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Anti-zapatistische Feindseligkeiten in Bolón Ajaw spitzen sich zu

La Jornada vom 26.02.2008
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

 
Ständige Alarmbereitschaft; niemand geht alleine auf den Pfaden
Vertreibungsdrohungen in Gegenwart ausländischer Beobachter

Bolón Ajaw, Chiapas, 25. Februar. Wenn die Anspannung mit einem Thermometer gemessen werden könnte, würde es hier "heiß" anzeigen. Sehr heiß. Hubschrauberüberflüge in niedriger Höhe seit Samstag. Seit Januar und Februar gibt es kontinulierich verbale und körperliche Aggressionen seitens der Nachbarn aus dem Ejido Agua Azul. Der fehlgeschlagene Versuch einer Geheimdienstoperation auf dem Land dieser zapatistischen Gemeinde am Donnerstag, mündete schließlich in Aggression, was permanente Patrouillen der Bundes- und Staatspolizei, offizielle Versionen von relativer Medienwirksamkeit, aber mit strafrechtlichen Konsequenzen, wie diverse neue Aggressionen gegen Zapatisten in der Gegend des Flusses Agua Azul bestätigen.

Die Tzeltal Bevölkerung von Bolón Ajaw, größtenteils einsprachig, lebt in ständiger Alarmbereitschaft. Sowohl die Frauen und Kinder als auch die erwachsenen Männer. Niemand geht alleine auf den Pfaden. Die Männer bleiben im Dorf und in der unmittelbaren Umgebung, und vermeiden jeden Kontakt mit ihren Nachbarn, den Ökotourismus betreibenden Ejido-Bewohner von Agua Azul. Diese sind als OPDDIC Mitglieder bekannt und haben auf der angrenzenden Straße äußerst feindselige "Wachposten" aufgestellt.

Zur gleichen Zeit, wie in einem Paralleluniversum, herrscht den ganzen Tag lang ein unaufhörlicher und massiver Touristenverkehr, sowohl aus Mexiko als auch aus Europa und den Vereinigten Staaten. Autobusse, Kombiwagen, Kleinbusse, Wohnwagen, Mietwagen drängen sich auf den vier Kilometern, die von den berühmten Wasserfällen zu der Autobahnkreuzung Ocosingo-Palenque führen, gegenwärtig die einzige Verkehrsverbindung.

Mit Ausnahme der Kinder laufen alle Bewohner in Bolón Ajaw nur noch mit Stöcken bewaffnet umher, nur einige ältere Frauen tragen Macheten. So gehen sie um Wasser zu holen, das sie in großen Plastikbehältern herantragen, die mehr wiegen als ein Kind. Eine Frau bietet dem Reporter eine Schale mit saurem Pozol an, während etwa 10 Männer im Hof des Hauses das Schweigen bewahren.

Oben kreisen abwechselnd zwei weiße Hubschrauber, einer mit einem Streifen in den Farben der mexikanischen Nationalfahne, der andere etwas kleiner, mit einem blauen Streifen. "Der eine ist von der Regierung, der andere von der Polizei", schließen daraus die Indigenas. Beide Hubschrauber senken sich bis auf Baumhöhe herab, um dann das Dorf zu überfliegen.

Jetzt, da es an "Filterungen" durch die Regierung nicht fehlt, "heißt es" in Medienkreisen, dass die OPDDIC sich in naher Zukunft auflösen wird, und es wird erwartet, dass ihre Mitglieder in die PRD eintreten. Einige von ihnen, aus dem Bezirk Chilón, haben eine zweite Gebührenstelle für Touristen nahe des Zugangs zu Bolón Ajaw installiert. Das offizielle Gebührenhäuschen, das ebenfalls der OPDDIC gehört, befindet sich an den Wasserfällen, bereits im Bezirk von Tumbalá.

Die Bresche nach Bolón Ajaw ist aussagekräftig mit einem Drahtzaun versperrt, der es nötig macht, den Abhang zu erklettern um den Weg zu erreichen. Ein paar Meter weiter, auf der Autobahn, auf der täglich Tausende von Touristen, Dienstleistende und offizielle Fahrzeuge verkehren, steht eine Gruppe sichtlich betrunkener Männer herum, die als OPDDIC Mitglieder identifiziert sind, und stoßen Drohungen und Beleidigungen hervor.

"Mistkerle; verschwindet von hier!" brüllt einer von ihnen und nähert sich dem Abhang, wo internationale Beobachter aus Deutschland, Spanien, der Schweiz und Mexiko, die zapatistischen Frauen begleiten, die den Reporter erwarten, um ihn nach Bolón Ajaw zu führen.

Der gleiche Mann, den die Zapatisten als Óscar Garcia López, aus Agua Azul identifizieren, droht daraufhin auf Tzeltal: "Morgen werden wir euch alle davonjagen", und lässt ein Schwall von Beleidigungen folgen. So viel Feindseligkeit ist merkwürdig seitens von Personen, die keinerlei Anrecht auf das Land besitzen, das sie zu räumen beabsichtigen, wie um der PROFEPA und der Polizei die schmutzige Arbeit abzunehmen.

"Wir machen uns ständig Sorgen. Sie drohen uns mit dem Tod, werfen Steine und schießen auf uns", erzählt ein älterer Mann in der Umgebung der Gemeinde. Über die publizierte Entwaffnung der OPDDIC in Agua Azul befragt berichtet er: "Das war ein Betrug. Sie erzählen selbst herum, dass sie der Regierung nur die nutzlosen Waffen übergeben haben, und dass sie mehr als 50 Waffen zu ihrem "Schutz" dort haben, die gut sind.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2008/02/26/index.php?section=politica&article=012n1pol 
 

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