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Bedrohung indigener Gemeinden wg. Staudammbau in Chiapas/Guatemala

 

Der Plan Boca del Cerro wird mehr Armut und Militarisierung verursachen

La Jornada vom 13.02.2003
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Gruppe B.A.S.T.A.

 
indigene Gemeinden sind wegen hydro-elektrischer Arbeit dem Risiko ausgesetzt, vertrieben zu werden

Mit den Streitkräften wird man die Erteilung von Konzessionen für Ausländer sicherstellen.

Gustavo Castro: Die Regierungen von Mexiko und Guatemala lügen beim Negieren des Projektes.

San Cristobal de las Casas, Chiapas, 12. Februar. Inmitten der Ausreden oder Halbwahrheiten der mexikanischen und guatemaltekischen Funktionäre — und gemäß der Studien und der sozialen Organisationen auf beiden Seiten der Grenze — scheint die Konstruktion eines weiten Systems von Staudämmen im Becken des Flusses Usumacinta nahe bevorzustehen. Gustavo Castro vom ’Zentrum für ökonomische und politische Forschungen der gemeinsamen Aktion’ (CIEPAC), bestätigt, dass das Projekt ’Boca del Cerro’ Priorität für die mexikanische Regierung hat und die Vertreibung vieler indigener Gemeinden provozieren wird.

Einer der am meisten alarmierenden Effekte, warnt Castro in einer Studie, die er für CIEPAC angefertigt hat, ist, dass " außer dem unumkehrbaren Eingriff in das Wenige, was von den mesoamerikanischen Urwäldern geblieben ist, die Vertreibung der indigenen Siedlungen und ihre daraus resultierende Verelendung von einer größeren Militärpräsenz in der Region eingerahmt sein wird. Vergessen wir nicht, dass der Landkreis von Ocosingo, Chiapas, und das Departement von Petén in Guatemala, die am meisten militärisierten Regionen von Mesoamerika sind. Dies wird sicherstellen, dass das Projekt via Guatemala an Ausländer konzessioniert sein kann."

Mit dem Verneinen oder ’Kleinreden’ des Staudammbaus "fahren die Regierungen damit fort, zu lügen", versichert der Forscher. "Die Präsidenten Alfonso Portillo von Guatemala und Vicente Fox von Mexiko gaben den Bau von Wasserkraftwerken im oberen Usumacinta bekannt. Es war einer der Beschlüsse vom vergangenen 28. Juni. Die Unterzeichnung des Memorandums der technischen Kooperation mit Zentralamerika gab dem Bau von Wasserkraftwerken für den oberen Ucumacinta den förmlichen Anfang, fünf ’kleine Staudämme’, die an der Grenze zwischen dem guatemaltekischen Petén und Marqués de Comilla in Chiapas beginnen und in Tabasco mit dem binationalen hydroelektrischen Projekt Boca del Cerro enden.

Die Arbeit wird 240 Millionen US-Dollar kosten, die von der Interamerikanischen Entwicklungsbank beigesteuert werden, "um ein Projekt der elektronischen Verbindung in Zentralamerika zu unterstützen, den ersten Schritt hin zur mesoamerikanischen Integration der Energieversorgung im Rahmen des Plan Puebla- Panamá (PPP)".

Das Wasser ist die zweite Quelle der elektrischen Energie von Mexiko, berichtet Castro, bevor er im einzelnen ausführt, dass "der Komplex Südosten, und im besonderen die hydro-elektrischen Projekte für Chiapas diverse Flüsse und Flussbecken des Grijalva und Usumacinta umfassen. Das System Usu Tulijá und die Projekte Quetzalli, Huixtán I, Huixtán II, Jattza y Nance, alle in Chiapas liegend, werden eine Leistung von 9520 Millionen Megawatt (27 Prozent des nationalen Niveaus) bringen und würden 33 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr (20 Prozent der aktuellen nationalen Produktion) generieren. Damit würde man die komplexe Zukunft der Entwicklung und die aktuellen urbanen und industriellen Zentren unterstützen, und es würden sich 1,5 Millionen Hektar Landwirtschaft zum Agrar-Export anschließen".

