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MAI: Hidalgo, die fünfte Stele

La Jornada vom 08.02.2003
Subcomandante Marcos
übersetzt von Dana

  (Das Mexiko von unten)

Der Blick begleitet die Hand, während sie durch den Kalender blättert, und beim Monat MAI stehen bleibt. Und es ist die Maisonne, die ein Wort erleuchtet: HIDALGO.

Hidalgo. Dem INEGI zufolge hatte es vor drei Jahre mehr als zwei ein Viertel Millionen Einwohner. Darunter sprachen mehr als 300.000 die älter als fünf Jahre waren, eine indigene Sprache. Das Land von Hidalgo wird bevölkert von indigene Nahua, Otomíes-Hñañues, Tepehuas, Zapotecos, Huastecos, Mixtecos und Totonacos.

Mai. Hidalgo. Man muss sich nahe am Boden bewegen um dieses Land zu durchwandern, und die Wolke wird Stein im dem Pfad des unteren Mexikos zu folgen. Und Hidalgo ist zugleich ein schreckliches und ein ermutigendes Beispiel für das Unterste dieses Landes.

Schrecklich? Ja. Nach Angaben des Forschers Julio Boltvinik zufolge, gehört der Bundesstaat Hidalgo zu den sieben ärmsten des Landes. 73% seiner Einwohner leben in extremer Armut, und 29% sind moderat arm. Zusammengerechnet: 93% der Einwohner von Hidalgo sind arm (La Jornada, 30. August, 2002).

Was die Marginalisierung angeht, platzieren einige Studien (CONAPO) Hidalgo unter den fünf Staaten mit der "höchsten Marginalisierung" (Analphabetismus, fehlende Dienstleistungen, niedrige Gehälter, mangelnde Gesundheitsfürsorge), neben Chiapas, Guerrero, Oaxaca und Veracruz.

Analysen der Fox Regierung zeigen erschreckende Statistiken für Hidalgo: es befindet sich unter den Bundesstaaten mit der niedrigsten Lebenserwartung, der größten Rate von Kindersterblichkeit und allgemeine Sterblichkeit, mit dem geringsten internen Bruttosozialprodukt, der höchsten Arbeitsungerechtigkeit, den niedrigsten Gehälter, dem höchsten Analphabetismus, der niedrigsten Rate von Schulbesuche, den meisten Häuser ohne Wasserversorgung, Strom und mit Lehmböden.

In fünf Bezirke alleine, mit insgesamt mehr als 100.000 Einwohner, liegt der Analphabetismus bei etwa 50%, mehr als zwei Drittel der Bevölkerung haben die Grundschule niemals abgeschlossen, und der gleiche Prozentsatz von Häuser sind ohne Wasserversorgung und Strom, haben Lehmböden und sind überfüllt. Der gleichen Studie des Präsidentenbüros zufolge, leben mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Hidalgo auf dem Land, und fast ein Fünftel von ihnen sind Indigenas.

Die Armut ist so groß, dass die zur Stein gewordene Wolke nicht weiß, ob sie den falschen Weg gewählt hat und in ihr ursprüngliches Chiapas zurückgekehrt ist..

Und nein, sie ist nicht in Chiapas, obwohl sie etwas an ihr Herkunftsland erinnert wird, wenn sie die Huasteca von Hidalgo betrachtet, die zusammen mit dem Streifen von Veracruz, Potosi und Tamaulipas, ein klares Beispiel für das ist, was im unteren Mexiko so reichlich vorhanden ist: extreme Armut, Repression, Rebellion.

Huejutla de Reyes, in Huasteca, ist der Bezirk von Hidalgo mit der größten Konzentration von Indigenas (mehr als 60,000 die Nahuatl sprechen), aber es gibt auch viele Bezirke in der Gegend, deren Bevölkerung aus indigenen Niederlassungen mit 500 bis 9000 Einwohner besteht.

La Huasteca. Dies ist das Land, das die Geburt dieses rollenden Steines gesehen hat, und ihn mit seiner Weisheit und seinem Kampf ernährt hat. Es ist das Land, von dem es sich vor einige Jahre verabschiedet hat, nicht ohne zuvor gelernt zu haben, dass man nicht leben kann ohne etwas zu tun.

"Wo es viele Arme gibt, gibt es wenige Reiche," sagt eine Redensart, die auf einen anderen Stein eingraviert ist, der Stein der Geschichte, neben einer anderen, die lautet: "Und wo es ein Paar Reiche gibt, gehören einige von ihnen zur Regierung."

