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»Die Basis ist die Comunidad«

 

Ausschnitte aus drei Interviews mit Teilnehmerinnen des Treffens indigener Künstlerinnen

ILA vom 05.07.2008

  aus: Indigene und schwarze Bewegungen / ila 316

Die Basis ist die Comunidad
Ausschnitte aus drei Interviews mit Teilnehmerinnen des Treffens indigener Künstlerinnen

Otilia Sandoval, Weberin aus San Andrés Chicahuastla

Du lebst schon lange im Hauptstadtbezirk D.F. Willst du einmal in deine Comunidad zurückkehren?

Ich will unbedingt zurück, es sind auch schon 16 Jahre, seit mein Mann als Wachmann in der Universität Arbeit gefunden hat. Er will nächstes Jahr in Rente gehen und wir kehren danach heim. Was sollen wir dann noch in der Hauptstadt? Mein Ältester wird im Mai 30, er hat eine Frau aus Xochimilco geheiratet, und da sie immer im D.F. gelebt haben, würde das Leben für sie wohl schwierig in unserem Dorf. Beide haben ja auch ihre Anstellung in der Stadt. Die andern drei Kinder wollen ebenfalls mit uns zurück.

Gibt es denn Arbeit im Dorf?

Ja, bei uns gibt es Arbeit. Natürlich sagen einige, sie fänden keine und müssten fort, um etwas zu verdienen, und einige finden auch eine Anstellung, wo sie soviel verdienen, wie sie für die Ausgaben brauchen, die sie glauben machen zu müssen. Und es geht ihnen gut, anderen nicht. In letzter Zeit gehen auch junge Leute oder Familien in die USA, aber von denen sind schon zehn im Sarg zurückgekommen. Es gehen schon mehr als früher, aber ich habe den Eindruck, es ist häufig wegen der Bedürfnisse, die man jetzt für uns erfindet. Wer in der Stadt war, will auch sein Haus haben wie die in der Stadt, sein Bad mit Wasserspülung, was bei uns im Dorf nicht geht, weil wir kein Abwassersystem haben. Da es oben auf dem Berg liegt, müssten wir die Abwässer in die Bäche leiten, die früher unsere Quellen waren, aus denen wir getrunken haben. Und dann der ganze Abfall und Plastik. Nun, heutzutage sind wir ja auf der Höhe der Technologie, haben Fernsehen und sehen Sender von ü berall. Da zeigen sie uns, wir sollen Fastfood und Fertigessen konsumieren, abgepacktes Brot, Getränke, all so was. Und schon haben wir den schlimmsten Abfall, den es gibt, Plastikflaschen, Verpackung für Kekse und Süßigkeiten, Becher von Joghurt und Pudding. Es kamen welche und wollten uns aufklären, sie haben Tonnen aufgestellt, damit die Leute dort ihren anorganischen Müll hineinwerfen. Einige haben das sogar befolgt. Aber als die Kampagne vorbei war, haben sie weitergemacht wie vorher, für alles das Plastikzeug benutzt und es überall hingeschmissen.

Was ist in eurer Comunidad der Haupterwerb der Menschen?

Weitgehend Landwirtschaft, aber auch Handel. Andere werden Schreiner, Krankenschwestern, Ärzte oder Taxifahrer, auch Frauen fahren Taxi. Schulen gibt es vom Kindergarten bis zum Abitur. Die Lehrsprache ist Spanisch, aber in der Vor- und Grundschule wird auch die Muttersprache gelehrt, was manche Lehrer nicht wollen, weil unsere Sprache lesen und schreiben zu lernen sei nicht sinnvoll, wenn man die Comunidad verlässt. Aber wir draußen haben erfahren, dass das nicht stimmt. Wir identifizieren uns über unsere Sprache, sie ist Teil unserer Identität.

Wie ist es mit der Bedeutung und dem Einfluss der katholischen oder evangelikalen Kirchen?

