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Präzisierungen von Magda Gómez bezüglich des Falles Digna Ochoa

La Jornada vom 09.01.2005
übersetzt von Thomas

  Geschätzte Carmen Lira: Ich bitte darum, meinen Kommentar zu dem Brief zu veröffentlichen, den Subcomandante Marcos an Bernardo Bátiz geschickt hat und an mich in Kopie

1. Zuerst eine Präzisierung: Meine Mitarbeit in der Kommission, die für den Vorschlag eines Sonderstaatsanwaltes im Fall Digna Ochoa eine Anhörung durchführte, war die Antwort auf eine persönliche und direkte Einladung von Andrés Manuel López Obrador. Sie geschah im Kontext der Fragwürdigkeit der Hypothese des Selbstmordes, deren Schlussfolgerung sich ankündigte. Diese Beteiligung (original: intervención) war, wie die Anhörungen und Überlegungen, öffentlich, um dem Chef der Regierung (von Mexiko-Stadt, López Obrador; Anm. des Übersetzers) eine Person vorzuschlagen, die in der Folge zum/zur Sonderstaatsanwalt/-anwältin ernannt würde. Ich verstand dies immer so, dass ich damit nicht meine Meinungsfreiheit niederlegte im Bezug auf die Arbeit, welche die Anwältin Margarita Guerra als Staatsanwältin erledigen würde. Offensichtlich war es unsere Hoffnung, dass die Untersuchung tiefgehend wiederholt würde.
2. Ich stimme mit den Einwänden gegen die Schlussfolgerungen, welche die Staatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt präsentierte, überein. So drückte ich mich unmittelbar danach in einem in La Jornada veröffentlichten Artikel, "Wir lieben Digna sehr" vom 22. Juli 2003, aus. Davon wiederhole ich nur folgendes:

"Die von der Sonderstaatsanwaltschaft im Falle Digna Ochoa präsentierten Schlussfolgerungen drücken die Chronik eines angekündigten Selbstmordes aus. Darin sehen wir, dass die von Renato Sales (Staatsanwalt der ersten Untersuchung, Anm. des Übersetzers) durchgeführte Arbeit die Untersuchung geprägt hat. Die Ergebnisse machen nicht mehr als dies zu bestätigen: Die anfänglichen Beweise, die auf einen Mord hindeuteten, verdünnten oder lösten sich auf. ?Es gibt keinen politischen Preis, der die Opferung der Wahrheit rechtfertigt’, hat Margarita Guerra gesagt. Wir können mit ihr einverstanden sein, sofern wir uns klar sind, worauf wir uns beziehen. Denn nach meiner Ansicht wurde der politische Preis auf Kosten des Opfers gezahlt. Gibt es in der Untersuchung jemanden, dem/der mehr Unrecht widerfahren ist ? Ist es ethisch, ein psychiatrisches Gutachten von einer Person zu erstellen, der mensch nie in die Augen gesehen hat, sondern aufgrund einer Ansammlung von Geschichten ?

Es ist schwierig zu verstehen, warum das Dienstzimmer nicht überprüft wurde, wo ’Beweise’ wie die der Zeitungsausschnitte gefunden wurden. Und nach der Leerung (original: haber vaciado) des Büros: Wie ist zu erklären, dass kürzlich eine Tüte Pulver mit der Schrift Dignas aufgetaucht ist ? Und bezüglich der anfänglichen Spuren in den Handschuhen, die sie nicht vollständig anhatte, wie am Anfang gezeigt wurde: Wie kann es sein, dass sie jetzt Spuren ihrer DNA haben ? Die so genannten ?unwiderlegbaren Tatsachen’, die erst nach zwei Jahren erschienen, waren nicht ausreichend, nur mit diesen zu zeigen, dass sich Digna selbst umbrachte. Eine so schwache ?Wahrheit’ brauchte den Beweis, warum sie sich umbrachte. Dazu kam die Zurschaustellung und Beschimpfung − ohne jegliche Wiederherstellung − ihres Bildes und der Flugbahn des Geschosses , voll von Werturteilen und sogar der Analyse ihrer beruflichen Arbeit...

Aus der Lektüre des offiziell veröffentlichten Dokumentes − denn dieses Mal wurden auch die Filtrierungen gemacht − geht hervor, dass auf die Anmerkungen des Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH, in seiner spanischen Abk.; Anm. des Übersetzers): Was war mit den strukturellen Fehlern in der Untersuchung und warum wurde argumentiert, sie hätten keinen Einfluss ?auf die Konjunktur’ (original: no impactaron en ?lo coyuntural’) ? Es ist ein sichtbareres Ungleichgewicht bei der Handhabung der Untersuchungsrichtungen zu beobachten. Das kann aufgrund der Entscheidung für die Schlussfolgerung des Selbstmords offensichtlich sein. Jedoch die Art und Weise, in der die Bezüge zu Guerrero und zur Armee hergestellt werden, überraschen aufgrund des kategorischen Freispruchs der erwähnten Kräfte...

