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Radioaktivistinnen unbeabsichtigt ermordet?

Poonal vom 10.12.2008
Von Jessica Cecilia Martínez

  (Mexiko-Stadt, 10. Dezember 2008, cimac-poonal).- Octavio Orellana, bei der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft zuständig für die Aufklärung von Delikten gegen JournalistInnen, hat bekannt gegeben, dass die Ermordung der beiden Indígenas der Ethnie Triqui, Felícitas Martínez und Teresa Bautista, nichts mit der Arbeit der beiden Frauen zu tun habe. Martínez und Bautista waren Moderatorinnen des Gemeinderadios Die Stimme, die das Schweigen bricht (La Voz que Rompe el Silencio) aus dem Bundesstaat Oaxaca und wurden am 7. April ermordet (siehe Poonal Nr. 798).

Laut Orellana seien Martínez und Bautista "nicht beabsichtigte Opfer einer Aggression geworden, die sich gegen den Fahrer des Wagens gerichtet hat, in dem die beiden RadioaktivistInnen unterwegs waren". Ihr Tod habe nichts mit ihrer Arbeit zu tun.

Die NGO Cactus hatte nach dem Mord seinerzeit gesagt, sie vermute die Mörder von Martínez und Bautista in der Partei der Einheit PUP (Partido de Unidad Popular). Die Partei des in Oaxaca regierenden Gouverneurs Ulises Ruiz unterhalte schwer bewaffnete Gruppen und gehe gegen Autonomiebestrebungen indigener Gemeinden und freie community Radios vor.

In einer Pressekonferenz, die in 31 Bundesstaaten übertragen wurde, wies Orellana darauf hin, dass der Staatsanwaltschaft im Jahr 2008 aus Oaxaca 52 Übergriffe auf JournalistInnen gemeldet worden seien. Dies sei eine höhere Zahl als im Hauptstadtbezirk und in Tabasco. In Oaxaca hätten im Zeitraum 2006-2007 die meisten Angriffe auf JournalistInnen stattgefunden, hauptsächlich Bedrohungen, aber auch neun Mordfälle. Laut Orellana habe man 45 Fälle schon gelöst.


Quelle: poonal
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