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Worte der EZLN in Juchitán

 

Über die indigene Sprache

Kommunique vom 25.01.2001
übersetzt von Dana

  Worte der EZLN in Juchitán Oaxaca.
25. Februar 2001

Indigene Brüder und Schwester des Oaxaca Isthmus:
Brüder und Schwester des demokratischen Lehrberufes:
Brüder und Schwester Studenten:
Brüder und Schwester Angestellte, Arbeiter und Campesinos
Menschen von Juchitán:

Vor nunmehr vielen Jahren − seit dieser Zeit bestand die Erde darauf ihre Prozession um die Sonne fast 18 Mal zu vollführen (als die EZLN aus nur einer Handvoll Männer und Frauen bestand, nicht mehr als die Finger an unsere Hände) − gingen wir uns einmal auf die Jagd, angetrieben von Hunger. Der alte Antonio trug seine alte Chimba und ging vorsichtig, auf den Boden blickend, und prüfte die Spuren auf der Erde und die Geräusche der Selva. Wie er es mir erklärte, versuchten wir nach dem Schnurren des Truthahnes in Hitze zu horchen, dem Trommeln der Zähne des Censo, dem heiseren Bellen der Saraguato oder dem donnernden Jubeln des Spinnenaffen.

Wenn ich ehrlich sein soll (und das sollte ich sein, weil ich zu euch spreche, die meine Geschwister seid), war der alte Antonio derjenige der auf die Jagd ging. Ich tat kaum mehr als ihn zu begleiten, mit meinen ersten ungeschickten Schritte in den Bergen des mexikanischen Südostens. So weit meine begrenzte Erfahrung ausreichte, waren alle Geräusche gleich und bedeuteten nichts. Das einzige Geräusch dass ich absolut sicher identifizieren konnte war das Knurren meines Magens, und dessen Bedeutung verstand ich sehr wohl: Hunger.

"Ein guter Jäger ist kein guter Schütze, sondern jemand der ein guter Zuhörer ist", sagte mir der alte Antonio. "Den wenn es ums Hören gehen, hören kann jener. Aber Zuhören bedeutet herauszufinden was jedes Geräusch bedeutet."

Ich sollte noch sagen dass zu dieser Zeit der Tag von der Nacht fast verdrängt worden war, und der begrenzte Horizont der nahen Hügen begann jetzt von grausamen nächtlichen Stecher eingenommen zu werden.

Und so setzten wir uns unter einer Ceiba, laut dem alten Antonio " der Mutterbaum," "Die Stütze der Welt".

Vielleicht war es deswegen, dass das Feuer das die zusammengerollte Zigarette und das Wort des alten Antonio anzündete, das weit-entfernte Gestern erleuchtete. Der alte Antonio wartete darauf dass ich meine Pfeife anzündete und, die nötige Erinnerung dem aufsteigenden Rauch entnehmend, erzählte er mir:

"Die Geschichte der Ersten Sprache in Diesen Ländern.

"Die Allerältesten der Alten unserer Völker erinnern sich, dass die ersten Götter − nicht die Allerersten, die die Welt gebaren, sondern andere, die nicht mehr so ganz die Allerersten waren, aber ein wenig wie sie − ein wenig faul waren.

Und es war so, dass ein ziemlich grosser Teil der Welt bereits von den allerersten Götter geboren worden war, und die Männer und Frauen des Maises, die Wahren, waren schon dabei den den Rest zu machen.

Und so waren diese Götter faul, weil sie keine Arbeit hatten und nur spielen und tanzen wollten. Sie alberten nur herum und rissen mit ihrem Wind die Röcke der Frauen hoch und brachten die Füsse der Männer durcheinander damit sie hinfielen.

Und die Männer und Frauen des Maises, die Wahren, nahmen ihren Mut zusammen und hielten eine Versammlung ab um dieses Problem zu besprechen.

Und so riefen diese Götter die nicht mehr so ganz die Allerersten waren aber ein wenig wie zur Versammlung auf, und da sich bei den Männer und Frauen des Maises bereits der Gedanke gefestigt hatte dass der der Regiert gehorchend regiert, riefen sie diese Götter.