Der derzeitige Gouverneur heißt M. A. Núñez Soto (geboren in Actopan am 30. Januar, 1951). Er wurde nicht von den Menschen von Hidalgo gewählt, sondern von Murillo Karam, in einem Prozess der José Guadarrama ausließ, ein ehemaliger Kanzler der Universität, Schlägerchef und Experte in Wahlbetrüge. Mit der Hilfe zweier Flüchtlinge, (Zedillo und Labastida), errang Núñez Soto die Nominierung und beging eins der schamlosesten und skandalösesten Wahlbetrüge in der Geschichte dieses Landes.

Um dies zu bewerkstelligen hatte er die Hilfe des PAN-PVEM Kandidaten Francisco Javier Berganza, der den Betrug legitimierte sobald die Wahllokale geschlossen wurden. Señor Berganza, der im Betruggeschäft Erfahrungen hat (so wie er schon als Kind "Gesangswettbewerbe" mit der gleichen Technik gewann) ist ein lächerliches, opportunistisches, mittelmäßiges und korruptes Individuum, weshalb er in der Politik auch niemals Erfolg haben wird. Eine solche Person könnte nur von der PAN protegiert werden . also gut, auch von der PRI.gut, auch von der PRD. hmm.nun, drücken wir es so aus, Señor Berganza hat trotz seiner Niederlage in den Gouverneurswahlen eine glänzende Zukunft als Politiker vor sich, und er könnte zum Koordinator des parlamentarischen Senatsflügels jeder dieser Partein werden.

Der PRD-PT Kandidat Miguel Angel Granados Chapa, denunzierte den Betrug, wurde aber schnell von den Parteien die ihn angeblich stützten fallengelassen, vielleicht weil er ehrlich ist. Die Núñez Soto Wahlen waren insoweit bezeichnend, als das sie eine Wahlenthaltung von mehr als 50% aufwiesen. Zwei Jahre nach den Wahlen wechselte José Guadarrama die Partei (wie es nun typisch für mexikanische Politiker ist) ... und trat der PRD bei! Die ihn mit offenen Armen empfing.

Núñez Soto regiert wie alle PRI Gouverneure wie ein Kazike. Und die Kazikenlogik besagt: was nicht gekauft werden kann, kann geschlagen, verhaftet und getötet werden. Die Menschen von Hidalgo haben dies durch mehrere Regierungen hindurch erfahren.

In 1995 denunzierte die FDOMEZ Morde in Yahualica, Tianguistengo, Huezalingo, Atlapexca und Huejutla. Der Lehrer Pedro Palma, ermordet auf Befehl von Jonguitud Barrios in 1982, ist in Ixmiquilpan begraben. Und der Lehrer Misael Núñez Acosta (ermordet mit Zustimmung aus Los Pinos — die Präsidentenresidenz, die auch als "Sahagún City" bekannt ist — Elba Esther Gordillo), wurde in dieser Gegend, in Chapulhuacán geboren.

Als einer der sich nicht gerne übertreffen lässt, tat Núñez Soto das gleiche wie seine Vorgänger. Die Mexican Liga für die Verteidigung der Menschenrechte (LIMEDDH) denunzierte die Überfälle, Angriffe, willkürliche Verhaftungen und Verschwinden, die gegen die Nahua Indigenas der Gemeinde von Tlalchiyahualica, im Bezirk Yahualica verübt worden sind. All dies wird in der Akte #MEXO080500 der Weltorganisation gegen Folter, mit Sitz in Genf, Schweiz, bestätigt.

Aber nicht nur soziale und indigene Führer haben in Hidalgo unter der Repression gelitten.

Die Vertrauliche Nachrichtenagentur (CAN), in 2001 als eine Journalistenbewegung gegen Korruption und Repression geschaffen (sie verbreiten unentgeltlich Informationen und bestehen nicht auf Quellenerwähnung), hat mehrere Fälle von Repression gegen die Presse in Hidalgo dokumentiert.

In Mineral del Monte, am 21. Februar 2001, wurde der Reporter Jorge Lozano Pérez, von der Tageszeitung "Aguila o Sol" dieses Stadtes von Polizisten festgenommen, geschlagen und ausgeraubt. Sein Verbrechen bestand darin, Anomalien und Unregelmäßigkeiten in dem Ayuntamiento de Mineral del Monte sowie polizeiliche Übergriffe denunziert zu haben. Als er wegen einer Verkehrswidrigkeit aufgehalten wurde und sein Presseausweis gefunden wurde, sagten ihm die Polizisten sie hätten von der damaligen Bezirkspräsidentin Angelina Rosa Bulos Islas den Befehl erhalten ihn "zurechtzuweisen".

