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Peacewatch Switzerland: Newsletter November/Dezember 2008

Peace Watch Switzerland vom 12.11.2008

  Newsletter November/Dezember 2008

Der Newsletter erscheint zweisprachig: deutsch/französisch.
Die französischsprachige Version finden Sie unter:
http://www.peacewatch.ch/public_html/download/PWS/Newsletter_Nov_Dez_08_f.pdf

I. Peace Watch Switzerland
Kampagne zum Tag der Menschenrechte

Am 10. Dezember jährt sich der Tag der Menschenrechte zum 60. Mal. Wir konnten einige KooperationspartnerInnen wie z.B. Kollektivbeizen und Bioläden gewinnen, in dieser Woche in ihren Ladenlokalen eine Spendensammlung für uns durchführen. Gern stellen wir noch weitere Sammelboxen auf und nehmen Kontakte jederzeit entgegen unter 044 272 27 88 oder info AT peacewatch PUNKT ch

Veranstaltungshinweise:

Ausstellung "sehen und gesehen werden − unterwegs für Menschenrechte" Die Ausstellung gibt Einblick in die Arbeit der Einsatzleistenden in den Gebieten Chiapas/Mexiko, Guatemala und Palästina/Israel. Texttafeln ergänzen die Bilder und liefern Hintergrundinformationen.

Vom 23. bis 30. November 2008 werden die Bilder im Rahmen der Schaffhauser Menschenrechtstage im Münster zu sehen sein. Detaillierte Informationen:
Schaffhauser Menschenrechtstage

Am 29. November − dem Jahrestag des UNO Teilungsplans von Palästina 1947 − wird im Zentrum Karl der Grosse in Zürich der Film "Jerusalem − the east side story" gezeigt. Begleitet wird der Anlass von Valentina Magguilli, ehemalige Programmverantwortliche des EAPPI in Jerusalem. 20 Uhr

In Lausanne wird Nafez Assailly − Gründungsmitglied von "Library on Wheels for Nonviolence and Peace" − am 26. November von seinen Erfahrungen berichten. Anschliessend Diskussion mit der Regisseurin. Weitere Infos (en français):
http://www.peacewatch.ch/download//Palestine/Palestine_Nafez_Assailly_Lausanne.pdf

II. Mexiko
Chiapas

Die weiterhin sehr angespannte Lage in Chiapas kulminierte am 3. Oktober in einem Massaker: Bei der brutalen Räumung des Ejidos Miguel Hidalgo, La Trinitaria, durch Staats- und Bundespolizisten, wurden sechs campesinos getötet, zehn Personen durch Schüsse verletzt und 36 verhaftet. Einen knappen Monat zuvor, am 7. September, beschlossen die EinwohnerInnen von Miguel Hidalgo im Süden der Selva Lacandona in einer Versammlung, die archäologische Zone von Chincultik, die auf ihrem Land liegt, zu besetzen. Denn das zuständige Institut für Archäologie und Geschichte (INAH) unterhielt die Anlage seit Jahren nicht mehr, sondern überliess sie ihrem Schicksal. Die BewohnerInnen von Miguel Hidalgo begannen, den Eintrittspreis für die archäologische Stätte zu erheben (20 Pesos − die INAH hatte 35 verlangt.) Nur wenig später verhandelten sie mit den Behörden. Das letzte Treffen mit Staatsbeamten fand einen Tag vor dem Massaker statt und endete mit der Vereinbarung, die Gespräche fortzusetzen. "Wir hätten nie gedacht, dass die Regierung uns angreifen würde, als ob wir Schwerverbrecher wären, weil wir uns doch in einem Dialog befanden. Aber jetzt sehen wir, dass es sich nur um eine Falle handelte, damit sie unser Vertrauen gewinnen", sagte Vázquez López, der der Verhandlungsdelegation angehörte. Kurz vor dem Massaker in Miguel Hidalgo überfielen Polizeieinheiten auch campesinos an der ca. zehn Kilometer entfernten Laguna de Montebello, die ebenfalls von der dortigen Bevölkerung kontrolliert wurde.
Weitere Infos dazu: http://www.chiapas.ch/

Auch die Angriffe gegen Zapatistas und ihre SympathisantInnen von Seiten der paramilitärischen "Organización Para la Defensa de los Derechos Indígenas y Campesinos" (OPDDIC) gehen weiter. Ebenfalls Anfang Oktober verletzten drei Mitglieder der OPDDIC einen zapatistischen 9-jährigen Jungen schwer. Vor einem Jahr hatten sie versucht, seinen Vater und seinen Bruder zu töten, wobei sie die beiden mit Feuerwaffen und Macheten ebenfalls schwer verletzt hatten. Daraufhin waren Haftbefehle gegen sie erlassen, jedoch nie ausgeführt worden.

