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November: MORELOS, die 11. Stele

News vom 01.02.2003
Subcomandante Marcos
übersetzt von Dana

  (Die Geschichte, müde zu reisen, wiederholt sich oben und unten)

Die Geschichte übernimmt die Hand und die Augen. Mit beiden zusammen blättert sie eine weitere Seite in dem nun dünnen Kalender um. Dort ist der November des Tages der Toten, und das Morelos von Emiliano Zapata.

Im Bundesstaat Morelos (mit mehr als anderthalb Millionen Einwohner und mehr als 60.000 Indigenas), wiederholt sich eine alte Geschichte: in der Regierung herrschen die stupide Rechte und die Korruption, während im Volk eine intelligente Rebellion lebt.

Und in der Rolle der Rechten und der Korruption: Gouverneur Estrada Cajigal und sein Regierungsminister, Becerra. Beide stehen mit dem Auto- und dem Drogenschmuggel in Verbindung. In einer Wiederholung der Geschichte vom Anfang des Jahrhunderts, gibt es eine Schwarze Liste von Personen, die von einem Schläger im Auftrag des Generalstaatsanwaltes des Staates, Montiel, "eliminiert" werden sollen. Währenddessen untersuchen sie im Staatskongress, ob Estrada abgesetzt werden sollte oder nicht, und der Chef der Polizei, Pimentel, hat eine Ermittlung gegen den Generalstaatsanwalt und die verantwortlichen Parteien eröffnet.

Als Liebhaber von Festgelagen geriet Sergio Estrada Cajigal in einem Disput mit der Bezirksregierung von Cuernavaca. Der Grund? Eine Spelunke in Stadtmitte. In Januar erteilte die Staatsregierung ihr die Zulassung den Betrieb zu eröffnen, aber die Bezirksregierung verweigerte sie. Die Spelunke öffnete, und innerhalb einer Woche führten der Stadtrat und die Bezirkspolizei eine Razzia durch. Die Staatsregierung erteilte wieder die Zulassung und die Bezirksregierung limitierte sie auf bestimmte Stunden. Der Streit ging hin und her, und die Spelunke wurde von der Bundesermittlungsagentur (AFI) gesperrt.

Außer Spelunken zu fördern, Autos zu stehlen und Geschäfte mit Drogenhändler zu treiben, findet Estrada Cajigal auch Zeit den staatseigenen Hubschrauber persönlich zu fliegen. Er benutzt den Hubschrauber um — zusammen mit El Firulais Loyola — in Begleitung von Damen des leichten Gewerbes eine Runde zu drehen. "Da kommt der Hubschrauber der Liebe", sagen die Leute von Morelos, wenn sie ihren Gouverneur am Himmel vorbeiziehen sehen.

Die Regierung von Morelos nimmt wie zu Zeiten von Porfirio Diaz, große Mühen auf sich um große Geschäftsleute zufrieden zu stellen. Im östlichen Teil des Staates, in der Bohnen- und Zuckerrohranbauregionen von Tenextepango, Ahueheyo, Ocuitoco und Temoac, werden die Ejiditarios unter Druck gesetzt um Platz für eine Autobahn zu machen, die die Route zu den Maquilas von Guerrero erleichtern wird. Der Plan ist ihre Länder "für die öffentliche Nutzung" zu enteignen, wie es der 27. Verfassungsartikel vorsieht, der während der Salinas Regierung verändert worden ist. Wenn das geschieht, so die Campesinos, "werden sie sowohl uns als auch unseren Nachfahren eine lebenslange Pension auszahlen müssen, denn sie werden uns niemals bezahlen was das Land hergibt."

Somit ist das Problem dem die Gemeinden im Osten und andere Teile von Morelos am öftesten gegenüberstehen, der Verkauf oder die Enteignung des Landes. Es ist als ob sie die ersten Schritte für den Aufmarsch der Maquila Industrie und Megaprojekte machen würden. Auch Tourismusprojekte werden als Vorwand benutzt um Enteignungen von Land und Wasser zu implementieren.

