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5 Jahre Indymedia - 5 Jahre Seattle

 

[...auch ein Aspekt des zapatistischen Aufstands...]

Indymedia vom 24.11.2004
von grassroots

  5 Jahre ist es nun schon her....Im Jahr 1999 wurde erstmals für die breite Öffentlichkeit im Norden eine globale Bewegung gegen die neoliberale Globalisierung sichtbar, die mit dem Aufstand der Zapatistas und den folgenden "Intergalaktischen Treffen" begann. Aus Anlass des WTO-Treffens in Seattle fand ein Global Action Day, sowie Aktionen in Seattle selbst statt. Das WTO-Treffen musste schliesslich abgebrochen werden. Schon 1997 riefen die Zapatistas dazu auf, daß die entstehende globale "Bewegung der Bewegungen", ein Netz alternativer Medien schaffen sollte. 1999 schlossen sich in Seattle MedienaktivistInnen, HaktivistInnen, KünstlerInnen und viele andere in einem "Independent Media Centre" (IMC) zusammen, um ein mediales Bild der Proteste in Seattle und anderswo aus Sicht der Aktivisten zu schaffen. Die Aktivisten konnten selbst mithilfe einer zuvor von australischen Aktivisten geschriebenen Software nahezu live Berichte, Fotos, Videos und Audios ins Netz stellen. Hunderte Freiwillige berichteten aus den Straßen Seattles und von den Aktivitäten um den "N30" weltweit, waren schneller und zuverlässiger als die Mainstream- Medien, zwangen die Behörden und Medien dazu, ihre falschen Darstellungen zurückzunehmen...

Zunächst als temporäres Medienzentrum gedacht, entstanden unter dem Eindruck des überraschenden Erfolges von Indymedia und aus Anlass anderer Aktionstage, weitere Independent Media Centers in den USA und später in Kanada, Lateinamerika, Europa, Afrika und Asien. Heute existieren weltweit mehr als 160 lokale IMC’s, weltweit nutzen inzwischen millionen Menschen Indymedia. In Deutschland entstand ein Indymedia im März 2001 und wird heute täglich von mehr als 10.000 Menschen genutzt.

Aus Anlass des Geburtstages finden in Berlin, Potsdam, Nürnberg, Freiburg, Erfurt und Hamburg zahlreiche Veranstaltungen, Parties, Filmvorführungen usw. statt. Das Media Activist Gathering [mag] in Berlin begann am vergangenen Mittwoch mit einer Auftaktveranstaltung im RAW-Tempel. Bis kommenden Mittwoch findet in 7 Kinos in Berlin und Potsdam im Rahmen des [mag] das Freedom of Information − Filmfestival statt. Am Freitag findet in der C-Base eine offene Messe für Medianktivisten statt, am Samstag und Sonntag in der alten TU-Mensa eine Open Space − Konferenz und am Samstag abend im RAW eine fette Party auf 2 Floors mit Liveschaltungen nach London. Programm und Termine finden sich auf der Webseite: mag04.net

Artikel zum Geburtstag gab es in der taz, bei ngo-online, im ND, in der Graswurzelrevolution, bei phase1, bei telepolis.

Indy wird 5 − erstes Media-Activist-Gathering

Das erste MAG ("Media-Activist-Gathering" = Medien-Aktivist(i)nnen- Treffen) findet vom 24.11.04 bis 01.12.2004 in Berlin statt. Anlass ist der fünfte ’Geburtstag’ von Indymedia, dem derzeit größten unabhängigen globalen Mediennetzwerk. Weitere Aktionen zum Indy- Geburtstag bislang in Potsdam, Erfurt und Freiburg sowie in anderen Teilen der Welt...

Was damals noch mit einem Independent Media Center (IMC) in Seattle anfing, wuchs im Laufe der Zeit zu einem globalen Netzwerk von über 160 lokalen und thematischen IMCs, deren Grundkonsens in den Principles of Unity zusammengefasst ist (http://docs.indymedia.org/view/Global/PrinciplesOfUnityDe). Seit dem Frühjahr 2001 ist auch ein IMC in Deutschland dabei und mindestens ein weiteres regionales IMC (PDF) ist am entstehen.

Anlässlich des 5ten Geburtstags von Indymedia, haben sich einige Menschen gefunden, um das erste Media-Activist-Gathering (http://mag04.net) zu organisieren (Presseerklärung − http://mag04.mine.nu/files/Presse-161004.pdf).