Dieses impliziert die Vertreibung der kleinen Produzenten. Das nationale Projekt ’Mexiko: Drittes Jahrtausend’ — entwickelt im Zuge des Freihandelsabkommens der Amerikas (ALCA), "dessen zentrales Ziel das Geschäft ist" [...] — geht es wörtlich an, "die Betroffenen- Entschädigung der auf beiden Seiten der Grenze zu evaluieren", und nimmt an, dass die archäologischen Maya-Ruinen von Yaxchilán und Piedras Negras (Guatemala) nicht von den künstlichen Seen überschwemmt werden. "Weil archäologische Betroffenheiten nicht existieren, wäre es angebracht, die Höhe des Staudamms zu steigern", empfiehlt das Projekt. Obwohl viele indigene Gemeinden vertrieben und die Urwälder überschwemmt werden müssen, betont der Plan, dass die Durchführung "es erlauben wird, aus den technischen und ökonomisch-finanziellen Ressourcen objektiv Nutzen zu ziehen".

Für den Plan "ist es fundamental, Projekte und Arbeiten einer Basis-Infrastruktur mit hoher Beteiligung und Rentabilität zu konzipieren, zu planen und zu bauen, die den Investoren Garantien bieten. Dafür ist es notwendig, dass die Regierungen die Abkommen und Verträge der binationalen Kooperation modifizieren".

Nach dem nationalen Plan, legt Castro dar, würde das gesamte Areal, das man im Flussbecken des Usumacinta überschwemmen wird, 725 Quadratkilometer groß sein, 72500 Hektar indigene Ländereien und Urwald. "Aber wenn wir alle hier beschriebenen Projekte in Betracht ziehen, summiert es sich auf ungefähr 1000 Quadratkilometer, die 100000 überschwemmten Hektar entsprechen". Damit strebt die Regierung an, "moderne Agrar- und Manufakturindustrien, Fisch- und Wassergebiete, attraktive Ziele und touristische Entwicklungen zu schaffen".

Die Hälfte ist Guatemala

Um "das Wasserkraft-Potential des gesamten Beckens zu optimieren", beharrt das nationale Projekt darauf, dass Guatemala einen ähnlichen Plan entwickelt. In der Konsequenz hat sich daher auch im Nachbarland eine Strömung formiert, die in Opposition zu diesen binationalen Projekten steht. Bezugnehmend auf Marta Prión (Prensa Libre de Guatemala, 13.6.2001), weiß man seit den 60er Jahren von dem Interesse, ein Wasserkraftwerk am Usumacinta zu haben. "Anfänglich schlug Mexiko das Projekt vor. Es war ein Netz von großen Dämmen von Sayaxché bis zum letzten Staudamm von Piedras Negras".

Die Artikelschreiberin enthüllt, dass dieses Netz bei seiner Konstruktion "die Überschwemmung von 10000 bis 12000 Quadratkilometern provozieren würde (fast ein Drittel von Petén, wo man 800 archäologische Standorte, unter ihnen Piedras Negras, Yaxchilán und Altar de Sacrificios sowie kooperative Siedlungen von mehr als 50000 Personen, Millionen von Bäumen, wertvolles Holz und Wildleben findet). Der Nutzen des Projektes wäre für Mexiko größer, der Schaden für Guatemala, weil die Überschwemmung auf unserer Seite wäre".

Ebenfalls in Prensa Libre schreibt Magalí Rey Rosa im April 2002: "Beim jetzigen Stand der Dinge ist es unmöglich, irgendeine Sache zu glauben, die die Regierungsfunktionäre sagen, wenn man sie über die Hydroelektrizität befragt. So wie die Verbindung zwischen Alfonso Portillo und Vicente Fox für niemanden ein Geheimnis ist, könnte sich die Geschichte der Staudämme in ein weiteres Kapitel des Terrors für die GuatemaltekInnen wandeln, vor allem für diejenigen, die am Rande des Flusses Usumacinta leben".

Gespenster im Wasser

Der Ucumacinta hat als primäre Nebenflüsse die Ströme Lacantún, Ixcán, Xactbal, Chixoy oder Salinas und Pasión. Sein Flussbecken umfasst 20 Prozent des Wasserablaufs des Landes, dokumentiert Castro. "Das System Usumacinta-Tulhá (Usu Tulhá) strebt so an, die Flüsse Tulijá und Usumacinta zu kontrollieren, die die Küstenebene der Staaten von Tabasco und Campeche überschwemmen, zum Teil aufgrund der großen Entwaldungen der Holzfirmen".