Die katholische ist die Religion der Spanier, sie haben sie uns aufgezwungen. Doch wir sind schlauer, haben es angenommen, wie sie es wollten, aber in unserer Sprache, wo sie uns nicht verstehen, reden wir von Gott Wasser, Gott Erde, Gott Luft, Gott Feuer und so. Sie sagen, Gott habe die Erde geschaffen, aber für uns ist die Luft, das Wasser, die Sonne, alles ein großes aus sich gewordenes Ganzes, die Natur. Unsere Feste vermischen wir mit ihren, gehen artig zur Kirche, bringen Blumen, zahlen den Pfaffen, alles wie es sein muss. Aber wenn wir nach Hause kommen, geht das richtige Fest los, wir essen, singen, tanzen und feiern.

Wie siehst du generell die Perspektiven der Comunidad?

Es geht abwärts, weil viele costumbres (Bräuche) unserer Ahnen verlorengehen. Die Leute haben jetzt ihre Betonhäuser, mehrere Autos, das Dorf ist dabei sich zu urbanisieren. Die kleinen Wege und Pfade sind jetzt schon Straßen und sollen asfaltiert werden. Aber das schadet uns, so haben sie den Markt betoniert, und wenn es regnet, da geht es bergab, werden die Häuser überschwemmt und stehen unter Wasser, weil das Regenwasser nicht mehr von der Erde aufgenommen wird. Die Regierung glaubt, Entwicklung wäre, wenn man Zement auf die Straße schüttet oder das Wasser in Rohre verlegt. Und die Leute sollen konsumieren und all den Schrott essen, das ist die Entwicklung. (Sie lacht wieder.) Die Leute von draußen sagen, wir wären dumm und ignorant, unwissend, weil wir immer noch Gemüse essen, weil wir immer noch Insekten essen, weil wir nicht essen wie sie, dieses Essen, was sie fast immer zermahlen und klein hacken – oder dieser Aufschnitt, kaltes Fleisch!! Und weil wir, die Leute etwa in meinem Alter, sowas nicht essen, sagen sie, wir sind ignorant. Aber die Jungen leben nicht mehr so, essen dafür Würstchen, Schinken, Fertigsuppen. Und davon werden sie dick. Ich finde, dass die Jugend dick geworden ist – und irgendwie durchsichtig. Sie haben nicht diese Farbe, die wir von früher gewohnt sind, sehen blass aus, aufgedunsen und krank. Viele haben heute schon Diabetes, das liegt an der Ernährungsveränderung. Sie sind nicht richtig ernährt: fett aber unterernährt. Dann noch das Bier, nun sind sie vor allem am Bauch dick.


Alejandra Chuc, Stickerin, aus Qintana Roo, Maya

Ich komme aus einer Comunidad im Municipio Felipe Carrillo Puerto, Quintana Roo, und bin 33. Bei meinem inzwischen verstorbenen Großmütterchen habe ich gelernt zu weben und zu sticken. Sie hat es mir beigebracht, denn obwohl sie sehr krank war, habe ich viel Zeit bei ihr verbracht, sie war ein sehr guter Mensch. Wenn du vorbeikamst, gab sie dir zu essen, und wenn du etwas hattest, gab sie dir die traditionelle Kräutermedizin. Ich mochte die Art, wie sie war, die Art, wie sie arbeitete, und habe viel bei ihr gelernt, bis zu dem Tag, als sie uns verließ. Sie hat mir ihre Nähmuster vererbt. Mit dreizehn, vierzehn habe ich angefangen zu lernen, das war, als ich in die Oberschule kam.

Mit achtzehn konnte ich schon etwas, und viele interessierten sich für meine Art zu sticken und zu weben. Mit zwanzig haben sie mich zu einer Veranstaltung eingeladen, die hieß, "Die dreizehn Reiche des Huipil", das war mein erster Wettbewerb. Und der Huipil (traditioneller Umhang), den ich entworfen und ausgearbeitet hatte, kam auf den ersten Platz. Man kann sich nicht vorstellen, wie ergriffen ich war, ich empfand eine unsägliche Freude. Warum? Nun, weil du siehst, wie die Menschen zufrieden mit deiner Arbeit sind. Danach bekam ich auch die ersten Bestellungen.