... im Fall Digna müsste gezeigt werden, dass wir ein lebendes Bild von ihr behalten, das ihrer Arbeit, das der Menschenrechtsverteidigerin, der in dieser verheerenden Beleuchtung ihres Intimlebens ein moralischer Schaden post mortem zugefügt wurde."

3. Ich beklage, dass die Staatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt offiziell meine Beteiligung an dem Vorschlag der Staatsanwältin erwähnt, ohne einen Bezug auf meine Zurückweisung der von jener getroffenen Schlussfolgerungen bezüglich des vermutlichen "Selbstmords" Digna Ochoas herzustellen. Dieses Verbrechen wartet noch auf Gerechtigkeit.

Magda Gómez

De los padres de Pável González

Señora directora: De antemano agradecemos permitirnos a través de La Jornada, uno de los medios más congruentes, hacer la siguiente aclaración y agradecimiento al subcomandante Marcos; así como un gran saludo solidario a la causa zapatista en su aniversario, memoria de dignidad y nobleza, en nombre de nuestro hijo Pável, que aunque en materia no estará con esas causas nobles, en espíritu lo está. Su recuerdo nos da la fortaleza y sabiduría para continuar. Quedarnos callados es ser parte de tanta ignominia y ruindad cínica, dejando en la insolación a todos los grandes espíritus universitarios que siguen en pie, los estudiantes comprometidos, ese legado del futuro humano tan vilmente lastimado y golpeado.

Gracias Marcos, tu coraje e indignación son nuestros. Aclaramos además que como ha sido declarado ante el ministerio de la PGJDF, los padres de Pável desconocemos el supuesto recado póstumo de Pável, no somos peritos para hacer la investigación y comparación científicamente. En tanto haya muchos cabos sueltos, contradicciones u omisiones en la extraña e inesperada muerte de nuestro hijo buscaremos la verdad y la justicia, ya no más penitencia. Por ejemplo, ¿la contradicción en los tiempos mortuorios, de 17 a 96 horas, será porque no hay nada que justifique la desaparición de Pável sin dinero y sin medios desde ese doloroso 19 de abril hasta el 23? ¿Por qué si estaba vestido en la cruz, según testimonios, el sábado 24 nos muestra el Ministerio Público de Tlalpan su cuerpo desnudo y desde la punta del pelo hasta los pies completamente cubierto de tierra, colocado boca arriba, con los brazos levantados como defendiéndose? ¿Por qué no había rastros de sangre en sus ropas si la herida del cráneo que percibimos era muy grande? ¿Por qué su hígado destrozado y sus partes nobles lastimadas? Por favor: el simple hecho de escribir esto duele, hay que ser muy deshumanos para resistir tanto horror y aberración. Usted dice creer en Dios, señor Batiz, y por favor no abusen de la inteligencia humanas. Investiguen las amenazas e intimidaciones tanto a los compañeros de Pável, la cooperativa zapatista y a nuestro domicilio; que aunque hicimos la denuncia de las placas del vehículo, todo lo separan del caso.

Faltaría recordar a las autoridades universitarias de nuestra -del pueblo que la paga- máxima casa de estudios, que se han olvidado tristemente de hacer congruente con la práctica y compromiso social el lema universitario "Por mi raza hablará el espíritu", pues se está coartando con tanta impunidad la elevación del espíritu y olvidándose de nuestra raza, permitiendo que la vida en la UNAM sea cooptada por grupos de poder egoístas y grupos fascistoides cada vez más beligerantes e impunes, sin proteger la vida y dignidad de su comunidad universitaria, pues a raíz de la muerte de Pável y de tanta violencia en la UNAM, como en la guerra sucia, no ha habido una declaración siquiera, mucho menos investigación. Gracias por su atención y felicidades a La Jornada. Viva la dignidad y valía de los estudiantes en pie y los zapatistas. Padres de Pável: Mario y Lourdes Gozález


an gleicher Stelle wie der Brief von Magda Gómez:
Von den Eltern von Pável González

Frau Direktorin (der Jornada, Carmen Lira; Anm. des Übersetzers): Im Voraus danken wir dafür, uns durch La Jornada − eines der passendsten Medien − die folgende Klärung und Danksagung an Subcomandante Marcos zu erlauben. Hiermit auch ein großer solidarischer Gruß an die zapatistische Sache an ihrem Jahrestag, Erinnerung der Würde und des Edelmutes, im Namen unseres Sohnes Pável, der wenn auch nicht leibhaftig, so doch im Geiste bei diesen würdigen Motiven ist. Seine Erinnerung gibt uns die Kraft und das Wissen weiterzumachen. Zu schweigen hieße für uns, Teil von soviel Schmach und zynischer Niedertracht zu sein und die großen universitären Köpfe, die noch aufrecht stehen, die einer Sache verpflichteten StudentInnen im Stich zu lassen, dieses so elend erniedrigte und geschlagene Vermächtnis der menschlichen Zukunft.

