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Antwort der ETA an die EZLN

La Jornada vom 03.01.2003
übersetzt von Veronica Sivers

  Euskadi Ta Askatasuna (Baskisches Vaterland und Freiheit) an die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN). Wuerde. Respekt. Solidaritaet. Agur t erdi!

Wir schreiben euch diese Zeilen als Antwort auf das, was ihr und oeffentlich durch die mexikanische Tageszeitung "La Jornada" am 9. Dezember letzten Jahres habt zukommen lassen.

An die Kinder der EZLN

Eine Sprache kann einfach nur ein Mittel sein, um sich zu verstaendigen. Sie ist auch ein Mittel, um Schaden anzurichten und zu demuetigen. Es gibt Schlaege die schmerzen und Worte, die noch mehr schmerzen. Es gibt Schlaege die verletzen und Worte die toeten. Unsere Sprache (nicht diese [Spanisch], die wir benutzen, um mit euch zu kommunizieren, die ihr dieses Schreiben lesen werdet), ist das euskara, das Baskisch, die lingua navarrum. Es ist eine alte und eine junge Sprache. Als Latein und Griechisch, heute tote Sprachen, die maechtigen Sprachen waren, so wie es heute Englisch und Spanisch sind, hat unsere Sprache, das Euskara, schon seit Menschengedenken dazu gedient, "Berg" und "Fluss" zu sagen: "Mendia", "Ibaia". "Wasser" heisst "Ur" "Erde" heisst "Lur" "Schnee" heisst "Elur" Und wenn wir jemanden treffen, sagen wir "Kaixo", "Agur" (und paradoxerweise benutzt man dieses letzte Wort auch, um "Tschuess" zu sagen). Uebrigens koennt ihr in euer zapatistisches Woerterbuch aufnehmen, dass man "Wuerde" ins Baskische mit "Duintasuna" uebersetzt. Und "Euskal Herria" ist das Volk der Basken. Wir, die wir mit allen Waffen, die wir zur Hand haben, fuer die Freiheit unseres Volkes kaempfen, ziehen es vor zu sagen, dass "Euskal Herria" das Volk Euskaras, unserer Sprache ist. Unsere Sprache ist unsere Heimat. Frei. Und unsere Kinder sehen uns kaempfen. Manchmal ohne uns zu sehen (in den franzoesischen und spanischen Verliesen, in der Klandestinitaet, im normalen Leben unserer Konsumgesellschaft). Aber sie verstehen das alles ohne Worte. Sicher so wie ihr, die Kinder der EZLN.

An die Alten der EZLN

Unser Volk ist ein altes Volk. Wir lebten in einer offenen Gegend, beschuetzt nur durch ihre Berge und Taeler und durch ihre Bewohner, die sich weigern, unterworfen zu leben, die selbst entscheiden wollen, ohne dass jemand ihnen Vorschriften macht. Die Wurzeln unseres Volkes liegen sehr tief in der Geschichte verankert. So tief, dass wir fast sicher sind, dass unsere Wurzeln im Erdinneren die Wurzeln des chiapanekischen Volkes streicheln. Und von dort her ruehrt der Respekt fuer euer Volk, den ihr am Leben erhalten habt. Weil wir in euren schwieligen Haenden, in euren mueden Augen, in euren grauen Haaren nur die Haende, Augen und Haare unserer Vaeter und Grossvaeter und ihrer Vorfahren sehen. Wir wissen, dass ihr nicht immer das Richtige getan habt, dass es schwierige Momente gab, in denen die getroffene Entscheidung falsch war, dass ihr aus ganzem Herzen gekaempft habt, auch gegen eure eigenen Aengste... Und dass ihr mehr als nur einmal geschlagen wurdet. Aber vor allem wissen wir: Izan zirelako gora eta garelako izango dira. Was in etwa so etwas heisst wie: Weil ihr wart sind wir und weil wir sind werdet ihr sein. Und deshalb respektieren wir euch. "Respekt" kann man mit "Begirunea" uebersetzen. Wir sind von hier, so von hier wie jeder, der in unser Land kommt, wenn er es sein will, einer von uns ist. Es ist nicht die Hautfarbe, die uns zu Basken macht. Wir koennten mit einer gewissen Ironie sagen, dass es die Hartnaeckigkeit im Kampf fuer die Freiheit ist, die uns baskisch erhaelt.