Die Farben stelle ich selbst zusammen, das Baumwollgarn kaufe ich, andere färbe ich mit Naturfarben, Mandelbaumblättern und vom Chacax, einem Mayabaum, oder Bohnensuppe. Die Muster, die ich benutze, sind zum Teil von meiner Großmutter, zum Teil von mir. Mit den Ideen und Kenntnissen, die sie mir weitergegeben hat, und meiner bildlichen Vorstellung entwickle ich neue Stickmuster – alle Figuren, die ich brauche, stehen in Beziehung mit den Mayafiguren. Das ist die Form der Identifikation mit meiner Kultur, damit die alten Formen nicht verloren gehen. Wenn ich Heutiges einsetzen würde, wäre es, als wolle ich die Kultur meines Volkes aufgeben. Und so gehe ich aus von dem, was sie mir übertragen haben.

Würdest du sagen, dass das Bewusstsein für die eigene Identität als Maya sich in den letzten Jahren gewandelt hat?

Nein, das ändert sich nicht, das hängt von der Mamá, von den Eltern ab. Die Kinder von heute sprechen Maya und Spanisch, aber sie identifizieren sich immer als Maya, sind stolz, Maya zu sein.

Wie ist es mit der Religion?

Die meisten bleiben katholisch, haben aber ihre eigenen Glaubensformen. Sacerdotes mayas haben wir auch in unserem Dorf. So lässt du dein Kind von einem Mayapriester taufen, oder der Pfarrer liest seine Messe. Sie machen es in derselben Kirche. Einige sind mehr beim katholischen, andere beim Mayapriester, aber la costumbre geht nicht verloren. Jetzt, wo das Land bestellt wird, machen sie ein Ritual, damit das Maisfeld gut brennt. Und im Monat August, wenn man anfängt zu säen, machen sie ein anderes, damit es gut Frucht trage. Und in den Monaten September und Oktober, wenn die Maispflanzen heranwachsen, macht jeder sein Ritual zu Haus, ohne dass es dazu einen Mayapriester braucht. Wenn es nicht genug regnet, wird Chac angerufen. Wenn einer todkrank ist, ruft er den katholischen Priester, denn der Maya gibt Heilkräuter und kann dich heilen, aber nimmt dir nicht deine Sünden weg, weil er nicht segnet. Seine Arbeit sind hauptsächlich die Rituale, die Götter herbeizuholen, wenn es nötig ist.

Wie ist es mit Frauen in der lokalen Verwaltung?

Was die Ämter angeht, sind die Männer doch sehr verschlossen, erlauben nicht, dass sich eine Frau in politische Fragen einmischt. Ich habe intensiven Kontakt zu allen in meiner Comunidad, aber manchmal das Problem, dass ich vieles sagen möchte, aber nicht weiß, wie es erklären. Als ich mein Kindchen bekam, war ich angebunden, bin eineinhalb Jahre nicht rausgegangen, ja, meine ganze Zeit war nur für sie. Jetzt erst wende ich mich wieder nach außen und mische mich ein. Mein Mann kümmert sich jetzt um das Kind. Schon bevor ich ihn geheiratet habe, hab ich zu ihm gesagt, ich mag das nicht, wenn der Mann sagt, tu das nicht, geh da nicht hin, und die Frauen halten sich daran. Das mag ich überhaupt nicht. Und deswegen hab ich zu ihm gesagt, du musst meine Bedingungen akzeptieren, denn ich möchte etwas lernen, vielleicht auch woanders. So arbeiten mein Mann und ich füreinander.

Auch meine Kleine versteht schon manches, so ist es nicht so schwer für mich. Ich will die Männer nicht kritisieren, aber wir arbeiten so, weil wir sehen, was im Haushalt gebraucht wird. Der Mann nicht, er geht aufs Feld, geht zur Arbeit, er merkt nicht, was es im Haus braucht. Aber die Frau doch. Deshalb sage ich, dass man jetzt die Frauen mehr in Betracht ziehen, ihnen diese Gelegenheit geben muss, vor allem im politischen Bereich. Warum? Weil sie das Wissen und das Bewusstsein haben, aber nicht die Möglichkeit, es anzuwenden.