In Oktober des gleichen Jahres, denunzierten Feliciano Hernández López und Juan Manuel Hernández Rodríguez, Korrespondenten für die Tageszeitungen "Ruta" und "Avanzando en Hidalgo" in der Otomí- Tepehua Sierra, im Fall #CNIOCDHEH/018/2001, vor der Nationalen und Internationalen Kommission von Menschenrechtsorganisationen im Bundesstaat Hidalgo, dass sie Opfer von Einschüchterungen seitens des damaligen Bezirkspräsidenten von San Bartolo Tutotepec, Dagoberto Islas Trejo, geworden waren, der versuchte ihnen ihre Nachrichten durch Drohungen und dem Einsatz der Bezirkspolizei vorzuschreiben.

Am 31. Oktober, wurde der Reporter Dylan Rodríguez, von der Tageszeitung "Ruta" von dem Agent der Bundesstaatsanwaltschaft Jaime García Belio in der Ermittlungssache #P/217/2001 vorgeladen, weil er in einem Zeitungsartikel (über den Einfuhr von Feuerwerkssprengkörper in Hidalgo) gewisse Fälle von Korruption bei Angehörigen der mexikanischen Armee und der Bundespräventivpolizei erwähnte.

Einem Artikel von María Eugenia Pérez García zufolge, der in der "Los Periodistas" der Reportervereinigung in Januar 2001 veröffentlicht wurde, hat die politische, ideologische und ökonomische Kontrolle einen großen Teil der Presse im Bundesstaat Hidalgo eingenommen. Die Regierung kontrolliert die Medien durch Werbung, indem sie Informationen durch die Pressebüros der einzelnen Bezirke "durchsickern" lässt.

Der Stein rollt von Huasteca zur Hauptstadt des Bundesstaates, Pachuca, "die anmutige Schönheit"

Wenn es in Huasteca ein Verbrechen ist Indigena zu sein, dann besteht es in Pachuca darin jung zu sein, auf der Strasse und Punker zu sein. Für die Regierung der Reichen in Pachuco, sind "Strasse", "Gang", "Punk" und "jung" Synonyme für Deliquenz.

Aber die Jugendlichen in den ärmsten Stadtviertel von Pachuca, versuchen sich zu organisieren, Räume zu öffnen um sich kulturell auszudrücken, und Jobs zu finden. Einer von ihnen sagte: "Eines Tages stellte ich mich für einen Job vor, aber ein anderer Typ kam, weiß und besser angezogen, und er hat es bekommen." Ein Mädchen aus der Gang wurde aus der Schule geworfen, weil sie schwanger weil, und nahm ihr so die Chance für eine Ausbildung. Die Polizisten der Regierung haben ihre "Jagdstunden", in denen sie sich der Verfolgung, dem Verprügeln und Einsperren von Jugendlichen widmen, die das "Verbrechen" verübt haben sich anders zu kleiden. Die politischen Parteien umschmeicheln sie während den Wahlen (auch eine "Jagd", aber für Stimmen), aber sobald diese vorbei sind, schließen sie sich der Atmosphäre der Intoleranz an.

Nicht nur hier überleben, widersetzen sich und kämpfen Gruppen von Punks oder "Straßengangs". Es gibt ähnliche Gruppen in andere Teile des unteren Mexikos: Cuernavaca, Atizapán, Neza, Iztapalapa, Monterrey, Guadalajara, Ciudad Madero, DF, León, Celaya, Querétaro, Tijuana, Hermosillo, Chihuahua.

Aber diese Jugendliche sind weit davon entfernt von dem System aufgerieben worden zu sein. Sie organisieren sich in Musikgruppen und Studentenkreise, und mit ihrer Musik, ihren Tänzen, ihre Diskussionen, ihre Vereinbarungen und ihre Aktionen, verbünden sie sich mit Volksbewegungen im ganzen Land. Die Graffitikünstler zwingen die Mauern Rebellion hinauszuschreien. Die Regierung mag das nicht, und steckt sie ins Gefängnis . wenn sie sie erwischen kann.