Neben dem äußeren Druck auf die Campesinos ihr Land aufzugeben, wird Morelos — ein traditioneller Zuckerrohrhersteller — von eine Krise heimgesucht, die durch die Einführung von Maissirup in der Softdrink- und Süßwarenindustrie verursacht wurde (gestützt von der "Geheimklausel" des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens, die den massiven Einfuhr dieses Süßstoffes erlaubt, zum Schaden der nationalen Zuckerrohrproduktion). Die Rechnung ist pervers: verarmt durch den Preisverfall von Zuckerrohr, sehen sich die Gemeinden gezwungen ihr Ejidoland für die Einrichtung von Maquilas und Ferienzentren zu verkaufen. Aber das ist nicht alles: einigen Gemeinden, die gezwungen waren ihr Land zu verkaufen, wird jetzt die Bezahlung verweigert (so wie in Zacatepec)

In der Logik des großen Kapitals ist die Nahrungsproduktion keine Priorität. Die Produktion dekorativer Blumen bringt mehr Geld ein. Deshalb sieht man in Morelos immer mehr Blumenfarmen. Wie in der Zeit der porfiristischen Haciendas werden die Leute die dort arbeiten jedoch ausgebeutet. Sie leisten auf der Blumenfarm 12-Stunden Schichten oder mehr, ohne zusätzliche Bezahlung. Und die Missbräuche sind allgegenwärtig, da es aufgrund der Landwirtschaftskrise und des Landmangels ein großer Vorrat an Arbeitskräfte gibt.

Die "Koordination" der "Bemühungen" zwischen Regierung und Geschäftswelt ist kriminell. Regierungsprogramme (Progresa and Procampo) steuern monatlich höchstens um die 800 Pesos pro Familie bei. Das bereitet Leute darauf vor sich mit Gehälter von 350 Pesos pro Woche in den Maquilas zufriedenzugeben. Dies findet statt in den Bezirken von Tecajé, Tenextepango, Ahuehueyo, Las Piedras, Temoac. Potlán, Xalostoc, Tlayecac.

Scheint es übertrieben wenn ich die Parallelen zur porfiristischen Periode bemerke? Gug, sehen wir uns die Arbeitsbedingungen bei Invernadero Internacional an, etwa zwei Kilometer nördlich der Cuautla-Mexico Autobahn, nahe der Caseta von Oacalco. Der Eigentümer ist ein deutschstämmiger Herr. Sein wichtiges Produkt sind ornamentale Pflanzen für den Export nach Kanada und den Vereinigten Staaten, mit einem ungefähren Wert von fünf US Dollar pro Pflanze. Die Mehrheit der Arbeiter sind Frauen, zwischen 15 und 50 Jahre alt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass hier Minderjährige beschäftigt werden. Sie kommen alle aus den umliegenden Dörfer, wie El Golán, Santa Catarina, El Empalme, Las Vivianas, Oacakci und El Capulín unter den wichtigsten. Ungefähr 400 Menschen arbeiten hier. Der Arbeitstag geht von 7:00 morgens bis 18:00 abends, von Montag bis Samstag, mit einer Pause am Sonntag (also sechs Tage in der Woche). Ihnen stehen täglich 30 Minuten Zeit fürs Essen zu. Je nach Größe der Produktion die sie abliefern müssen, kann dieser Zeitplan bis 20:00 oder 21:00 Uhr ausgedehnt werden. Ein 11-14 Stunden Tag!! Überstunden werden nicht mit Geld bezahlt, sondern mit Zeit für zusätzliche Pausen. Bei der Aufzeichnung von Überstunden gibt es aber ständige Unregelmäßigkeiten, weil es keine Stechuhr gibt, was dazu führt, dass zusätzliche Arbeitszeiten nicht gerecht, geschweige denn gesetzlich entgolten werden. Es gibt auch zahlreiche Unregelmäßigkeiten bei der Auszahlung der Gehälter. Einerseits beträgt der Gehalt 500 Pesos pro Woche (das heißt 90 Pesos pro Tag), aber andererseits gibt es Informationen, dass für ein Abwesenheitstag 120 Pesos eingezogen werden. Außerdem werden bei einer fünf-minütigen 25 Pesos gestrichen. Und nicht nur das, aber die Uhr am Eingang wurde fünf Minuten vorgestellt, und das erste Signal läutet fünf Minuten vor Arbeitsbeginn, und dann ein zweites und letztes Mal, um den Beginn der Arbeit anzukündigen.

