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Das zapatistische Naturschutzgebiet El Huitepec akut von Zwangsräumung bedroht

La Jornada vom 19.01.2008
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

 
Das Zapatistische Naturschutzgebiet El Huitepec von Räumung durch PRIistische Behörden bedroht
»Offizielle« Zwangsräumung ist in Vorbereitung, fürchten EZLN Unterstützungsbasen

Huitepec Ocotal Zweite Sektion, Chiapas, 18. Januar. Das "Zapatistische Ökologische Gemeindenaturschutzgebiet El Huitepec", gegründet von der EZLN und der Anderen Kampagne am 13. März 2007, auf dem Hochland dieser Gemeinde, ist akut von Zwangsräumung durch die neue PRIistische Bezirksregierung von San Cristóbal de las Casas bedroht.

Heute Mittag erschienen hier neun Personen vor Ort, Staats- und Bezirksbeamten, scheinbar um das Gebiet zu studieren und einen möglichen Polizeieinsatz zu planen, um die Räumung des Beobachtungscamps der EZLN Unterstützungsbasen aus den verschiedenen Bezirken von Los Altos in die Wege zu leiten. Das Camp wurde von der Junta der Guten Regierung (JBG) von Oventic sowie von den ebenfalls zapatistischen Bewohnern von Huitepec Ocotal Zweite Sektion gegründet, und bewacht ein Gebiet von 102 Hektar.

Beim unerlaubten Eindringen auf das Territorium, das von der JBG zum Naturschutzgebiet erklärt worden ist, wurde der Regierungsdelegierte Adán Ruiz Guillén von der Wache der zapatistischen Indigenas und zivilen Beobachtern abgefangen, die täglich die Anhöhen von Huitepec bewachen. Er stand an der Spitze einer Gruppe von Regierungsvertretern, darunter Gustavo Herrera, von der Staatsanwaltschaft von Los Altos, Magín Flores Vidal, Bevollmächtigter für die Versöhnung von Gemeinden und Dörfern in Konflikt; Javier Trinidad Ortiz, der Vizesekretär für Regionale Einsätze, Zone Altos, und Gregorio Pérez Gómez von der Indigenen Staatsanwaltschaft.

Weniger als 24 Stunden davor, hatte der Bezirkspräsident Mariano Díaz Ochoa, vor den Medien wieder einmal seine Absicht kundgetan, die Zwangsräumung der zapatistischen Unterstützungsbasen durch die Staatspolizei in Anriff zu nehmen: "Wir stehen gerade mit dem Beauftragten der Bundesstaatsanwaltschaft und mit der Staatspolizei im Gespräch und analysieren die Aussagen der Bezirksbeauftragten, um die entsprechenden Aktionen im Einklang mit dem Gesetz in die Wege zu leiten (Cuarto Poder,
17. Januar).

Bereits während seines Wahlkampfs, hat der PRIistische Stadtrat und Kazike, der San Cristóbal schon zu Zeiten des Gouverneurs Roberto Albores regierte, vor den PRIistischen Dorfbewohnern der Nachbarsgemeinden Alcanfores und Huitepec Ocotal angekündigt der "Invasion" ein Ende bereiten zu wollen. Diese scheinen von einer plötzlichen Liebe zur Natur auf Ländereien, die ihnen nicht gehören ergriffen worden zu sein, nachdem sie sich bereit gezeigt hatten ihr eigenes Land dem wachsenden Immobillendruck von San Cristobal im Nachbarstal von Jovel abzutreten (eins der am schnellsten wachsenden Städte im ganzen Land).

In seinen Erklärungen an die Presse, bestritt Díaz Ochoa, dass die Zwangsräumung irgendwelche Probleme mit der EZLN bereiten könnte. Tadellos argumentierend erklärte er: "Ich glaube nicht, dass es irgendwelche Probleme geben wird, weil es ein Naturschutzgebiet ist, das die Leute von San Cristobal schon ihr ganzes Leben lang gekannt und schon immer geschützt haben". (Dass dieses Gebiet bis heute so gut erhalten ist, ist in Wahrheit darauf zurückzuführen, dass in der Stadt so gut wie niemand etwas von seiner Existenz wusste).

Zwei Stunden vor dem Eindringen der Regierungsbeamten und Agenten am Mittag, hatten die zivilen Beobachter der Anderen Kampagne und die Indigenas, einen Mann mit einem großen Hund aus Alcanfores kommen gesehen, den die Indigenas noch nie zuvor gesehen hatten. Er identifizierte sich als Javier Gómez Nájera, "Freund und Nachbar" des weißen Bürgermeisters. Nach Aussagen der Wachen, die von der La Jornada gesammelt wurden, kann das Reservat "dort wo er hereingekommen ist auch wieder verlassen werden".

Es erschienen weitere Unbekannte, und danach ein anderer Herr mit einem großen Schäferhund. Danach erschienen die erwähnten Staatsbeamten in zwei Lieferwagen und einen Volkswagen Sedan, die sagten sie seien gekommen "um zu sehen was es für Probleme gäbe". Als sie damit nicht weiterkamen fragten sie "nach einem Herren mit einem Hund".

Zur Erinnerung: Ende 2005 schlugen die zapatistischen Unterstützungsbasen von Huitepec Ocotal vor, 102 Hektar Land zum "zapatistischen ökologischen Gemeindereservat" zu erklären, um durch die eigene Gemeinde geschützt und wiederaufgeforstet zu werden. Hierbei wurden sie von der JBG von Los Altos unterstützt, die ihnen zuerkannte "dass es ihr völliges Recht ist, Vorschläge einzubringen oder zu entscheiden, wie sie ihre angestammten Gebiete schützen wollen", und erklärte: "Die zapatistischen Unterstützungsbasen der Gemeinden sind nie damit einverstanden gewesen, das Land wegzugeben, das ihnen von ihren Eltern und Großeltern vererbt worden ist. Aus diesem Grund sind sie fest entschlossen ihr Land zu verteidigen. Die Quellen sind ausgebeutet worden um andere Dörfer und ausländische Firmen, wie Coca Cola, zu versorgen, ohne vorher um Erlaubnis gefragt oder die wahren Eigentümer des Landes berücksichtigt zu haben".

Unmittelbar danach präsentierten die Regierung von Pablo Salazar Mendiguchía und der Staatskongress von Chiapas eine Initiative, um das betreffende Gebiet zum "Naturschutzgebiet" (ANP) zu erklären. Und ein Tag vor der angekündigten Ausrufung des Naturschutzgebietes und ökologischen Reservats durch die EZLN, veröffentlichte das offizielle Tagesblatt der Regierung ein Dekret, das dieses Gebiet zum ANP erklärte, und der Jurisdiktion des Bezirkes von San Cristóbal unterstellte. Jetzt erklärt der Bürgermeister (und plÖtzliche Umweltschützer) Díaz Ochoa hochmütig: "Ich werde mich dafür einsetzen, dass diese Zone geräumt wird".

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2008/01/19/index.php?section=politica&article=016n1pol 
 

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