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Paramilitärs in Chiapas weiterhin aktiv

Proceso vom 20.08.2001
Homero Campa
übersetzt von Dana

  Mindestens sieben paramilitärische Gruppen sind in Chiapas weiterhin aktiv, und etwa 200 Mitglieder oder ex-Mitglieder dieser Organisationen sind frei, obwohl zahlreiche indigene Gemeinden sie für die Ausübung vielfacher Verbrechen denunziert haben: Mord, Entführung, Folter, Raub, Verwüstung, Drohungen und anderes.

Bis jetzt, wurden in diesem Jahr sechs Aktionen gemeldet, an denen — den Berichten der indigenen Gemeinden von Chiapas nach — einige dieser paramilitärischen Gruppen beteiligt waren.

Ein Bericht von Onécimo Hidalgo, von dem Zentrum für Wirtschaftliche und Politische Untersuchungen für Gemeindschaftliche Aktionen (CIEPAC), gibt an, dass der scheinbare Rückzug der Armee aus Chiapas, und die Wahlniederlage der PRI im August letzten Jahres — als Pablo Salazar Mendiguchía die Gouverneurstelle gewann — eine "Umstrukturierung und Repositionierung" dieser Gruppen verursacht hat, von denen einige sich gespalten oder ihre Abkürzungen geändert haben, aber weiterhin, wie er bestätigt, aktiv bleiben.

Er zählt auf:

- Paz y Justicia (Frieden und Gerechtigkeit. Operiert in den Bezirken von Tila, Sabanilla, Tumbalá, Palenque und Salto de Agua. Diese Organisation hat sich jedoch in März letzten Jahres aufgespalten. Es gibt einerseits die Gruppe unter Leitung von Diego Martinez, und andereseits, eine die von Samuel Sanchez geführt wird. Der letzte, bildete die Union Land- und Waldwirtschaftlicher Indigenen Gemeinden (Unión de Comunidades Indígenas Agropecuarias y Forestales — UCIAF), die den Bezirk von Tumbalá und Teile von Sabanilla, Tila und Yajalón in ihrer Gewalt hat, während die Gruppe die den ursprünglichen Namen Paz y Justicia behalten hat, weiterhin in Tila, Sabanilla und Palenque operiert.

Die Spaltung dieser Gruppe begann in 1999, als mehrere Gemeinden von Tila, unter der Leritung des Bezirkspräsidenten Carlos Martinez, denunzierten, dass die Resourcen dieser Organisation die Gemeinden nicht erreichten, und den obersten Leiter, Samuel Sanchez, beschuldigten, diese zu benutzen um Waffen zu kaufen und ein eigenes Hotel zu errichten.

In Anbiederung an den Triumph der PAN auf nationaler Ebene, sprach die Gruppe von Samuel Sanchez von der Möglichkeit, ein Komitee dieser Partei in Tila einzurichten, und für eine Zeitlang änderte er seine Redeführung und Forderungen: er sprach von Versöhnung, forderte die Erfüllung der San Andrés Vereinbarungen, und versprach sogar der Gründung eines autonomen Bezirkes in Yajalón zuzustimmen.

-Alianza San Bartolomé de los Llanos. Operiert in dem Bezirk von Venustiano Carranza. PRI-affilliierte Gruppe, unter Leitung von Bartolomé Mendoza Hidalgo, Bartolomé Vázquez Lozano, Jose Solano Gordillo and Manuel Espinoza Martinez. Werden für 34 Tode und vier Fällen von Verschwinden verantwortlich gemacht. Als Angriffsgruppe in Allianz mit den Viehhändler der Orantes Familie gegründet, deren Mitglied, Eucario Orantes, ein ex-Bundesabgeordneter der PRI ist.

- Movimiento Indígena Revolucionario Antizapatista (MIRA). Indigene Revolutionäre Antizapatistische Bewegung. Operiert hauptsächlich im Bezirk von Oxchuc, hat ihre Aktivitäten aber bis in die Gemeinden von San Jerónimo Tujilá, dem Bezirk von Chilón, und einige Gemeinden von Ocosingo ausgeweitet. Nach der Niederlage der PRI ränderte sie ihren Namen, und nennt sich jetzt Organisation Indigener und Campesino Arbeitergemeinden (Organización de Pueblos Trabajadores Indígenas y Campesinos (OPTIC)); ihr erster Anführer ist Pedro Chulin, aus der Gemeinde von Taniperlas. Bis 1998 hatte die Gruppe ein Ausbildungszentrum auf dem Sportfeld der Schule für Landwirtschaftliche Technologie von Oxchuc. Ihre Mitglieder kleiden sich in schwarz, erhalten 850 Pesos monatlich und werden von Abelardo González Jiménez trainiert. Ihre Verbindungen mit dem Ex- PRI-Bundesangeordneten Norberto Santíz Lopez, sind öffentlich denunziert worden.

