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OPDDIC Deserteure aus Agua Azul inszenieren Waffenübergabe als Show

La Jornada vom 22.12.2007
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

 
OPDDIC Deserteure inszenieren Waffenübergabe als Show
Anti-Zapatisten halten Konferenz im Büro des Justizministers ab
Die Armee versuchte erfolglos ein Militärlager im Bezirk Miguel Hidalgo zu errichten
Regierungsarbeiten für den Bau von Autobahnen nach Roberto Barrios und La Garrucha beschleunigt

San Cristóbal de las Casas, Chiapas, 21. Dezember. Etwas Finsteres schwebt nach den jüngsten Anzeichen über die zapatistischen Gemeinden. Zu den ungewöhnlichen Bewegungen der Armee in verschiedenen Regionen kommt die ungewöhnliche Bühnenshow hinzu, zu der die PRIistischen Anführer des Ejido Agua Azul von der Regierung von Chiapas genötigt wurden, in einem Akt der "Waffenübergabe" mit Pauken und Trompeten, um zu zeigen, dass "sie keine Paramilitärs sind", wie kürzlich denunziert wurde, oder zumindest "nicht mehr so sehr".

Erst letzte Woche fiel eine Abteilung der Bundesarmee in das autonome Bezirk Miguel Hidalgo ein, in der Absicht dort ein Militärlager zwischen zwei Gemeinden zu errichten, im Bergland zwischen Comitán und San Cristóbal de las Casas. Die Soldaten sagten sie würden nach "Waffen und Drogenpflanzungen" suchen, und dass sie das Recht hätten die Häuser der Indigenas zu durchsuchen. Angesichts der entschlossenen Abwehr der Campesinos, zogen die Soldaten es vor sich zurückzuziehen.

Außer der Zunahme der Militärpatrouillen in den Schluchten von Ocosingo und der Zona Norte, ist der beschleunigte Bau der Autobahnen auffällig, die nach Roberto Barrios, La Garrucha, dem Tal von Las Margaritas und der Umgebung von Montes Azules führen sollen, und sehr bald beendet sein werden. An jeder dieser Zufahrten wird seit Wochen verstärkt gearbeitet, mit Dutzenden Lastwagen und schweren Maschinen. Aus welchem Grund die plötzliche Eile.

In der Medieninszenierung inmitten derer Gouverneur Juan Sabines ständig zu schweben scheint, scheint ein endloser Paradezug dankbarer Volkmassen und zufriedener Sektoren (Parteien, Unternehmer, Frauen, Kinder, Alte, Indigenas, und sogar der Präsident) vorbeizuziehen. In diesem Kontext der Glückseligkeit wurde am Mittwoch und Donnerstag eine Choreographie vermeintlicher Exmitglieder der OPDDIC aufgeführt, erarbeitet und inspiriert von dem neuen Justizminster des Bundesstaates, der ehemalige PRI-Senator Amador Rodríguez Lozano, der zur Zeiten Salinas von sich Reden machte.

Das Medienspektakel ist fast gänzlich geglückt. Es gab nur einige wenige lose Enden. Als sie den ganzen Vorstand der Tzeltal Indigenen Kooperativgesellschaft für Ökotourismus der Wasserfälle von Agua Azul (Sociedad Cooperativa Ecoturismo Indígena Tzeltal de las Cascadas de Agua Azul), den ganzen Weg von ihrem heimatlichen Ejido bis zum Gerichtspalast in Tuxtla Gutiérrez verfrachteten, gefolgt von einer Wolke von Reportern, kam nicht ganz klar heraus, ob die Ökotourismusbetreiber sich von der OPDIC (sic) distanzierten oder umgekehrt, oder ob sie den indigenen Familien nun Frieden anboten oder die Vertreibung der "Invasoren" forderten. Die Bulletins begrüßten die Geste des "Friedens und Vertrauens der Regierung" dieser gewalttätigen Gruppe.