Früher hatten die Frauen bis zu acht Kinder, heute vielleicht drei oder vier, aber nicht mehr, man sorgt dafür, dass die Familiengröße in einem erträglichen Rahmen bleibt. Aber ich glaube, das ist nicht das Recht des Mannes, sondern die Frau muss entscheiden, wie viele sie bekommt. Und die Männer beginnen das zu verstehen, vor allem in ökonomischer Hinsicht. Das Leben ist schwer, und wenn das Kind krank wird und es mit dem Heiler gesund wird, ist es sehr gut – wenn es Durchfall hat oder Fieber, wenn es weint und gar nicht mehr aufhört, dann bespricht er es – lo santigua –, nimmt ihm den bösen Wind und heilt es mit Kräutern. Wenn es davon nicht gesund wird, bringt man es eben zum Arzt. Und der bedeutet hohe Kosten für die Familie. Das sieht der Mann schließlich ein und fühlt sich nicht mehr bemüßigt, mehr Kinder zu haben.


María Enriqueta Lunez Pérez, Dichterin aus Juan Chamula, Chiapas, Tzotztil

Wie ist deine Einschätzung dieses Treffens?

Ich bin jetzt zum fünften Mal dabei, und beim ersten Mal habe ich viele Leute kennen gelernt, dafür war das sehr gut. Aber ich habe den Eindruck, es ist doch eher ein politisches Projekt, um zu zeigen, seht her, was wir für die indigenen Frauen machen. Aber ich finde, dieses Projekt sollte über die reine Schöpfung von musikalischen, literarischen und Kunsthandwerksbeispielen hinausgehen und viel direkter in die Comunidades hineinreichen. Wir brauchen einen Raum, wo wir offen kritisieren und selber etwas beitragen dürfen, wo wir uns aussprechen können ohne Angst, dass sie uns hinterher nicht wieder einladen.

Da sind zwei Gesichter, einerseits sagen sie: Ja, schön, wir wollen euch unterstützen. Und andererseits: ihr sollt das so und so machen und euch so verhalten, dass die da draußen euch genau so sehen. Und es stimmt, viele von uns sind so, wir sind starke Frauen und sehr talentiert, aber wir sind auch empfindsam und wollen gleich behandelt werden. Im Oktober letzten Jahres las ich in Mexico-Stadt bei einer Veranstaltung mit einem japanischen Autor und Juan Gelman (in Mexiko lebender jüdisch-argentinischer Autor – die Red.), wunderbare Menschen, zwar keine Indígenas, aber man behandelte mich als Gleiche, es war so herzlich miteinander, so einfach. Warum gibt es solchen Umgang nicht bei Veranstaltungen von diesen Institutionen hier? Vielleicht ist es ein gewisser Paternalismus. Sie entscheiden für uns.

Also, das gehört zu den negativen Seiten (sie lacht) und nun zu den positiven. Wir leben zusammen, lernen uns kennen, tauschen uns aus. Ich verdanke diesem Treffen sehr viel, wegen der Freundschaften, die ich hier geknüpft habe und aus denen Einladungen zu anderen Veranstaltungen erwachsen sind, wodurch ich meine Arbeit bekannt machen konnte. Das sind meine persönlichen Erfahrungen. Aber ich sehe nicht, wie diese Veranstaltung wirklich Veränderungen bewirken kann, etwa für die Stellung der indigenen Frau. Ich denke, sie lassen die Hauptprobleme außen vor. Zum Beispiel müssten auch Regierungsprojekte kritisiert werden, weil sie nicht dazu führen, dass die Frau dieses Bewusstsein von sich selbst gewinnt. Ich sehe nicht ein, warum es ein Projekt von da oben ist und nicht eines von uns indigenen Schöpferinnen selbst. Da wir alle ähnlicher Meinung sind, sollten wir unsere Vorstellungen gemeinsam offen legen, um dem Treffen neue Kraft zu geben, es muss neu konzipiert und wir müssen daran beteiligt werden.