Insgesamt steht es aber weltweit nicht gerade sonnig um die freie und unabhängige Medienwelt. Dubiose und illegale FBI-Aktionen (http://de.indymedia.org/2004/10/96036.shtml & http://indymedia.org/en/static/fbi) scheinen in Mode zu kommen und die finstere Rolle der Medien im Kampf um die Macht tritt auch immer deutlicher zu Tage. Da muss mann nicht nur in Ländern wie Italien oder Russland blicken. Auch hierzulande herschen die gleichen Prinzipien, auch wenn sie ein wenig anders zum Vorschein kommen. Insgesamt spitzt sich die globale Situation auch auf dem ?Medienmarkt? immer mehr zu. Die neoliberale Politik führt auch hier immer mehr zu einem Handeln, dass von reinen wirtschaftlichen Interessen und der Sucht nach Macht getrieben ist. Soziale und ökologische Themen geraten in den Hintergrund, denn sie könnten ja stören, Investoren abschrecken oder gar Umsatzeinbussen zur Folge haben...schrecklich, nicht wahr? Ja schrecklich. Denn es wird aufgrund störender Wahrheiten vermehrt repressiv gegen frei berichtende Medien und Journalist(i)nnen vorgegangen, ob subtil oder offensichtlich.

Auf der anderen Seite wächst bei vielen auch die Erkenntnis und das Bewusstsein dafür wie Medien wirken und was sie bewirken können. So hinterfragen auch immer mehr Menschen die bestehenden Verhältnisse und die damit verbundenen Missstände und Ungerechtigkeiten. Sie wollen eine bessere,schönere und gerechtere Welt. Und sie merken, dass sie diese nur erleben werden, wenn sie selbst mitanfassen und gemeinsam mit anderen zusammen ihre Umwelt zu gestalten beginnen. JedeR in den Bereichen, die sie/ihn interessieren und je nachdem was für Fähigkeiten jedeR hat. Diese Erkenntnis und die Geschichte ihrer Umsetzung ist eigentlich schon so alt, wie die Menschheit selber, mit all ihren Hoch- und Tiefpunkten. Zum Ende des letzten Jahrtausends gab es dann einen entscheidenden Schub. Einige sagten, nach Seattle 1999: ?Eine neue Bewegung wurde geboren!?. Man sprach von Globalisierungsgegnern, Globalisierungskritikern und schliesslich von Globalisierungsgestaltern (sinngemässe Übersetzung von ?altermondialisation? oder ?alterglobalisation? statt ?antiglobalisation?). Doch diese Bewegung wurde nicht in Seattle 1999 geboren, denn ihreWurzeln reichen viel weiter. Sie wurde dort und zu dem Zeitpunkt ?nur? alt und groß genug, um sich Gehör zu verschaffen in der Welt.

Durch Vernetzung unterschiedlichster MedienaktivistInnen entstand 1999 in Seattle zunächst das erste Unabhängige Medienzentrum, dass denen eine Stimme gab, die sonst im Rauch des Tränengases unsicht- und unhörbar geblieben wären. Einem Tränengas, von welchem die Behörden zuvor noch behauptetet, dass sie es nie eingesetzt hatten ? bis die Bilder und Videos aus dem IMC öffentlich gemahct wurden und das gegenteil bewiesen. So konnte der aus einer Mischung aus Absicht und Unwissenheit gewobene Schleier der Massenmedien-Berichterstattung durchbrochen werden und dass, was sich auf den Strassen, in den Wäldern, auf dem Land und in den Städten schon lange bewegte, nun mit lauter Stimme an die Öffentlichkeit herangetragen werden.

Doch nicht nur das. Ebenso wurde auch dass, was von den mächtigen, überwiegend männlichen Machtinhabern diese Welt hinter verschlossenen Türen gehandelt wird, vermehrt ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Und genau das war und ist auch bitter nötig. Denn bei den Entscheidungen, die von diesen wenigen -vielfach ohne große Skrupel- getroffen werden, geht es letztendlich um nicht mehr und nicht weniger, als um das Schicksal dieses, unseres Planeten. Mitsamt den Menschen, Tieren und Pflanzen die darauf leben. Es geht hierbei um Mitbestimmung und eigenes Gestalten der Welt in der wir leben. Und genau in diese Richtung wird sich auch ’die Bewegung’ weiterentwickeln und Formen kooperativen, statt konkurierenden Handelns entwickeln und ausprobieren. Nur eine Welt, in der alle gleichwertig und gleichberechtigt mit- oder zumindest nebeneinander existieren ist langfristig überlebensfähig.

Doch zurück zum hier & jetzt.
Die ®Evolution schreitet voran und wir bestimmen den Pfad mit, den sie beschreitet.

