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Veranstaltung: 22.11.2008 in Freiburg

Veranstaltungshinweis vom 18.11.2008

  Adelante! Einladung zur

- Infoveranstaltung am Samstag, 22.11.2008 ab 20 Uhr im KTS-Café:
2 Aktivisten, die soeben aus Chiapas, Mexiko zurückgekehrt sind, berichten über die aktuelle Situation und die Perspektiven sozialer Kämpfe in Südmexiko (siehe Text unten).

- und zur Zapatista-Soliparty! Es wird getanzt bis in die Morgenstunden mit den fabulosen Daddy Longleg, DJane Iguana, Djane Maya Pakal, Djane la vaca loca (punk, hiphop, balkan, cumbia, mestizo..)!!!!

Es gibt eine würdige Wut

Schon 25 Jahre ist sie alt, die zapatistische Bewegung. 1994 katapultierte sich die EZLN (Ejercito Zapatista de Liberacaion Nacional) mit dem »Aufstand der Würde« in die internationale Öffentlichkeit. Nachdem Vereinbarungen über indigene Autonomie mit der Regierung scheiterten, bauen die Zapatistas seither ihre autonomen Strukturen im Bereich Bildung, Gesundheit, Ökonomie, Verwaltung und Rechtssprechung im südlichsten Bundesstaat von Mexiko, Chiapas, weiterhin aus. Auch der Kampf der Frauen innerhalb der zapatistischen Bewegung stellt einen grundlegenden Fortschritt bei der Verbesserung der Lebenssituation dar. Doch natürlich sind autonome Strukturen eine Herausforderung und Bedrohung für die Regierung auf nationaler als auch auf bundesstaatlicher Ebene.

Seit dem (höchstwahrscheinlich manipulierten) Wahlsiegs von Präsident Felipe Calderon im Jahr 2006 nimmt die Repression wieder zu. Die Aufstandsbekämpfung, bisher als Krieg niederer Intensität, mit Paramilitarisierung, Vertreibung der Bevölkerung und »Teile und Herrsche« − Strategie bekannt, hat eine neue Qualität erreicht. Calderons Politikstil ist der der mano duro, der harten Hand. So führt er einen Krieg gegen die Drogenkartelle, bei dem auch unbeteiligte Personen getötet werden, während gleichzeitig staatliche Akteure von Polizei über Staatsanwaltschaft in korrupte und undurchsichtige Machenschaften des profitablen Drogengeschäfts und andere Verbrechen verstrickt sind. Zudem erhält Mexiko im Rahmen des ASPAN-Abkommens (Erweiterung des Freihandelsabkommens NAFTA, mit Fokus auf militärische Zusammenarbeit) finanzielle und militärische Unterstützungen zur Eindämmung der Migration an der Grenze zu Guatemala (angrenzender Bundesstaat: Chiapas). Implizit werden hier das Militär sowie die Polizei auch für die Aufstandsbekämpfung gerüstet. Damit soll die Absicherung und Umsetzung des größten neoliberalen Infrastrukturprojektes Mittelamerikas, dem Plan Puebla Panama (mittlerweile Programa Mesoamerica), über die Köpfe der Bevölkerung hinweg, garantiert werden. Chiapas als »zentralamerikanisches Tor« (Weltbank 2003) verfügt über »reiche Diversität an biologischen und agrarischen Ressourcen, mit einer Fülle von Wasser, wichtigen Energiereserven, ökologischer Einzigartigkeit und großen menschlichen Ressourcen, was alles zusammen die Chance auf viel versprechende Investitionen verheißt.« (Vincente Fox, Mexikanischer Präsident 2001). Zusätzlich zu der profitablen Aufteilung des ärmsten Bundesstaates in Mexiko in »ökonomische Korridore« in den Bereichen Tourismus, Logistik und Agroindustrie rücken billige Arbeitskräfte, Ölreserven sowie seit neusten auch Goldfunde die Region in den Blick kapitalistischer Verwertungslogik.

Die autonomen "aufständischen" Gemeinden stören natürlich bei der Umsetzung territorialer Herrschaft und der Instrumentalisierung des Lebens im Interesse harter Währungen wie euro und dollar. Der Platz der lokalen Bevölkerung im Prozess der Ausplünderung ist beschlossen: Maquiladoras (Billiglohnfabriken), Servicepersonal im Tourismus- und Dienstleistungssektor und Plantagearbeit für den Export der Agrarindustrie. Der Widerstand gegen diesen Neokolonialismus, die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit, Mitbestimmung und die Überzeugung, dass Menschen und ihre Bedürfnisse über Kapitalinteressen stehen, ist Basis der zapatistsichen Bewegung. Damit ist der Störfaktor klar ausgemacht und staatliche Aggression und paramilitärische Übergriffe nehmen zu. Das jüngste Massaker in Chincultik am 4. Oktober 2008, bei dem 6 Menschen von Polizisten erschossen wurden, reiht sich ein in die mexikanische Geschichte der Vertreibungen, Straflosigkeit der Akteure, Morde, spurlosen Verschwinden von Menschen, Folter und unzähligen Inhaftierten ohne Anklage. Dabei ist dieser Krieg niederer Intensität ist in den letzten zwei Jahren offensichtlicher, repressiver, brutaler geworden. Deswegen zog sich die Comandancia der EZLN letztes Jahr in die Selva zurück.

Ende diesen Jahren wollen die Zapatistas wieder mit der »nationalen und internationalen Zivilgesellschaft« in Kontakt treten: Beim Festival der würdigen Wut sollen vom 26. Dezember 2008 bis zum 4. Januar 2009 unter dem Motto Eine andere Welt, ein anderer Weg: unten und links in Mexiko-Stadt sowie im Aufstandsgebiet in Chiapas Vorträge, Ausstellungen zu Widerständen weltweit, Diskussions- und Kulturveranstaltungen durchgeführt werden.

Denn obwohl das internationale Echo auf Repressionen gegen zapatistische Gemeinden abgenommen hat, sehen die Zapatistas ihr Wort sowie die nationale und internationale Solidarität als Waffe, als Möglichkeit, ihre Autonomie zu verteidigen. Sie wissen: »in dieser Welt sind wir Illegale, Undokumentierte, Unerwünschte. Wenn die Welt keinen Platz für uns hat, müssen wir eben eine neue schaffen«. Nachhaltige soziale Veränderungen können nur von der Bevölkerung selbst ausgehen. Die Vernetzung der am stärksten ausgegrenzten gesellschaftlichen Gruppen und eine verbindliche weitere Organisierung unabhängiger linker Aktivistinnen und Aktivisten auf mexikoweitem und globalem Niveau hat bereits mit der − von den Zapatistas angestoßen − »anderen Kampagne« 2005 begonnen. Durch den Austausch, dem Zuhören und von einander Lernen wird an konkreten Alternativen für eine würdige gerechte Welt gearbeitet, einer Gesellschaft »unten und links«, einer antikapitalischen Neugründung des menschlichen Zusammenlebens. Entsprechend sind die Schwerpunktthemen des Festivals: eine andere Landwirtschaft, eine andere Politik, eine andere Stadt, eine andere Sozialbewegung, eine andere Sexualität, eine andere Kommunikation, eine andere Kultur. Eingeladen sind »alle Rebell_innen Mexikos und der Welt«.

Adelante, lassen wir sie nicht im Stich ...

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