Der Stein setzt seinen Pfad fort und hopst nach Zapotlán. Dort, in der Gemeinde von Acayuca, gibt es Maquilas die von Kleinbesitzer betrieben werden. Die Leute die dort arbeiten haben wenige Ressourcen und keine Sicherheit, da es sich um illegale Stellen handelt.

Hier im San Javier Tal, wo die Bezirke von Zapotlán, Tolcayuco, Villa de Tezontepec und Tizayuca sich den Boden teilen, wurde der Standort des alternativen Flughafens für Mexiko Stadt vorgeschlagen. Dieses Mega-Projekt sah den Bau einer dreispurigen Autobahn nach DF vor. Der Vorschlag ist immer noch nicht angenommen worden, aber ein anderer, neuer Vorschlag wurde gemacht: ein Industriekorridor, natürlich mit ausländischem Kapital. Die Campesinos in der Gegend haben sich der Enteignung ihres Landes widersetzt.

Viele dieser Campesinos haben sich organisiert um ihr Land zu verteidigen. Als die Bezirksregierung den Bau des Flughafens bewilligte und unterstützte, besetzte eine Gruppe Campesinos zwei Mal das Regierungsgebäude, und riegelte zusätzlich zwei Spuren der Mexico-Pachuca Autobahn ab. Es lohnt sich darauf hinzuweisen, dass die politischen Parteien versucht haben sie zu gewinnen, indem sie ihnen versprachen ihr Land zu respektieren, aber die Projekte für den Industriekorridor und die Verbreitung der Maquilas gehen weiter.

Der Gouverneur von Hidalgo, Manuel Angel Nuñéz Soto, zeigte großes Interesse daran, dass die Bezirksregierungen im San Javier Tal weiterhin in PRI Hände bleiben. Das hat er auch geschafft, außer in Tizayuca, wo die PAN gewonnen hat.

Aber da es zwischen PRI und PAN keinen Unterschied gibt, weder im Ausmaß der Korruption, noch in dem (niedrigen) Intelligenzquotient, ist Señor Núñez Soto zufrieden (und mit ihm auch die Mächtigen von Hidalgo).

Immer weiterrollend erreicht der Stein den Bezirk Ixmiquilpan. Hier steht der thermale Kurort von El Tephé. Es ist ein sauberes, bequemes, gutgeführtes, günstiges und informelles Hotel. Aber es gehört nicht irgendeiner großen Hotelkette. Es gehört einer indigenen Gemeinde, und wird von deren Angehörigen betrieben. Nationale und internationale Touristen, die El Tephé besuchen, werden — ohne Unterwürfigkeit aber mit Aufmerksamkeit — von diesen Indigenas empfangen, die hart gekämpft haben um die Länder zurückzugewinnen, die ihnen von den Reichen geraubt worden waren. Und diese zweifache Lektion, hart um das zu kämpfen was ihnen gehört, und den Reichtum ihres Landes erfolgreich und gleichberechtigt zu verwalten, ist etwas was die Mächtigen den Indigenas von El Tephé niemals vergeben können.

Der Stein rollt weiter und lernt.

Er setzt seinen Pfad fort, und auf der Seite eines Lehmhügels, in der Dämmerung verborgen, steht die Wahrheit als Graffiti getarnt gekritzelt: "’Rebellion’ wird mit einem ’X’ geschrieben (für MeXico and El MeXe.)."

Und, "wie ein Rolling Stone," setzt der Stein seinen Weg durch das unterirdische Hidalgo fort (das wie das ganze untere Mexiko nicht nur an Armut, sondern auch an rebellischer Würde reicht ist), und erkennt und grüßt seine Mitsteine.

Und so erreicht er den Bezirk Francisco I. Madero, auch Tepatepec genannt, was so viel bedeutet wie "Lehmhügel" oder "Feuersteinhügel". Und hier wird ein Funke gezündet, wie von einem Feuerstein, der die jüngste Geschichte von Hidalgo weiterhin erleuchtet.

Am 6. Februar, 2000, stürmt die Bundespräventivpolizei (die damals unter der Führung eines Militärs stand, Wilfredo Robledo, der heute auf der Flucht ist) die Mexikanische Autonome Nationale Universität (UNAM) und verhaftete mehr als 700 Mitglieder des Generalen Streikkonzils dieser Schule. Zwei Wochen später versuchte die Polizei von Hidalgo die landwirtschaftliche pädagogische Hochschule "Luis Villarreal" in El Mexe zu schließen, aber etwas passierte.