Das Zentrum für Politische Analyse und Soziale und Wirtschaftliche Untersuchungen (CAPISE), das das Problem von Bolom Ajaw und die OPDDIC Aggressionen im Allgemeinen weiterhin aus nächster Nähe beobachtet, drückte heute seine "Alarmierung und Verwirrung" darüber aus, dass "die direkten Autoren der brutalen Schläge, Aggressionen und Drohungen gegen die zapatistischen Unterstützungsbasen dieses Dorfes die gleichen Personen sind, die heute eine Pressekonferenz in den Büros des Justizministeriums gegeben haben".

CAPISE wies darauf hin, dass am 19. Dezember, die Leiter von Agua Azul "versuchten sich von der OPDDIC zu distanzieren", in einem Akt in dessen Rahmen "sie Fragen beantworteten und ein Kommunique vorlasen", das von Fernsehen, Radio und Presse weithin publiziert wurde. Am Donnerstag, den 20. Dezember "in einem Medienspektakel, das an die Regierung von Roberto Albores Guillén erinnert, übergaben die Exmitglieder der OPPDIC eine Handvoll Waffen an die staatlichen Behörden".

Die Show der Regierung und der frischgebackenen Exmitglieder der OPDDIC "illustriert Details des brutalen Angriffs gegen die zapatistischen Gemeinden, und erlaubt im Gegenzug den Ausmaß der Manipulation und Mittäterschaft der Staats- und Bundesbehörden mit anti-zapatistischen Gruppen einzuschätzen", sowie "die völlige Straflosigkeit, mit der diese weiterhin operieren dürfen".

Details der Pressekonferenz

"Wo wurde die Pressekonferenz abgehalten?", frage CAPISE. "Etwa in Agua Azul? In einem öffentlichen Saal? Nein. Wie unglaublich es auch scheint, sie fand in den Büros des Justizministeriums statt". Bei den OPDDIC "Deserteuren" handelt es sich um Jeremías López Hernández (Ejido-Beauftragter von Agua Azul), José Alberto Urbina López (Präsident von Ecoturismo Indígena), Juan García Luna (Sekretär) und Salomón Moreno López (Schatzmeister), die alle von ihren Nachbarn in Bolom Ajaw als Angreifer identifiziert worden sind. Laut CAPISE bestätigt dieser Akt, dass die Denuncias der Junta der Guten Regierung des Caracols von Morelia zutreffend sind.

Der Bericht weist darauf hin, dass die Erklärungen der OPDDIC Exmitglieder "den Tatsachen widersprechen". Der Präsident von Ecoturismo Indígena, Urbina López, erklärte dass "wir Einwohner von Agua Azul uns auf friedlichem Weg ausdrücken ... wir machen die OPDDIC für jede Provokation verantwortlich, die in Gewalt ausschreiten könnte, und rufen die Bewohner von Bolom Ajaw auf, nicht auf die Provokationen dieser Organisation einzugehen"

[* Anmerkung der Übersetzerin: in dem Kommunique vom 19. Dezember erklärte Ecoturismo Indígena noch, dass die OPDDIC zu keiner Zeit in den Angelegenheiten bezüglich Bolom Ajaw interveniert hätte (La Jornada vom 20. Dezember 2007)].

In der gleichen Pressekonferenz beschuldigte Urbina López die zapatistischen Unterstützungsbasen von Bolom Ajaw, "Invasoren" zu sein, und "Holzräuber". Weiterhin erklärte er: "Wir fordern, dass die Behörden die Invasoren aufhalten, bevor sie die 500 Hektar Ökologie (sic) vernichten, die uns in Agua Azul verbleiben".

In einem neuen Pressebulletin verpflichtete sich Sabines Guerrero keine Räumung in Bolom Ajaw durchführen zu lassen.

Seit seinem Amtsantritt gilt der neue Justizminister als der einflussreichste Staatsbeamte des Kabinetts. Er war es auch, der für die übermäßige Publizierung der polemischen Episode in den lokalen Medien gesorgt hat.

Die Handvoll ausgestellter Waffen niedrigen Kalibers sind jedenfalls nicht jene (oder nicht alle) die von den Exmitglieder der OPDDIC benutzt wurden um die Familien von Bolom Ajaw anzugreifen.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2007/12/22/index.php?section=politica&article=008n1pol 
 

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