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BERLIN: Mahnwache für Menschenrechte - Uribe zu Besuch bei der Kanzlerin

FDCL vom 29.01.2009

  amnesty international und kolko e.V. rufen anlässlich des Besuchs des kolumbianischen Präsidenten in Berlin am Samstag den 31.01.2009 von 13.00 bis 16.00 Uhr zu einer Mahnwache an der Moltke Brücke beim Kanzleramt auf. Mit grossformatigen Fotos von Opfern von Menschenrechtsverletzungen machen wir auf die Menschenrechtssituation in Kolumbien aufmerksam. Frau Merkel wird aufgefordert, bei ihrem Gespräch mit Präsident Álvaro Uribe am 31. Januar 2009 in Berlin die andauernden Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien auf die Tagesordnung setzen.

Bislang stehen nur  Wirtschaftsthemen auf der Tagesordnung des Präsidenten.
Präsident Uribe muss dafür sorgen, dass sich die Menschenrechtssituation in seinem Land deutlich verbessert. Seit Jahren setzt er grundlegende Empfehlungen der Vereinten Nationen (UN) nicht um. Die EU plant ein Handelsabkommen mit Kolumbien.

In Kolumbien wurden in den vergangenen sechs Jahren über 1.200 Zivilisten Opfer von außergerichtlichen Hinrichtungen durch die Streitkräfte des Landes. Die Regierung Uribe ist politisch verantwortlich dafür. Menschenrechtsorganisationen, die diesen Skandal dokumentieren, hat Präsident Uribe persönlich als Guerillaunterstützer diffamiert.

Über 70.000 Tote, zwischen drei und vier Millionen gewaltsam Vertriebene sowie 15.000 bis 30.000 Opfer von „Verschwindenlassen“ das ist die Bilanz der letzten 20 Jahre des bewaffneten Konflikts in Kolumbien. Über 20.000 Menschen wurden in den letzten zehn Jahren entführt oder als Geisel genommen. Allein im Jahr 2007 wurden mindestens 1.400 Zivilisten getötet und nicht weniger als 305.000 Kolumbianer vertrieben. Mindestens 190 Menschen wurden Opfer des sogenannten „Verschwindenlassen“ durch die Sicherheitskräfte und Paramilitärs oder werden infolge von Entführungen durch Guerilla-Gruppen vermisst.

Wir haben eine Reihe von Fotos - und freuen uns über Unterstützung, diese zu tragen und sichtbar zu machen - bringt gerne selbst auch noch welche mit!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


PRESSEMITTEILUNG
ai, kolko e.V.

BERLIN, 29.01.2009 Bundeskanzlerin Angela Merkel soll bei ihrem Gespräch mit Präsident Álvaro Uribe am 31.Januar 2009 in Berlin die andauernden Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien auf die Tagesordnung setzen. Das forderten heute die Organisationen Amnesty International und "kolko e.V. Menschenrechte für Kolumbien" mit Blick auf das Treffen der beiden Regierungschefs am Wochenende. In der offiziellen Ankündigung zum Staatsbesuch sind bislang nur wirtschafts- und regionalpolitische Fragen als Gesprächsthemen genannt.

"Die Regierung von Präsident Uribe ergreift im seit über 40 Jahren andauernden Konflikt im Land keine sinnvollen Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung. Diese ist Hauptleidtragende in einem der schlimmsten vergessenen Krisenherde der Welt und befindet sich unter Beschuss von Sicherheitskräften, Paramilitärs und Guerilla-Gruppen", sagte Iris Tenschert, Kolumbienexpertin von Amnesty International. "Die kolumbianische Regierung streitet nach wie vor ab, dass es in ihrem Land einen bewaffneten Konflikt gibt. Bundeskanzlerin Merkel muss Präsident Uribe zum Aufgeben dieser Haltung drängen, damit die Anwendung des Humanitären Völkerrechtes nicht länger in Frage gestellt wird. Nur so kann die Zivilbevölkerung effektiv geschützt werden," betonte Tenschert.

"Bevor über ein Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und Kolumbien gesprochen werden kann, muss Präsident Uribe dafür sorgen, dass sich die Menschenrechtssituation in seinem Land deutlich verbessert. Dies muss Kanzlerin Merkel dem kolumbianischen Präsidenten gegenüber deutlich machen", erklärte Alexandra Huck, Kolumbienexpertin von kolko e.V. "In Kolumbien wurden in den vergangenen sechs Jahren über 1.200 Zivilisten Opfer von außergerichtlichen Hinrichtungen durch die Streitkräfte des Landes. Menschenrechtsorganisationen, die diesen Skandal dokumentieren, hat Präsident Uribe persönlich als Guerillaunterstützer diffamiert. Seit Jahren setzt er grundlegende Empfehlungen der Vereinten Nationen (UN) nicht um. Das darf die EU nicht durch eine bevorzugte Handelspolitik prämieren", forderte Huck.

Am kommenden Samstag trifft sich Uribe mit Merkel zum Gespräch im Kanzleramt. Vormittags wird er unter anderem die Lateinamerika Initiative der Deutschen Wirtschaft treffen. Die EU will Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit den Ländern Kolumbien und Peru aufnehmen. Im Februar 2009 wird in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá eine erste Verhandlungsrunde über das Abkommen stattfinden. Dagegen ist das Freihandelsabkommen zwischen den USA und Kolumbien vom US-Kongress wegen Menschenrechtsverletzungen derzeit auf Eis gelegt.

Über 70.000 Tote, zwischen drei und vier Millionen gewaltsam Vertriebene sowie 15.000 bis 30.000 Opfer von "Verschwindenlassen" das ist die traurige Bilanz der letzten 20 Jahre des bewaffneten Konflikts in Kolumbien. Über 20.000 Menschen wurden zudem in den letzten zehn Jahren entführt oder als Geisel genommen. Allein im Jahr 2007 wurden mindestens 1.400 Zivilisten getötet und nicht weniger als 305.000 Kolumbianer vertrieben. Mindestens 190 Menschen wurden Opfer des sogenannten "Verschwindenlassen" durch die Sicherheitskräfte und Paramilitärs oder werden infolge von Entführungen durch Guerilla-Gruppen vermisst.

Kontakt:
kolko e.V.  Menschenrechte für Kolumbien
Alexandra Huck
Telefon 030- 42 80 91 07
Internet www.kolko.de

Amnesty International
Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Pressestelle
Telefon 030 / 420 248-306
Telefon mobil am 31.01.2009: Pressesprecherin Barbara Hohl 0151 / 527 021 72
E-Mail presse AT amnesty PUNKT de
Internet www.amnesty-kolumbien.de


kolko e.V. - Menschenrechte für Kolumbien
kolko e.V. - derechos humanos por Colombia
Greifswalderstr. 4
D - 10405 Berlin
Alemania
fon: ++ 49 - 30 - 42 80 91 07
fax: ++ 49 - 30 - 41 72 65 85

FDCL
Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V.
Centro de Investigación y Documentación Chile-América Latina
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Fon: ++49-(0)30-693 40 29
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email: info AT fdcl PUNKT org

FDCL e.V.:
Vereinsregister-Nr. 5010 Nz · Amtsgericht Charlottenburg
Vorstandsvorsitzende Petra Schlagenhauf

 Quelle:  
  http://www.fdcl.org 
 

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