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Interview mit Rodolfo Montiel & Teodoro Cabrera

La Jornada vom 10.11.2001
Victor Ballinas
übersetzt von Dana

 
Montiel und Cabrera: Nach der Folter wird man nicht mehr normal.
Nach Guerrero zurückzugehen würde den Tod bedeuten
Für eine wirkliche Veränderung muss der Präsident die Armee aus den Wäldern zurückziehen

Frei, aber nicht ganz frei. Rodolfo Montiel und Teodoro Cabrera, Menschen des Feldes, wissen, dass sie nicht in ihre Dörfer zurückkehren können, in der Sierra de Patatlán von Guerrero. "Dorthin zurückzugehen, mit der Armee in den Wäldern, würde bedeuten zum Sterben zurückzugehen", erklärte Montiel mit singender Stimme.

Beide im fortgeschrittenen Alter, verlassen sie das Gefängnis mit einer zerrütelten Gesundheit und fast drei hinter Gittern verlorenen Jahren.

- War Ihre Freilassung ein Akt der Gerechtigkeit?

"Ich würde eher sagen, dass sie mich wegen der Ermordung der Menschenrechtsverteidigerun Digna Ochoa freigelassen haben, aber ich denke dass das gleiche weiterhin passieren könnte. Dass es keine Veränderung gibt." antwortet er.

Sie beharren immer wieder darauf, dass wenn Präsident Fox beweisen möchte, dass Mexiko sich mit seinem Amtseintritt geändert hat, er diejenigen bestrafen muss, die für diesen falschen Urteil der ihnen auferzwungen wurde, und für die Folter die sie erlitten haben, verantwortlich sind. Aber mehr als alles andere, wird er "die Armee aus den Wäldern zurückziehen müssen, die die Kaziken dabei unterstützen uns zu unterdrücken und zu verfolgen".

- Wie fühlen Sie sich, nun da Sie frei sind?

"Ruhiger. Wir sind der ganzen Zivilgesellschaft dankbar, die uns dabei unterstützt hat unsere Freiheit wiederzuerlangen, den Massenmedien die unseren Fall verbreitet haben und den Nichtregierungsorganisationen. Aber gesundheitlich geht es uns nicht gut."

- Welche Probleme haben Sie nach der Folter die sie erlitten haben?

"Ich habe Schmerzen nahe dem linken Hoden", — antwortet Montiel — "Mein Rücken schmerzt, meine Beine, mein Bauch. Nach der Folter wird man nicht mehr normal."

"Mein Magen schmerzt" — erklärt Teodoro — "die Schultern, der Rücken; es fühlt sich an als ob sie mein Herz einklemmen würden. Ich habe Kopfschmerzen. Meine Hände tun weh wenn ich etwas halte. Ich glaube, ich werde nicht länger gut arbeiten können.

- Sie sagten gestern, dass sie sich dem Kampf anschliessen würden. Was folgt als nächstes?

"Wir werden weiterhin an Türen klopfen um Gehör zu finden. Hier und im Ausland. Aber wir werden nicht in unsere Gemeinden zurückkehren um dort zu leben, denn dorthin zurückzugehen wäre es wie zum Sterben zurückzugehen. Wir werden uns dem Kampf unserer Gemeinden von dort aus wo wir sind anschliessen, aber ich denke, dadurch dass wir an Türen klopfen um um Unterstützung zu bitten. Es wird ein neuer Kampf sein."

- Sie sind frei, aber Sie haben erklärt, dass es keine Gerechtigkeit gegeben hat. Erwarten Sie immer noch Gerechtigket?

"Ja, wir hoffen immer noch, dass unsere Unschuld bewiesen, und die Schuldigen bestraft werden, nur so kann Gerechtigkeit geschehen.

- Betrachten Sie Ihre Befreiung als ein Zeichen der Veränderung?

"Sie scheint ein erster Schritt zu sein, obwohl wir immer noch nicht an Gerechtigkeit glaiben. Ich würde eher sagen, dass sie mich wegen der Ermordung der Menschenrechtsverteidigerin Digna Ochoa freigelassen haben, aber ich denke, dass dasselbe weiterhin passieren könnte. Dass es keine Veränderung gibt.

