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Aufruf - Protest Gegen Gentechnik In Mexiko

News vom 24.07.2012

  Sehr geehrte Damen und Herren,

Mexiko Ursprungszentrum von Mais, die Ernährungs- und kulturelle Grundlage für seine Bevölkerung und indigene Völker und reich an biologischer Vielfalt, wurde in den letzten Jahren immer stärker zum Spielfeld der Interessen der Gentechnikindustrie:

Vor über 10 Jahren wurde die Verunreinigung traditioneller Maissorten durch aus den USA importierten Genmais festgestellt. Die Bedrohung von Hunderten von lokalen Maissorten und -formen durch genetische Einkreuzung von Genmais wurde von den mexikanischen Verantwortlichen zunächst negiert, dann heruntergespielt. Danach erließ die Regierung Gesetze, die auch den kommerziellen Anbau erlauben. "Versuchsanbau" von gentechnisch veränderter Baumwolle auf über 100.000 ha kontaminiert die in Mexiko einheimische Baumwolle.

Die in 2011 bekannt gewordenen Pläne zur Aussaat von gentechnisch verändertem Soja auf der Halbinsel Yucatán bedroht zudem durch massiven Pestizideinsatz und Polleneintrag in den Honig tausende von kleinbäuerlichen Familienbetrieben die durch Bienenzucht und Maisanbau ihren Lebensunterhalt sichern. Ebenso gab es in 2012 Pläne für die Aussaat von 2 Millionen Hektar Genmais in den nördlichen Bundesstaaten Mexikos!

Indigene und bäuerliche Organisationen, Teile der Zivilgesellschaft, kritische Wissenschaftler und Konsumenten kämpfen seit Jahren gegen die Zulassung und Ausweitung von gentechnisch veränderten Pflanzen, insbesondere Mais, Soja, Baumwolle aber auch Gemüsesorten. Der Widerstand in einem Land, dass durch Gewalt, Korruption und einer hohen Straflosigkeit für begangene Gewaltverbrechen gekennzeichnet ist, ist jedoch schwierig. Der Widerstand in Europa gegen die massive Durchsetzung der Interessen der Gentechnikindustrie war und ist für die Menschen in Mexiko, Ansporn und Hoffnungsschimmer zugleich.

Angesichts der Rechtsunsicherheit in Mexiko sehen sich jedoch zusehends die Gegner aus der Zivilgesellschaft im Nachteil, während die Gentechnikunternehmen gemeinsam mit willfährigen Politkern die Lage für ihre Interessen ausnutzen.

Internationale Öffentlichkeit und Unterstützung für den Protest in Mexiko tut Not.

In Mexiko fanden am 1. Juli Präsidentschaftswahlen statt. Die neu gewählte Regierung der ehemaligen Staatspartei PRI wird zum 1. Dezember 2012 die Regierung übernehmen. Es steht zu befürchten, dass das verbleibende halbe Jahr der Präsidentschaft von Präsident Calderon dazu benutzt wird, noch eine Reihe unliebsamer Maßnahmen durchzuführen. Aus diesem Grund bitten wie Sie/Euch beiliegenden Aufruf an die aktuelle mexikanische Regierung, die Vertreter der großen, im Parlament vertretenen Parteien, sowie an die mexikanischen Botschaften zu schicken:

Unsere Bitten:

  • Unterschreiben Sie den spanischen Aufruf an die beigefügten Ministerien und an Präsident Calderon, wie an die mexikanischen Botschaften; Senden Sie / Sendet ihn per email (Unten) oder Post (Adressen separat im Anhang)
  • leiten Sie / leitet den Aufruf zum Versand weiter an Bekannte und Interessierte;
  • Informieren Sie/informiert Ihre/eure lokalen Abgeordneten, den Aufruf zu unterstützen, sich in ihren Parteien dafür einzusetzen, die Lage in Mexiko mit kritischen Aufmerksamkeit zu beobachten;
  • Verbände, die den Aufruf unterstützen wollen, bitten wir darum dies uns mitzuteilen, damit wir sie auf die Unterstützerliste setzen können für die Presse, auch für eine Veröffentlichung in Mexiko.
  • Wer in Zukunft weitere Informationen zur Lage in Mexiko erhalten möchte, sende uns bitte eine kurze email Nachricht an die Adresse: E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt


Wir danken auch im Namen von vielen mexikanischen Organisationen für die rege Beteiligung an dieser Aktion.