Berichte von PWS-Freiwilligen in Chiapas finden sich auf unserer Website unter
http://www.peacewatch.ch/


Oaxaca

Seit Ende August sind zwei PWS-Freiwillige damit beschäftigt, eine Bestandesaufnahme der aktuellen Bedrohungssituation der MenschenrechtsverteidigerInnen in Oaxaca zu erarbeiten. Ziel ist es, herauszufinden, ob der Einsatz von freiwilligen PWS-MenschenrechtsbegleiterInnen in Oaxaca Sinn macht und welche lokalen PartnerInnen dafür zur Verfügung stehen. Die beiden Freiwilligen führten Gespräche mit 16 Menschenrechtsorganisationen im ganzen Bundesstaat. Die Ergebnisse dieser Gespräche sind eindeutig: Die Bedrohungssituation ist noch immer akut, die Bedrohungen reichen von telefonischen Einschüchterungen über Verfolgungen auf der Strasse bis zu direkten physischen Angriffen und gehen überwiegend von der Polizei und lokalen Machtgruppen aus, welche direkt vom Gouverneur Oaxacas unterstützt werden.

Alle GesprächspartnerInnen betonten, dringend internationale Begleitung zu benötigen, um sich bei ihrer Arbeit sicherer zu fühlen. Die Art von Begleitung stellen sie sich je nach Situation anders vor: direkte Begleitung durch Freiwillige, Beobachtung und Dokumentation von Risikosituationen wie auch Verbreitung von Informationen auf internationaler Ebene. PWS wird aufgrund dieser Bestandesaufnahme und in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen über das weitere Vorgehen entscheiden. swissinfo.ch veröffentlichte am 7. November ein Gespräch mit den beiden PWS-Freiwilligen über ihre Arbeit in Oaxaca:
swissinfo.org

Im Oktober hat die Polizei verschiedene unabhängige Lokalradios in der Region des Istmo und in Huajuapan de Leon geschlossen: Schwerbewaffnete Einheiten der Mexikanischen Bundespolizei drangen in die Gebäude ein und beschlagnahmten Mischpult, Mikrofone, Kopfhörer und anderes Material. Bei den Räumungen waren auch Vertreter des Ministeriums für Kommunikation und Transport dabei.

Am 16. Oktober wurde der APPO-Sympathisant Juan Manuel Martínez verhaftet und des Mordes am unabhängigen Indymedia-Journalisten Brad Will angeklagt. Brad Will war im Oktober 2006 bei einer Konfrontation zwischen der Polizei und Mitgliedern der APPO erschossen worden. Während sowohl das Bildmaterial wie auch Zeugenaussagen übereinstimmen, dass der tödliche Schuss aus einer Distanz von etwa 35 Metern fiel, behauptet die Staatsanwaltschaft, dass der Journalist aus nächster Nähe erschossen worden sei und die Täter in den eigenen Reihen, d.h. bei der APPO, zu suchen seien. Neben Juan Manuel Martínez, der als Haupttäter festgenommen wurde, haben weitere neun Aktivisten Haftbefehle als Mittäter bekommen.

Für die APPO sowie die Menschenrechtsorganisationen ist klar, dass die Anklage ein weiterer Einschüchterungsversuch von Seiten des Staates gegen die Bewegung darstellt.

Sendereihe zu Oaxaca auf Radio LoRa jeweils am letzen Sonntag des Monats von
18 bis 20 Uhr auf 97,5 oder www.lora.ch
So., 30. Nov.: Oaxaca - Der Kampf der Frauen
So., 28. Dez.: Oaxaca - Wo sind sie? Die Suche nach den Verschwundenen


III. Guatemala

In Guatemala ist eine zunehmende Re-Militarisierung zu beobachten: eine Erhöhung des Anzahl Soldaten, die territoriale Ausweitung der Armee sowie die Wiedereröffnung einer Militärbasis in Izabal, wo eine Truppe der Kaibiles stationiert werden soll, welche während des Bürgerkriegs die schlimmsten Verbrechen ausgeführt hatten. Die "Unión Nacional de Mujeres Guatemaltecas" (UNAMG) wies in einem Communiqué darauf hin, dass diese Re-Militarisierung im Widerspruch stehe zu den Friedensverträgen von 1996 und eine ernsthafte Bedrohung für die sozialen Bewegungen, insbesondere die Frauenbewegung, darstelle. Diese Befürchtungen sind umso mehr berechtigt, als die Militärpräsenz primär dort verstärkt wird, wo sie bereits während des bewaffneten Konflikts stark war und wo sich verschiedene ökonomische Interessen konzentrieren (z.B. in der "Franja Transversal del Norte", in der sich Megaprojekte und Plantagen zur Produktion von Agrotreibstoffen befinden). VertreterInnen sozialer Organisationen befürchten, dass das Militär Protestbewegungen gegen diese Projekte bekämpfen soll.

