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Guerrero: Polizisten schießen auf demonstrierende Studenten

 

Zehn Beamte festgenommen

junge welt vom 16.12.2011
Michael Schlegel, Mexiko-Stadt

  jw-logoIm südmexikanischen Bundesstaat Guerrero sind am Mittwoch (Ortszeit) zehn Polizisten festgenommen worden, die für den Tod von zwei Studenten bei der gewaltsamen Auflösung einer Straßenblockade am Montag verantwortlich sein sollen. Dabei hatten Polizeieinheiten in Chilpancingo, der Hauptstadt des Bundesstaates, Berichten der lokalen Presse zufolge das Feuer auf eine Straßenblockade von rund 300 Demonstranten eröffnet und dabei zwei Studenten erschossen.

Mit der Sperrung der Straße, die Mexiko-Stadt mit Acapulco verbindet, wollte ein Bündnis aus Regionalschulen, Universitäten und Bauernorganisationen direkte Verhandlungen mit dem Gouverneur von Guerrero, Angel Aguirre, erzwingen, um längst versprochene Verbesserungen an einem Internat in Ayotzinapa einzufordern. Seit vielen Jahren kämpft diese Einrichtung um ihre Existenz.

Gegen Mittag wurde die Blockade ohne Vorwarnung von Polizeikräften angegriffen. Eine Tankstelle in der Nähe der Blockade geriet dabei aus noch bislang ungeklärten Gründen in Brand. Dem Menschenrechtszentrum Tlachinollan zufolge tauchten daraufhin weitere schwerbewaffnete Polizeikräfte auf, einige davon in zivil, und schossen auf die Demonstranten. Studenten berichteten später der Presse, daß aus drei verschiedenen Richtungen auf sie gefeuert wurde. Dabei starben die beiden jungen Männer noch an Ort und Stelle, drei weitere wurden verletzt. Einer der Verwundeten liegt noch im Koma. Zahlreiche Fotos und Videoaufnahmen zeigen, wie Studenten von schwerbewaffneten Polizisten auf brutalste Weise festgenommen werden. Laut Tlachinollan wurden auch 13 Studenten inhaftiert, die sich gar nicht an der Blockade beteiligt hatten. Alle wurden am folgenden Tag wieder freigelassen. Die staatliche Menschenrechtskommission wies darauf hin, daß bei elf Verhafteten Spuren von schweren Mißhandlungen festgestellt wurden.

Die ersten Pressemeldungen nach den Ereignissen lauteten »Schießerei zwischen Studenten und Polizisten« und suggerierten eine von beiden Seiten bewaffnet geführte Auseinandersetzung. In der Lokalzeitung El Sur berichtete ein Anwalt von Tlachinollan am Dienstag, daß der Student Gerardo Torres Perez von Polizisten des Innenministeriums in die nahegelegene Kleinstadt Zumpango verschleppt und dort unter Folter gezwungen wurde, mit einem Sturmgewehr des Typs Ak-47 zu schießen. Dadurch wollten die Beamten Fingerabdrücke und Patronenhülsen als Beweisstücke erzwingen, um ihm anzuhängen zu können, das Feuer auf die Polizeikräfte eröffnet zu haben. Auf die Frage eines Reporters der Zeitung antwortete der für die Polizeiaktion verantwortliche General Ramón Arriola entnervt, der Gouverneur habe »angeordnet, die Straße zu säubern, und die Straße ist sauber«.

Wer wann und warum auf die Studenten schoß, wird noch untersucht. Die Bundespolizei und die staatliche Polizei beschuldigen sich in den Medien gegenseitig. Fünf zivil gekleidete Polizisten des Innenministeriums wurden auf Videos und Fotos als diejenigen identifiziert, die auf die Demonstranten geschossen hätten. Kurze Zeit später wurden ihre Waffen im Innenministerium für eine Untersuchung sichergestellt. Als Reaktion auf den großen öffentlichen Druck entließ der Gouverneur zudem General Arreola und einen weiteren Funktionär des Innenministeriums, Ramón Almonte Borja, sowie den leitenden Staatsanwalt Alberto López Rosas und den Direktor der Ministerialpolizei, Antonio Valenzuela, um die angekündigten Untersuchungen nicht zu behindern.

Am Mittwoch (Ortszeit) organisierten Lehramtsstudenten des Internats von Ayotzinapa einen Schweigemarsch in Chilpancingo. Durch die Straßen trugen sie einen schwarzen Sarg als Symbol für Jorge Alexis Herrera und Gabriel Echeverría de Jesús, die beiden erschossenen Studenten.

Inzwischen fordern über 200 mexikanische Organisationen von der Regierung eine umfassende und lückenlose Aufklärung der Ereignisse und die Verurteilung der Polizisten, welche die tödlichen Schüsse abgegeben haben. Es reiche nicht aus, einfach nur Funktionäre von ihren Posten zu entfernen.

 Quelle:  
  http://www.jungewelt.de/2011/12-16/005.php 
 

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