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Repression in Chiapas: Aufruf zum Aktionstag am 15.02.2008

Veranstaltungshinweis vom 06.02.2008

  Hallo allerseits,

viele Grüße aus Chiapas. Anbei erhaltet Ihr einen Aufruf zu einem europaweiten Aktionstag wegen der Repression in Chiapas.

Wenn sich Einzelpersonen oder Gruppen zur Durchführung von Aktivitäten entscheiden, wäre es toll, wenn sie ihre Kundgebungen etc. ebenfalls über die Chiapas98-Liste bekanntgeben würden ( Email an: pcl AT jpberlin PUNKT de ).

In den nächsten Tagen werden wir Entwürfe für ein Flugblatt, ein Plakat und eine Unterschriftenliste über den Verteiler schicken, die gerne für die Veranstaltungen genutzt werden können.

Neben Kundgebungen vor Konsulaten etc. sind auch Info-Tische mit Unterschriftenlisten etc. denkbar.

Falls Ihr zu dem Aktionstag einen Film zeigen wollt, gibt es die Dokumentation "Der Aufstand der Würde": http://www.zwischenzeit-muenster.de

Bitte schickt Fotos, Artikel etc. über Eure Aktivitäten an gruppeBASTA AT gmx PUNKT de, wir werden die Solidaritäts-Aktionen in Mexiko bekanntmachen. Danke!

Solidarische Grüße,

einige Leute von antenco resiste und Gruppe B.A.S.T.A.,
die z.Zt. in Chiapas arbeiten


AUFRUF
zum europaweiten Aktionstag am 15.2.2008
für die Respektierung der indigenen Autonomie und
gegen die Repression in Chiapas

In den letzten Monaten haben die Angriffe auf zapatistische Gemeinden drastisch zugenommen. Der Krieg niederer Intensität hat ein Ausmaß angenommen wie seit dem Massaker von Acteal vor zehn Jahren nicht mehr. Gleichzeitig nimmt die mediale Aufmerksamkeit international ab und die mexikanischen Medien führen eine Schweigestrategie. Wir halten es für sehr wichtig, der Öffentlichkeit in Europa deutlich zu machen, dass der Konflikt und der Widerstand in Chiapas nicht Geschichte sind. Außerdem wollen wir der mexikanischen Regierung zeigen, dass Menschen in Europa die Ereignisse in Chiapas besorgt verfolgen.

Deshalb rufen wir zu einem europaweiten Aktionstag vor den Botschaften und Konsulaten Mexikos am 15.2.2008 anlässlich des zwölften Jahrestages der Abkommen von San Andrés auf. (Der eigentliche Jahrestag ist der 16. Februar, aber am Samstag sind die Vertretungen geschlossen).

Die zwischen der Zapatistischen Armee zur nationalen Befreiung (EZLN) und der mexikanischen Regierung verhandelten Abkommen von San Andrés sollten die indigene Autonomie gewährleisten. Darin wurden beispielsweise die Autonomie der indigenen Gemeinden und die Selbstverwaltung der natürlichen Ressourcen durch die ansässige indigene Bevölkerung festgelegt. Die EZLN brach jedoch die Verhandlungen ab, da die Regierung die Abkommen verwässerte und missachtete. Wir solidarisieren uns mit der selbstverwalteten Umsetzung der zapatistischen Autonomie.

Im Zuge der Umsetzung des Plan Puebla-Panamá (PPP) bzw. anderer neoliberaler Megaprojekte in Folge der infrastrukturellen und touristischen Erschließung der chiapanekischen Biosphärenreservate hat sich die Situation der dort lebenden indigenen Gemeinden im Widerstand deutlich verschlechtert: Im August 2007 wurden vier indigene Gemeinden aus dem Biosphärenreservat Montes Azules im lakandonischen Regenwald gewaltsam vertrieben.

Rund um die berühmtesten und meistbesuchten Wasserfälle Mexikos in Agua Azul, Chiapas, nehmen die paramilitärischen Attacken der regierungsnahen Organisation OPDDIC (Organisation zur Verteidigung der bäuerlichen und indigenen Rechte) gegen zapatistischen Gemeinden seit einem Jahr an Quantität und Intensität zu. Seit September 2007 ist das zapatistische Dorf Bolon Ajaw von mehrfachen Drohungen und Angriffen seitens der OPDDIC betroffen. Hintergrund ist, dass das Dorf auf dem Weg zu bisher unerschlossenen Wasserfällen liegt. Die Gemeinde soll einem geplanten Tourismusprojekt weichen. Da die Gemeinde nicht freiwillig umsiedeln will, ist es bereits zu körperlichen Angriffen, sowie zu Vergewaltigungs- und Morddrohungen gegen die BewohnerInnen gekommen. Des Weiteren wurden mehrere Häuser von Bolon Ajaw in Brand gesetzt. Die Agressoren waren die Einwohner von Agua Azul, welche bis auf eine Familie alle der OPDDIC angehören. Auch weitere zapatistische Gemeinden in diesem Ge biet sind von der Zwangsräumung bedroht. Deshalb haben lokale und internationale Organisationen seit Dezember 2007 zu einem zeitweiligen Tourismus-Boykott der Wasserfälle aufgerufen, bis die Agressionen gegen die zapatistischen Unterstützungsbasen aufhören.

In der nahegelegenen Gemeinde Betel Yochip’ wurde am 29.12.2007 der Zapatist Pablo Silvano Jiménez auf dem Weg zu seinem Maisfeld von zwei Polizisten und einem Mitglied der OPDDIC verfolgt und ins Bein geschossen. Seitdem muss er sich verstecken und kann nicht mehr arbeiten, um seine Familie zu versorgen. In der letzten Januarwoche bedrohte die OPDDIC eine in Betel anwesende internationale Beobachtungsbrigade mit Vergewaltigung und Mord.

Am 1.2.2008 wurden der Zapatist Eliseo Silvano Jiménez und sein Sohn Eliseo Silvano Espinoza von Polizisten und Mitgliedern der OPDDIC angeschossen und in einem Wagen der OPDDIC verhaftet. Im Gefängnis wurden sie unter achtstündiger Folter gezwungen, sich mit Waffen in der Hand fotografieren zu lassen. Momentan sind sie immer noch ohne medizinische Versorgung im Gefängnis von Palenque.

Wir fordern von der mexikanischen Regierung:

1. Die sofortige Einstellung jeder Art von Aggressionen gegen die zapatistischen und andere rebellische Gemeinden.

2. Den sofortigen Rückzug der ständigen Militärlager im indigenen Gebiet von Chiapas und die sofortige Einstellung des Aufstandsbekämpfungskrieges gegen die indigenen zapatistischen Gemeinden.

3. Die sofortige Freilassung der politischen Gefangenen: u.a. Eliseo Silvano Jiménez, Eliseo Silvano Espinoza, Alfredo Hernández Pérez, Fidelino Ruiz Hernández und all derer, deren Namen wir nicht kennen.

4. Die definitive Annullierung aller beabsichtigten gewaltsamen Räumungen im indigenen Gebiet von Chiapas.

5. Die Beendigung der Zusammenarbeit von paramilitärischen Organisationen wie der OPDDIC und der mexikanischen Bundesarmee / Polizeikräften, sowie Umsetzung der Erkenntnisse über diese im Sinne einer juristischen Aufklärung der von diesen verübten Verbrechen.

6. Die Respektierung der indigenen Autonomie.

(UnterzeichnerInnen)

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