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Oaxaca - Der Widerstand geht weiter

Indymedia vom 27.10.2008
Maya

  Fuer mehr als ein halbes Jahr war Oaxaca und der Aufstand einer von breiten Teilen der Bevoelkerung getragenen sozialen Bewegung gegen die kriminelle und menschenrechtsverachtende Politik des Gouverneurs Olysses Ruiz Ortiz (PRI) nicht nur in den alternativen und unabhaengigen Medien erwaehnt. Seit der brutalen Niederschlagung des Protests am 25. November 2006 durch staatliche und foederale Polizeikraefte ist viel passiert. Einen kleinen Ausschnitt soll dieser Bericht geben, der sich auf ein Interview mit zwei AktivistInnen aus Oaxaca am 20. Oktober 2008 stuetzt. Zwei Jahre nach dem Mord an Indimedia-Reporter Brad Will wurden laut der buergerlichen Medien Mexikos endlich die Schuldigen verhaftet − die Angeklagten sind allerdings Mitglieder der APPO (Asamblea Popular de los Pueblos de Oaxaca, Volksversammlung der Voelker Oaxacas), ein Zusammenschluss aus verschiedenen opositionellen Gruppen und Organisationen, die im Juni 2006 den Gouverneur aus der Stadt jagte und Oaxaca fuer ca. ein halbes Jahr nach basisdemokratischen Prinzipien selbst verwaltete. Fuer die activistas aus Oaxaca ist klar, dass die Verhaftung ihrer compañeros nur ein weiterer Versuch der staatlichen Behoerden ist, die APPO zu diskreditieren, ja zu kriminalisieren. Die Repression gegen Gruppen und Personen, die in der APPO organisiert sind, ist alltaeglich. Der Anblick von Militaer und Polizei in den Strassen von Oaxaca ist ein normales Bild geworden. Vor allem junge Leute werden willkuerlich kontrolliert und von den BeamtInnen drangsaliert. Obwohl nach Aussage der compas "nur" noch fuenf Personen als politische Gefangene in den Knaesten hocken, stehe fuer viele noch Haftbefehle aus − ein gutes Mittel, Personen in ihren Handlungsspielraeumen einzuschraenken und permanent unter Druck zu setzen.

Doch sind es die Prozesse im Stillen, die die positiven und hoffnungsvollen Auwirkungen des Aufstandes zeigen. Viele Gruppen sind weiterhin aktiv und versuchen, sich dauerhaft zu vernetzen und zusammenzuarbeiten. Wie die AktivistInnen betonen, befinden sich viele politische Gruppen in einem Prozess des Lernens. Es sei jetzt wichtig, sich weiterhin zuzuhoeren und Erfahrungen auszutauschen, um den, um den Protest nicht versacken zu lassen. Viele Menschen haetten durch den gemeinsamen Aufstand und die selbstverwalteten Strukturen gemerkt, wie sie sich selber organisieren koennen. So entschlossen sich beispielsweise BewohnerInnen eines Stadtteils, zusammen einen Kinderspielplatz zu bauen. Eigentlich hatten die Behoerden das Gebiet schon an eine Firma verkauft, doch der Spielplatz war schneller... . Die APPO entschied sich groesstenteils fuer eine Nicht-Zusammenarbeit mit Parteien und Regierung. Die momentanen Prozesse, sich auszutauschen und zuzuhoeren, sich staerker und dauerhafter zu vernetzen, vergleicht ein Aktivist mit den "stillen" Jahren vor der Ausrufung der zapatistischen caracoles.

Arbeitslosigkeit, Repressionen gegenueber Gemeinden auf dem Land, Kriminalisierung jeglicher Proteste, Militarisierung, die zunehmende Ausbeutung der Ressourcen durch Projekte wie dem Plan Puebla Panama (mittlerweile Projecto Mesoamerica) − die Wut in der oaxaceñischen Bevoelkerung ist gross. Si nada pasa, algo pasará… .

 Quelle:  
  http://de.indymedia.org/2008/10/230577.shtml 
 

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