Das bedeutet, dass die Arbeiter mindestens 15 Minuten vor Arbeitsbeginn erscheinen müssen, um mit den nötigen Arbeitsgeräten ausgestattet zu werden. Die Ausstattung ist nicht für den Schutz der Arbeiter bestimmt, sondern damit sie die Pflanzen nicht "kontaminieren". Wenn die Pflanzen besprüht werden tragen die Arbeiter nicht einmal ein Mundschutz, geschweige denn eine Gasmaske.

Begleiten Sie mich nun nach Cuautla, in der Colonia Iztaccíhuatl. Sechzehn Maquilas dürfen hier betrieben werden. Obwohl einige von ihnen als kleine Familienbetriebe geführt werden, leisten sie Montagearbeit für die Großunternehmen. Jedes Familienmitglied ist den Maquilatarifen unterworfen, das heißt sie erhalten den gleichen Gehalt wie alle anderen Arbeiter. Die Maquilas gelten als geheim, weil sie in Häuser untergebracht sind. Die nicht hinreichend ausgestattet wurden um als Textilbetriebe zu funktionieren. Die hier hergestellten Produkte werden nah Japan und Kanada exportiert, und beliefern außerdem Comercial Mexicana.

Die Gehälter? Für erwachsene Näher zwischen 350 bis 400 Pesos wöchentlich, für Schneider zwischen 250 bis 300 Pesos wöchentlich, und Verpacker zwischen 150 bis 200 Pesos wöchentlich. Die Kinder, die hier Gummibänder zuschneiden, die Kleidung von Fäden säubern und sie nach Typ ordnen, erhalten ein Gehalt von 100 bis 150 Pesos wöchentlich. Alle Arbeiter, Kinder, Jugendliche und Erwachsene arbeiten Montags bis Freitags von 7:00 Uhr bis 18:00 Uhr, und Samstags von 7:00 bis 14:00 Uhr. In diesem Zeitplan enthalten sind 15 Minuten Frühstückspause und eine Stunde Mittagspause (es gibt keine Kantine, also bringen sie entweder ihr Essen mit, oder essen Snacks). Wenn die Arbeiter mehr Zeit fürs Essen brauchen müssen sie am Ende des Arbeitstages länger arbeiten. Überstunden werden mit 10 bis 14 Pesos bezahlt. Aber der tatsächliche Gehalt wird letztendlich vom Boss bestimmt, das heißt, wenn er zahlen will zahlt er, wenn nicht, dann nicht.

Gehälter werden eine Woche einbehalten, da sie in der ersten Woche nicht ausgezahlt werden. So wird dafür die Anwesenheit der Arbeiter in der folgenden Woche gesichert. Man fand auch heraus, dass sie nicht immer für die volle Woche bezahlt werden, und ein Teil ihres Gehaltes als Kredit erhalten.