Aktion Gen-Klage Christiane Lüst (E-Mail: E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt)
Entre Campos & Entre Pueblos - Zwischen Land und Leuten (Matías Gossner email: E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt)


Bitte den spanischen Aufruf im Anhang an folgende E-Mail Adressen versenden:

E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt; E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt;
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Legende:
Felipe Calderon = Präsident Mexikos;
Gerardo Ruiz = Präsidentensekretär;
Juan Rafael Elvira Quesada = Minister für Umwelt und Natürliche Ressourcen
Enrique Lendo Fuentes = Leiter internationale Koordination, Umweltministerium;
Francisco Javier Mayorga CASTAÑEDA = Landwirtschaftsminister;
Kenneth Patrick Smith Ramos = Leiter internationale Koordination, Landwirtschaftsministerium;
S.E. Francisco N. González Díaz = Mexikanischer Botschafter Deutschland;
S.E. Alejandro Diaz y Perez Duarte = Mexikanischer Botschafter Österreich;
S.E. Luciano Joublanc = Mexikanischer Botschafter Österreich; Schweiz.

Zusätzlich, nach Möglichkeit, senden an die derzeitigen Oppositionsparteibüros:

PRD
Julio César Tinoco Oro
Secretario de Relaciones Internacionales
Benjamín Franklin No. 4; 5° Piso Colonia Escandón
C.P. 11800 México D.F.
MEXICO

PRI
Emb. Jorge Montaño Martínez
Coordinación de Asuntos Internacionales
Insurgentes Norte No. 59; Edificio 1, 2° Piso
Col. Buenavista
C.P. 06359 México D.F.
MEXICO


Deutsche Übersetzung des spanischen Aufrufs

An
Präsident Felipe Calderón Hinojosa

Umweltministerium Mexiko
Landwirtschaftsministerium Mexiko

Schutz der biologischen Vielfalt in Mexiko
Stopp von GVO-Pflanzen in Mexiko!

Sehr geehrter Herr Präsident,

Mit großem Entsetzen habe ich von der Absicht Ihres Landwirtschaftsministers Francisco Mayorga sowie Ihres Ministers für Umwelt- und Ressourcenschutz, Sr. Rafael Elvira Quesada, gehört, die Aussaat von 2 Millionen Hektar Genmais in den nördlichen Bundesstaaten Mexikos zu fördern. Ebenso ist mir bekannt geworden, dass im Zentrum der mexikanischen Honigproduktion – auf der Halbinsel Yucatán – auf 253.000 Hektar Gensoja angebaut werden sollen.

Während Ihre Regierung durch die Aufhebung des Moratoriums für die Aussaat von genverändertem Mais, wie es die Umweltkommission der NAFTA noch 2004 bekräftigt hatte, aufhob, hat Peru 2011 ein 10-jähriges GVO-Moratorium erlassen, um seine Bauern und die Vielfalt seiner Kartoffel- und Maissorten zu schützen.

Mexiko ist das Ursprungsland des Mais und dessen Vielfalt. Mexiko ist eines der megadiversen Länder der biologischen Vielfalt weltweit. Für die indigenen und bäuerlichen Gemeinden im ganzen Land sind die traditionellen einheimischen Maissorten nicht nur Nahrungsmittel, sondern ein wichtiges Kulturgut, ein Bestandteil ihrer Kosmovision.

Bienenzucht und Honigproduktion sind ebenfalls eng mit der indigenen Maya-Kultur in Mexiko verbunden, wie die Abbildungen des Bienengottes Ah Mucen Cab in Yucatán zeigen. Auf dieses kulturelle Erbe ist Mexiko zu Recht stolz. Darüber hinaus sind Bienenzucht und Honigproduktion Einkommensquelle von mehr als 40.000 mexikanischen Imkern.

Die Verbreitung von Genmais und Gensoja fördert die Abhängigkeit von einigen wenigen Konzernen, die das Saatgut patentiert haben. Sie gefährdet nicht nur die Unabhängigkeit mehrerer Millionen Kleinbauern, sondern bedroht ihre gesamte Lebensweise. Die verstärkte Anwendung von Umweltgiften wie beispielsweise Glyphosate führt unausweichlich zu Gesundheitsschäden in der Bevölkerung. Die Herausbildung von resistenten Unkräutern, die nur noch durch extrem gefährliche Giftcocktails bekämpft werden können, ist in den USA und Argentinien hinlänglich dokumentiert.

Nicht nur die Kontaminierung des Honig durch transgenen Pollen, auch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wird die Bienenzucht und damit eine Einnahmequelle der kleinbäuerlichen Bevölkerung negativ beeinflussen. Hinzu kommt, dass durch das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofes verhindert werden soll, genkontaminierten Honig in die Europäische Union einzuführen. Abnehmerländer wie Deutschland, das 80 Prozent seines Honigs aus dem Ausland − ein beträchtlicher Anteil davon aus Mexiko – importiert, fallen weg. Für die mexikanischen Imker bedeutet Ihre Entscheidung für Gensoja das Aus.

