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Streikende Gefangene empfinden Antwort der Regierung als Spott

La Jornada vom 16.03.2008
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

 
Regierung verspricht Gefangenenakten in 30 Tagen zu revidieren
Tzotziles marschieren zum El Amate Gefängnis um ihre Freilassung zu fordern

El Amate, Chiapas, 15. März. Als Antwort auf die offizielle Erklärung, es gäbe in Chiapas "keine politischen Gefangenen", wiederholten die fünf Gruppen von Gefangenen in Hungerstreik in dieser Strafanstalt heute in einem Brief: "wir sind politische Gefangene, weil unsere Festnahme und Gefängniseinweisung einer Praktik der Repression entstammt, die sich sowohl gegen soziale Organisationen richtet als auch gegen die EZLN selbst".

In ihrer Antwort auf das Pressebulletin der Regierung von Chiapas, in dem ihnen die Gründe ihres Protestes abgestritten werden, erklären sie: "Uns Mitgliedern sozialer Organisationen wurden mittelschwere und schwere Delikte zu Lasten gelegt; natürlich wird man uns nicht beschuldigen Aufstand oder Konspiration zu betreiben, sondern Morde, Entführungen oder Terrorismus, um mit diesem Vorwand ihre politischen Verfolgungen unter dem Mantel des Gesetzes zu verschleiern". Sie empfinden die Antwort der Staatsregierung auf ihre Forderung nach Freiheit und Gerechtigkeit als "eine Verspottung".

Gleichzeitig traf heute vor dem Staatsgefängnis im Bezirk von Cintalapa de Figerora eine indigene Prozession der Organisation Pueblo Creyente ein, der sich mehr als 500 Tzotziles angeschlossen haben, die am Morgen in Bochil aufgebrochen waren. Mit Sprechchören forderten sie die unverzügliche Freilassung von Zacario (der heute seinen 33. Tag in Hungerstreik verbringt), Enrique und Pascual, alle aus der Pfarrgemeinde Tres Cruces, Mitglieder dieser katholischen Organisation und seit fünf Jahren wegen Verbrechen eingesperrt, die sie nicht verübt haben.

Die Tzotzil Männer und Frauen, die mehrere Kilometer mit Schildern und Transparenten auf El Amate zumarschierten, wurden an den Toren von Dutzenden Polizisten erwartet, die mit Schutzschilden und Kunststoffhelmen, Gasmasken, Knüppeln, Gasbomben und mindestens einem Polizeihund ausgerüstet waren. Die Prozession − Demonstration trat nicht den Rückzug an, vielmehr wurde vor dem Gefängnis eine Messe abgehalten.

Der Priester Joel Padrón, ein Vertreter der Diözese von San Cristóbal de las Casas, trat zusammen mit einigen Delegaten von Pueblo Creyente in den Gefängnishof, um sich mit den Indigenas in Hungerstreik zu treffen. Aus weiter Entfernung, quer über den immensen Gefängnisbezirk, waren die Stimmen der Tzotziles aus Los Altos zu hören: die Las Abejas aus Chenalhó, Chamulas, die Gemeinden von Huitiupan und Chalchihuitán, die Gemeinden von Zinacantán und El Bosque.

In ihrer gemeinsamen Stellungsnahme, kommentieren die Demonstranten und die Gefangenen in Hungerstreik die Ankündigung von Gouverneur Juan Sabines, der zufolge 360 Gefangenenakten "zur Revision angefordert" worden seien, und innerhalb der nächsten 30 Tagen "eine Antwort erhalten werden". Die Erklärung, unterzeichnet von Pueblo Creyente, der Stimme von El Amate, CIOAC, MOCRI-CNPA-MN, und einer Gefangenengruppe, die sich selbst als Zapatisten bezeichnen, führt aus: "Es ist von einer ’Versöhnungskommission’ die Rede, die in Kürze einberufen werden soll. Das ist reiner Hohn. Unsere Forderung nach Freiheit besteht seit Jahren, und war auch seit Beginn der gegenwärtigen Regierung in Kraft. Wir bleiben weiterhin Gefangene, weil die Abkommen nicht erfüllt werden. Es ist von 30 Tagen die Rede, was eine ernste Gefahr für das Leben der Compañeros darstellt, ganz besonders das von Zacario Hernández, der sich bereits seit 33 Tagen in Hungerstreik befindet, und der gezwungen wäre, 60 Tage durchzuhalten". Allen Gefangenen in Hungerstreik drohen Lebensgefahr oder bleibende Schäden.

"Wir sind alle Zeugen davon gewesen, dass in Gerichtsverhandlungen Freisprüche in weniger als zwei Wochen erfolgen können, nachdem die Richter eine überraschende Geldspende erhalten haben. Das gleiche gilt für Berufungen gegen Verfügungen oder Urteile". Sie fahren fort: "Mit genug Geld bringt man Hunde zum Tanzen".

Sie werfen der Regierung vor, die Verfahren hinauszuschieben, als ob der Hungerstreik es sich leisten könnte zu warten. Mindestens einer von ihnen, sei ein politischer Gefangener der gegenwärtigen Regierung, der im Juli 2007 festgenommen, eingesperrt, gefoltert und gezwungen wurde, sich schuldig zu bekennen. Sie rufen die Zivilgesellschaft und den Bundeskongress auf, die staatlichen Behörden aufzufordern, ihren Forderungen nachzukommen.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2008/03/16/index.php?section=politica&article=014n1pol 
 

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