-Los Chinchulines. Aktiv in dem Bezirk von El Chilón. Nachdem der Festnahme mehrerer Mitglieder in 1999, und der Ausrufung des Gesetzes für die Enwaffnung Ziviler Gruppen, änderten sie ihren Namen. Heute nennen sie sich Union der Ejidobewohner von Bachajón. Sie arbeiten unter der Deckung der CROC, und erhielten, seit ihrem Entstehen in 1998, die Unterstützung des Ex-Interimsgouverneurs von Chiapas, Elmar Zeltzer. Sie haben ihren Zentrum für Militärtraining in dem Joibé Predio, Chilón.

-Los Plátanos. Bezirk El Bosque. Bis Dezember 1998. bestand die Gruppe aus 80 junger, PRI-zugehörigen Tzotziles, die von der Staatspolizei und der Armee trainiert wurden. Den Berichten der Gemeinde von El Bosque zufolge, werden sie von Felipe López, Andrés Hernández und einer Person mit dem Spitznamen "Fausto" kommandiert.

- Gruppe von Chenalhó. Sie haben keinen Namen oder Abkürzung um sich zu identifizieren, obwohl sie mehrere Denuncias als Teil der "Primera Fuerza" und andere als Teil der "Máscara Roja" (Rote Masken" identifizierten. Sie sind PRI-zugehörig und operieren hauptsächlich in den Yabteclum Gemeinden, Los Chorros und Puebla, und dem Bezirk von Chenalhó. Diese Gruppe wird für das Massaker von Acteal in 1997, bei dem 45 Menschen ermordet wurden, verantwortlich gemacht.

Letzte Aktivitäten

Den Untersuchungen von Onécimo Santiago zufolge, wurde in diesem Jahr bis jetzt, die Präsenz paramilitärischer Gruppen bei mindestens sechs Gelegenheiten registriert. Alle sind von den jeweiligen indigenen Gemeinden gemeldet worden.

Am 4. Mai meldete die Gemeinde des autonomen Bezirkes von San Andrés Sacamchen, dass eine Gruppe bewaffneter Zivilisten sich in der Gemeinde von Aguascalientes, Bezirk von Oventic, verschanzt habe. Dieser Zwischenfall fiel mit den Patrouillen von sechs artilleriebestückte Fahrzeuge zusammen.

Am 5. Mai, in der Gemeinde von Potobic desselben Bezirkes, "bewarf eine Gruppe Paramilitärs das haus der Katechisten mit Steinen"; 10 Tage später wurde die Tat von der selben Gruppe wiederholt.

Am 5.Juni, in der Gemeinde von El Limar, Bezirk von Tila, trat eine "maskierte Gruppe" in Erscheinung, vermutlich Paramilitäs von Paz y Justicia.

Am 14. Juli, meldete die Gemeinde von Roberto Barrios Aggressionen und Todesdrohungen gegen mehrere Bewohner, durch "bewaffnete Paramilitärs".

Am 16. Juli, zerstörten bewaffnete Mitglieder von Paz y Justicia die katholische Kirche der Gemeinde El Bebedero, im Bezirk von Sabanilla. Zusätzlich warnten sie die Bewohner, dass sie von dem Land der Kirche Besitz ergreifen würden.

In Juli, bedrohten der Anführer von Paz y Justicia Diego Vázquez, im Bezirk von Tila, die Bewohner mehrerer Gemeinden mit Rachaktionen, wenn sie nicht für die PRI stimmen würden. Seine Männer hinderten die Katholiken daran die Kapellen des Ortes zu betreten.

Mangelnder Wille

Dem Staatsanwalt der Abteilung für Verbrechen Wahrscheinlich Bewaffneter Zivilen Gruppen, Armando del Río Leal zufolge, sind 56 Voruntersuchungen gegen Angehörigen dieser Gruppen erfolgt.

Nichtsdestotrotz wies, Jose Montero, Koordinator für gesetzliche Fragen des Menschenrechtszentrums Fray Bartholomé de las Casas, darauf hin, dass soweit es die Fox Regierung anbetrifftm "kein einziger Paramilitär angeklagt worden ist".

Letzte Woche, legten das Netzwerk der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte, das NGO Global Exchange und die CIEPAC, der Proceso eine Liste von 200 Personen vor, die von diversen Gemeinden beschuldigt werden "paramilitärischen Gruppen" anzugehören, und für verschiedene Verbrechen verantwortlich zu sein: von Raub und Drohungen bis Mord, Entführung und Folter.

"Alle diese Personen sind frei, es ist nicht gegen sie ermittelt worden, obwohl es hunderte Briefe und Aussagen gibt die sie belasten", kommentierte Ernesto Ledezma, Direktor des Chiapas Programmes von Global Exchange.