Weltweit zeigen sich bereits in vielen Ländern, die schon einige Jahre GVO anbauen, zunehmend katastrophale Folgen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind:

  • Gentechnik erzeugt Hunger und Armut denn sie beschleunigt die Zerstörung der Existenzgrundlagen bäuerlicher Familien-Landwirtschaft weltweit. Ein Beispiel dafür liefert der massive Anbau von Gensoja in Argentinien.
  • Der höhere Einsatz von Pestiziden führt für die Bauern zu erheblich steigenden Ausgaben und damit zu Einnahmeverlusten von bis zu 60 Prozent.
  • Eine Koexistenz von Genanbau und traditionellem Anbau ist nicht möglich – die bisherigen Erfahrungen zeigen eine 100-prozentige Kontamination nach 10 Jahren.


Mexiko hat – wie über 150 weitere Länder − den Internationalen Pakt für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte ratifiziert. Dieser beinhaltet unter anderem das Menschenrecht auf Selbstbestimmung, auf Gesundheit und auf Nahrung. Der Pakt schließt damit auch das Recht auf unbelastete, gesundheitlich unbedenkliche und sichere Nahrungsmittel aus nachhaltiger und ressourcenschonender Produktion ein. Mit der Ratifizierung hat Mexiko sich verpflichtet, die im Pakt genannten Menschenrechte in seinem Land zu gewährleisten und durchzusetzen.

Das UN-Komitee für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte forderte bereits mehrfach Regierungen, wie zuletzt Argentinien auf, durch die landwirtschaftliche Nutzung von GVO verursachte Menschenrechtsverletzungen umgehend zu stoppen. Insbesondere forderte das UN-Komitee,

  • Landwirte vor der Abhängigkeit von multinationalen Konzernen zu schützen und den Zugang zu traditionellem Saatgut zu garantieren. Nur so kann eine weitere Kontamination der alten Maissorten durch Genmais verhindert werden. Nur so kann die unwiderrufliche Zerstörung der alten an die individuellen Bedürfnisse des Landes und den Klimawandel angepassten Sorten gestoppt werden;
  • bäuerliche Familienbetriebe und Imker zu fördern und in ihrer Unabhängigkeit zu unterstützen;
  • politische Maßnahmen zu ergreifen, die den Gesundheitsschutz im Zusammenhang mit Lebensmitteln, die genetisch veränderte Organismen enthalten, betreffen;
  • dringende Maßnahmen durchzuführen, um die traditionellen Anbaumethoden der indigenen Dörfer zu erhalten und ihren Zugang zu sicherer, adäquater und bezahlbarer Nahrung sicherzustellen.


Wir fordern Mexiko daher auf, seine Verpflichtungen, die ihm aus der Ratifizierung des Internationalen Pakts erstehen, zu erfüllen.

Wie zahlreiche bäuerliche und indigene Organisationen, Wissenschaftler und andere Initiativen in Mexiko selbst sowie die Teilnehmer der Weltimkerkonferenz im mexikanischen Bundesstaat Chiapas im März 2012 in ihrem Aufruf an Sie, fordern wir:

  • den sofortigen Stopp des Genmaisanbaus, keine Genehmigungen für den Versuchsanbau von Genmais und Gensoja. Keine Aussaat in 2012.
  • Wir fordern die sofortige Wiedereinführung eines Moratoriums für Genmais in Mexiko. Dieses Moratorium muss mit sofortiger Wirkungen auf den Anbau von GVO-Pflanzen in Mexiko generell ausgeweitet werden.
  • Prüfung aller Mais-Importe. Kein Import von Gen-Mais.
  • Bereitstellung von Messgeräten für die Bauern. Diese müssen die Möglichkeit haben, das Saatgut auf Kontamination zu prüfen, um es gegebenenfalls sofort aus dem Verkehr ziehen zu können.

Sehr geehrter Herr Präsident: Wir bitten Sie dringlichst um Antwort an unsere oben stehenden Adressen. Was werden Sie tun, um Ihren Verpflichtungen zur Erfüllung der auch von Ihnen ratifizierten Einhaltung der Menschenrechte auf Selbstbestimmung, Nahrung und Gesundheit nachzukommen und diese weiterhin zu gewährleisten? Was werden Sie tun, um den 40.000 Imkern sowie den Kleinbauern, die von ihrem Mais-Anbau leben, ihr zukünftiges Auskommen und ihre wirtschaftliche Selbständigkeit zu ermöglichen?

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