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Amnesty erklärt Jacinta Francisco Marcial zur Gewissensgefangenen

amnesty international vom 18.08.2009

  Liebe Mexiko-Interessierte,

Amnesty International hat heute, am 18. August 2009, die 46-jährige Jacinta Francisco Marcial, die ungerechtfertigt zu 21 Jahren Haft verurteilt wurde, zur Gewissensgefangenen erklärt, und verlangt von den mexikanischen Behörden ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.
Die indigene Mutter von sechs Kindern wird der Entführung von sechs Agenten des mexikanischen Bundeskriminalamts (AFI) beschuldigt, die behaupten, von ihr und anderen Standbesitzern während einer Razzia gegen Raubkopien auf dem Markt von Santiago Mexquititlán im Jahr 2006 festgehalten worden zu sein.

Im Anhang die Presseerklärung. Weitere Informationen zum Fall von Jacinta bekommt ihr hier:

www.amnesty.org
www.amnesty.de

Webactions:
Spanisch: http://alzatuvoz.org/jacinta/
Englisch: http://actforhumanrights.org/jacinta/

Video auf English
http://emedia.amnesty.org/netstorage/mexico/mexico_170809_en.rm
http://emedia.amnesty.org/netstorage/mexico/mexico_170809_en.wmv

Video auf Spanish
http://emedia.amnesty.org/netstorage/mexico/mexico_170809_es.rm
http://emedia.amnesty.org/netstorage/mexico/mexico_170809_es.wmv

Viele Grüße

Melanie Othmer
Amnesty-Kogruppe Mexiko 2141


AMNESTY INTERNATIONAL
PRESSEERKLÄRUNG

Mexiko: Indigene Frau zur Gewissensgefangenen erklärt.
Sie war beschuldigt worden, sechs Agenten entführt zu haben.

Amnesty International hat heute, am 18. August 2009, die 46-jährige Jacinta Francisco Marcial, die ungerechtfertigt zu 21 Jahren Haft verurteilt wurde, zur Gewissensgefangenen erklärt, und verlangt von den mexikanischen Behörden ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.

Die Organisation erklärt, dass Jacinta ein faires Verfahren verweigert wurde. Sie befinde sich nur auf Grund ihres marginalen sozialen Status als arme indigene Frau mit eingeschränktem Zugang zur Justiz im Gefängnis.

Jacinta Francisco Marcial, Mutter von sechs Kindern, eine indigene Frau vom Volk der Otomí aus Santiago Mexquititlán, Querétaro, befindet sich seit August 2006 in dem Gefängnis "Centro de Readaptación de San José El Alto" in Haft. Sie ist der Entführung von sechs Agenten des mexikanischen Bundeskriminalamts (AFI) angeklagt. Die Agenten behaupten, dass sie von Jacinta und anderen Standbesitzern während einer Razzia gegen Raubkopien auf dem Markt von Santiago Mexquititlán im März 2006 als Geiseln festgehalten worden seien.

"Jacintas Fall ist ein Skandal" sagt Rupert Knox, Mexiko-Rechearcher bei Amnesty International. "Das ist ein Hohn auf die Justizverwaltung und ein klares Beispiel der zweitklassigen Justiz, die Indigene in Mexiko oft erfahren."

"Jacintas Geschichte zeigt, wie das mexikanische Strafjustizsystem missbraucht wird, um die Schwächsten unfair zu verurteilen. Sie wurde wegen ihrer Volksgruppe, ihres Geschlechts und ihres sozialen Status ins Visier genommen" fügt Rupert Knox hinzu.

Am 26. März 2006 betraten sechs in Zivil gekleidete Mitglieder der bundespolizeilichen Agencia Federal de Investigaciones (AFI) den Hauptmarkt von Santiago Mexquititlán. Ihren Angaben zufolge waren sie auf der Suche nach Drogen und raubkopierten DVDs. Als sie versuchten, Waren zu konfiszieren, kam es zu Auseinandersetzungen und Händler stachen die Reifen von mehreren Polizeiwagen kaputt.

Laut Aussagen lokaler Zeugen endeten die Proteste der Händler noch am selben Tag, nachdem der regionale Polizeichef ihnen den angerichteten Schaden in Geld erstattete. Am Abend reichten die sechs Polizisten bei der Staatsanwaltschaft Beschwerde ein und gaben an, von den Demonstranten über mehrere Stunden entführt worden zu sein.

Am 3. August 2006, mehr als vier Monate nach den Ereignissen, wurde Jacinta festgenommen und ins Büro der Generalstaatsanwaltschaft gebracht. Ihr wurde gesagt, dass man sie wegen eines gefällten Baumes befragen wollte. Aber erst als man sie ins Gefängnis brachte, erfuhr sie, dass sie beschuldigt würde, gemeinsam mit zwei anderen Frauen die Polizeiagenten entführt zu haben.

Das einzige Beweisstück gegen Jacinta war ein Foto in einer lokalen Zeitung, auf dem zu sehen war, wie sie hinter einer Gruppe von Demonstranten vorbeigeht. In ihren ursprünglichen Aussagen vom 27. März 2006 hatten die Polizeibeamten Jacinta Francisco Marcial nicht erwähnt. Erst einen Monat später, als das Foto in der Zeitung erschienen war, bezichtigten die Polizisten Jacinta, an dem angeblichen Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. Zu keinem Zeitpunkt wurden weitere Beweise für ihre Beteiligung vorgelegt, und während der Verhandlung musste keiner der Beamten erscheinen, um ihre Behauptungen zu bekräftigen oder die Identifizierung von Jacinta zu bestätigen.

Seinerzeit sprach Jacinta sehr wenig Spanisch und war sich daher über die Konsequenzen der Geschehnisse nicht im Klaren. Ihr wurde weder ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt noch klärte der ihr zugeteilte Pflichtverteidiger sie über ihre Verteidigungsrechte auf. Jacinta sagt, der Anwalt habe sich darauf beschränkt, wortlos in einer Ecke des Gerichtssaals zu sitzen, während sie gezwungen war Dokumente zu unterschreiben, die sie selbst nicht verstand.

Im Gespräch mit einer zur Aufklärung des Falles von Amnesty International entsandten Person, die sie im Gefängnis aufsuchte, erklärte Jacinta: "Die erste Nacht, die ich in meiner Zelle verbrachte, nieselte es und es war sehr kalt. Die Gitterstäbe zum Gefängnishof waren offen. In diesem Moment fühlte ich mich elendig, denn ich wusste, dass ich nichts Falsches getan hatte und konnte nicht verstehen, warum sie mir das antaten. Und in diesem Moment begann ich zu weinen, ich weinte und fragte mich "Was nun?". Und als ich hörte, wie sich Türen öffneten, dachte ich "hoffentlich lassen sie mich gehen". Ich ging zur Tür um zu schauen, ob mich jemand befreien würde, aber nein."

Am 17. Juli 2009 kam die Nationale Menschenrechtskommission zu dem Schluss, dass es in dem Verfahren gegen Jacinta schwere Verfahrensfehler und falsche Beweismittel gegeben hätte. Die Frau befindet sich weiterhin in Haft und wartet auf das Ergebnis eines neuen Prozesses.

 Quelle:  
  http://www.amnesty.de/ 
 

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