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Ermordung eines Zapatisten offiziell ein Jagdunfall

La Jornada vom 18.08.2002
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

  La Jornada, Samstag, 10. August, 2002 — San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, 9. August. Das Netzwerk der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte bestätigte heute, dass in der Nacht vom 7. August, José López Santiz, ein zapatistischer Unterstützer aus der Gemeinde 6 de Agosto, "mit acht Schüsse ermordet wurde" vor den Augen seiner zwei kleinen Kindern, die Baltasar Alfonso Utrilla — ein Lastwagenspediteur — als den Mörder identifizierten. Eins der Kinder, kaum älter als 11 Jahre, hatte die Mutter in Kenntnis setzten müssen.

Das Netzwerk hob hervor, dass die Aussagen des Kindes und anderer Zeugen "vollkommen der Version eines Jagdunfalls widersprechen", die letzte Nacht von dem Büro der Generalstaatsanwaltschaft in Umlauf gesetzt worden ist.

Während die offizielle Version von "einem Schuss" spricht, wies die Leiche mehrere Einschusslöcher auf, die von einer großkalibrigen Waffe aus naher Entfernung verursacht worden waren. Ebenfalls unwahr ist, dass der "Verstorbene" mit seinen Mördern auf der Jagd gewesen sei, wie die gesetzlichen Quellen ausgesagt hatten.

Angesichts der "klaren Verletzung der Menschenrechte durch die Beamten während der Ermittlungen," zählte das Netzwerk die folgenden Unregelmäßigkeiten auf, die entdeckt worden waren, angefangen mit dem Bericht über den Zwischenfall, und den Beweisen, die eine einfache Identifikation der Mörder erlaubte.

Seiner Frau Julia Gómez Encino zufolge, verliess José López Santiz das Haus gegen 19:00, in Begleitung seiner zwei Söhne, 11 und 8 Jahre alt, "um nach der Milpa zu sehen, weil ein Tier sie auffraß". Gegen 22 Uhr hörte die Señora Schreie von ihrem älteren Sohn, der "um Hilfe schrie, dass man kommen und sehen sollte wie sie seinen Vater getötet hätten." Um die Flucht der Mörder zu verhindern, ließ die Frau die "Luft aus einem der Reifen des Toyota Kleinlasters mit dem Kennzeichen CX03420. Das Fahrzeug wurde von Einwohner der Gemeinde als das von Baltasar Alonso Utrilla erkannt."

Die Aussagen des Kindes sind "überzeugend," sagt das Netzwerk: "Als er kam, sah ich wie ein Schuss auf mein Vater abgegeben wurde. Ich sah wer es war. Ich kannte den anderen nicht, nur den einen, der auf mein Papa geschossen hatte." Auf die Frage nach dem Namen des Angreifers antwortete er, es sei "Don Balta" gewesen. "Sie hatten zwei Mal auf meinen Vater geschossen, als ich kam, um es Mama zu sagen, weil sie uns auch erschießen wollten."

Das Kind wies auch darauf hin, dass die Leiche seines Vaters nicht an dem Ort gefunden worden war, an dem der Zwischenfall stattgefunden hatte, sondern im Gebüsch versteckt. Den Einwohnern der Gemeinde zufolge, "war es ein Hinterhalt".

Grab stand bereit

In ihrem Bericht hielten die Gemeindeverteidiger mehrere Unregelmäßigkeiten fest, die von den Öffentlichen Sicherheitspolizisten verübt worden waren, "die den Körper ohne die Anwesenheit der Staatsanwaltschaft oder eines Gerichtsarztes wegnahmen, und sie zu einem Bezirksfriedhof brachten, ohne die Autorisierung der Verwandten, die auf die relevanten Ermittlungen warteten. Den Berichten der Bevölkerung von Altamirano zufolge, hatte die Polizei "bereits das Grab bereit um die Leiche zu begraben."

Gestern morgen versammelten sich die Einwohner der Gemeinde von 6 de Agosto (ein Kilometer von der Autobahn Altamirano-Ocosingo entfernt, nicht weit von dem Bezirkshauptsitz von Altamirano) "am Eingang des Predio, um den Kleinlaster des vermutlichen Mörders herauszunehmen, als ein Fahrzeug vorbeiraste, das, nach Aussage der Augenzeugen, versuchte sie zu rammen." Die Indigenas erkannten zwei Angestellte der Staatsanwaltschaft aus Altamirano in den Wagen.

Gestern Nachmittag, bemerkte das Netzwerk, "raste das gleiche Fahrzeug noch einmal vorbei, und versuchte sie erneut zu rammen." Als der Versuch misslang flüchteten die Angreifer, aber dieses Mal wurden sie von ihren Beinahe-Opfern verfolgt. "Als sie sie fast eingeholt hatten, betraten Esmir Mora Alarcón und Rodolfo Melchor López das Präsidentenbüro von Altamirano, während die Bezirkspolizei den Einwohnern die sie verfolgten den Weg verstellten," berichtete das Netzwerk. "Auf den Verdacht hin, dass diese Personen Komplizen sein könnten, oder die Spuren des Mörders verwischen sollten, wurden sie von den Autonomistas im Präsidentenbüro von Altamirano festgehalten, zusammen mit dem Schwiegersohn des vermutlichen Mörders." Sie wurden zu einem Ort nahe 6 de Agosto gebracht.

An diesem Morgen herrschte Anspannung in Altamirano. Das Büro des Bezirkspräsidenten war geschlossen, und es gab eine hohe Polizeipräsenz. Die Lastwagenfahrer sahen nervös aus. Verschiedene Staatsmedien griffen heute "die zapatistische Gewalt" an, deckten die Ermordung von José López Santiz und die Unregelmäßigkeiten und Angriffe des PRI-Rates durch vage und unpräzise Berichte.

Die Schlagzeilen der Tageszeitung Cuarto Poder heute verkündeten: "Zapatisten wüten in Altamirano," und sie wiesen darauf hin, dass Humberto Castellanos Gómez und Benjamín Montoya Oceguera — die zwei Kumpanen des Mörders — "der PRD Bezirksleitung angehören." Die indigene PRD Organisationen der Gegend hatten sich seit der letzten Nacht von dem Verbrechen distanziert und sagten, dass sie ihre "zapatistische Brüder" respektierten. Das offizielle Radio beharrte heute nur darauf, dass "Bezirksangestellte" von den Autonomistas gefangengehalten werden, während die Zapatisten ausgesagt haben, dass diese Personen für versuchten Mord und der vermutlichen Komplizenschaft bei der Hinrichtung von José López Santiz in Gewahrsam genommen wurden.

Den Indigenas des Autonomen Bezirkes 17 de Noviembre, so das Netzwerk, ist immer noch keine Gerechtigkeit zuteil geworden, obwohl die für den Mord Verantwortlichen "vollkommen identifizierbar" sind. Sie forderten heute, dass das Gerichtsamt "die Verdächtigen sofort in Gewahrsam nimmt, um zu verhindern, dass der Konflikt aufgrund eines Versagens des Rechtssystems noch weitere Gewalttaten auslöst."

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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