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Mexiko: Geschäfte mit dem Marcos-Mythos

Eine Buchrezension

Zapapres-Import vom 15.05.1995

  gh/ZAPAPRES, Hamburg. Mai 1995

Seit gut einem Jahr gibt es in Mexiko einen neuen Mythos: Von San Cristobal de las Casas in Chiapas bis zum Zocalo in Mexiko-Stadt werden Marcos-Puppen, Marcos- Masken, ja sogar Marcos-Kondome verkauft.

Über diesen Mythos hat Anne Huffschmid, Auslandskorrespondentin der TAZ in Mexiko- Stadt, einen Sammelband zusammengestellt. Die mexikanische Tageszeitung "La Jornada", für die Huffschmid auch schreibt, titelt dazu: "Seit März sind die Ideen Marcos’ in Deutschland bekannt." Vielleicht hatte die Jornada ja keine Informationen darüber, daß bereits zahlreiche Kommuniqués der EZLN, von denen ihr Sprecher längst nicht alle persönlich verfaßt hat, in der BRD veröffentlicht wurden. Nebenbei angemerkt sei auch, daß im vergangenen Jahr in der BRD mehrere Bücher über den zapatistischen Aufstand erschienen sind, von denen allen voran "¡Ya Basta!" (Hg: Topitas. Hamburg: Verlag Libertäre Assoziation. Dez. 1994) zu empfehlen ist.

Huffschmids Sammelband ist der erste, im dem der Marcos-Mythos explizit in den Mittelpunkt gestellt wird. Macht es jedoch Sinn, (trotz anderslautender Absichten) zur weiteren Mythisierung des Subkommandanten beizutragen? Da Masken und Mythen in der Geschichte und Gesellschaft Mexikos eine äußerst wichtige Rolle spielen, ist es durchaus legitim, dem interessierten europäischen Publikum über diese Schiene das Phänomen des indianisch-bäuerlichen Aufstands aus Chiapas nahe zu bringen. Doch dies gelingt Huffschmid nur Ansatzweise: zum Beispiel ist die Erwähnung anderer Maskierter der mexikanischen Gesellschaft (Superbarrio, Freistilringer oder Präsidentennachfolger) viel zu kurz gehalten. Lust zum Weiterlesen machen andererseits die Vergleiche mit historischen Aufständen von Emiliano Zapatas oder Gonzáles Flores (KoautorInnen B. Beck und F. Gonzales), die philosophischen Arbeiten des Koautoren Dussel über die (Un- )Möglichkeit der Verständigung mit den indianischen Gesellschaften sowie das Thema der mexikanischen Medien (Koautor E. Ibarra).

Daß sich auf interessante Weise mit den Mythen Mexikos Wissenswertes erzählen und damit natürlich auch Geschäfte machen läßt, hat der erfolgreiche Klassiker B. Traven bewiesen. In einer seiner Geschichten wird ein Auslandskorrespondent Zeuge der Untaten des "blutrünstigen Banditenrevolutionärs" Pancho Villa, der Berufskollegen des Korrespondenten aufknüpfen läßt, weil sie schlecht über ihn geschrieben haben (in: canasta mexicana de cuentos). Mal sehen, ob der Subkommandant auf das Buch der TAZ- Korrespondentin aufmerksam wird...

Anne Huffschmid (Hg): Subcomandante Marcos. Ein maskierter Mythos.
Berlin: Elefanten Press. 1995


Quelle: Zapapres
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