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Atenco, zwei Jahre Später

News vom 08.05.2008
Kristin Bricker, 6. Mai, 2008
übersetzt von Dana

  Vor zwei Jahren, am 3.-4. Mai 2006, wurde San Salvador Atenco gewaltsam von Bundes-, Staats-, und Bezirkspolizisten gestürmt, infolgedessen zwei Menschen getötet und 218 Personen verhaftet worden sind. Bis heute sind nur eine Handvoll Polizisten, und nur für kleinste Vergehen vor Gericht gestellt worden, und viele von denen, die für schuldig befunden wurden, sind seitdem auf freiem Fuß gesetzt worden. Hingegen verbleiben 16 Aktivisten weiterhin in Haft, einige von ihnen mit lebenslangen Haftstrafen.

Die Invasion erfolgte, weil einige Atenco-Bewohner versuchten wie jedes Jahr vor Muttertag Blumen auf einem lokalen Marktplatz zu verkaufen, trotz des Bauvorhabens an dieser Stelle ein Wal-Mart zu errichten. Die Polizei wies sie an den Ort zu verlassen, obwohl sie zuvor mit den lokalen Autoritäten ein Abkommen getroffen hatten, das ihnen erlaubte anlässlich des Feiertages ihre Blumen dort zu verkaufen. Die Volksfront zur Verteidigung des Landes (FPDT), Anhänger der Zapatistischen Anderen Kampagne, erschienen vor Ort um die Blumenhändler im Widerstand zu unterstützen. Die Polizei griff an, woraufhin mehr Anhänger der Zapatistischen Anderen Kampagne aus den umliegenden Staaten nach Atenco strömten um die FPDT zu unterstützen, da eine Verletzung gegen einen Anhänger der Anderen Kampagne, als eine Verletzung gegen die ganze alle gilt.

von den 47 Frauen, die während des Polizeisturms in Atenco verhaftet worden sind, berichten 26 bei ihrer Verhaftung mentaler, physischer oder sexueller Folter ausgesetzt worden zu sein. Bis heute ist kein einziger Polizist wegen Folter oder sexueller Misshandlung verurteilt worden.

Eine der Frauen, María Paticia Romero Hernádez, ist für ihre Beteiligung in Atenco weiterhin in Haft. Sie berichtet von den Gefängnisautoritäten bedroht worden zu sein, die vor kurzem eine Gefangene, die sie belästigt, in ihre Zelle verlegt zu haben. Der Vizedirektor des Gefängnisses hat sie auch vor kurzem beschuldigt, eine Gefangenenbewegung gegen die Gefängnisautoritäten anzuführen, weswegen er ihr drohte, ihr falsche Beweisstücke unterzuschieben, um "ihre juristische Lage zu erschweren".

In der letzten Woche mobilisierten sich Aktivisten in Mexiko Stadt um Atenco zu gedenken, und gegen zwei Jahre der Straflosigkeit, Repression und ungerechter Gefangenschaft zu protestieren.

Am 19. April protestierten ehemalige weibliche Gefangene von Atenco vor dem Büro der Sonderstaatanwaltschaft für Gewaltsame Verbrechen gegen Frauen, um zu verkünden, dass sie betreffs der sexuellen Folter, die sie während ihrer Gefangenschaft erlitten haben, eine Petition vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (IACHR) einreichen würden. Die IACHR gilt als letzte Option, wenn Bürger durch die gesetzlichen Systeme ihres eigenen Landes keine Gerechtigkeit erhalten können.

Die Frauen und ihre Unterstützer machten bei ihrem Protest deutlich, dass sie gezwungen waren vor einer internationalen Institution Gerechtigkeit zu suchen, da die Sonderstaatsanwaltschaft es unterlassen hatte sich ihrer Fälle anzunehmen. Es existieren hinreichende Beweise um die Polizisten, die sie gefoltert haben anzuklagen, aber der Staat hat es bisher unterlassen dies zu tun.

Die Frauen berichten "viele, viele Male" versucht zu haben, ein Treffen mit dem Sonderstaatsanwalt zu erreichen. Mariana de las Selvas, die seit drei Monaten aus dem Gefängnis entlassen wurde, hat in dieser Zeit bei drei verschiedenen Gelegenheiten versucht ein Treffen mit dem Sonderstaatsanwalt auszumachen, doch ihre Anfragen wurden vom Büro stets ignoriert. Erst als die Frauen ihre Petition an die IACHR einreichten, und eine Protestdemonstration mit Pressekonferenz vor der Sonderstaatsanwaltschaft abhielten, um deren Untätigkeit zu denunzieren, bestand der Staatsanwalt darauf sich mit den ehemaligen Gefangenen zu treffen.

Die Frauen stimmten einem Treffen zu, und betraten das Büro mit einer einzigen Frage an den Sonderstaatsanwalt: "Was hat die Sonderstaatsanwaltschaft für Gewaltverbrechen gegen Frauen in den letzten zwei Jahren getan, um die Polizisten zu bestrafen, die für die Folterungen in Atenco verantwortlich waren? In Erwiderung auf diese Frage sprachen Vertreter der Sonderstaatsanwaltschaft 30 Minuten lang, wobei sie im Wesentlichen sagten, dass sie nichts getan hätten. Wie Selvas berichtet, "haben sie jeden Vorwand unter der Sonne vorgeschoben", weshalb sie es unterlassen haben sich mit den ehemaligen Gefangenen zu treffen, oder die Polizisten wegen Folterung, sexuelle Misshandlung und Vergewaltigung vor Gericht zu stellen.

Am Wochenende des 3.-4. Mai, hielten Atenco-Bewohner und ihre Unterstützer eine Demonstration und Protestkundgebung in Atenco ab, um gegen die Misshandlungen, die Repression und Straflosigkeit zu protestieren, und die Freilassung der verbleibenden politischen Gefangenen zu fordern. Tausende marschierten durch Mexiko Stadt am 4. März mit den gleichen Forderungen.

Nach dem Protestmarsch durch Mexiko Stadt fand ein Hip-Hop Festival statt, deren Teilnehmer Gerechtigkeit für Atenco und die unverzügliche und bedingungslose Freilassung der politischen Gefangenen des Landes forderten. Unter anderem traten dabei Boca Floja aus New York auf (ursprünglich aus Mexiko Stadt), sowie die mexikanische Erfolgsband Magisterio. Weibliche Künstler waren bei der Veranstaltung reichlich repräsentiert.

 Quelle:  
  http://mywordismyweapon.blogspot.com/ 
 

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