In Januar dieses Jahres führte der Kampf gegen die Schließung der Schule dazu, dass sie von den Studenten besetzte wurde. Am 26. Januar verkündete die Regierung, dass die Schule geschlossen sei, und die Studenten die sich dort aufhielten sie "illegal besetzten". Strom- und Wasserversorgung und die Telefonverbindung wurden gesperrt und fast ein Drittel der Stundenten verhaftet. Als Bedingung für ihre Freilassung mussten sie ein Dokument unterzeichnen, in dem sie sich verpflichteten an keine weiteren Proteste teilzunehmen und sich an der Nationalen Pädagogischen Universität (UPN) auf dem Pachuca Campus einzuschreiben.

Studenten der pädagogischen Hochschulen in andere Bundesstaaten, die ebenfalls gegen die Schließung ihrer Schulen kämpfen, bauten in Unterstützung von El Mexe auf der Plaza von Pachuca Zelte auf. Um drei Uhr morgens am 19. Februar, verhafteten mehr als 500 Polizisten 736 Studenten und verfrachteten 700 von ihnen in ihre Bundesstaaten zurück.

Die Polizei verließ Pachuca und ging nach Tepatepec, wo sie die Einwohner angriffen, Frauen, Kinder und Alte verprügelten und Häuser zerstörte. Sie gingen nach El Mexe und verhafteten 176 Studenten und verübten Übergriffe. Sie steckten die Studenten ins Gefängnis von Pachuca, und etwa 150 Polizisten blieben um die Schule zu "beschützen".

Zwei Stunden später organisierten die Einwohner ihren Widerstand. Sie belagerten die Schule mit Barrikaden und Lagerfeuer, zerstörten Polizeivehikel (18) und nahmen 68 Polizisten gefangen (die anderen entkamen in Autos oder durch die Kanalisation). Einwohner entwaffneten die Polizisten und brachten sie zur zentralen Plaza. Bei der Durchsuchung der S chule und der Autos entdeckten die Einwohner ein ganzes Arsenal (die Polizei war angeblich unbewaffnet gewesen): Granatwerfer, Gewehre und Pistolen.

Das Ziel war es gewesen, die Waffen in der Schule zu verstecken um die Studenten zu beschuldigen "Guerrilleros" zu sein. Am Ende tauschte die Regierung die eingesperrten Studenten für die gefangenen Polizisten aus. Der größte Teil der Studenten von hier sind in der Vereinigung der Mexikanischen Sozialistischen Campesino Studenten organisiert (FECSM).

Der Kampf für die Verteidigung der landwirtschaftlichen Pädagogischen Hochschulen ist nicht neu, noch auf diese Gegend beschränkt. Ihre Studenten sind arm, und ihr Vorhaben ist es ihren Gemeinden zu dienen, und die Situation der Ungerechtigkeit zu verändern in der sie leben. Da gibt es zum Beispiel die Studenten der landwirtschaftlichen pädagogischen Hochschulen von Amilcingo, in Morelos; die Studenten von Panotla, in Tlaxcala; die Ayotzinapa, in Guerrero, um nur einige wenige der vielen zu nennen, die sich wie die Studenten von Mexe dagegen widersetzen in unterwürfige Diener der Mächtigen verwandelt zu werden, die Mexiko regieren.

In El Mexe fasste ein nackter, entwaffneter Polizist zusammen was passiert war: "Wir gewinnen immer, aber diesmal haben wir verloren". Der Satz ist auch eine Prophezeiung.

Immer weiterrollend verabschiedet sich der Stein von El Mexe, wo ein Schild verkündet: "Unglücklich sind die Städte, in denen die Jugend die Welt nicht zum Beben bringt, und die Studenten sich im Angesicht des Tyrannen beugen."

Der Stein verlässt Hidalgo. Er hat viel von den Schreien und dem Schweigen gelernt, die in den Bergen dieses Staates wohnen. Das wichtigste ist, dass das ganze untere Mexiko heute von Armut und Rebellion vereint wird. Es wird ein langer Kampf erforderlich sein, damit diese Vereinigung durch Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie geschehen wird.

Der Stein rollt weiter.

Dort in der Ferne, in Queretaro, warten ungeduldig die Promenadenmischung Firulais Loyola und Kommandant Fernández de Cevallos, das heißt, der Hund und sein Herr ...

Aus den Bergen des mexikanischen Südostens

Subcomandante Insurgente Marcos

Mexiko, Januar 2003.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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