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Mehr Tote, weniger Migranten - Geldüberweisungen stagnieren

Poonal vom 14.08.2007
Von Gerold Schmidt

  (Mexiko-Stadt, 13. Juli 2007, npl).- Seit Monaten mehren sich die Hinweise, dass die verschärfte Grenzpolitik im Süden der USA mit Mauerbau und intensiveren Kontrollen mehr Todesopfer fordert. Gleichzeitig gelingt es derzeit offenbar weniger Menschen, die Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten außerhalb der offiziellen Übergänge zu überqueren. So erhöhte sich nach einem Beitrag der Tageszeitung "USA Today", Angaben der Organisation "Human Borders" sowie örtlicher Behörden im Grenzgebiet des US-Bundesstaates Arizona und dem mexikanischen Staat Sonora die Zahl der Todespfer bei einem versuchten Grenzübertritt in den Monaten Januar bis Juli im Vergleich zum Vorjahresabschnitt um 22 Prozent auf 155.

Im Sektor Tucson, Arizona, der von den Behörden als eine der "durchlässigsten" Grenzzonen angesehen wird, sind die US-Patrouillen um 300 Polizisten auf 2700 aufgestockt worden. Zudem überwacht auch die von der Bundesregierung geschickte Nationalgarde das Gebiet. "Die Migranten werden mehr und mehr in die Wüste abgedrängt", so wird Robin Hoover von Human Borders in USA Today zitiert. Dort sind die Überlebenschancen geringer. Die Zahl der ohne gültige Dokumente im Sektor Tucson festgenommenen Einwanderer sank gegenüber dem Vorjahr im gleichen Zeitraum um gut 20 000 auf 300 000. Das deutet auf eine Abnahme erfolgreicher Grenzüberwindungen hin.

Vor wenigen Wochen gab Cecilia Romero, die Leiterin der mexikanischen Migrationsbehörde, die Zahl von bisher insgesamt 210 offiziell registrierten toten Landsleuten bekannt. Angesichts der noch bevorstehenden heißen Monate ist auch dies ein weiterer Beleg dafür, dass die Ziffer von 425 Grenztoten in 2006 wahrscheinlich übertroffen werden wird. Dabei sind andere lateinamerikanische Migranten nicht einmal erfasst.

Zusätzliches Indiz für die schwieriger gewordenen Bedingungen, die Grenze zu überwinden und in den USA Arbeit zu finden, ist die Entwicklung der "remesas". Die von den mexikanischen Migranten getätigten Geldüberweisungen an ihre zurückgebliebenen Familienangehörigen stiegen nach jahrelangen zum Teil zweistelligen Steigerungsraten laut mexikanischer Zentralbank in den ersten vier Monaten 2007 nur um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für April 2007 gab es im Vergleich zum März 2007 sogar einen leichten und ungewöhnlichen Rückgang der remesas.

Die Forschungsgruppe Pew Hispanic Center veröffentlichte Ende Mai in Washington einen Bericht, in dem sie ebenfalls zu dem Schluss kam, dass die Migration aus Mexiko in die USA gebremst wird. Neben den verstärkten Grenzkontrollen nennt die Gruppe eine Abkühlung des US-Bausektors, in dem viele nicht dokumentierte Einwanderer arbeiten, als zusätzlichen Grund. Statt wie zuletzt durchschnittlich etwa ein halbe Million mexikanische Migranten rechnet Pew Hispanic Center die Zunahme dieser Einwanderungsbevölkerung aus dem südlichen Nachbarland auf nur 290 000 für dieses Jahr hoch.

Die Zahlenjongliererei ist wegen einer ungenauen Erfassung sowohl durch offizielle Stellen als auch Nicht-Regierungsorganisationen nach wie vor problematisch. Die augenblickliche Tendenz scheint dennoch klar: Mehr Tote, weniger Migration. Andererseits wird mittelfristig keine Metallmauer auswanderungswillige Mexikaner aufhalten können. Fotoagenturen verbreiteten vor wenigen Tagen ein aussagekräftiges Bild: Offenbar mit einem hochleistungsfähigen Schneidbrenner war ein dickes Stück Metallplatte einfach aus der Mauer ausgeschnitten worden. Lautete die Vermutung im konkreten Fall eher, dass Drogenhändler am Werk waren, die Migranten werden ihre eigenen kreativen Antworten auf die Grenzkontrollen finden.


Quelle: poonal
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