Nehmen die Teilnehmerinnen etwas von diesem Treffen in ihre Comunidades mit, etwa dass sie als Frauen mehr Respekt erfahren haben und das weitergeben können?

Ich denke, das hängt von der Einstellung der Frauen ab. Ich kann hier sehr bereichert werden, aber zu Hause mache ich vielleicht nichts daraus und man kennt mich bloß als die Frau, die viel herumreist, aber niemand weiß, was sie macht. Es gibt auch solche, die mit oder ohne Treffen in ihrer Gemeinde als Promotoras Culturales tätig sind und kämpfen. Manche werden hier sogar schief angesehen wegen der Art, wie sie ihre Projekte verteidigen: "Die laden wir lieber nicht wieder ein, die sagt sonst bei jeder Gelegenheit, was sie denkt und was ihr nicht gefällt." Die bewundere ich und möchte auch eines Tages so sein. Noch ist es nicht so weit. Ich bin bloß wie ein kleines Brett im Meer, aber in ein paar Jahren fühle ich mich hoffentlich so stark, dass ich sagen werde, was ich meine.

Und welche Perspektiven siehst du für deine Comunidad?

Viele positive, weil die Jungen sich jetzt mehr einbringen. Ich bin nicht mehr so voll dabei, weil meine AltersgenossInnen zum Teil auch auswärts sind, in Cuba oder anderen Staaten studieren. Doch vor zwei Jahren gab es den ersten Versuch, dass wir "Auswärtigen" uns zusammentun. Das hat noch nicht geklappt – vielleicht gerade weil wir immer unterwegs sind. Aber ich hoffe, dass wenn wir wieder näher an zu Hause sind, wir dann diese Gruppe bilden können. Denn uns alle beschäftigen solche Themen wie Gesundheit, Ökologie, aber auch politische Fragen sehr, denn ich habe den Eindruck, dass bei uns diese Sicht, der Comunidad dienen zu wollen, aus den Augen verloren wurde.

Nicht aus internen Gründen, sondern weil die Landespolitik darauf abzielt, unsere politische Organisationsform zu ändern. Allein schon dass der Bezirkspräsident ein so hohes Gehalt erhält, führt dazu, dass die Kandidaten nicht das Wohl des Dorfes im Sinn haben, sondern die damit verbundene Macht und vor allem den hohen Verdienst. Ich hoffe, dass einige von uns Jüngeren – die dann vielleicht gar nicht mehr so jung sind –, in der Zukunft einiges für unsere Comunidad bewegen können. Ich persönlich mache mir Sorgen um die ökologischen Fragen, aber wie auch sonst hat die Regierung kein Interesse, dass die Comunidad ein Bewusstsein ihrer Realität entwickelt. Sie will uns noch in diesem Paternalismus gefesselt lassen.

Wovon willst du leben, wenn du zurückkehrst?

Ich will kein bürgerliches Leben der Mittelklasse führen, denn dann würden mir gewisse Dinge zu wichtig. Ich werde kein großes Auto haben, keine tolle Küche mit allen Schikanen, keine Superwaschmaschine. So bin ich nicht aufgewachsen und das interessiert mich auch nicht. Ja, ich will zurück in mein Dorf, und meine Vorstellung ist, eines Tages Direktorin der Casa de la Cultura zu werden, denn als Kind war das Kulturhaus wirklich eine Casa de la Cultura, mit vielen Anregungen, und ich konnte allerlei Kurse besuchen, aber heute dient es eher als Parkplatz, es fehlen die Ziele. Ich würde gerne kulturell arbeiten und eine Gruppe bilden, um manches für das Municipio zu bewegen. Ich sehe es positiv, finde, dass sich da viel mehr öffnet, es nicht mehr so eingeengt ist, auch das Wort des andern gilt mehr, da ist eine geistige Öffnung zu sehen.

Die Gespräche führte Uwe Bennholdt-Thomsen im März 2008 in Guadalajara.

 Quelle:  
  http://www.ila-web.de/artikel/ila316/comunidad.htm 
 

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