Denn ganz egal wie göttlich sie sein mögen, sie mussten immer noch die Vereinbarungen des Kollektives respektieren, wie sie dann die Vereinbarungen aller für das gemeinsame Wohl nannten.

Und so geschah er dass die Götter ankamen, die einen die nicht mehr so ganz die Allerersten waren aber ein wenig wie sie, und anfingen kleine Scherze zu machen, und die Versammlung schalt sie, und dann blieben diese streichlustigen Götter still.

Und dann sprachen die Frauen des Maises, und sie waren sehr erzürnt, weil die Götter mit ihre Winde ihre Unterröcke hochgerissen hatten. Und dann sprachen die Männer des Maises, und sie waren sehr erzürnt wie die Götter sich auf dem Boden wie Schlangen bewegt hatten und Füsse durcheinandergebracht hatten, damit die Männer und Frauen des Maises, die Wahren, hinfielen.

Und so setzten sie die Vergehen dieser Götter in der Versammlung fest, und sie kamen zu der Entscheidung dass sie das Feld der Gemeinschaft von Steinen säubern mussten.

Und die Götter gingen um die Steine aus den Feldern zu räumen, und sie sagten "Was? Aber wir sind Götter, auch wenn nicht die allerersten," und sie wurden ernsthaft ärgerlich, und sie hoben einen grossen Felsen auf und schlugen das Haus ein in dem die Männer und Frauen des Maises, die Wahren, das erste Wort hüteten, das eine dass nach hinten blickt und nach vorne wenn man weiss wie man ihm zuhören muss.

Nach diesem höchst unglücklichen Vorfall, rannten diese nicht ganz allererste Götter ganz weit davon, weil sie wussten dass sie ein grosses Unrecht begangen hatten.

Dann hielten die Männer und Frauen des Maises eine Versammlung um zu sehen was sie wegen dieses grossen Unrechtes dass ihnen angetan worden war unternehmen sollten, denn sie wussten dass sie gemeinsam durchaus in der Lage waren grosse Unrechte zu lösen.

Und ohne das allererste Wort, könnten die Männer und Frauen des Maises taub für ihre Geschichte und blind für ihr Morgen werden.

Den das war das allererste Wort: Wurzel der Vergangenheit und Fenster zum kommenden Pfad.

Denoch fürchtete sich die Versammlung der Männer und Frauen des Maises, die Wahren, nicht, und sie fingen an Gedanken zu suchen und machten sie zu Worte, und durch sie wurden andere Gedanken und andere Worte geboren.

Deshalb sagen sie das "Worte Worte hervorbringen" (DIIDXA RIBEE DIIDXXA auf Zapotekisch).

Und so trafen sie die Vereinbarung ihre Erinnerung sehr sorgfältig zu hüten und ihr Wort Sprache zu machen. Aber sie fragten sich was geschehen würde wenn sie ihre Sprache vergässen, oder wenn jemand ihnen die Erinnerung stehlen würde, und deshalb vereinbarten sie auch sie in Stein zu meisseln und sie dort gut zu hüten wo ihre Gedanken ihnen das sagen würden. Und einige hüteten die mit Erinnerung gemeisselten Steine in den Bergen, und einige gaben sie der See um sie zu hüten.

Und jetzt waren die Männer und Frauen des Maises zufrieden.

Aber er geschah dass diese nicht so allererste Götter verlorengingen, und im Austausch um ihren Weg zurückzufinden, erzählten sie ihren Schabernack dem falschen Gott des harten Exkrementes, wie das Geld zu jener Zeit genannt wurde.

Und dieser Gott brachte Böses auf das Land der Männer und Frauen des Maises, die Wahren, und er machte sich daran die Männer und Frauen des Maises ihr allererstes Wort vergessen zu machen, und so taub für ihre Geschichte zu werden, was danach ,Vergessen’ genannt wurde, und blind für ihr Morgen, was sie später ,ratlos’ nannten.

Der falsche Gott wusste, dass wenn die Männer und Frauen des Maises ihre Geschichte vergessen und ihren Weg verlieren, ihre Sprache sterben würde, Stück um Stück, und damit, die Würde die sie hielt.