In seinem Bericht stimmt Onécimo Hidalgo zu: "Obwohl es ein spezielles Büro gibt, um sich mit dem Problem der bewaffneten Gruppen zu befassen, ist nichts gegen sie unternommen worden, und die Operationen zeigen keinen echten Willen sie zu deaktivieren."

Er erklärt: "Wenn der PGR geneigt ist diese Gruppen zu neutralisieren, müssten sie einen Entwaffnungsprozess durchführen, und Uniformen und Funkgeräte beschlagnahmen, und die Infrastruktur auflösen mit der diese Gruppen operieren, sowie die Bezirksautoritäten und Beamten bestrafen, die sie geschützt und gedeckt haben."

Er fährt fort: Die Deparamilitarisierung wird nicht nur das blosse Verhaften ihrer Anführer erledigt werden, wenn die Resourcen die ihnen Macht geben weiterhin intakt bleiben: die Waffen und der offizielle Schutz. Es ist genug zu erwähnen, dass 83 Personen für das Massaker von Acteal verhaftet worden sind, aber 10.500 Indigenas aus Chenalhó weiterhin Flüchtlinge bleiben, weil sie keine Garantien dafür haben zurückkehren zu können, ohne von diesen Gruppen belästigt zu werden."

Dem letzten Jahresbericht des Fray Bartolomé de las Casas Zentrums zufolge, sind die paramilitärischen Gruppen zwischen den Jahren 1995 — 2000, für den Tod von 122 Personen, und dem Verschwinden von weiteren 21 verantwortlich gewesen. Sie sind ebenfalls verantwortlich für die unvermeidliche Vertreibung von 21.000 Menschen.

Denuncias aus verschiedenen Gemeinden identifizierten mehrere PRI-affiliierten lokale und Bundesabgeordnete in diesen Staaten, wie Samuel Sanchez Sanchez, Rafael Ceballos, Eucario Orantes, Norberto Sántiz Lopez, Alonso Lopez Gómez, Alí Cancino Herrera und Walter Leon Montoya.

Zusätzlich weisen sie darauf hin, dass zumindest eine dieser Gruppen, Paz y Justicia — die anscheinend die Gruppen mit der grössten Präsenz ist — von General Mario Renán Castillo unterstützt worden ist, in der Zeit in der er Kommandant der VII Militärregion, mit Sitz in Tuxtla Gutiérrez gewesen ist.

Untersuchungen der CIEPAC zufolge, besuchten die Anführer von Paz y Justicia, Marco Albino Torres und Samuel Sanchez, das Militärlager dieser Zone am 14. November 1997, um General Castillo zu verabschieden, der in die XII.Militärregion mit Sitz in Torreón, Coahuila, versetzt wurde. Beide trugen ein Banner, auf dem geschrieben stand: "Wir werden Sie niemals vergessen, Señor. Alles was Sie für uns getan haben, verpflichtet zur Dankbarkeit".

Hidalgos Untersuchungen nach, verlief das Anwachsen der paramilitärischen Gruppen — in Verbindung und mit Unterstützung der Armee, der Staatsregierung oder der PRI — allmählich:

Zwei traten 1994 in Erscheinung: die Aguilares and die OCOPECH; drei andere in 1995: Paz y Justicia, Los Chinchulines und die Alianza San Bartholomé de los Llanos; weitere drei in 1996: die Máscara Roja, Los Chentes and Justicia Social; sieben in 1997: die PRIistas von Chenalhó (verantwortlich für das Massaker von Acteal), die Indigene Revolutionäre Antizapatistische Bewegung (MIRA), die Revolutionäre Klandestine Organisation (OCR), Amatenango de la Frontera, Simojovel, Frontera Comapalapa und Chicomusuelo; und 12 in 1998 -"das Jahr des Paramilitarismus in Chiapas" -: Los Tomates, Los Puñales, Los Plátanos, los Quintos, los Carrancistas, die Zivile Front, OCOPECH, OPDDIC, Tenejapa, La Trinitaria, Nicolaz Ruiz und Chamula.

Insgesamt — sagt die Studie — gab es in 1998, 27 paramilitärische Gruppen. Diese Zählung berücksichtigt nicht andere gewalttätige Gruppen, die nicht die Unterstützung der öffentlichen Mächte hatten, aber für das Verüben von Menschenrechtsverletzungen denunziert wurden, wie die Degolladores in San Juan Chamula, Tomas Muntzer in Ocosingo, Primera Fuerza in Chenalhó und die Tzintzines in Yajalón.

Bis dieses Jahr, hatten diese Gruppen Einfluss in "mindestens 37 Bezirke von Chiapas" (33% aller Bezirke des Staates). Nun sind einige desintegriert worden, über andere liegen keine Nachrichten vorhanden, andere versuchen sich gerade zu restrukturieren, und mehrere weitere bleiben aktiv.


 Quelle:  
  http://www.proceso.com.mx/ 
 

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