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UA von amnesty: Sorge um indigene Gemeinschaft

amnesty international vom 29.10.2008

  UA-297/2008
Index: AMR 41/054/2008
24. Oktober 2008

CARMELINO NAVARRO JIMÉNEZ, neunjähriger Junge
Frau MANUELA MORALES GÓMEZ
Herr LEONARDO NAVARRO JIMÉNEZ
Herr JUAN NAVARRO JIMÉNEZ

Am 10. Oktober 2008 wurde der neunjährige Carmelino Navarro Jiménez in der Kleinstadt Bayulubmax im Verwaltungsbezirk Chilón im Bundesstaat Chiapas von drei bewaffneten Männern angegriffen und schwer verletzt. Der Junge war mit seiner Schwägerin Manuela Morales Gómez auf dem Weg zum Kaffeefeld seines Vaters. Auf der Straße kamen Carmelino Navarro und Manuela Morales an einer Gruppe von drei Männern vorbei, die ihnen plötzlich hinterherliefen. Einer der Männer hatte eine Machete bei sich, die anderen beiden trugen Schusswaffen.

Carmelino Navarro und Manuela Morales liefen weg, aber der Junge fiel hin. Der Mann mit der Machete stieß daraufhin auf ihn ein und fügte ihm eine tiefe Wunde am Rücken zu. Die beiden Männer mit den Schusswaffen verfolgte Manuela Morales Gómez, die ihnen aber entkommen konnte. Sie alarmierte ihre Familie, so dass der schwer verwundete Junge ins Krankenhaus gebracht werden konnte, wo seine Wunde mit 15 Stichen genäht wurde. Carmelino Navarro machte eine Aussage bei den Behörden und konnte die Namen der drei Männer nennen. Bei den Tätern soll es sich um Mitglieder der Gruppierung "Organización Para la Defensa de los Derechos Indígenas y Campesinos − OPDDIC" (Organisation für den Schutz von Indigenen und Kleinbauern) handeln. Die OPDDIC ist eine bewaffnete Gruppe, die für Einschüchterungen und Angriffe auf Menschen verantwortlich ist, die mutmaßlich mit der bewaffneten Oppositionsgruppe "Ejército Zapatista de Liberación Nacional − EZLN" sympathisieren. Die EZLN operiert seit über zehn Jahren nicht mehr militärisch, ist aber nach wie vor eine soziale Bewegung und in lokalen autonomen Regierungen indigener Gemeinschaften in und um die Dschungel-Region Lacandona in Chiapas präsent.

Am 10. August 2007 war der Vater von Carmelino Navarro, Leonardo Navarro Jiménez, und sein Bruder Juan Navarro Jiménez von OPDDIC-Mitgliedern angegriffen worden. Die Täter schossen Leonardo Navarro in den Kiefer und fügten Juan Navarro mit einer Machete schwere Verletzungen im Gesicht zu und schossen ihm in die Schulter. Damals wurden gegen Haftbefehle 13 OPDDIC-Mitglieder erlassen, darunter befanden sich auch die Täter vom 10. Oktober 2008. Die Behörden nahmen jedoch nur vier OPDDIC-Mitglieder in Haft, die übrigen Haftbefehle wurden nicht vollstreckt. Somit konnten drei der OPDDIC-Mitglieder am 10. Oktober 2008 Carmelino Navarro Jiménez angreifen. Lokale Menschenrechtsorganisationen haben die Ermittlungen zu den vorherigen Überfällen kritisiert, weil dabei nicht genügend Beweise zusammengetragen worden seien, um Verhaftungen zu ermöglichen und die Täter strafrechtlich zu verfolgen. Amnesty International befürchtet, dass Carmelino Navarro, Manuela Morales Gómez, Leonardo Navarro Jiménez und Juan Navarro Jiménez in Gefahr sind, erneut angegriffen zu werden.

Hintergrundinformationen

In Regionen von Chiapas, in denen der Einfluss der EZLN angefochten wird, werden Bewohner, die als EZLN-Unterstützer gelten, immer wieder von Gruppen wie der OPDDIC angegriffen, die in Opposition zur EZLN stehen. Da die Behörden nicht angemessen gegen diese Gruppen vorgehen und gegen sie ermitteln, leben viele Gemeinschaften in Angst vor weiteren Überfällen.

Empfohlene Aktionen

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
− Ihre Sorge um die Sicherheit von Carmelino Navarro Jiménez und seiner Familie zum Ausdruck bringen;
− die Behörden auffordern sicherzustellen, dass Carmelino Navarro Jiménez und seine Familie vor weiteren Überfällen geschützt werden;
− fordern, dass eine unabhängige und unparteiische Untersuchung des Überfalls auf Carmelino Navarro Jiménez eingeleitet wird, deren Ziel es ist, die Täter zu ermitteln und vor Gericht zu stellen;
− die Behörden auffordern, auch eine unabhängige Untersuchung des Überfalls auf Leonardo Navarro Jiménez und Juan Navarro Jiménez einzuleiten, um die Täter zu ermitteln und vor Gericht zu stellen.

Appelle An
GOUVERNEUR VON CHIAPAS
Lic. Juan José Sabines Guerrero
Gobernador del Estado de Chiapas
Palacio de Gobierno, 1º piso, Col. Centro,
C.29000, Tuxtla Gutiérrez, Chiapas, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Governor/Señor Gobernador)
Fax: (00 52) 961 618 8050. (Sie werden dann gebeten, die Durchwahl 21122 einzugeben)
E-Mail: E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt

JUSTIZMINISTER VON CHIAPAS
Lic. Amador Rodríguez Lozano
Ministro de Justicia del Estado de Chiapas
Libramiento Norte s/n, tercer nivel
Col. Infonavit "El Rosario", CP 29049
Tuxtla Gutiérrez, Chiapas, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister/Señor Ministro)
Fax: (00 52) 961 61 657 24
E-Mail: E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt

STAATLICHE MENSCHENRECHTSKOMMISSION VON CHIAPAS
Lic. Juan Carlos Moreno Guillen
Presidente de la Comisión Estatal de Derechos Humanos de Chiapas, Comisión Estatal de Derechos Humanos de Chiapas, Boulevard Comitán 143, Col. Moctezuma
Tuxtla Gutiérrez, Chiapas, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear President/ Señor Presidente)
Fax: (00 52) 961 639 6615
E-Mail: E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt

Kopien

MENSCHENRECHTSORGANISATION
Centro de Derechos Humanos Fray Bartolomé de Las Casas, A.C.
Calle Brasil 14, Barrio Méxicanos, 29240 San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, MEXIKO
E-Mail: E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Jorge Castro-Valle Kuehne
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 5. Dezember 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.

 Quelle:  
  http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-297-2008/sorge-um-indigene-gemeinschaft 
 

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