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UES verschärft Drohungen gegen Zapatisten in 24 de Diciembre

La Jornada vom 31.07.2007
Hermann Bellinghausen

 
Neue CAPISE-Studie beschreibt Todesdrohungen gegen die autonome Gemeinde
Die UES verschärft Räumungsdrohungen gegen zapatistische Unterstützungsbasen in 24 de Diciembre
Die angegriffenen Familien könnten wieder zu Kriegsvertriebenen werden, erklärt die Analyse

Las Margaritas, Chiapas, 30 Juli. Die Dorfbewohner von 24 de Diciembre, zapatistische Unterstützungsbasen, befinden sich weiterhin in ständigem Alarm gegen die fortgesetzten Räumungsdrohungen durch Mitglieder der offiziellen Ejido-Union der Selva (UES), die sich in den letzten Tagen zusehends verschärft haben.

Die Gemeinde 24 de Diciembre umfasst 525 Hektar Land, die von der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) im Januar 1994 befreit worden ist. Der Ex-Gouverneur und einstiger Besitzer dieses Landes, war General Absalón Castellanos Domínguez. Am 17. April 1994, übergaben die zapatistischen Autoritäten und Befehlshaber das befreite Land an 45 indigene Familien von EZLN Unterstützungsbasen.

Ein neuer Bericht des Zentrums für Politische Analyse und Soziale und Wirtschaftliche Forschung (CAPISE) gibt an: "Nachdem sie das Land fast 11 Monate lang bearbeitet hatten, von April 1994 bis zum 9. Februar 1995, als die Bundesarmee einen Angriff zu Luft, Land und Wasser gegen die EZLN und ihren Unterstützungsbasen startete, waren die 45 Familien von 24 de Diciembre (frühere Ejidobewohner von Nuevo Momón) gezwungen, in die Berge der Tojolabal Selva zu fliehen, um dem Militärangriff entkommen. Nach mehr als acht Tagen ohne Nahrungsmittel und Unterkunft, fanden sie Unterschlupf in einem Dorf, in dem sie einen Monat lang verblieben. Während dieser Zeit setzte die Bundesarmee ihre Suche nach zapatistischen Unterstützungsbasen fort, durch Patrouillen und Verhöre von Bewohnern der verschiedenen Gemeinden. Die Familien von 24 de Diciembre fanden an einem anderen, weiter abgelegen Ort fünf Jahre lang Zuflucht, und als sie dort nicht länger bleiben konnten, wegen Mangel an Land, Holz und Häusern, wurden sie sieben Jahre lang von einem anderen Dorf aufgenommen. Diese Familie haben mehr als 12 Jahre lang als Kriegsvertriebene gelebt. In Februar 1995, als der Angriff der Bundesarmee erfolgte, waren sie rechtlich gesehen alle Ejidatarios von Nuevo Momón."

Am 24. Dezember 2006 teilten die zapatistischen Autoritäten deshalb die 525 Hektar befreites Land erneut 31 Familien zu, die auf ihr Land und zu dem, was von ihren Häusern übrig geblieben, war zurückkehrten. "Heute hat das Dorf eine Gesamtbevölkerung von 146 Personen, die erneut davon bedroht sind zu Kriegsvertriebene zu werden", heißt es in dem Dokument weiter.

Entschädigung für Castellanos Domínguez

Während die Campesinos flüchten mussten und Widerstand leisteten, wurde General Castellanos Domínguez von der Behörde für Agrarreform mittels eines Enteignungsdekrets und einer Treuhand entschädigt. "Im Jahr 1998 übergab die Regierung ihrerseits die 525 Hektar der Einwohner von 24 de Diciembre an die Mitglieder der Ejido-Union der Selva von Nuevo Momón, Cruz del Rosario und El Edén", so das Dokument weiter.

Am vergangenen 17. Juli fielen 65 Mitglieder der UES auf das Land der autonomen Gemeinde ein. Wie der Bericht beschreibt, bezogen sie an einem Ort Stellung, der den Zugang zu den Feldern blockiert. Dort richteten sie ein permanentes Lager ein, ganz in der Nähe des Militärcamps. Sie fällten Bäume und raubten den Zapatisten mehr als 35 Holzbalken für den Bau von 12 Meter langen Häusern".

Vor einigen Tagen überreichten Mitglieder der UES ein Brief, in dem sie den zapatistischen Unterstützungsbasen eine Frist von 72 Stunden setzten, um das Grundstück zu räumen, um "eine Konfrontation zwischen Campesinos zu vermeiden"; sie forderten die "freiwillige Räumung" und warnten, dass sie "bereit sind, Blut zu vergießen". Unterzeichnet war das Brief von dem "Ejidobeauftragten" Miguel Cruz Hernández, und dem "Betriebsrat", Flavio Hernández López, des vorgeblichen Dorfes "Gracias a Dios".

Nachforschungen von CAPISE zufolge, haben sich die UES-Invasoren aus Nuevo Momón und Cruz del Rosario mit dem Militärcamp koordiniert, und sich weniger als 500 Meter davon entfernt eingerichtet. "Die UES- Mitglieder betreten ungeniert das Militärcamp mit Papieren, und kommen mit Kübeln mit unbekannten Inhalt wieder heraus." Es sollte hervorgehoben werden, dass am gleichen Tag an dem die Landinvasion erfolgte, die Sektorpolizei sich ganz in der Nähe, an der Ausfahrt nach Matías Castellanos installiert hatte.

Das Militärcamp, das im Februar 1995 installiert wurde, besetzt 24 der 525 Hektar Land, die von der EZLN befreit worden waren, und vereint das 91. und 20 Infanteriebataillon. Das erste davon gehört zu den Spezialeinheiten der Luftwaffe (GAFES)

Ebenfalls in den Konflikt verwickelt sind Bewohner von Olonjá, Santa Fe und Ojo de Agua, die allesamt der UES angehören und bereits Land besitzen. Die überwiegende Mehrheit besteht aus Ejidobewohnern von Nuevo Momón, mitsamt seinen Ausläufern, die den Zapatisten nach 1995 geraubt worden sind. "Heute besitzen sie bereits Land in Nuevo Momón, und auch in Olonjá, Santa Fe, Ojo de Agua, und da ihnen das nicht reicht, wollen sie auch die 525 Hektar Land, das von der EZLN in 1994 befreit worden ist".

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2007/07/31/index.php?section=politica&article=009n1pol 
 

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