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Worte der EZLN auf der UAM-Xochimilco

Kommunique vom 20.03.2001
übersetzt von Dana

  Worte der EZLN auf der Autonomen Städtischen Universität (UAM) Xochimilco
20, März, 2001.

Brüder und Schwestern der UAM-Xochimilco:
Studenten, Lehrer und Arbeiter von SITUAM:
Brüder und Schwestern aus der Umgebung von Mexiko Stadt:

Danke dafür, dass ihr auf uns gewartet habt, uns empfangt und uns zuhört.

Hier auf der UAM-Xochimilco, möchten wir der gesamten Gemeinde der Autonomen Städtischen Universität danken, jenseits und über jene Divisionen hinaus, die paradoxerweise Einheiten genannt werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die UAM Gemeinde den Zapatisten ihr Ohr und ihr Herz geöffnet hat. Seit dem 1. Januar 1994 haben wir eure selbslose und bedingungslose Unterstützung für den Kampf der zapatistischen Gemeinden erfahren.

Wir würden gerne insbesondere unsere Dankbarkeit an die SITUAM zum Ausdruck bringen, für die Unterstützung die sie uns in all dieser Zeit zuteilwerden liessen.

Wir brachten Füller, Radiergummis und Bleistiftspitzer für die UAM-Azcapotzalco. Für die UAM-Iztapalapa waren es Bücher, Bibliotheken und Schweigen. Für die UAM-Xochimilco, liefern wir Flaggen, Kleber und Hände. Und um das zu tun, haben wir ein Genie der modernen Kommunikation eingeladen, ein vollendeter Künstler, der unerreichbare Traum der "Kopfjäger ", der grösste Vertreter des fahrenden Rittertums, der pompöseste aller Käfer...

"Stop!" schrie Durito. "Den letzten Teil habe ich Dir nicht diktiert..." "Welchen?" fragte ich mit gespielter Unschuld. "Den Teil über den vollendeten Künstler?"

"Sehr witzig," sagte er und stemmte alle seine Hände auf den Hüften. Und hier höre ich, der Sup, auf zu schreiben, weil Durito das Wort mit Gewalt ergriffen hat.

(Durito spricht)

"Was gibt’s Leute?

Wie geht’s wie steht’s?

Äh, nein. Ähem. Ähem.

Holde Maiden und Rittersleut’

Da Don Diego die Rückkehr der feudalen Zeiten ausgerufen hat, ist es dringend vonnöten, dass wir uns alle bereitmachen um die Uhr der Geschichte wieder zum Laufen zu bringen. Und da wird nichts sein mit Ritter die sich für den Kampf rüsten während die holden Maiden seufzend warten. Zum Teufel mit Konventionen, und lasst uns alle durcheinander vorstürmen um der Geschichte die Tür zuzuknallen.

Und deshalb, achtung! Leiht euer aufmerksames Ohr und offene Herz dem was der etcetera Don Durito euch zu sagen kam:

Ein Tuch ist ein Tuch, und wird nicht aufhören ein Tuch zu sein, bis der Zauberer eine Hand ausstreckt und ihn in eine Flagge verwandelt. Um das zu tun, muss man Farben haben, die um uns herum sind, die wir aber nicht sehen bis wir sie in uns selbst gefunden haben.

Die Hand nimmt daher die Farben und webt mit Zuneigung das Tuch, und das Tuch ist nicht länger Tuch, es ist aber auch noch nicht Flagge. Und hier ist es wo der Kleber ins Spiel kommt. Kleber, anders als vielleicht angenommen, schmiert nicht, trennt nicht und schafft kein Abstand, sondern er klebt, er verbindet, er eint, er bringt näher. Kleber ist eine Brücke. Aber Kleber allein kann nichts ausrichten, wenn es nicht etwas zu kleben gibt, und etwas an dem man ankleben kann.

Und dann taucht der Stock auf. Ja, ich weiss dass die Grossnase die vor mir gesprochen hat ganz eindeutig "Flaggen, Kleber und Hände," sagte, und nirgendwo von Stöcken die Rede war, aber das war sein Fehler, denn ich habe ihm ziemlich deutlich gesagt "Flaggen, Kleber, Stöcke und Hände." Ergo, glaubt nicht ihm, sondern mir.

Also dann, um hier weiterzumachen:

Der Stock taucht also auf, und der Kleber kann jetzt das farbige Tuch an den Stock kleben, und einige könnten jetzt sagen, dass das nun eine Flagge wäre, und tan-tan, Lerneinheit abgeschlossen und ab ins nächste Semester (das heisst, wenn sie keine Fächer anstelle von Lerneinheiten setzen), aber: falsch! Es ist noch keine Flagge. Die Hand fehlt, die nachdem sie das Tuch zugeschnitten, mit Farben bemalt und an den Stock geklebt hat, es hochhalten kann. Dann und nur dann, wird es eine Flagge sein.

Aber eine Flagge ganz alleine kann nur einsam sein, auch wenn sie viele Farben hat, auch wenn sie sehr hoch gehalten wird, auch wenn der grosszügige Wind sie flattert.

Denn das wichtigste an einer Flagge ist eindeutig nicht das Tuch, noch die Farben die es schmücken, noch der Stock, noch der Kleber, sondern die Hand die sie zu einer Flagge macht wenn es sie aufnimmt und hochhebt.

Und eine Hand alleine ist unvollkommen. Sie braucht eine andere Hand, und noch eine, und noch eine, und viele, und wenn viele Hände viele Flaggen hochheben, kann viel Schönheit gesehen werden, viel Farbe, viel Bewegung, viel Freude, viel Morgen.

Aber die Hände die sie erheben werden nicht gesehen, auch wenn sie viele sind.

Und in den Flaggen, in der Farbe, in der Bewegung, in der Freude, und in dem Morgen, ist das was wirklich zählt die Hände, auch wenn sie nicht gesehen werden.

Vielen Dank."

(Ende von Duritos Unterbrechung. Der Sup ergreift wieder das Wort).

Nun denn, Brüder und Schwestern von der UAM, was wir gekommen sind um euch zu sagen ist, dass wir Flaggen sein können oder nicht, aber das was wirklich zählt seid ihr, die ihr die Hände seid, die uns hochheben und aufrichten. Und ja, es wird Farbe geben, und es wird Bewegung geben, und es wird Freude geben, und es wird ein Morgen geben, aber nocht wegen der Flagge der wir manchmal ähneln, sondern wegen der Hände die ihr seid.

Danke UAMeros! Lasst sie euch nicht das wegnehmen was euch anders macht, denn dann werden ihr Würde verlieren, und es wird keine Hände mehr geben, auch wenn die Flaggen noch zu sehen sind. Und das ist es was die Mächtigen wollen: Die Hände auszulöschen und zum Schweigen zu bringen, denn ohne Hände gibt es auch keine Flaggen.

Salud UAM.

Aus der Xochimilco Einheit der Autonomen Metropolitanen Universität.
Das Klandestine Revolutionäre Indigene Komitee − Generalkommandatur der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung.
Mexico, März 2001

 Quelle:  
  http://enlacezapatista.ezln.org.mx/ 
 

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