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Manuel Vázquez Montalbán: Marcos’ Vorschlag eine Herausforderung an alle

La Jornada vom 12.12.2002
übersetzt von Dana

  Inmitten der Debatte über die letzten Briefe des Subcomandante Marcos, erklärte der katalanische Schriftsteller Manuel Vázquez Montalbán seine "Sympathie mit dem ausgezeichneten Vorschlag" des zapatistischen Anführers, ein Treffen aller politischen und kulturellen Kräfte einzuberufen, die von dem baskischen Kampf betroffen sind. Dennoch bestätigte er, dass es "sehr unwahrscheinlich ist, dass die spanische Regierung das akzeptiert".

In einem Interview mit der La Jornada sagte Vázquez Montalbán: "ich finde es gut, denn es eröffnet die Möglichkeit, dass die Menschen ihre Ansichten zum Ausdruck bringen. Dafür unterstütze ich jede Möglichkeit zu einem Dialog ".

-Marcos’ neuesten Briefe haben eine große Kontroverse in Spanien und Mexiko verursacht. Was ist Ihre Meinung hierzu?

- Der erste Brief war ein Fehler, wegen der Aussagen über die ETA und Richter Garzón. Ob es einem gefällt oder nicht, Garzón hat sehr viel gegen den Terrorismus in Spanien erreicht, und auf internationaler Ebene hat er die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf dieses Thema gelenkt. Deswegen ist er bedroht worden und sein Leben war in Gefahr.

"Ich denke der erste Brief hat zu viele wichtige und kontroverse Dinge verspottet. Der Ton kam nicht gut an. Die Antwort von Garzón kam auch umgehend, und war genauso aggressiv und beleidigend. Danach kam ein weiterer Brief von Marcos, der intelligent, spielerisch und äußerst geistreich war. Die Erklärungen über den Terrorismus sind akzeptabel. Aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass die spanische Regierung Marcos’ Vorschlag annimmt. Garzón bietet er einen ritterlichen Duell nach allen Regeln an, das gefällt mir, aber die Frage ist, unter welchen Bedingungen, zu welchem Thema und mit welchem Ziel."

- Was halten sie von dem EZLN Vorschlag zum baskischen Konflikt

- Ich denke, dass Marcos’ Vorschlag die Dinge wieder an einem positiven Platz bringt. Es ist ein ausgezeichneter Vorschlag, aber sehr schwer zu bewerkstelligen. Es ist gut, dass er als notwendige Vorbedingung für irgendeinen Dialog, die ETA um eine Waffenruhe ersucht.

"Der Vorschlag scheint mir gut, weil es heute so wenige Lösungsvorschläge für die baskische Frage gibt, dass ich jeden unterstütze, egal wie surrealistisch... weil es den Menschen die Möglichkeit eröffnet zu sprechen, ihre Ansichten zum Ausdruck zu bringen. Mit der heutigen Gewalt und der politischen Polarisierung über diese Frage, gibt es keine Chance einen Dialog zu führen. Deshalb unterstütze alles was ihn ermöglichen könnte.

- Wie sehen Sie die Distanzierung der EZLN vom Terrorismus?

-Marcos’ zweiter Brief reparierte den ersten Schnitzer, der Missstimmigkeit und Unbehagen verursacht hat. Er erfüllt alles, was man von Zapatismus erwartet. Die Erklärungen sind sehr präzise und lassen kein Platz für Zweifel, sie bedeuten eine Distanzierung von der EZA. Sie sind eine Verurteilung des Terrorismus, der die Zivilbevölkerung belastet. Die ETA setzt vorbehaltslosen Terrorismus ein. Das ist kein bewaffneter Kampf, denn er richtet sich gegen jeden, und dass nimmt ihrer Sache jede Legitimität. Das hat sie um die Unterstützung der Leute gebracht, die vorher dachten, sie würden um die nationale Unabhängigkeit kämpfen.

"Das ist Terrorismus, und niemand kann damit einverstanden sein, wenn die Verstümmelten ihrer Aktionen auftauchen, wenn Bomben in die Quartiere der Zivilgarde gelegt werden und Kinder getötet werden, wenn sie den Mord an einen Politiker bejubeln, das kann nicht rechtfertigt werden. Genauso wenig wenn sie Personen ermorden, die sich für eine politische Lösung durch Dialog eingesetzt haben, wie der Mord an Ernest Lluch oder López Lacalle, ein militanter Kommunist, den sie wegen einer Meinungsverschiedenheit getötet haben.

"Die Taktik der Partido Popular führt zu keiner politischen Lösung, weil sie mehr noch als die ETA versuchen, mit dem moderaten Nationalismus Schluss zu machen, der von der Baskischen Nationalistischen Partei repräsentiert wird.

"Marcos’ Ausführungen sind brillant, aber — und ich hoffe, dass ich mich irre — ich fürchte sie werden mehr der Literaturgeschichte angehören, als der politischen Literatur

- Welche Reaktionen hat es in Spanien zum EZLN Vorschlag gegeben? Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft?

- Bis jetzt hat es in der spanischen Gesellschaft nicht viele Reaktionen gegeben. Ich glaube, dass in den nächsten Tagen mehr davon zu sprechen sein wird. Entweder die Zivilgesellschaft interveniert in dem baskischen Konflikt, oder es gibt keine Lösung. Das ist der einzige Sektor, der die Waffen zum Schweigen bringen und die Bedingungen für den Dialog durchsetzen kann. Die Beteiligung der Zivilgesellschaft ist fundamental um der Logik des Terrorismus und der Repression ein Ende zu setzen- Sie kann einen Raum öffnen, um ein Dialog zu führen und unterschiedliche Positionen ungehindert auszudrücken. Das hat seit langer Zeit viele Leute angetrieben, und deshalb betrachten wir Marcos’ Vorschlag mit Sympathie.

"Die Waffenruhe der ETA ist notwenig um einen Dialog zu eröffnen. Die Polizeieinsätze gegen die ETA sind mehr als 30 Jahre lang praktiziert worden, und konnten ihr keine Ende setzen. Die ETA ist keine Bande isolierter Verrückten, sie hat eine soziale Basis die es ihr erlaubt sich zu regenerieren, neue Militanten zu rekrutieren, die bereit sind terroristische Handlungen auszuführen. In dieser Hinsicht ähneln sie mehr der IRA in Irland als den Roten Brigaden in Italien.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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