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Kein Lebenszeichen

junge welt vom 05.05.2008
Von Andreas Knobloch, Mexiko-Stadt

 
Schicksal von zwei verhafteten EPR-Aktivisten weiter ungeklärt.
Regierung kündigt Gespräche mit der Guerilla an – und stellt Bedingungen

Die mexikanische Regierung hat sich bereiterklärt, direkte Gespräche mit der Guerillaorganisation Revolutionäres Volksheer (EPR) aufzunehmen. Sie reagierte damit in der vergangenen Woche auf ein Gesprächsangebot der vor allem in den südmexikanischen Bundesstaaten Guerrero, Oaxaca und Tabasco operierenden Guerilla. Ziel der Gespräche ist für das EPR die Freilassung bzw. ein Lebenszeichen seiner seit Mai 2007 verschwundenen Mitglieder Edmundo Reyes Amaya und Gabriel Alberto Cruz Sánchez. Die Männer waren am
25. Mai vergangenen Jahres im Bundesstaat Oaxaca verhaftet worden. Seitdem fehlt von ihnen jede Spur. Eine vom EPR vorgeschlagene Vermittlungsgruppe steht bereit. Ihr gehören unter anderem der Befreiungstheologe und ehemalige Bischof von San Cristóbal, Samuel Ruiz, der Schriftsteller Carlos Montemayor und die Senatorin Rosario Ibarra an. Die Politikerin selbst vermißt seit 33 Jahren ihren Sohn.

Die Regierung des rechtskonservativen Präsidenten Felipe Calderón stellte jedoch Bedingungen: Den Gesprächen müsse eine öffentliche Erklärung der EPR folgen, in der sie »radikalen Aktionen« abschwört. Zudem dürfe es bei den Gesprächen nicht nur um das Verschwinden der beiden Guerilleros gehen, sondern auch um den bewaffneten Kampf der Gruppe. Im Nationalen Sicherheitsrat widersetzte sich vor allem Verteidigungsminister Guillermo Galván Gesprächen mit der Guerilla. Der Hardliner besteht auf einer »militärischen Lösung« des Konflikts.

Nach mehr als 40 Jahren Kampf von EPR und Vorläuferorganisationen, unter ihnen die im Land angesehene Partei der Armen (PROCUP), finden zum ersten Mal direkte Verhandlungen einer Guerillaorganisation mit der Regierung statt. Zuvor waren alle entsprechenden Versuche einer friedlichen Lösung mit bewaffneten Widerstandsgruppen gescheitert. So endeten die Kontakte zwischen der Regierung Adolfo López Mateos (1958-1964) und dem Bauernführer Rubén Jaramillo mit der Ermordung Jaramillos und seiner gesamten Familie in Xochicalco 1962. In den neunziger Jahren kam es zu Gesprächen zwischen dem Zapatistischen Heer zur Nationalen Befreiung (EZLN) und der Regierung von Ernesto Zedillo. Sie mündeten in der Anerkennung der Zapatisten als bewaffnete Gruppe – und ihrer Verfolgung. Die »Vereinbarungen von San Andrés« über indigene Rechte dagegen wurden bis heute nicht umgesetzt.

Die Frage wird sein, ob der mexikanische Staat ein wirklich neues Kapitel eröffnen möchte. Immerhin wurden bereits neun für das Verschwinden der beiden EPR-Guerillos Verdächtige von der Polizei festgenommen und verhört, darunter der Cousin des Gouverneurs von Oaxaca, Romeo Ruíz. Bis auf die dringend tatverdächtigen Polizeikommandanten Pedro Hernández Hernández und den Polizeiagenten Ángel Reyes Cruz, alias El Chicharrón, sind sie jedoch mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft geht unterdessen davon aus, daß die beiden Verschwundenen tot sind, hat aber noch keine ausreichenden Beweise für diese These; die Regierung ihrerseits wiederholte, daß sie in keiner Weise an der mutmaßlichen Festnahme und dem Verschwinden von Reyes Amaya und Cruz Sánchez beteiligt ist. Für einen erfolgreichen und ehrlichen Dialog nicht gerade die besten Voraussetzungen.

 Quelle:  
  http://www.jungewelt.de/2008/05-05/012.php 
 

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