An die Maenner und Frauen der EZLN

Die Wuerde eines kaempfenden Volkes ruft bei uns Gefuehle der Achtung hervor. Hunderte und tausende von Maennern und Frauen aus der ganzen Welt haben unserer Organisation mit ihrer Solidaritaet und ihrer Mitarbeit geholfen. Maenner und Frauen, die zumeist die Schuetzengraeben der Desinformation und der Beschimpfungen ueberwinden mussten, um unseren Kampf fuer Befreiung, unsere Methoden, unsere Ziele der Gerechtigkeit und der Freiheit zu verstehen. Es stimmt, dass wir manchmal wie ein egoistisches Volk erscheinen. "Mitten in Europa mit Waffen in der Hand kaempfen! Aber was wollen die denn noch?" kann man schreien, wenn man das Lebensniveau betrachtet, dass Europa dank der Pluenderung der ganzen Welt geniesst. Wir wollen Freiheit. Schlicht und einfach. Die Freiheit, als Volk selbst zu entscheiden. Wie wir uns organisieren, wie wir leben, und auch wie man die schrecklichen Ungerechtigkeiten beendet, die die europaeischen Staaten begehen. Unsere Solidaritaet mit dem Kampf des chiapanekischen Volkes ist bedingungslos. Wir wuerden euch niemals sagen, was ihr zu tun habt oder wie (ausser wenn ihr uns fragen wuerdet). Wir werden immer alles tun, was in unserer Macht liegt, um euch in eurem Kampf zu unterstuetzen. Und "Solidaritaet" heisst "Elkartasuna".

An die Kinder, Alten, Maenner und Frauen der EZLN

Ihr werdet wissen, dass ein Mitglied eurer Armee, genauer gesagt der Sub — Comandante Marcos, uns letztens einen Brief geschrieben hat (es ist klar, dass er sich dem Schreiben gewidmet hat und dass er viel schreibt, aber auf was wir uns beziehen ist der Brief, den er in seinem Namen an uns gerichtet hat), und weil wir keine Anhaenger militaerischer Hierarchien sind, werden wir dem Sub — Comandante direkt mit den folgenden Zeilen antworten:

Nachdem wir sowohl den an unsere Organisation gerichteten Brief wie auch die anderen in der selben Zeitung veroeffentlichten Briefe sehr genau studiert haben, teilt die ETA ihm folgendes mit: — Der oeffentliche Weg ohne vorherige Absprachen, auf dem Sie diesen Vorschlag gemacht haben, zeugt von einen tiefen Mangel an Respekt dem baskischen Volk und all denen gegenueber, die in ihren Organisationen auf eine oder andere Weise fuer die Freiheit kaempfen. — Die ETA ist immer bereit zuzuhoeren, zu sprechen und Dialoge zu fuehren, den Willen des baskischen Volkes und seiner Organisationen zu respektieren. Zeichen davon sind die verschiedenen Initiativen, die wir im Laufe dieser Jahre des Kampfes unternommen haben. Ohne das weiter auszufuehren: Die Verhandlungen von Algier 89, der Vorschlag fuer eine Demokratische Alternative 95, die politische Initiative mit Unterbrechung der bewaffneten Aktionen 98-99... — Wir lehnen nicht ab, in der Zukunft neue Initiativen zu ergreifen und zu begleiten. Unser Wunsch nach einer gerechten und globalen Loesung des Konfliktes ist intakt. Aber es muessen ernsthafte Vorschlaege sein, die auf einem breiten Konsens und Mitwirkung basieren und sozial legitimiert sind. — Wir wollen auch klarstellen, dass es nicht unser Ziel ist, Teil irgendeiner "Pantomime" oder "Operette" zu sein, um die Titelseiten der internationalen Zeitungen oder die Homepages zu belegen oder das Motiv der naechsten Mode-T-Shirts auf der Gran Via in Madrid abzugeben. — Wir sind unsererseits bereit, alles zu tun, damit sich die EZLN besser ueber den Konflikt informieren kann, den das Baskenland mit dem franzoesischen und dem spanischen Staat hat. — Wenn es in dieser Welt etwas zu globalisieren gibt, dann sind das die Gerechtigkeit und der Respekt. Das ist etwas, was wir, die revolutionaeren und rebellischen Organisationen selbst beginnen muessen. Die ETA hat immer vermieden, sich in Entscheidungen einzumischen, die andere revolutionaere oder rebellische Organisationen ausserhalb unserer Grenzen getroffen haben. Wir haben unser Handeln immer auf die totale Solidaritaet mit ihren Kaempfen beschraenkt und uns gleichzeitig mit ihren Erfahrungen bereichert. Wir haben die Organisationen und Personen, die in Mexiko, im spanischen Staat oder in anderen Teilen der Erde so wie sie es fuer am Besten halten fuer eine gerechte Welt und die Freiheit fuer alle Voelker kaempfen, immer mit Sympathie betrachtet und ihnen unsere Solidaritaet gezeigt.

Damit verabschieden wir uns von euch. Einen rebellischen und revolutionaeren Gruss von den Indígenas Europas. Agur.

Viva Chiapas Libre! Gora Euskal Herria askatuta!

Euskal Herria, 1. Januar 2003 (nichts ist zufaellig)

Euskadi Ta Askatasuna E.T.A.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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