In San Marcos, wo das kanadische Unternehmen "Goldcorp" mit der Mine "Marlin" Gold im Tagebau fördert und dadurch die Landschaft verwüstet, das Wasser verbraucht und verschmutzt und giftige Abfälle produziert − kurz: die Lebensqualität der dort lebenden Indígenas arg beeinträchtigt und gefährdet -, organisiert sich die lokale Bevölkerung bereits seit längerem in verschiedenen Organisationen gegen die Mine. Wer sich gegen das Bergbauunternehmen wehrt, lebt jedoch gefährlich. Immer wieder werden AktivistInnen mit dem Tod bedroht, verfolgt, überfallen oder festgenommen. So wurde Anfang September ein Anschlag auf Yuri Melini, Mitarbeiter der Comisión Paz y Ecología (COPAE) in San Marcos, verübt. Die Organisationen werden deshalb von internationalen MenschenrechtsbeobachterInnen, u.a. von PWS, begleitet. Im Moment begleiten PWS-Freiwillige AktivistInnen der "Asociación para el Desarrollo Integral de San Miguel Ixtahuacan" (ADISMI).

Berichte von PWS-Freiwilligen in Guatemala finden sich auf unserer Website unter
http://www.peacewatch.ch/public/frameset.aspx?cat=1&lang=DE

Das Collectif Guatemala (Frankreich) hat einen Kurzfilm zur Problematik in San Miguel Ixtahuacan gedreht: http://fr.youtube.com/watch?v=03lBV1iMh8k


IV. Palästina/Israel

Aufgrund der wichtigsten jüdischen Feiertage im Oktober (Neujahrsfest, Versöhnungsfest und den Tagen, an welcher die Tora von Neuem gelesen wird) stieg die Anzahl der Siedlerübergriffe auf PalästinenserInnen markant, an drei Tagen waren die Verkehrswege komplett gesperrt. Und doch, in diesem Newsletter möchten wir für einmal Palästina nicht mit Gewalt, Besatzung, Konflikten und fehlenden Menschenrechten verbinden. Denn unsere BeobachterInnen erzählen immer auch viel von der dortigen Kultur und Gastfreundschaft. Erstaunlich, wie oft die Teams zu einer Tasse Kaffee oder Tee (mit Minze und viel, viel Zucker) eingeladen werden und wie oft sie sich an einem schön gedeckten Tisch wiederfinden. Zum einen ist dies Ausdruck der palästinensischen Kultur, in der alles miteinander geteilt wird, zum anderen aber auch eine Möglichkeit, sich für die Solidarität der internationalen Freiwilligen zu bedanken. Maklube (einen leckeren Eintopf) haben unsere beiden derzeitigen Freiwilligen in Tulkarem und Jayyous schon beim Bürgermeister, dem Taxichauffeur, diversen Nachbarinnen und Bauern gegessen. Besonders fein ist der Kakeh Dschasar bi `l-Tawabil (Gewürzkuchen), welcher hauptsächlich in der Weihnachtszeit (und nicht nur in christlichen Familien) genossen wird:

1 EL Backpulver, 250ml Mehl, 1 Tasse braunen Zucker, 2 geriebene Karotten, 1/2 Tasse Rosinen, 1/2 Tasse Kokosraspel, 2/3 Tasse Sonnenblumenöl, 2 Eier, 1 TL Back-Soda, 1/2 TL gemahlenen Zimt, 1 TL gemahlene Nelken, 2 TL gemahlenen Ingwer

Alle Zutaten ausser den Eiern in einer Schüssel vermischen, die Eier separat verrühren und danach in die grosse Schüssel geben. Den Teig in eine mit Butter eingefettete Backform geben und im vorgeheizten Ofen 35 Minuten bei 170° C backen. Den fertigen Kuchen mit Puderzucker bestreuen. *

Die Menschen in der Westbank sind gerne GastgeberInnen. Sie sind aber auch aus wirtschaftlichen Gründen auf BesucherInnen aus dem Ausland angewiesen. Ungeachtet der schwierigen Situation gibt es gut ausgebaute Infrastrukturen und verschiedene Tourismusorganisationen, die helfen, eine Reise zu planen. Seit November ist das Palästina-Reisehandbuch der "Alternativ Tourism Group" auf Deutsch erhältlich (ISBN 978-3-930378-80-7, palmyra-verlag). Das Buch enthält neben einem umfassenden Teil zu Geschichte, Kultur und Politik ein Kapitel mit wichtigen praktischen Informationen.

Reiseeindrücke und Erlebnisse aus Palästina sind ab dem 29. November täglich auf www.fairunterwegs.org zu lesen. Betreut wird der Blog von den fünf SchweizerInnen, die anfangs November ihre Arbeit als MenschenrechtsbeobachterInnen in Hebron, Tulkarem, Jayyous, Bethlehem und Yanoun aufnehmen werden.

Rezept aus "Palästina verstehen", SympathieMagazin, Nr. 40.

Der PWS Newsletter erscheint alle zwei Monate.

An- und abmelden sowie Anmerkungen, Kritik und Lob per Mail:
info AT peacewatch PUNKT ch

 Quelle:  
  http://www.peacewatch.ch 
 

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