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Über 30 Statuen in Mexiko-Stadt mit zapatistischen Symbolen geschmückt

 

Einzigartige Widmung der Helden der Unabhängigkeit zum Nationalfeiertag

La Jornada vom 17.09.2002
Jesus Ramirez Cuevas

 
Mit Morelos sind wir eingeschlafen und mit dem Sub Marcos aufgewacht, sagte eine Frau in der Alameda Sur, keiner hat sich für die Aktion als verantwortlich erklärt.

Im Morgengrauen des 16 Septembers trieb ein Gespenst durch Mexiko-Stadt und kleidete die wichtigsten Statuen der Helden der Unabhängigkeit mit schwarzen Skimasken, roten Halstüchern und Fahnen der Zapatistischen Befreiungsarmee (EZLN) ein. Auf diese Weise ehrte irgendeiner auf außergewöhnliche Weise den Vater des Vaterlandes und die Aufständischen, die den Kampf im Jahr 1810 aufnahmen. Genau 192 Jahre später, nachdem der Priester von Dolores, Don Miguel Hidalgo, in seinem Aufruf die Mexikaner zum bewaffneten Aufstand gegen Spanien zusammengeführt hatte, erwachten um die 30 Statuen von Miguel Hidalgo I. Costilla, José María Morelos y Pavón, Vicente Guerrero, Ignacio Allende und Doña Josefa Ortiz de Domínguez, La Corregidora, geschmückt mit den Symbolen des Kampfes der Zapatistas in Chiapas.

Das gleiche geschah auch in den Stadtbezirken Tlalpan, Xochimilco, Cuauhtémoc, Miguel Hidalgo, Iztapalapa, Gustavo A. Madero und Benito Juárez. An einigen Hauptstraßen erschienen auch Graffitis und Aufkleber mit den Schriftzug der EZLN. Auf dem Hidalgo-Platz in Coyoacan erwachten die Händler, die den Festtag versorgten, mit einer Überraschung: Die Bronzestatue von Hidalgo hatte eine schwarze Kapuze über den Kopf gestülpt, ein rotes Tuch um den Hals gelegt und führte in der Hand eine schwarze Fahne mit einem Roten Stern und dem Schriftzug der EZLN mit sich. Am Fuße des Monuments stachen außerdem neben einer Blumengabe auch einige Aufkleber mit dem gleichen Schriftzug der zapatisitschen Guerilla hervor.

Dieser Fund stimmte überein mit anderen Berichten über ähnliche Ereignisse in der ganzen Stadt. Bei einer Rundfahrt der Jornada zu den wichtigsten Denkmälern, die an die Persönlichkeiten der Unabhängigkeit erinnern, konnte bestätigt werden, das um die 30 Statuen mit den erwähnten Symbolen geschmückt worden waren. Gegenüber des Kulturhauses im Bezirk Magdalena Contreras trug die Büste von Hidalgo, deren Basis voller Graffitis war, die gleiche Pracht und zapatistischen Transparente. An der Kreuzung San Fernando und Avenida Insurgentes trug die Figur des gesamten Körpers von Hidalgo die Maske, das rote Halstuch und die zapatistische Fahne. Das gleiche geschah mit dem Hidalgo hinter dem Markt von Mixcoac, am Rondell Hidalgo und im Park La Bola im Stadtteil Santo Domingo. An der Alameda Sur versuchte zum Morgenanbruch eine Gruppe Polizisten, dem Bildnis von Morelos die neue Tracht zu entreißen, in die man ihn heimlich am Ende der Nacht gehüllt hatte. Eine Passantin, die gerade ihren Hund ausführte und dabei Zeugin des Manövers der Agenten wurde, erklärte erfreut: Mit Morelos sind wir eingeschlafen und mit dem Sub Marcos aufgewacht.

Auch das Reiterstandbild von Vicente Guerrero im Hundido-Park trug eine Skimaske, die sein Gesicht halb verdeckte und von seinem nach vorn gestreckten Schwert hing die gleiche Fahne wie an den anderen Stellen.

Auf dem Platz des Friedhofs von San Fernando war auf gleiche Weise die stattliche Figur von Guerrero gekleidet, die auch eine Inschrift trägt, die an eine seiner berühmtesten Denksprüche erinnert: Leben für das Vaterland oder Sterben für die Freiheit − ein Motto, das auch von EZLN seit ihren Ursprüngen vor fast 20 Jahren übernommen wurde. Ein Jugendlicher des Stadtteils, der mit seinen Freunden in diesem Park spielte, um die Auswirkungen des Katers der letzten Nacht zu vertreiben, bemerkte, während der Fotograf die Statue von Vicente Guerrero ablichtete: Mensch, das kann doch nicht sein, sie haben Guerrero als Zapatista verkleidet. Er sieht toll aus.

Auf die gleiche Weise wurden Statuen dieser historischen Persönlichkeiten im Zentrum von Tlalpan, Xochimilco, Iztapalapa, am Periférico, an der Avenida Presidente Mazaryk, in Polanco; Indios Verdes und anderen Orten geschmückt. Ein Nachbar im Norden der Stadt teilte mit, als er von der Geschichte erfuhr, das gut sichtbar an diesem Morgen der Schriftzug EZLN in Weiss gemalt nahe des Hügels Chiquihuite auftauchte.

Wie zu erwarten, hat niemand die Verantwortung für die Aktion übernommen. Aber die Absicht ist offensichtlich: Ehrung der Aufständischen, die vor 200 Jahren für Mexiko kämpften, und die Umwidmung ihrer Abbilder aus Stein und Bronze, durch die Kleidung mit den Farben und Symbolen derjenigen, die sich heute aufständische Zapatistas in Chiapas nennen.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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