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Pro-zapatistischer Campesino acht mal angeschossen

La Jornada vom 09.08.2002
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

  Autonomer Bezirk 17 de Noviembre, Chiapas, 8. August, José López Santiz, ein Tzeltal Campesino und EZLN Unterstützungsbasis wurde letzte Nacht in der Nähe der Gemeinde von 6 de Agosto exekutiert. Sein 12-jähriger Sohn, der Augenzeuge war, sagte die Hinrichtung sei von Baltazar Alfonso ausgeführt worden, ein Lastwagenspediteur aus Altamirano, mit einer Schrotflinte Das Opfer erhielt sieben oder acht Schüsse in Gesicht und Brust. Der Mörder und seine zwei Begleiter befinden sich immer noch auf freiem Fuß. Indigenas aus mehreren Gemeinden des Autonomen Bezirkes die sich an diesem Nachmittag in dem Dorf versammelt haben, in dem der Zwischenfall stattgefunden hat, erklärten, dass die Bezirksautoritäten von Altamirano dem Mörder und seinen Kumpanen die Flucht erlaubten.

Dessen ungeachtet haben die Männer belastende Beweise zurückgelassen, wie die Mordwaffe und das Fahrzeug in das sie letzte Nacht angekommen waren. Sie konnten nicht zu ihm zurückkehren, weil die Gemeinde aufgewacht war und neben dem schwarzen Toyota V6 Kleinlaster mit dem Chiapas Kennzeichen CX03420 auf sie warteten. Angesichts dieser Situation flüchteten Alfonso und seine Begleiter auf eine benachbarte Straße zu Fuß nach Altamirano.

Die Indigenas identifizierten Benjamin Montoya Oceguera und Humberto Castellanos, ebenfalls Lastwagenfahrer, als die Begleiter von "Señor Alfonso", wie der Zeuge ihn bezeichnete. "Ich habe es gesehen," sagte der Junge ernst. "Er hat zwei Mal geschossen, und ich schrie meinem Vater zu er sollte aufpassen. Der Señor fragte mich wieso ich schrie, und sagte, dass er mich auch töten würde." Der Junge lief weg während sein Vater, der zu Boden gefallen war, noch sechs weitere Male erschossen wurde.

Die Ehefrau von López Santiz, in einer gewissen Betäubung, die teils Schmerz und teils Mut war, sagte: "Er ist gegen 19:00 Uhr mit den zwei Kindern zur Milpa gegangen (seine Söhne, und ein Mädchen). Das Fahrzeug kam um 21:00 Uhr an und parkte hier," sagte sie und zeigte auf den Kleinlaster. Das Feld liegt "eine halbe Stunde zu Fuß entfernt", sagten die Campesinos. Die Mörder wendeten auf dem Trampelpfad, scheinbar auf der Suche nach dem Opfer. Sie waren auf dem Rückweg, erzählte das Kind, als die Angreifer auftauchten. Das jüngere Kind floh auf der Stelle.

Die Schüsse und die Schreie der Kinder alarmierten die sieben Familien, aus denen die Gemeinde 6 de Agosto besteht, die von den Indigenas in 1994 auf den befreiten Boden der ehemaligen Ranch San Juan gegründet worden war.

Vor ihrer Flucht verbargen die Angreifer die Leiche in das Gestrüpp. Die Öffentliche Sicherheitspolizei tauchte hier gegen 3:00 Uhr morgens auf. Sie nahmen die Leiche ohne die Anwesenheit des Beauftragten der Staatsanwaltschaft und gegen den Willen der Familie, "und brachten sie zum Bezirksfriedhof in Altamirano." An diesem Morgen blockierten etwa 200 zapatistische Indigenas die Strasse von Altamirano nach Ocosingo und stellten die Leiche des ermordeten Campesinos wieder sicher. Bis zu diesem Nachmittag hat sich der Repräsentant der Bezirksstaatsanwaltschaft immer noch nicht blicken lassen, noch ist irgend ein Zertifikat ausgestellt worden.

"Sie gaben ihnen die Gelegenheit zu flüchten," beschuldigen die Indigenas die Autoritäten an diesem Nachmittag. "Sie wollten sie nicht festnehmen."

Heute gegen 15:00 Uhr raste ein graues Fahrzeug mit Hochgeschwindigkeit auf die indigene Blockade zu: "Es wollte die Compañeros umbringen. Es war eine absichtliche Tat," erzählte ein anderes Familienoberhaupt aus dem Dorf der La Jornada. Die Campesinos verfolgten darauf das graue Fahrzeug bis vor dem Büro des Bezirkspräsidenten, wo die Angreifer Schutz suchten.

Nichtsdestotrotz nahmen die Indigenas diese Personen in Gewahrsam, und hielten sie an diesem Nachmittag am Straßenrand, während sie auf die Menschenrechtsbeobachter warteten.

Die Leiche von José López Santiz ruhte heute Nacht in einem Haus in 6 de Agosto, bedeckt mit mehreren Serapes. Der Sarg lag neben ihn und eine Fliegenwolke schwirrte zwischen der Kiste und der Leiche. Jose war ein relativ junger Mann gewesen, wie man es an seinem blutbeschmierten Gesicht, seinem kräftigen Körper, seinen glasigen, offenen Augen erkennen konnte. Als die Kinder und Männer die Leiche fanden, starrten sie sie wie hypnotisiert an.

Die Campesinos erzählten der La Jornada sie hätten einen Schwiegersohn von Baltazar Alfonso festgehalten. Während er jegliche Verantwortung abstritt, bestätigte er die Schuld seines Schwiegervaters und sogar die Weise, in der das Verbrechen geplant worden war.


 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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