Danke Marcos, Deine Wut und Empörung sind auch unsere. Zudem stellen wir klar, wie schon vor der Abteilung der Staatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt erklärt, dass wir, die Eltern von Pável, die vermeintliche posthume Nachricht von Pável nicht als solche anerkennen. Wir sind keine Gutachter, um die Untersuchung und den Vergleich wissenschaftlich zu machen. Auch wenn es viele einzelne Schlüsse, Widersprüche und Unterlassungen bei dem seltsamen und unerwarteten Tod unseres Sohnes gibt, suchen wir die Wahrheit und Gerechtigkeit, keine weitere Buße mehr. Zum Beispiel: Ist der Widerspruch zwischen den Todeszeitpunkten von 17 bis 96 Stunden da, weil nichts das Verschwinden von Pável ohne Geld und Mittel seit jenem schmerzhaften 19. April bis zum 23. rechtfertigt ? Warum zeigt uns die Polizei von Tlalpan (Stadtteil von Mexiko-Stadt, Anm. des Übersetzers) seinen Körper nackt und vom Haar bis zu den Füßen mit Erde bedeckt, auf dem Rücken liegend, mit erhobenen Armen, als ob er sich verteidigt, wenn er laut Zeugenaussagen am Kreuz bekleidet war ? Warum gab es keine Blutspuren in seiner Kleidung, wenn die Verletzung des Schädels, die wir wahrnahmen, sehr groß war ? Warum war die Leber zerrissen und seine empfindlichen Stellen beschädigt ? Wir bitten Sie! Die einfache Tatsache dies hier zu schreiben tut weh, mensch muss schon sehr unmenschlich sein, um soviel Horror und Abweichungen zu widerstehen. Sie sagen, Sie glauben an Gott, Herr Bátiz, bitte missbrauchen Sie nicht die menschliche Intelligenz.

Untersuchen Sie die Drohungen und Einschüchterungen sowohl gegen die Freunde von Pável, die zapatistischen Kooperative als auch gegen unser Haus. Denn auch wenn wir die Nummernschilder des Fahrzeugs gemeldet haben, wird alles von dem Fall getrennt.

Fehlte nur noch, an die universitäre Leitung unseres − der Bevölkerung, die es bezahlt − höchsten Hauses der Studien zu erinnern, die traurigerweise vergessen hat, das universitäre Motto "Für mein Volk wird der Geist sprechen" an die Praxis und die soziale Verpflichtung anzupassen. Denn die Erhebung des Geistes wird mit soviel Straflosigkeit eingeengt und unser Volk so vergessen, dass die Vereinnahmung des Lebens in der UNAM durch immer kriegerische und straffreie egoistische Machtgruppen und faschistoide Gruppen erlaubt wird. Dies geschieht ohne das Leben und die Würde der universitären Gemeinschaft zu schützen, denn seit dem Tod Pávels und der vielen Gewalt in der UNAM, wie während des Schmutzigen Krieges, gab es nicht mal eine Erklärung und noch weniger Untersuchung.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit und Glückwünsche an La Jornada. Es lebe die Würde und der Mut der aufrichtigen StudentInnen und der Zapatisten.

Die Eltern von Pável:
Mario und Lourdes González


Einige Anmerkungen des Übersetzers:

1. "Für mein Volk wird der Geist sprechen" − im Original: Por mi raza hablará el espíritu (bis zum 20. Jh. sogar noch: .... santo); ist der Spruch der UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México, Autonome Nationale Universität Mexikos). Auf die UNAM bezieht sich auch der Ausdruck "höchstes Haus der Studien", im Original "casa máxima de estudios", ein in Mexiko gebräuchliches Synonym für die größte lateinamerikanische Universität. Raza hat verschiedene Bedeutungen, ist aber diesem Kontext auf KEINEN Fall mit "Rasse" zu übersetzen oder in völkischer Bedeutung zu verstehen.

2. Schmutziger Krieg − Bezeichnung für Verfolgung von StudentInnen, Oppositionsgruppen und sich bildenden Guerillas in den 1970er Jahren in Folge der Massaker von Tlatelolco (1968) und 1971.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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