Der falsche Gott des harten Exkrementes, Geld, verwendete und verwendet immer noch viel Gewalt und viele Fallen. Alles um die Sprache unserer Allerersten zu zerstören.

Aber er versagt immer. Und so geschah es dass die Männer und Frauen des Maises, die Allerersten, immer oft in die Berge und zum See gehen würden um zu lesen was die mit Erinnerung gemeisselten Steine sagten.

Und so haben sie den Angriffen des falschen Gottes des Geldes widerstanden, und deshalb sind uns Indigenas die Berge und der See nahe.

Damit unsere Erinnerung nicht versagt, damit wir uns nicht verirren, damit wir einen "Morgen" haben."

Der alte Antonio beendete seine Geschichte als er die siebte Zigarette die er mit seinem Roller gemacht hatte zu Boden warf. Ich fragte: "Und was passierte mit diesen zweitklassigen Götter?"

Der alte Antonio tadelte mich:

"Sie waren kaum zweitklassig zu nennen. Die von jetzt sind zweitklassig: Geld und Macht. Jene Götter waren nicht so ganz die Allerersten, aber immer ein wenig wie sie.

Nun, es ergibt sich dass nichts mehr von ihnen bekannt ist, und dass die Indigenas immer glaubten sie könnten zurückkommen um ihren Schabernack zu treiben.

Und die Frauen machten ihre Unterröcke länger und zogen sie am Saum mehr zusammen, damit der Wind nicht mehr mit ihnen spielen könnte.

Und die Männer und Frauen gingen langsam, und achteten auf den Pfad auf den sie gingen. Deshalb blicken wir Indigenas beim gehen nach unten.

Jene die nichts wissen sagen das sei weil wir besiegt wären, oder weil wir wegen dem was wir sind traurig wären.

Das ist nicht wahr. Wir wurden niemals besiegt. Der Beweis ist dass wir hier sind.

Noch sind wir wegen dem traurig was wir sind.

Wenn wir beim gehen nach unten blicken, dann weil wir beim gehen auf unseren Weg sorgfältig achten, damit wir nicht stolpern, damit wir nichtvergessen, und damit wir nicht ratlos sind.

Indigene Brüder und Schwester des Oaxaca Isthmus:

Menschen of Juchitán:

Der Kampf für die Anerkennung der indigenen Rechte und Kultur ist auch der Kampf um den Respekt für unsere Sprache, ihre Erhaltung und ihres Ruhmes. Immer und immer wieder wollte uns der Gott des Geldes unsere Sprache wegnehmen, weil er weiss dass wir ohne sie nicht länger wir sein können, und dass sie uns dann alles wegnehmen können.

Wenn wir sagen dass wir die Anerkennung der indigenen Rechte und Kultur fordern, sagen wir unter anderem, dass wie die Anerkennung unserer Sprache fordern.

In ihr sind Worte die von der Geschichte sprechen die wir sind, ja, aber die auch von Morgen sprechen.

Und man muss wissen wie man diesen Worten zuhören muss, man muss wissen wie man diese Worte verstehen muss damit andere geboren mögen die von einer Zeit sprechen die erst noch kommen muss.

Vielleicht ist es das warum die Mächtigen die konstitutionelle Anerkennung unserer indigenen Rechte nicht wollen, weil sie auf diese Art unsere Sprache anerkennen und respektierten müssten.

Und das wäre dann was sie fürchten, denn wenn wir lernen zuzuhören, würden wir in unserer Sprache finden dass für uns, die Indigenas, der Morgen bedeutet so zu sein wie wir sind, und mit allen zu sein.

Viva die indigene Sprache, und vivan für immer jene die gehen und sie sprechen!

Demokratie!
Freiheit!
Gerechtigkeit!
Aus Juchitán, Oaxaca.

Das Klandestine Revolutionäre Indigene Komitee − Generalkommando der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung.
Mexiko, Februar 2001

 Quelle:  
  http://enlacezapatista.ezln.org.mx/ 
 

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