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Verschleppt und gefoltert

 

Umweltaktivisten fordern Gerechtigkeit

junge welt vom 27.11.2010
Von Peter Clausing

  Während sich die mexikanische Regierung am Programm zur Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern (REDD) beteiligt, werden Personen, die sich für den Umweltschutz und die Erhaltung der Wälder einsetzen, verfolgt, sobald dies wirtschaftlichen Interessen entgegen steht. Ein besonders gravierender Fall ist die Weigerung des mexikanischen Staates, den Umweltaktivisten Rodolfo Montiel und Teodoro Cabrera Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen. Die Beiden wurden 1999 willkürlich festgenommen, gefoltert und fälschlich des illegalen Waffenbesitzes beschuldigt. Nach zweijähriger Haft wurden sie im Jahr 2001 nach nationalen und internationalen Protesten freigelassen – freigesprochen wurden sie bis heute nicht. Die Folter und willkürliche Inhaftierung durch Angehörige des Militärs wurden nie geahndet, und die Täter blieben straflos.

Montiel und Cabrera waren Mitbegründer der Organisation OCESP (Organización de Campesinos Ecologistas de la Sierra de Petatlán y Coyuca de Catalán) und setzten sich für den Erhalt ihrer Wälder im Bundesstaat Guerrero ein. Allein zwischen 1992 und 2000 verloren dort die Sierra de Petatlán und die Coyuca de Catalán zirka 40 Prozent ihrer Waldfläche, das heißt 86000 Hektar. Entsprechende Abkommen zur Baumrodung waren zwischen dem damaligen Gouverneur des Bundesstaates Guerrero, Rubén Figueroa, mit der US-amerikanischen Firma »Boise Cascade« abgeschlossen worden. Während Montiel und Cabrera unter falschen Beschuldigungen inhaftiert waren, führten weitere Mitglieder der OCESP ihre Arbeit fort. Doch auch sie mußten Repressionen erleiden – Felipe Arreaga und Celsa Valodvinos im Jahr 2004 und Albertano Peñaloza Dominguez im Jahr 2005. Arreaga war monatelang willkürlich inhaftiert, Valodvinos wurde bedroht, und zwei Kinder von Dominguez wurden umgebracht.

Sie alle hatten gegen die illegale Abholzung von Wäldern in ihren Heimatregionen protestiert, die das Austrocknen der Flüsse und aufgrund des Wassermangels Mißernten und Mindererträge nach sich zog. Als ihre Petitionen und Proteste nicht fruchteten, gingen sie zu Wegblockaden über und erreichten schließlich, daß das Holzunternehmen die Region verließ.

Der Protest gegen die Entwaldung greift die ökonomischen Vereinbarungen der lokalen Machthaber zur Abholzung an. Dies hatte die andauernde Verfolgung der Proteste der Ökobauern (Campesinos Ecologistas) durch Polizei und Militär zur Folge. Die Ökobauern durchliefen alle instiutionellen Ebenen, um sich gegen die Abholzung zu wehren. Auf ihre Anfragen erhielten sie keine Antworten – die Reaktion bestand aus Repression, Verfolgung und Festnahmen«, gab Silvestre Pacheco, Umweltaktivist in Guerrero, im Interview mit der »Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko« am 28. Oktober 2008 zu Protokoll. Der Fall von Rodolfo Montiel und Teodoro Cabrera gelangte von der Interamerikanischen Menschenrechtskommission zum Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte, wo Rodolfo Montiel am 26. August 2010 seine Aussagen machte.

Weitere Informationen: www.mexiko-koordination.de/de/ressourcen

 Quelle:  
  http://www.jungewelt.de/2010/11-27/023.php 
 

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