Man strebt danach, dass das System Usu Tulhá "das bedeutendste Multifunktionsprojekt Mexikos (hydroelektrische Produktion, Ernährung und integrale Entwicklung)" werden wird. Der binationale Staudamm Boca del Cerro wird als hydroelektrisches Bauwerk als der Schlüssel des Systems und des gesamten Südostens betrachtet. Die von CIEPAC verbreitete Studie beschreibt, dass dieser "aus einem Großstaudamm eines Typs von 135 m Höhe bestehen wird, mit ausgelagerter Zentrale, die in die Wand integriert ist, die sechs leistungsfähige 700-Megawatt-Turbogeneratoren mit einer Speicherung von 19,55 Milliarden Kubikmetern beherbergt. Zusammen mit seinen Verzweigungen wird er das Wasser durch einen Tunnel von 350 km zur Halbinsel von Yucatán schaffen, mit dem sie vorhaben, die landwirtschaftliche Produktion auf 1,5 Millionen Hektar in der Küstenebene aufzunehmen. Man hätte eine Talsperre oder einen künstlichen See von 30000 Hektar; 42 Prozent der Oberfläche wäre auf guatemaltekischem Territorium".

Boca del Cerro hätte eine Kapazität, die 67 Prozent der Hydroelektrizität des Landes entspräche, "und man würde 29 Millionen Fässer Brennstoff sparen". Der Forscher weist darauf hin, das dieser Staudamm "Priorität hat und die Teilnahme der Regierungen von Mexiko und Guatemala erfordert, um das Projekt vor den finanziellen und privaten Organen voranzutreiben".

Das Projekt Boca del Cerro, das auch im Hydraulischen Plan 2001- 2005 gemäß ’Mexiko: Drittes Jahrtausend’ berücksichtigt ist, wird zu seiner Durchführung ein geschätztes Budget von 50 Milliarden Pesos (5 Milliarden Dollar) haben, sagt Castro, und erinnert daran, dass das Projekt 1991 abgebrochen worden war. "Heute sagt man, dass die Erschütterungen, die man in Tenosique gespürt hat, auf Explosionen im hohen Grijalva zurückzuführen sind".

Die breite Studie von CIEPAC fügt hinzu, dass Pläne für weitere Staudämme existieren. Eine in Salto de Agua würde 396 Quadratkilometer überschwemmen und hätte eine Kapazität von 24,54 Milliarden Kubikmetern. Der Plan ’freut’ sich darüber, dass man am Ufer des Staudamms "moderne Zentren für Bevölkerung, Industrie, Landwirtschaft sowie Wasserpflanzen- und tiere erbauen werden kann". Andere Staudämme wären in Chumpán, in Campeche, und in Bajatzén, am Fluss Shumulhá (16 km entfernt von Yajalón, im Becken des Flusses Tulijá, angrenzend an die Landkreise von Tumbalá und Tila in der Nordzone).

Der Komplex der Entwicklung des Südostens verwandelt sich in eine Angelegenheit der "nationalen Sicherheit" für das nationale Projekt ’Mexiko Drittes Jahrtausend’. Dort liest man: "Der Aufstandskonflikt muss jetzt gelöst werden, weil seine Reihe von Forderungen (Autonomie — territoriale Abtrennung, ethnische, kulturelle und soziale Regionalisierung) im Zusammenhang mit offiziellen Teilplänen (PPP) verhindern, eine optimale Ausnutzung seiner Naturressourcen und eine breite regionale Entwicklung zu erreichen".

Mit anderen Worten, kommentiert Castro, "stören die Indios die Ambition des Kapitals und die Abkommen von San Andrés, die zwischen der Zapatistischen Armee der nationalen Befreiung und der Bundesregierung unterzeichnet wurden, markieren [für das Kapital] eine Mauer der Mäßigung in bezug auf diesen Raub. Die Menge der hydroelektrischen Projekte in der Region lässt Widerstandsprozesse gegen diese Projekte erwarten, die danach streben, das Land [der Indígenas], ihre Geschichte und ihre Kultur unter den Gewässern der ’Entwicklung’ zu begraben".

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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