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Zum Tod von Luis Suárez

Poonal vom 10.06.2003
Von Gerold Schmidt, Poonal 576 vom 10.06.2003

  (Mexiko-Stadt, 5. Juni 2003).- "Der Tod dieses aufrichtigen und engagierten Menschen macht uns alle traurig", schrieb die mexikanische Schriftstellerin und Journalistin Elena Poniatowska zum Tod von Luis Suárez. Wie viele andere sah sie nicht nur "den großen Verlust für den mexikanischen Journalismus", sondern wies auf die Lücke hin, die Don Luis als "generöse und zugängliche" Person hinterlässt. Luis Suárez war Urgestein, einer, den der Journalismus bis in die letzten Tage nicht losließ und der in Mexiko in gewisser Weise für eine Epoche steht. Er gehörte zu den letzten Vertretern jener Generation von Spanienflüchtlingen, die in den Jahren 1939/40 über Umwege nach Mexiko kamen und häufig eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben ihrer neuen Heimat spielten.

1918 in der spanischen Provinz Sevilla geboren, arbeitete Suárez bereits mit 17 Jahren beim Radio und der Zeitung "El Liberal" in Sevilla. Doch 1936 schloss er sich der Volksmiliz an und kämpfte bis 1939 an verschiedenen Fronten gegen die Franco-Truppen. Über Frankreich gelangte der damals 21-jährige nach der Niederlage der Republikaner zusammen mit seiner schwangeren Frau nach Mexiko. 1941 eingebürgert, fasste er bald als Redakteur und Reporter in verschiedenen Printmedien Fuß. Spätestens in den 60er Jahren war er zu einer festen Größe im mexikanischen Journalismus geworden, bekannt durch seine Berichterstattung aus Konfliktgebieten in Lateinamerika und der ganzen Welt sowie vor allem durch seine Interviews mit politischen Persönlichkeiten. So war Luis Suárez einer der ersten, der Fidel Castro nach dem Sieg der kubanischen Revolution in Havanna ausführlich interviewte. Bis zuletzt verband ihn mit Castro, dessen Regierung er leidenschaftlich verteidigte, eine Freundschaft. Oft gelang es Suárez, Personen zum Gespräch zu bewegen, die sich sonst kaum der Presse stellten. Der Schriftsteller B. Traven, der mexikanische Guerillaführer Lucio Cabañas, aber auch der nicaraguanische Diktator Somoza sind dafür Beispiele.

In mehr als 30 Büchern verarbeitete Suárez seine beruflichen Erfahrungen. Die ins deutsche übersetzten Bücher "Bekenntnisse Diego Riveras" oder "Mexiko. Tage einer Stadt" wurden zu Erfolgsbüchern in der DDR. 1976 gehörte Don Luis in Mexiko-Stadt zu den Mitbegründern der Lateinamerikanischen Journalistenvereinigung FELAP, der heute die große Mehrheit der nationalen Journalistenverbände Lateinamerikas angehören. Als Generalsekretär und zuletzt im Ehrenamt des Präsidenten blieb Suárez eine zentrale Figur der FELAP. Ende der 80er Jahre begleitete Don Luis die ersten Gründungsschritte von Poonal. Seine Kontakte in Lateinamerika halfen, die Idee eines von einheimischen Agenturen getragenen alternativen Nachrichtenpools zu Lateinamerika für ein deutschsprachiges Publikum in ein konsolidiertes Projekt zu wandeln. Die Anbindung Poonals an das FELAP-Büro in Mexiko-Stadt blieb bis heute bestehen.

Es ist etwa fünf Jahre her, es war ein Samstag, da erschien in allen wichtigen mexikanischen Medien eine Falschmeldung über den angeblichen Tod von Don Luis. Mit dem ihm eigenen Humor mokierte er sich in einem Zeitungsbeitrag "Wie ich meinen eigenen Tod erlebte" über die Nachricht und freute sich über die freundlichen Nachrufe und seine gute Gesundheit. Am Samstag, den 31. Mai 2003, war die Hoffnung auf eine Falschmeldung vergeblich.


Quelle: poonal
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Poonal gehört zur Federación Latinoamericana de Periodistas FELAP

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