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EZLN-Sprecher Marcos überschreitet die Grenzen von Chiapas

Poonal vom 11.02.2003
Poonal 559 vom 11.02.2003

  (Chiapas, 5. Februar 2003, adital-poonal) - Der Sprecher der Zapatistischen Befreiungsarmee EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) Subcomandante Marcos ist in den vergangenen Tagen mit zahlreichen Erklärungen an die Öffentlichkeit getreten. Dort beschäftigt er sich wieder mit Themen, die über die Problematik der Indígenas im mexikanischen Bundesstaates Chiapas hinausgehen.

In der mexikanischen Tageszeitung "La Jornada" wurden diese fünf Schreiben veröffentlicht. Marcos widmet sich der Situation der Indígenas in den Bundesstaaten Oaxaca, Puebla, Veracruz, Tlaxcala und Hidalgo. In seinen Mitteilungen lobt der EZLN-Sprecher den Kampf der Indígena-Bevölkerung dieser Regionen, weil sie ihre Rechte bei den Behörden einfordern. Zudem kritisiert er die sozialdemokratische PRD (Partido de la Revolución Democrática). Sie habe mit linker Politik nichts zu tun.

Das rief zahlreiche PRD-Politiker auf den Plan. In mehreren Antworten in der Jornada warfen sie dem Subkommandanten beispielsweise vor, er wolle es sich mit seinen Freunden verscherzen. Politiker verschiedener Parteien sehen in dem Kommuniques das Ziel, die Indígena-Problematik wieder in den Vordergrund zu stellen, nach dem die umstrittenen Erklärungen des Subkommandanten über die baskische Terroristengruppe ETA und über den spanischen Richter Baltasar Garzón auf viel Kritik gestoßen waren. Zudem wolle er Unterstützer in anderen Bundesstaaten Mexikos gewinnen.

Die vermehrten Briefe des EZLN-Sprechers stehen im Gegensatz zu dem Schweigen, das im April 2001 begonnen hatte. Dieses Schweigen, das seit den Briefen im Zusammenhang mit dem Baskenkonflikt im November vergangenen Jahres gebrochen wurde, beruhte auf der Verabschiedung des Indígenagesetzes im Kongress. Dieses Gesetz entsprach nicht den Vorstellungen zahlreicher indigenen Gemeinden, wie sie in den Abmachungen von San Andrés zuvor festgelegt worden waren.

Für den Präsidenten der Kongresskommission für Schlichtung und Frieden COCOPA (Comisión Legislativa de Conordia y Pacificación) Fernando Pérez ist klar, dass der zapatistische Führer die Indígenaproblematik nun wieder in den Mittelpunkt der nationalen Agenda stellen will. "Der Grund seiner Veröffentlichungen ist, Mexikaner und Ausländer davon zu überzeugen, dass er ein Interesse an der Indígenafrage hat, aber dass nicht nur die Probleme der Indígenas ein Anliegen für ihn sind, sondern auch die verschiedenen sozialen Organisationen, die diese unterstützen", meinte Pérez, der auch Abgeordnete für die konservative Regierungspartei Nationale Aktion PAN (Partido Acción Nacional) ist.

Die COCOPA wurde in den Neunzigerjahren gegründet, um in dem bewaffneten Konflikt zu vermitteln. Der COCOPA-Präsident betrachtet die neuen Erklärungen von "Marcos" positiv, weil dadurch seiner Meinung nach ein neuer Friedensdialog möglich sei. Pérez machte darauf aufmerksam, dass in der folgende Woche Mitglieder der COCOPA nach Chiapas reisen würden, um die Situation vor Ort zu prüfen und zu entscheiden, welche die nötigen Schritte für eine erneute Kontaktaufnahme mit der EZLN sein könnten.

Nach Worten des Oppositionsabgeordneten der Institutionellen Revolutionären Partei PRI (Partido Revolucionario Institucional), Agustín Trujillo, versucht Marcos die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, weil im Juli dieses Jahres in Mexiko Parlamentswahlen stattfinden. "Er ist sich bewusst, dass es ein Wahljahr ist." Er wisse, "dass er Aktionen braucht, die der EZLN weiterhin eine Legitimität verleihen", sagte Trujillo.


Quelle: poonal
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