Auf die Medienwelt bezogen eröffnen sich zur Zeit und an dieser Stelle zwei Wege:

Der eine ist jener der massiven Kommerzialisierung und Monopolisierung, wo alles ungewollte und störende einfach ausgeblendet und verdrängt wird. Hier gibt es eine sog. ’objektive’ und ’richtige’ herschende Meinung. Entscheidungen werden von wenigen, für die anderen weder transparent noch nachvollziehbar, nach rein wirtschaftlichen oder sonstwie erschreckend engstirnigen Kriterien getroffen. Der andere Weg ist der Weg des Teilens von Informationen, Gedanken, Empfindungen und Ressourcen. Dieser basiert auf der Anerkennung von Vielfalt, Subjektivität und Individualität sowie der Freiheit von Informationen. Denn nur wenn Informationen frei verfügbar sind, ist es möglich sich ein umfassendes Bild zu machen und Entscheidungen zu treffen, welche die Interessen und Bedürfnisse aller berücksichtigen. Nur so können Entscheidungen getroffen werden, die wirklich fair und nachhaltig sind, und das Bewusstsein widerspiegeln, dass wir alle gemeinsam auf der selben Erde leben und achtsam mit dieser und untereinander umgehen wollen.

Beide Wege zeichnen sich jetzt schon ab. Die Fusionen großer Medienkonzerne oder der Aufkauf kleinerer Medienunternehmen sind klare Schritte auf dem ersten Weg. Dass aber der andere Weg auch vermehrt betreten wird, zweigt sich durch vielerlei Projekte, Initiativen und Einzelpersonen.Zur zeit sieht es so aus, als gäbe es nicht nur unzählige solcher Projekte, sondern auch den Wunsch nach Austausch und eine Vielzahl von Ideen , die auf Umsetzung warten. Hieraus, erwuchs die Motivation, zum 5ten Geburtstag von Indymedia, das erste Media-Activist-Gathering ( http://mag04.net) ins Leben zu rufen. Dieses will unterschiedlichsten Medienaktivist(i)nnen als Plattform für Austausch, Information und direkter Vernetzung dienen. Im Kern steht die offene MAG-Messe, wo sich unterschiedlichste Projekte und Initiativen einfach vorstellen können sowie eine OpenSpace-Konferenz. Bei der Konferenz sind keine Themen vorgegeben sind, sondern werde an dem Tag der Konferenz durch die Anwesenden selbst eingebracht. JedeR kann/soll/darf dann ihr/sein Anliegen (also dass, was ihr/ihm zu dem Thema ?Vernetzung freier und unabhängiger Medien...- Visionen & Strategien? unter den Nägeln brennt und/oder am Herzen liegt) einbringen. Es wird dann am ersten Tag intensiv aber entspannt und selbstorganisiert hieran gearbeitet. Am zweiten Tag werden alle Ergebnisse (Protokolle der eionzelnen Gruppen) dann betrachtet und konkret in die Zukunft geschaut. Zum Schluss bekommen alle die komplette Dokumentation der Konferenz. Ende Februar nächsten Jahres wird es dann ein kurzes Rückblick-Treffen geben. Um bei so vielen Leuten (~200) in der kurzen Zeit entspannt, effektiv und erfolgreich beisammen zu sitzen bedarf es einiges an Erfahrung, weshalb dieses Mal zunächst auf professionelle Hilfe zurückgegriffen wurde.

Weiterhin gibt es das einwöchge Filmfestival ?Freedom of Information? in mehreren Kinos und Beamerkinos in Berlin und Potsdam sowie natürlich eine fette Indymedia-Geburtstagsparty. Starten wird das ganze am Tag des ersten Postings, am Mittwoch, den
24.11.2004, mit einer Auftaktveranstaltung mit Film, Fragen und Diskussion. Eintritt natürlich gegen Spende, so dass jedeR nach eigenen Möglichkeiten geben kann. Zur Einschätzung geben wir anhand unserer Kostenkalkulation eine Spendenempfehlung. Bei den Filme liegt diese bei 3,- und bei der Open Space-Konferenz bislang bei ~50,- EUR. Bei Auftaktveranstaltung und Messe gar nix.

Zahleiches Erscheinen und natürlich Mitmachen (davon lebt das ganze ja schliesslich) erwünscht.

e-Mail:: info AT mag04 PUNKT net
Homepage:: http://mag04.net

Homepage:: http://en.wikipedia.org/wiki/Grassroots

 Quelle:  
  http://de.indymedia.org/2004/11/99948.shtml 
 

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