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Mexiko: Kein Recht auf Abtreibung nach Vergewaltigungen

 

Die Fälle der Mädchen Lucila und Paulina

Zapapres-Import vom 26.10.2001

  my/ZAPAPRES/26.10.01

Lucila

Lucila kommt aus einer Familie, die im Elend lebt. Sie ist die älteste von drei Geschwistern. Sie ist 12 Jahre alt, aber sie verfügt über den Verstand einer Sieben-Jährigen. Der Rückstand ist bereits eine Behinderung. Außerdem ist sie stark unterernährt. Sie wurde von ihrem Vater vergewaltigt und schwanger.

Als bei dem Kind Symptome und Übelkeit festgestellt wurde, begab sie ihre Mutter Lucila in das Allgemeine Krankenhaus von Sinaloa, wo am 1. Juni 2001 die Schwangerschaft festgestellt wurde. Nach einer Befragung des Kindes und nachdem herausgefunden wurde, wer der Vergewaltiger ist, erhebt die Mutter voller Zorn und Schmerz eine Anklage und erreicht, dass der Mann, Vater ihrer drei Kinder mit dem sie 13 Jahre zusammenlebte, eingesperrt wird. Bei dem Gerichtsverfahren trat die sechsjährige Schwester von Lucila als Hauptzeugin auf, in deren Gegenwart ihr Vater Lucila vergewaltigt hatte.

Mit Hilfe einer Psychologin und einer Sozialarbeiterin der Einheit für Psychologische Unterstützung des Schulministeriums, die Lucila behandeln mit ihrer Behinderung seit sie vier Jahre alt ist. Ihre Mutter Lucía ging von einem Regierungsbüro zum anderen, zu Hospitälern und Institutionen, das Recht auf Abtreibung einfordernd im Fall der Vergewaltigung. Lucia ist keine Person, die sich durch Mitleid zufrieden stellen lässt, ihr Ziel war immer klar. Die Antwort war immer die gleiche: Wir verweigern uns nicht, aber die Entscheidungsgewalt haben wir nicht. So kommt Lucila in den vierten Monat hohen risikoreichen Schwangerschaft ohne Möglichkeit zur Abtreibung, trotz der schwerwiegenden Gründe:

− Die Vergewaltigung als solche

− Der Vergewaltiger ist ihr biologischer Vater

− Ihre geistige Behinderung

− Hoher Grad an Unterernährung

− Elende Lebensbedingungen

Die Anstrengungen von Lucia waren ein echter Kreuzweg. Staatliche Institutionen wie das Sozialministerium, die Gesundheitsversicherung, das Allgemeine Krankenhaus: Nur negativer Antworten und Ausflüchte.

Bei der Staatsanwaltschaft verlangt der Richter Ramón Adolfo Armenta die Meinung der zwei Spezialistinnen der Einheit für Psychologische Unterstützung des Schulministeriums, die Lucila mit ihrer Behinderung betreut haben. In der Besprechung, bei der die Mutter die Anwesenheit verweigert wird, deutet der Richter an, dass das biologische Alter von Lucila die Instinkte des Vaters provoziert haben könnten.

Eine andere Beamtin, die Unterstaatsanwältin Edna Aguirre weigert sich die Abtreibung anzuordnen, mit dem Argument, dass sie Gefahr laufe, ihre Arbeit in der Institution zu verlieren. In der letzten Klinik, wo Lucila mit ihrer Tochter war, solle die Abtreibung so durchgeführt werden, als ob es sich um einen natürlichen Schwangerschaftsabbruch handele, aber im entscheidenden Moment weigerten sie sich mit dem Vorwand, dass es keine freien Betten gäbe bis ein Arzt ihnen sagte, dass man in der Klinik überhaupt keine Abtreibung durchführen würde wegen der öffentlichen Reaktionen.

Keine der Autoritäten kümmerte sich um die Gefahren, die Lucila mit ihrer Schwangerschaft hat; und darum, wer das Kind aufziehen wird, darum, was passiert, wenn es Missbildungen gibt. Wie immer erhob sich der Druck ultrakoservativer Gruppen und der religiöse Glauben der Beamten über das Gesetz.

Als alle Tore verschlossen sind, explodiert die Mutter Lucia und informiert die Zeitung Diario del Noroeste über den Fall. Dieser wird dort am 29. Juni 2001 veröffentlicht. Die öffentliche Meinung, noch beherrscht vom Fall von Paulina aus Baja California, regierte mit Wut. Jetzt, nur nach dem Skandal, versucht die Regierung die Wogen zu glätten. Nun versuchen alle Beamten das Gesetz zu ihren Gunsten auszulegen um nicht schuldig zu erscheinen. Man spricht von einer Kommission, die untersuchen soll, ob eine Abtreibung noch möglich ist. Aber für niemanden ist es ein Geheimnis, dass die ultrakonservative Pan in Mexiko verhindert, dass die wenigen Gesetze, die eine Abtreibung ermöglichen, nicht erfüllt werden, obwohl es leider auch noch tausender anderer Fälle wie Paulina und Lucila gibt.