Andererseits arbeiten sie an Feiertagen und erhalten die gleiche Bezahlung wie an normale Arbeitstage, was nicht dem Gesetz entspricht. Arbeiter erhalten keine gesetzlichen Dienstleistungen, sie haben keine Sozialversicherung, es gibt keine Profitbeteiligung, oder Weihnachtsgeld oder Urlaubszeiten (das einzige das dem nahe kommt, ist dass wenn keine Montagearbeit anfällt, sie angewiesen werden sich ein zwei Wochen frei zu nehmen, aber ohne Recht auf Bezahlung). In Fälle von Krankheiten oder Arbeitsunfälle erhalten sie keine medizinische Versorgung, und wenn sie aus Krankheitsgründen nicht erscheinen, wird ihnen der volle Tagesgehalt eingezogen. Es gibt auch zahlreiche Unregelmäßigkeiten bei den Zuständigkeitsbereichen. Wenn zum Beispiel eine Arbeiterin mehrere Arten von Maschinen bedienen kann, wird sie für die Maschine eingeteilt, die den Bedürfnissen der Tagesproduktion entspricht, das heißt, sie könnte sowohl angewiesen werden eine einfache Maschine bedienen, als auch eine, die mit einem höheren Risiko verbunden ist, ohne eine Gefahrenzulage zu erhalten. Außer der Arbeit in ihren zugeteilten Zuständigkeitsbereichen müssen sie andere, gebietsfremde Arbeiten leisten, wie Waschen, Fegen, Putzen usw., da es kein Putzpersonal gibt.

Das sind die Arbeitsbedingungen in dem "modernisierten" Staat von Morelos. Und der Arbeitsminister, Abascal? Erteilt Segen.

Aber wie in den Zeiten von Don Porfirio, rebellieren die Menschen von Morelos. Der Kampf der Bevölkerung von Tepoztlán gegen den Bau eines Golfklubs (es gibt nun ein ähnliches Projekt für Anenecuilco), und der von Tetelcingo gegen die Errichtung eines Flughafens sind einige Beispiele.

Die Konfrontation zwischen der PAN Regierung und den Campesinos und Stadtbewohner von Morelos wächst. In dem Textilunternehmen Confitalia führte die dortige Gewerkschaft (zum größten Teil Frauen) einen massiven Kampf. Die Antwort waren Entlassungen und Drohungen. Das gleiche passierte den Angestellten des Kinderkrankenhauses.

Da gibt es den Kampf der ejiditario Campesinos der Dörfer von Popotlán, Huazulco und Amilcingo, die zum Bezirk Temoac gehören, im Osten von Morelos. Hier ging es um die Implementierung eines Abkommens zwischen den Regierungen von Morelos und Puebla über die Markierung der Grenzlinien. Trotz des offiziellen Abkommens wurde ein Dekret erlassen, dem nach das Gebiet dieser drei Dörfer Teil von San Marcos werden sollten, eine Bezirk von Puebla. Im Fall von Popotlán bedeutete diese Einteilung die Spaltung von Popotlán Viejo. Andererseits haben die gleichen Dörfer für die Einstellung des Millennium Autobahnprojekts gekämpft, das durch die Enteignung eines Teils ihres Landes gebaut werden sollte, da die Autobahn durch ihre Ejidos führen soll.

Das Problem mit der Autobahn gibt es jetzt schon seit fast sechs Jahren. Davor sollte der Projekt angeblich durch andere Ejidogebiete führen. Die betroffenen Dörfer, darunter Tenextepango und Popotlán, bildeten eine Organisation namens die Vereinten Ejidos von Ost-Morelos Emiliano Zapata (EUOMEZ). Die Campesinos entfernten die Markierungen der Ingineure, mit denen die Punkte gekennzeichnet wurden, an denen die Autobahn durch ihr Land führen sollte. Sie schafften es das Projekt legal zum Halt zu bringen, aber dann wurde der Standort des Projektes geändert, und der Autobahnabschnitt wurde, immer noch zum Nachteil von Popotlán, durch das Ejidoland von Huazulco und Amilcingo gebaut. Ein Problem, das der Autobahn, stand gegen ein anderes, das der Markierungen.