- Würde Ihr Freispruch ein Zeichen der Veränderung sein?

"Ja. Wir hoffen, dass die Regierung unsere Unschuld anerkennt. Dass wäre ein weiterer Schritt sein, mit dem die Fox Regierung uns klarmachen könnte, dass es eine wahre Veränderung gegeben hat.. Die Veränderung, auf die wir Mexikaner warten. Aber wenn die Schuldigen nicht bestraft werden, und unsere Unschuld nicht anerkannt wird, bleibt alles beim Alten.

- Haben Sie sich in ihren Kampf frustriert gefühlt, als Sie eingesperrt wurden?

"Nein. Wir sagten uns, dass sie uns festgenommen haben, weil wir die Wälder verteidigt haben. Wir haben unsere Quote erfüllt. Wir haben einen teuren Preis bezahlt, zweieinhalb Jahre hinter Gittern, aber wir geben uns nicht geschlagen. Wir werden weiterhin unsere Compañeros von der Organisation unterstützen, an Türen klopfen, aber wir fühlen uns nicht geschlagen. Wir sind frei."

- Was denken Sie über den Mord an Digna Ochoa?

"Sie war eine Anwältin, die durch ihre Arbeit und ihre Liebe zur Gemeinde hervorragte. Sie gab uns immer eine besondere Behandlung. Sie übernahm am Anfang unser Fall; sie hat uns immer eine besondere Behandlung gegeben."

- Werden Sie vor der Generalstaatsanwaltschaft des Bundesdistriktes (PGJDF) erscheinen um zu dem Mordfall auszusagen?

"Das hängt von der Staatsanwaltschaft ab. Sie müssen das Verbrechen untersuchen und klären."

- Halten Sie es nicht für relevant über die Kaziken und der Situation der Unterdrückung und der Atmosphäre auszusagen die dort herrscht?

"Nein, denn wir sind eingesperrt gewesen als das Verbrechen sich ereignete. Wir denken, dass sie alle Informationen besitzen die wir haben könnten. Wir haben nicht mehr Elemente, weil wir die Situation in den Gemeinden nicht kennen. Wir waren eingesperrt, deshalb wissen wir nichts.

- Im Bundesdistrikt befinden sich Kampfgefährten von Ihnen, die gekommen sind um die Repression zu denunzieren unter der sie leiden. Was würden Sie sich von der Regierung dahingehend erhoffen?

"Erstens, dass sie uns freisprechen, das wäre ein erster Schritt. Und dass die Regierung die Truppen aus den Wäldern zurückzieht. Wenn Fox wirklich den Willen hat das Problem zu lösen, muss er die Militärs aus Guerrero zurückziehen, damit sie nicht länger die lokalen Kaziken unterstützen, weil es sich gezeigt hat, dass es unmöglich ist die Kaziken und die Militärs die uns unterdrücken zu bestrafen, wenn nicht zumindest die Armee die Unterstützung für die Kaziken zurückzieht

- Wie war Ihre Aufenthalt im Gefängnis?

"Ermüdend. Sie erlaubten uns keine Besuche. Einmal haben sie unsrem Anwalt auch nicht erlaubt den selben Weg zu nehmen, durch den andere Anwälte, die Privilegien haben hereinkommen. Das Leben mit den Compañeros im Gefängnis war gut. Wir kannten die Korruption da drin. Wer Geld hat kauft sich die Privilegien die er will.

-Wie beurteilen Sie ihren Kampf insgesamt?

"Wir haben immer gesagt, dass unser Kampf ein Prinzip hat, und das am Ende der Tod steht, weil wir auf keinen Fall zurückweichen werden. Wir werden den neuen Kampf weiterführen, die Wiederaufforstung fördern und die Regierung auffordern die Gemeinden zu unterstützen. Wir werden weiterhin für die Menschenrechte und die Wälder kämpfen. Wir möchten, dass unsere Gemeinden eines Tages besser leben können: dass sie essen und sich kleiden können, und Arbeit haben.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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