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Mexiko: López Obrador beantragt Neuauszählung aller Stimmen

junge welt vom 05.07.2012
Martin Mrochen, Mexiko-Stadt

  Mexiko-Stadt. In Mexiko halten die Proteste gegen den mutmaßlichen Betrug bei der Präsidentschaftswahl am vergangenen Sonntag an. Der den offiziellen Zahlen zufolge unterlegene Kandidat der Partei der Demokratischen Revolution (PRD), Andrés Manuel López Obrador, beantragte am Dienstag (Ortszeit) offiziell beim mexikanischen Bundeswahlinstitut (IFE) eine Neuzählung aller Wahlurnen. Es habe »weder saubere noch freie Wahlen gegeben«, sagte er am Dienstag. Auch zivilgesellschaftliche Organisationen, Medien und die Studentenbewegung »#YoSoy132« berichteten von massiven Regelverstößen und Manipulationen.

Nachdem am Montag Tausende mit einem Marsch durch die Hauptstadt ihren Unmut über die Geschehnisse zum Ausdruck gebracht hatten, erreichte der Protest inzwischen weitere Städte. In Xalapa, Guadalajara, Sán Cristobal und Puebla mobilisierte die Studentenbewegung Anhänger, die neben Demonstrationen vereinzelt auch Protestzelte aufgeschlagen haben. In mehreren Bundesstaaten wurden Protestmärsche zu den jeweiligen Geschäftsstellen des IFE organisiert.

Die »Alianza Cívica«, eine Organisation, die sich seit 1994 für Demokratisierung in Mexiko einsetzt, veröffentlichte Berichte von eigenen Wahlbeobachtern, in denen von menschenverachtenden Praktiken während der Wahlen berichtet wird. Neben Stimmenkauf, Erpressung und bewaffneter Bedrohung in den Wahllokalen soll die PRI auch Kinder zur Wahlfälschung eingesetzt haben. Die in der Regel zwischen acht und zehn Jahre alten »Falkenkinder« wurden demnach dazu mißbraucht, Bürger beim Urnengang zu begleiten, um danach einem Mittelsmann von dessen Votum zu berichten. Dafür sollen sie zwischen 100 und 200 mexikanische Pesos (6–12 Euro) erhalten haben.

 Quelle:  
  http://www.jungewelt.de/2012/07-05/016.php 
 

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