In Amilcingo steht die kämpferische Frauenhochschule Emiliano Zapata. Huazulco versucht sich intern zu vereinen. Die Ejidoversammlung von Popotlán hat gegen politische Parteien gestimmt. Außerdem hat ein Campesino namens Don Lorenzo, ein ehemaliger autonomer Bezirkspräsident von Temoac, viel Einfluss in der Ejidokommission von Popotlán und drei andere Dörfer. Don Lorenzo, vielleicht in Erinnerung an die Lehren von Emiliano Zapata, stand immer auf Seiten der Ejiditarios und Einwohner von Popotlán. Er gehörte niemals einer politischen Partei an und nahm an den Kämpfen der Ejidoversammlung zur Verteidigung ihres Landes teil. Und wie Zapata, ist er ein Mann der respektiert und angehört wird. Und so wird die Wolke wieder Stein und hört aufmerksam zu:

Das Problem mit diesem Land begann früher, in den 40er Jahren, erzählt Don Lorenzo, and es hat auch schon zu andere Zeiten Konfrontationen zwischen den zwei Dörfern gegeben. Es brach wieder aus wegen der Unterzeichnung eines Abkommens, das durch die Beharrlichkeit der Leute von Popotlán und einiger Leute aus Amilcingo zustande kam. San Marcos (Puebla) hat laut Landurkunden um die 3000 Hektares, ohne die in Popotlán Viejo mitzuzählen (um die es in dem Streit geht). Popotlán hat nur etwas mehr als 500 Hektar. Und einige Leute haben überhaupt kein Land, dass sie bepflanzen und bearbeiten können.

Das Problem in Popotlán ist, dass der frühere Beauftragte von Popotlán, Francisco Aragón, angeblich ein Landtransfer zugunsten von San Bartolo und San Marcos, in Puebla, unterzeichnet haben soll, und er nun der PRD Kandidat für das Amt des Bezirkspräsidenten von Temoac ist. Dieses Mal gehört die Position Popotlán (das Präsidentenamt rotiert zwischen vier Dörfer: Amilcingo, Huazulco, Popotlán und Temoac. Der derzeitige Präsident stammt aus Temoac, und laut Abkommen ist nun Popotlan an der Reihe. Die Wahlen richten sich nach dieser Rotationsstruktur).

Die Campesinos von Tenextepango unterstützen die aus Popotlán, und sie waren von größter Bedeutung um den Bau des Autobahnabschnitts aufzuhalten.

Nachdem er Don Lorenzo zugehört und von ihm gelernt hat, geht der Stein nach Amatlán de Quetzalcóatl, um von Don Aurelio etwas über die Geschichte dieses Dorfes bei der Verteidigung des Landes, des Wassers und der Gemeinderessourcen zu lernen.

Weiter vorne liegt Ocotepec. Dort hat der Laden Soriana Gemeindeland enteignet um ein Einkaufszentrum zu bauen. Die Mobilisierung der Bevölkerung und die Unterstützung ehrlicher Anwälte (die es immer noch gibt) schafften es den Bau aufzuhalten, und nun befindet er sich in der Schwebe. Obwohl alle gegen sie waren (die Behörden, die Medien und die Richter) blieben die Einwohner von Ocotepec standhaft.

Der Fall von Ocotepec ist wie viele andere, Teil der Strategie von Gouverneur Estrada Cajigal für die Enteignung von Gemeindeland. Der Gouverneur hat vor kurzem die Landnutzung in ganz Cuernavaca geändert, so dass alles gebaut werden konnte (das heißt, gute Geschäfte für die Erbauer von Einkaufszentren und all so was).