Paulina

Paulina, eine Beugung und Verletzung der elementarster Rechte der Frauen, ein anderer bitterer Fall eines 13-jährigen Kindes, die am 13 Juni 1999 in ihrem Haus von einem Heroinabhängigen Einbrecher, im Beisein ihrer Schwester und deren beiden Kleinkindern vergewaltigt wurde. Mexicali, Grenz-Stadt zu den USA, tausende Männer und Frauen kommen dort aus verschiedenen Landesteilen wie auch aus Mittelamerika zusammen, auf der Suche nach besseren Lebensmöglichkeiten. Die Realität ist hart: Die Grenze zu überschreiten, ist ernst und lebensgefährlich. Dutzende Männer, Frauen und Kinder sterben täglich bei dem Versuch. Mexicali, wie auch alle anderen Grenzstädte, ist ein Gebiet, wo sich die sogenannten Maquildoras aus den USA oder Asien angesiedelt haben. In diesen werden vor allen Frauen angestellt, die unter Bedingungen der Überausbeutung arbeiten: niedrigste Löhne, die die Ansiedlung für derartige Unternehmen so attraktiv machen. Die mexikanische Regierung erlaubt die straffreie Verletzung von Menschen- und Arbeitsrechten der Arbeiterinnen.

Trotzdem ist für viele Menschen, die aus Elendszonen kommen, die Arbeit in den Maquiladoras eine Hoffnung zum Überleben und sich in Mexicali einzurichten in der Hoffnung, später in die USA gelangen zu können.

Die Familie von Paulina kommt aus Oaxaca, eines der Staaten mit den schönsten traditionellen Kulturen und anderseits aber auch mit großen Auswanderungs-Regionen, die die Menschen wegen der miserablen Lebensbedingungen in diesen verlassen. So kommen Paulina und ihre Familie nach Mexicali, auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Diesen Verfolgung dieses Traums verwandelte das Leben von Paulina und ihrer geliebten Mitmenschen in einen Alptraum. In einem Land wie Mexiko, nützt es, daß die Abtreibung wegen Vergewaltigung legal ist, den Frauen gar nichts, wenn moralische und religiöse Vorurteile der herrschenden Parteien PAN und PRI und des ärztlichen Personals sich über das Gesetz erheben.

Das beste Beispiel hierfür ist, als Paulina und ihre Mutter losgingen, um eine Erlaubnis für die Abtreibung beim Staatsanwalt Juan Manuel Salazar Pimentel zu erhalten. Dieser hohe Beamte lud eine breite Rede über die Sünde der Abtreibung über sie ab. Außerdem brachte er sie in seiner Gnade zu einem Priester, der Paulina mit der Exkommunizierung drohte. Der Staatsanwalt Juan Manuel Salazar Pimentel versuchte Sie zu überreden, das Kind auszutragen, mit dem Argument, es gäbe viele Menschen, die bereit seien, das Kind zu adoptieren. Es ist hier zu erwähnen, dass an der Grenze zu den USA die Adoption ein lukratives Geschäft ist, an der die Kirche und andere Institutionen ohne Furcht vor Strafe teilhaben.

Als Paulina von ihrer Schwangerschaft erfuhr, bot die sie behandelnde Gynäkologin ihr an, die Abtreibung durchzuführen, sobald die Erlaubnis des Gesundheitsministeriums vorliege. Ihre Mutter beantragte und erhielt die Erlaubnis mit der Bedingung, das die Abtreibung in einer staatlichen Gesundheitseinrichtung durchgeführt werde. Darauf hin begab sich Paulina am 1.10.1999 in das Allgemeine Krankenhaus von Mexicali.

Dort bleib sie 7 Tage ohne irgendeine Nahrung zu erhalten. Während ihres Aufenthalts in diesem Krankenhaus, wurde den Familienangehörigen Paulinas immer mit Ausflüchten geantwortet. Das ärztliche Personal verletzte häufig seine Schweigepflicht, und erzählte offen, wo es möglich war über die Abtreibung. Dann, ohne das die Abtreibung durchgeführt wurde, wurde Paulina ohne Angabe irgendwelcher Gründe entlassen.

Doch Paulina war entschlossen. Sie und ihre Mutter forderten weiterhin ihr Recht ein. Nach einem Beugehaftbefehl über 36 Stunden wegen Verweigerung der Abtreibung gegen den Krankenhausdirektor Dr. Ismael Avila Iniguez (der in Wirklichkeit nur 3 Stunden in seinem Büro festgehalten wurde), erheilt dieser vom Ministerium erneut die Anordnung, die Abtreibung durchzuführen. Paulina betrat erneut das Krankehaus am 13.10.1999.

Am 14.10.1999 erlaubt das Krankenhaus, das zwei Frauen, die der ultrakonservativen Gruppe «Pro Vida (Für das Leben)" angehören, Paulinas Krankenzimmer betreten. Diese zeigen Paulina ein Video mit zerstörten Föten, um sie zu überzeugen, nicht abzutreiben. Aber Paulina widersteht. In der gleichen Nacht spricht der Direktor Dr. Avila Iniguez mit ihrer Mutter. Er argumentiert, Paulina könne an einer Blutung sterben oder unfruchtbar bleiben, und das in beiden Fälle Paulinas Mutter dafür die Verantwortung trage. Derart eingeschüchtert und mit der Priorität, das Leben von Paulina zu schützen, spricht sie sich dagegen aus, das die Abtreibung durchgeführt wird Nachdem Paulinas Wille und ihr Recht durch den Widerstand der Ärzte, Beamten und Politiker niedergemacht wird, wird am 13. April 2000 nach eine Kaiserschnitt ihr Sohn Isaac geboren. Es gibt so viele Klagen, von Paulina, ihrer Mutter, von Menschenrechtsgruppen, Journalisten, Schriftstellerinnen und Schriftstellern, wie auch die Empfehlung der Staatsanwaltschaft für Menschenrechte und Schutz der Bürger im Staat von Baja California.

Eine Entschädigung für Paulina wegen der erlittenen Schäden wie auch die Schaffung einer Treuhandschaft, der die Sorge der Minderjährigen für ihren Sohn übernimmt, bis sie für sich selber sorgen kann, sind von der gleichen Regierung verweigert worden.


Quelle: Zapapres
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