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Erlebnisbericht Chiapas

 

Nachrichten aus Mexiko

News vom 05.10.2003

  Hola ihr Lieben,

wir haben uns zwar nach der letzten Mammutrundmail lange nicht mehr gemeldet, was aber nicht bedeutet das wir uns faul die Sonne auf den Bauch haben scheinen lassen, sondern eher echt viel zu tun hatten (-: Eines der besonders bewegenden Erlebnisse hatten wir bei dem ersten »offiziellen« Besuch bei den neu eingerichteten Juntas de Buen Gobierno, deren Geburt offensichtlich einen neuen grossartigen Schritt in dem Kampf um die zapatistische Autonomie darstellen. Emotional waren wir am meisten von der Wuerde, der Aufrichtigkeit undder Offenheit der Juntas beeindruckt! Sie scheinen den beschwerlichen, von Repression gepraegten Weg des indigenen Widerstands mit viel Enthusiasmus und Freude anzugehen, um Gerechtigkeit und Freiheit basisdemokratisch zu verwirklichen. Im Gegensatz zu den herrschenden »schlechten« Regierungen im Rest der Welt regieren sie, indem sie der Basis gehorchen und sich nicht als bessere oder unfehlbare Menschen begreifen.

Zunaechst empfing uns bei unserem Besuch eine Kommission, um nach unseren Anliegen zu fragen. Mit den ueblichen Pasamontanas und einem unglaublich respektvollem Umgang wurde uns Dankbarkeit fuer die Internationale Solidaritaet ausgesprochen und noch einmal in eindrucksvollen, mitreissenden Worten die Notwendigkeit des zapatisitschen Kampfes erklaert. Beim darauffolgenden Besuch bei der Junta (die woechentlich wechselt, da verschiedene Delegationen im Rotationsverfahren ihre Verantwortlichen aus den Gemeinden schicken) konnten wir uns dann noch ausfuehrlich ueber die verschiedenen Kaempfe in der ganzen Welt austauschen und bekamen die Erlaubnis fuer diverse Besuche und Interviews, die alle superpannend und lehrreich waren und wir uns freuen euch in Deutschland darueber zu berichten.

Nachdem wir diverse Krankheiten ueberstanden hatten und zwischendurch in einer weiteren Gemeinde waren haben wir nun die vergangenen Wochen in unserer nun leider letzten Gemeinde verbracht, die den Abschied aus Mexiko nun noch schwieriger macht. Manchmal hat Mensch das Gefuehl vor gluecklichen Momenten platzen zu koennen. Die Gemeinde war insofern total spannend, als das sie sich aus zapatistischen Familien aus verschiedenen Gebieten zusammensetzt und das Land erst 1997 besetzte. Viele der Familien die dort leben mussten aufgrund struktureller Probleme aus ihren alten Gemeinden migrieren und leben nun gemeinsam an einem Ort, der offen ist weitere Familien aufzunehmen. Die Familien mussten einerseits wegen Wasserknappheit ihre alte Gemeinde verlassen (Zona Selva), oder aus Mangel an Land (Zona Altos) fliehen. Das Zusammenleben der Gemeinde lief supergut, trotz der Sprachunterschiede organisierte sich die Gemeinde total progressiv, jeder lernte von jedem etwas. Z.B. wussten die einen ueber Anbau von Fruechten bescheid, die anderen ueber Artesanias (Kunsthandwerk) usw. Wir wurden total freundlich und dankbar aufgenommen und die Tortillaberge, die uns zum Essen gebracht wurden, wurden taeglich hoeher und waren von uns Schwarzbrotverwoehnten Maegen bald nicht mehr zu bewaeltigen. (-: Wir wurden gefragt ob wir zwei Tage die Woche Schule machen koennen, da die Kapazitaeten der Gemeinde nicht mehr als drei Tage die Woche erlaubten, da die Promotores de Education (Lehrer) zwar immer kollektiv unterstuetz werden, aber in dieser Gemeinde noch nicht alles kollektiv aufgefangen werden konnte.

Die Arbeit mit den Kinder machte uns riesig Spass, die Kinder haben sich untereinander geholfen, ertrugen unser schlechtes Spanisch und freuten sich zu lernen. In der Klasse gab es kein schreckliches Effizienzdenken oder Strebertum, alle lernten, malten und spielten gemeinsam und solidarisch. Neben der Schule haben wir natuerlich wie immer die Strasse (nicht im europaeischen Sinne zu verstehen!!!!!) beobachtet und waren damit beschaeftigt die vielen Militaerbewegungen zu dokumentieren, deren erschreckend hohen Praesenz und widerliches Auftreten ein weiterer Beweis des ekelhaften Krieges der »niederen« Intensitaet darstellt, den die mexikanische Regierung gegen die Zapatistas fuehrt.

Mal wieder sehr wehmuetig trennten wir uns von dieser erst mal letzten Gemeinde und trafen die anderen Menschen hier in San Cris wieder, die uns mit ebenfalls spannenden Erlebnissen begruessten die sobald (fuer Interessierte, ist SEHR wichtig) unter Indymedia (http://de.indymedia.org) nachzulesen sind (es handelt sich um die sich zuspitzende Situation in den Blauen Bergen) Als letzte Aktion hier in Chiapas durften wir heute nun noch mal die Kooperative des gluecklichen Kaffees »Libertad« besuchen. Das ist ein zapatistisches Kollektiv, das im Sinne der Rebellion Kaffee zu einem fairen Preis herstellt, der uebrigens in Deutschland erhaeltlich ist und wir nun mit einem langen und gutem Interview und Filmaufnahmen viele Informationen mitbringen, die mitsamt der Landschaft bei jedem/jeder Durst auf genau diesen Kaffee verursachen werden, hoffen wir jedenfalls!!!!!!!!!

Vollbeladen mit Infos und einem Riesenberg Energie und Hoffnung freuen wir uns auf die nun kommenden Aufgaben in Doofland und sind unglaublich traurig so viele Teile unseres Herzens hierlassen zu muessen und freuen uns aber auch auf all die Herzen zu Hause und hoffen euch ein Stueckchen von dieser Rebellion und Wuerde und dem Gelernten mitbringen zu koennen! Saludos j. u.a.

P.S. Wir hatten die Freude in unserer Comunidad miterleben zu duerfen wie die Klamotten der Altkleidersammlungen aus der "reichen Welt" hier in Chiapas an die marginalisierten Menschen VERKAUFT werden. Zwischenhaendler und diverse angeblich soziale Organisationen profitieren von der Verlogenheit der "Altkleidercontainer" auf denen diese "soziale" Art von Verwertung nicht vermerkt ist, es sei denn in den letzten Monaten unserer Abwesenheit sind diverse soziale Organisationen nun auch offiziell zu kapitalistischen Unternehmen geworden.

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