Nun geht der Stein zur Colonia Ahuehuetitla, in Cuernavaca. Die Frauen dort, die als Teil der Kirchlichen Basisgemeinden (CEB) organisiert sind, standen kürzlich vor dem Problem einer Invasion: eine Person von außerhalb versuchte die Comuneros zu spalten, und eine Minderheit wurde organisiert um Land zu besetzen, ohne die Zustimmung der Dorfversammlung. Ein Teil des Landes, das sie übernehmen wollten war Gemeindeland, und ein Teil Privatbesitz, das mit der Zustimmung der Versammlung überschrieben worden war. Der Beauftragte für Gemeindebesitz warnte diese Personen, dass das Dorf die Besetzung nicht unterstützen würde, aber sie besetzten das Land trotzdem. Daraufhin griff die Bezirkspolizei ein und nahm mehrere Personen fest, darunter den Anführer der Invasion. Die Comuneros betrachten dies als ein Versuch der Staatsregierung das Dorf zu spalten, in Antwort auf das Problem der Landkonzession für den Soriana Laden, die vom Dorf zurückgewiesen und aufgehoben wurde, und sich nun in Disput befindet.

Augenblick mal! Sagte ich gerade Kirchliche Basisgemeinden? Sind die denn nicht verschwunden als Don Sergio Méndez Arceo starb? Nun, nein, sie sind nicht verschwunden. Trotz der Angriffe der Kirchenhierarchie die Méndez Arceo ablöste, leisten die CEB Widerstand und führen ihre Arbeit für die Bevölkerung fort. So wie in dem Viertel Santa María im Norden von Cuernavaca. Oder im Viertel Lomas de Cortés, und in einem benachbarten illegalen Viertel von Vertriebenen, die entlang der Eisenbahnschienen leben. Das Viertel wird Ahuehuetitla genannt, und viele der Kinder dort arbeiten auf der Strasse, stehlen, und fast alle nehmen Drogen und sind im Drogenhandel verwickelt. Familiäre Gewalt ist extrem hoch: Misshandlungen, Vergewaltigungen, Selbstmorde. Ein NGO namens Caminando Unidos (Gemeinsam Gehend) arbeitet mit ihnen und betreibt eine kleine Schule für Handwerkskunst, um Kindheiten zu retten.

Nun geht der Stein zum Ahuehuetes Sektor des Dorfes Santa Maria. Das Dorf ist geographisch in zwei Hälften geteilt, östlich und westlich der Bundesautobahn nach Mexiko. Der Ahuehuetes Sektor liegt im westlichen Teil des Dorfes, im nördlichen Cuernavaca. Hier, wie in viele Teile des rebellischen Mexiko, gibt es viele Kämpferinnen. In Ahuehuetes, Ocotitla, Emaús, Monasterio und El Sector organisieren sich die Frauen um die Probleme zu lösen, die von der Regierung vernachlässigt werden. Die Menschen von Ahuehuetes haben ein Problem mit der Elektrizität. Sie kämpfen seit mehr als 10 Jahren gegen das Licht- und Stromwerke, die bis zu 10.000 Pesos pro Mast fordern, und ein zusätzlicher Aufpreis für die Installation in jedem Haus. Die Frauen sind völlig dagegen, und sie versuchen sich zu organisieren, auch ohne die Unterstützung ihrer Ehemänner, die ihnen sagen: "Wenn ihr gegen die Regierung kämpft, werdet ihr später keine Schule für eure Kinder haben."

In dem Ocotitla Sektor sind die japanischen Watanabe Herren und Gebieter. Ihnen gehören die Fotolabore in Cuernavaca. Diese Neo-Kaziken haben ein Großteil des Landes im Ocotitla Sektor durch unsaubere Mittel erworben, und verlangen heute, dass die Einwohner "ihr Land" verlassen sollen.

