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NAFTA und seine bösen Folgen

News vom 06.04.2008

  Die Folgen des Freihandelsabkommens zwischen Mexiko, den USA und Mexiko, NAFTA, trat am 1. Januar 1994 in Kraft, dem Tag des zapatistischen Aufstandes in Chiapas. Es übertrifft alle Befürchtungen der mexikanischen Bauern. "Zweihundert Arbeitsplätze in der Landwirtschaft wurden vernichtet, zwei Millionen Hektar Ackerland liegen brach und acht Millionen mexikanische Bauern sind gezwungen, in die USA auszuwandern", resümiert Victor Suarez, Direktor der Organisation der landwirtschaftlichen Unternehmen. "Pro Stunde importiert Mexiko Nahrungsmittel für 1,5 Millionen Dollar, in der gleichen Zeit wandern 30 mexikanische Bauern aus".

Die Abschaffung der Handelsschranken für Agrarprodukte hat die abgrundtiefe Ungleichheit zwischen den beteiligten Staaten verschärft. Ein Vertreter der Maisproduzenten erklärt: "Wir haben 27 Millionen Hektar Anbaufläche, die USA dagegen 179 Millionen. An Subventionen bekommt ein mexikanischer Bauer 700 Dollar, einer in den USA 21’000 Dollar. Der Ertrag pro Hektar liegt in den USA bei 8,4 Tonnen, in Kanada bei 7,2 Tonnen, in Mexiko hingegen bei 2,5 Tonnen".

Mais ist ein Spekulationsobjekt, und die grossen Konzerne treiben die Preise durch Absprachen immer mehr in die Höhe. Preistreibend wirkt auch, dass in den USA immer mehr Mais für die Ethanolproduktion angebaut wird, entsprechend weniger steht als Nahrungsmittel zur Verfügung. Seit dem Inkrafattreten von NAFTA hat der subventionierte Mais aus den USA in Mexiko die heimische Ware verdrängt. Durch die hohen Tortillapreise droht Millionen von mexikanischen Familien der Hunger.

Auf Seiten der USA versuchten Gesetzgebung und Exekutive mit allen Mitteln, eine Reihe von Importverboten gegen mexikanische Produkte zu verhängen, was gegen das NAFTA-

Abkommen wie gegen eigene Gesetze verstiess. Die Tomatenproduzenten aus dem nordmexikanischen Staat Sinaloa mussten vier Jahre lang um die Genehmigung kämpfen, ihre Produkte in die USA zu exportieren. Heute sind es die Avocadoproduzenten aus Michoacán, die sich mit "Hygienebestimmungen" herumschlagen müssen, die einzig und allein geschaffen wurden, um die Konkurrenz aus dem Süden auszubremsen.

Quelle:
Böses Erwachen in Mexiko, aus: Le Monde Diplomatique, 1.03.08

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