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PWS_Newsletter 06/2011: Informationen aus den Projektregionen

Guatemala, Mexiko, Kolumbien und Palästina/Israel

Peace Watch Switzerland vom 19.04.2011

  10 Jahre pws Newsletter

Das angehängte PDF ist der eigentliche Newsletter, der Text dieser Meldung ist nur ein Teil des Textes vom PDF. Wie immer hat PWS einen hübsch gestalteten Newsletter, der Download lohnt also für alle PWS-Interessierte.

I. Mexiko

In Mexiko spitzt sich der von der Regierung von Felipe Calderon intensivierte Krieg gegen die Drogen weiter zu. Allein im April 2011 wurden in diesem Zusammenhang schätzungsweise 1400 Menschen getötet, mehr als je zuvor.

Die Zivilgesellschaft organisiert in diesen Tagen landesweit Märsche gegen die Gewalt und in Erinnerung an die Opfer dieses Krieges, so auch in San Cristobal de las Casas in Chiapas.

Menschenrechtsorganisationen werfen Armee und Polizei schon lange Übergriffe auf die Zivilbevölkerung vor und kritisieren ein neues «Gesetz zur nationalen Sicherheit», welches im Mai vors Parlament kommt und den Sicherheitskräften weitgehende Befugnisse in der Drogenbekämpfung übergibt. Gleichzeitig häufen sich auch Berichte über eine deutliche Zunahme von repressiven Massnahmen seitens des Staates in Chiapas seit 2009. Weiterführende Informationen auf der Webseite des Frayba .

Soeben sind zwei BeobachterInnen von PWS zurückgekehrt. Ihre Berichte sind demnächst auf unserer Webpage zu lesen.

II. Guatemala

Seit Anfang Jahr sind zwei freiwillige Beobachterinnen in Guatemala im Einsatz. International prominentester Ort der Begleitung ist die Mine Marlin in San Marcos, welche weiterhin Thema auch dieses Newsletters ist. An der Situation hat sich bisher kaum etwas verändert. Die Mine verursacht weiterhin erhebliche Umweltrisiken für die ansässige Bevölkerung. Unsere beiden Beobachterinnen begleiten zwei Organisationen, welche sich dagegen zur Wehr setzen und die immer wieder, auch in jüngster Vergangenheit, massiven Drohungen seitens des Minenunternehmens ausgesetzt.

Im Departement Huehuetenango werden ZeugInnen im Genozidprozess gegen Ex-General Rios Montt begleitet, die 1982 das Massaker von Petanac überlebt haben, bei dem über 80 Personen ums Leben kamen. Im selben Departement ist PWS bei einer Organisation präsent, welche sich vor allem gegen geplante Grossprojekte in der Region zu Wehr setzt.

Die Einsatzberichte der PWS Beobachterinnen können demnächst auf unserer Website nachgelesen werden.

III. Kolumbien

Eine Erfolgsmeldung kommt aus dem Norden Kolumbiens: Die von PWS begleitete Gemeinschaft von Kleinbauern und -bäuerinnen, Las Pavas im südlichen Departement Bolívar, ist am 4. April bisher ohne grössere Zwischenfälle auf ihr Land zurückgekehrt. Die 123 Familien wurden 2009 von einem Palmölproduzenten vertrieben, welcher auch Hersteller von Endprodukten in der Schweiz beliefert. Der Fall geniesst eine breite Abdeckung in nationalen und internationalen Medien, mit möglicher Präzedenzwirkung für unzählige weitere ähnliche Fälle in einem Land, das gemäss dem UNO Hochkommissariat für Flüchtlinge mehrere Millionen intern Vertriebene zählt. Ein Rechtsstreit über den Fall Las Pavas ist noch immer im Gang und ein Entscheid wird vermutlich noch eine Weile auf sich warten lassen. Zugute kommen könnte dem Präzedenzfall Las Pavas das Recht von gewaltsam Vertriebenen auf ihr Land, das durch die neue Regierung von Juan Manuel Santos anerkannt wurde. Es wird sich zeigen, ob dieses Zugeständnis ernst gemeint ist.

Weitere Informationen bei ASK und in einem Film der bekannten kolumbianischen TV-Sendung Contravia .

Die Berichte der beiden BeobachterInnen, welche den Prozess der Rückkehr begleitet haben und die Berichte ihrer Nachfolgerinnen sind auf unserer Website zu finden.

IV. Palästina/Israel

Unsere Freiwilligen in Palästina und Israel begleiten von Gewalt betroffene Menschen unabhängig ihrer Konfession. Dass der Besatzungsalltag in der Westbank nicht nur MuslimInnen, sondern auch ChristInnen betrifft, erstaunt viele. So gibt es nicht nur in Bethlehem, sondern in der ganzen Westbank Menschen, die dem christlichen Glauben angehören. Unsere BeobachterInnen besuchen regelmässig Gottesdienste in Nablus, Jerusalem und Bethlehem und machen den Menschen dadurch etwas Mut. Wieder zu Hause, tragen sie die Geschichten der ChristInnen vor Ort in ihre Kirchgemeinden und bauen so Brücken. So auch vom 26. Mai bis 4. Juni 2011, wenn die vom Weltkirchenrat ausgerufene internationale Friedenswoche für Palästina und Israel stattfindet. Nehmen auch Sie teil!

 Anhang  
  PWS-Newsletter als gestaltetes PDF mit Links


 Quelle:  
  http://www.peacewatch.ch 
 

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