Einige Jahre zuvor haben die Einwohner ein Kampf gegen das Del Prado Hotel gewonnen, ein graues Monstrum, das mit dem Rücken zu ihnen steht, und im völligen Kontrast zu den Häusern aus Holzbretter und Pappe und den irregulären Bauten der Einwohner von Ahuehuetes, vergraben im höchsten Teil der Cañada im Westen von Cuernavaca. Dort wurden die Casas Geo gebaut, zu der Zeit als der gegenwärtige Gouverneur, Sergio Estrada Cajigal, der dortige Bezirkspräsident war. Die Comuneros verkauften ihr Land zu einem niedrigen Preis und wurden in Predios umgesiedelt, die angeblich mit Dienstleistungen versorgt werden sollten. Aber die Dienstleistungen kamen nie. Der Bezirkspräsident vertrieb zu der Zeit auch die Einwohner des benachbarten Abhangs, um eine Autobahnbrücke zu errichten, die den Westen mit dem Zentrum von Cuernavaca’s verbinden sollte, damit die Käufer der Casas Geo eine Einfahrt haben und die Häuser sich schneller verkaufen lassen würden. Die Besitzer des Del Prado Hotels beschwerten sich über die "schlechte Sicht" die Ahuehuetes ihren Kunden bot, und so forderten sie deren Räumung. Die Einwohner organisierten ihren Widerstand und das Hotel musste die Zimmer mit Sicht auf die Cañada schließen.

Die neoliberale Ausbeutung dreht sich nicht nur um Land, sondern auch um Geschichte und Kultur. Aber glücklicherweise stößt sie dort auch auf Widerstand.

Der Projekt zur Verwandlung des Casino de la Selva in ein Einkaufszentrum, wird von der Zivilen Front für die Verteidigung des Casino de la Selva bekämpft. Gebildet aus mehreren Organisationen, wie das La Neta Kollectiv, die Wächter der Bäume, SERPAJ-Morelos und der Bürgerrat der Künstler und Intellektuellen für die Verteidigung der Kultur des Bundesstaates Morelos, hat die Zivile Front der Sturheit von Gouverneur Estrada Cajigals, trotz Repression mit Entschlossenheit standgehalten.

Angehörige der Front für das Casino de la Selva wurden in August 2002 von Regierungskräfte gewaltsam angegriffen. Das Ergebnis: Gefangene und verprügelte Personen. Haben sie sich ergeben? Nein. Die Zivilgesellschaft von Morelos organisierte sich daraufhin, und veranstaltete eins der größten Protestmärsche der neueren Geschichte von Morelos.

Ihre neueste Aktion war, dass sechs von ihnen in den Grünen Saal der Abgeordnetenkammer marschierten und sich dort aus Protest auszogen. Außerdem halten sie ein Sitz/Hungerstreik am Eingang des Regierungspalastes aufrecht.

Aber der rebellische Geist von Emiliano Zapata lebt nicht nur in den Campesinos, Indigenas, Arbeiter, CEB und Intellektuellen von Morelos.

Er erleuchtet auch den Pfad der jungen Menschen.

Da gibt es zum Beispiel das Anarcho-Punk Kollektiv CLAT (Anti-Alles Befreiungskollektiv). Einige Jugendliche gehören zum RIVAL Punk Netzwerk (Informationsnetzwerk der Autonomen Stimmen der Befreiung) und zur Staatlichen Anarcho-Punk Koordinationsgruppe. Das Projekt der jungen Punks ist mit Gemeindearbeit in Armenviertel verbunden. Obwohl die Polizei ihnen ständig zusetzt, haben sich diese Jugendliche anderen Kämpfen angeschlossen, ohne aufzuhören das zu sein, was sie zu sein gewählt haben. Vielleicht weil sie sehr gut verstehen, dass das Morgen durch viele Rebellionen gebaut wird.

Die Wolke glaubt, dass mein General Zapata erfreut wäre die Rebellion zu sehen, die trotz allem in Morelos Widerstand leistet und blüht. Deshalb lächelt der Stein als er am Grab des Anführers der Befreiungsarmee des Südens und Oberster Kommandant der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung eine blaue Wolke in der Form einer Blume niederlegt.

Und beflügelt von der Erinnerung an Emiliano Zapata, setzen Steine und Wolke ihren rebellischen Weg in Richtung Milpa Alta fort, das indigene und würdige Land am Rand des Landes das emporwächst, Mexiko Stadt.

Aus den Bergen des mexikanischen Südostens.

Subcomandante Insurgente Marcos
Mexiko, Januar 2003

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