen würden, neue Invasionen in Montes Azules zu tolerieren."

In dem Brief weisen die Delegierten der Gemeinden von Ocosingo, Independencia, Trinitaria, Margaritas, Maravilla Tenejapa, Benemérito de las Américas und Marqués de Comillas darauf hin, dass sie ein verfassungsrechtliches Anrecht darauf haben, die Ausarbeitung und Umsetzung von Programmen, die sie direkt betreffen, gemeinsam mit dem mexikanischen Staat mitzugestalten.

Des weiteren legt Artikel 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (OIT) fest, dass die Behörden vor jeder Aktion, die die Ressourcen und Gebräuche der Gemeinden betrifft, deren freie und informierte Einwilligung einholen müssen, was in diesem Fall nicht geschehen ist.


Anmerkung:

Zum PRODESIS und der Europäischen Union in Chiapas siehe:

CIEPAC, El Proyecto PRODESIS Chiapas y la Union Europea I-II (Dezember 2005)
http://www.laneta.apc.org/ciepac/boletines/chiapasaldia.php?id=489
http://www.laneta.apc.org/ciepac/boletines/chiapasaldia.php?id=490

CIEPAC, La Unión Europea, El Gobierno del Estado de Chiapas y el Desarrollo Social Integrado Y Sostenible en la Selva Lacandona (19. Mai, 2004)
http://www.ciepac.org/archivo/bulletins/301-%20500/bolec413.htm

Johannes Plotzki, Günstiges Investitionsklima in Chiapas
https://www.chiapas.eu/news.php?id=1341

Ya Basta, Aufstandsbekämpfung durch GTZ und EU in Chiapas
http://www.chiapas.ch/?artikel_ID=407&start=200&j=10

Tobias Pflüger: Das Projekt "Soziale und nachhaltige Entwicklung in der Selva Lacandona"
http://tobiaspflueger.twoday.net/stories/972130/

LeMonde Diplomatique, Wo Öko draufsteht...
http://www.taz.de/pt/2006/07/07.1/mondeText.artikel,a0028.idx,3

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2007/02/20/index.php?section=politica&article=019n2pol 
 

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