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Neun tote Journalisten im ersten Halbjahr

Poonal vom 27.06.2006

  (Fortaleza, 21. Juni 2006, adital-poonal).- Neun Journalisten aus sechs Ländern Lateinamerikas wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits umgebracht. Mexiko führt die Liste toter Reporter mit drei Opfern an, informiert der Halbjahresbericht einer Kommission zur Untersuchung von Attentaten auf Journalisten (CIAP) der Lateinamerikanischen Journalistenföderation FELAP. Das Dokument zeigt auf, dass zwischen Januar und Juni zwei Journalisten in Ecuador ermordet wurden, in Kolumbien, Guayana und Venezuela jeweils einer und in Mexiko drei. Darüber hinaus ist in Paraguay eine Person verschwunden.

Neben den Ermordungen und dem Verschwinden sind Journalisten im gesamten Gebiet Lateinamerikas täglich Attacken verschiedenster Natur ausgesetzt: Todesdrohungen, Schläge durch die Mafia, Aggressionen von Polizeibeamten und Angriffe von Seiten der Regierungen. Die größte Todesgefahr für Journalisten in der Region geht heute von Bündnissen bewaffneter Drogenbanden mit korrupten Politikern aus, die auf staatlicher, regionaler, lokaler oder gemeindlicher Ebene organisiert sind. In verschiedenen Ländern Lateinamerikas formt sich so eine neue politische Klasse heraus. Es entsteht eine Drogen- oder Korruptionsmacht, die mit Privatarmeen des bewaffnet organisierten Verbrechens kooperiert.

Die Mehrheit der ermordeten Journalisten arbeitete in Zeitungen, Zeitschriften, Radios und anderen lokalen Medien. Mexiko ist das Land mit den meisten ermordeten Journalisten und hat damit Kolumbien das Zepter aus der Hand genommen. In den sechs Jahren der Regierung von Vicente Fox wurden 23 Journalisten ermordet, die Föderation von mexikanischen Journalistenverbänden (Fapermex) zählte 57 Morde seit 1983. Seit der Gründung der FELAP im Jahr 1976 wurden insgesamt rund 800 Journalisten in Lateinamerika und der Karibik ermordet.


Quelle: poonal
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